 |
Newsgroup - de.rec.alpinismus |
| |
Diese Inhalte werden aus dem Usenet dargestellt und gehören nicht zu alpinisten.info Es wird keine Haftung für fremde Inhalte übernommen (siehe Impressum) |
| |
Zurück zur Übersicht |
 |
Karabinerbruch bei Spaltensturz | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 23.09.04 08:45 Uhr |
|
 |
Auf diese Nachricht antworten!  |
Vor 2 Wochen erzählte mir ein Bergführer von zwei Spaltenstürzen in der Schweiz, bei denen der zugeschraubte Karabiner im Schnapper gebrochen war. Es sollen Untersuchungen angestellt worden sein, denenzufolge Karabiner, wenn sie direkt am Scharnier des Schnappers belastet werden, nur ca 2 KN aushalten. Der Scharnierstift ist ja auch ziemlich dünn. (Die Norm-Querbelastunsprüfung setzt nicht direkt am Scharnier an und kommt daher zu höheren Bruchwerte). Er empfahl daher, nicht mit einem, sondern mit zwei gegenläufigen Karabinern anzuseilen. Hat jemand etwas von solchen Untersuchungen gehört? Viele Grüße Joachim
|
|
| |
Zurück zur Übersicht |
 |
Karabinerbruch bei Spaltensturz | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 24.09.04 10:01 Uhr |
|
 |
Auf diese Nachricht antworten!  |
Moin,
> Hat jemand etwas von solchen Untersuchungen gehört?
In Pit Schuberts Buch "Sicherheit und Risiko in Eis und Fels, Band 2" wird in einem Kapitel über die Schwachstelle der Verschraubungshülse bei Schraubkarabinern berichtet. Die Unfälle traten im Zusammenhang von einer kurzzeitigen Belastung des Karabiners in Querrichtung durch den Abseilachter auf, welcher sich durch Verdrehen der Person am Stand aus seiner korrekten Position im Schrauber verschoben hatte. Die Schraube wurde duch die Belastung richtig ausgestanzt. Dadurch war es nur noch ein Schnapper, aus dem sich bei weiterem Verdrehen der Person der Achter dann aushängen konnte. [Ich hoffe, den Sachverhalt hier richtig wiedergegeben zu haben].
Seine Empfehlung dagegen war ein Verwenden von zwei gegenläufig eingehängten Schraubern.
Gruß, Niko
|
|
| |
Zurück zur Übersicht |
 |
Karabinerbruch bei Spaltensturz | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 24.09.04 20:49 Uhr |
|
 |
Auf diese Nachricht antworten!  |
"Niko Wiesner" <n.wiesner@gmx.de> schrieb
> > Hat jemand etwas von solchen Untersuchungen gehört? > > In Pit Schuberts Buch "Sicherheit und Risiko in Eis und Fels, Band 2" > wird in einem Kapitel über die Schwachstelle der Verschraubungshülse > bei Schraubkarabinern berichtet. ...
Hi Niko,
schön was von Dir hier in der Ng zu lesen :-)
Ich denke diese Belastung sollte bei Spaltenstürzen kaum vorkommen können, sofern der Karabiner in die Anseilschlaufe oder in das Verbindungsstück Brustgurt/Sitgurt eingehängt wird und darin der Knoten eingehängt wird, da der Karabiner dann relativ flexibel ist und der Knoten ebenfalls und damit der Knoten den Karabiner immer in Längs oder im schlechteren Fall quer (aber trotzdem auf Zug nach außen belastet. Beim von Dir geschilderten Problem des Achters verkantet sich der Achter so, dass der Schnapper nach innen gedrückt wird und so die Hülse quasi durchgestanzt wird.
Das Problem mit der Querbelastung direkt am Schanier kann ich mir schon vorstellen - ich denke, wenn die Belastung in der Mitte des Schnappers gemessen wird und dort beispielsweise 800 kg hält, dass dann am Schanier weniger Belastung für den Bruch reicht. Dann müßten aber die Karabiner bei den Tests auch am Schanier brechen oder?
Schönen Gruß
Markus
P.S. Wie wars in der Brenta?
|
|
| |
Zurück zur Übersicht |
 |
Karabinerbruch bei Spaltensturz | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 24.09.04 22:16 Uhr |
|
 |
Auf diese Nachricht antworten!  |
Damit sich der HMS-Karabiner in der Anseiloese nicht verdreht, ist ein guter Tipp, ihn durch die beinseitige Schlaufe UND in die Anseiloese einzuhaengen. Dadurch wird er erheblich besser fixiert und verdreht sich kaum noch.
Hoffe das ist verständlich: Der Klettergurt hat meist zwei Schlaufen, eine beinseitig und eine weitere hueftseitig. Durch beide geht ein Textilring, den ich Anseiloese genannt habe.
Das funkstioniert super beim Sichern und eben auch beim Anseilen per Karabiner.
Gruss Walter
|
|
| |
Zurück zur Übersicht |
 |
Karabinerbruch bei Spaltensturz | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 25.09.04 00:00 Uhr |
|
 |
Auf diese Nachricht antworten!  |
Markus Stadler schrieb am Friday 24 September 2004 20:49 in de.rec.alpinismus: > Das Problem mit der Querbelastung direkt am Schanier kann ich mir sch= on > vorstellen - ich denke, wenn die Belastung in der Mitte des Schnapper= s > gemessen wird und dort beispielsweise 800 kg hält, dass dann am Sch= anier > weniger Belastung für den Bruch reicht. Dann müssten aber die Ka= rabiner bei > den Tests auch am Schanier brechen oder? Man darf nicht vergessen, dass die Norm-Tests recht idealisiert sind. Z= .B. kann man einen Normalkarabiner allein durch Koerpergewicht zum Brechen bringen, wenn man ihn so einhaengt, dass der Haken, der den Schnapper aufnimmt, im Haken haengt, das hat zumindest ein Freund von mir geschaf= ft. Ich meine mich zu erinnern, dass zumindest bei manchen Karabinern im "Beipackzettel" angegeben ist, an welchen Stellen die Aufhaengungen fue= r die verschiedenen Belastungstests plaziert werden. Ob man damit nun einen Schrauber beim Spaltensturz zum Brechen kriegen = kann, kann ich allerdings nicht beurteilen. Das Durchstanzen des Verschlusses=
durch den Achter ist vermutlich nicht vergleichbar...
Ciao, Moritz
|
|
| |
Zurück zur Übersicht |
 |
Karabinerbruch bei Spaltensturz | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 27.09.04 10:22 Uhr |
|
 |
Auf diese Nachricht antworten!  |
"Niko Wiesner" <n.wiesner@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag news:7820fe62.0409240001.8804dc6@posting.google.com...
> Seine ( Pit Schuberts ) Empfehlung dagegen war ein Verwenden von zwei gegenläufig > eingehängten Schraubern.
Eine Lösung wäre auch die verwendung von "Quick Links" (Mallion Rapides), siehe [externer Link] an stelle von Karabinern. Das ist in der Späleologie und im professionellen Einsatz bei Höhenarbeiten seit einiger Zeit üblich. FB
|
|
| |
Zurück zur Übersicht |
 |
Karabinerbruch bei Spaltensturz | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 27.09.04 11:00 Uhr |
|
 |
Auf diese Nachricht antworten!  |
Hallo Franz
> Eine Lösung wäre auch die verwendung von "Quick Links" (Mallion Rap= ides), > siehe > [externer Link] an stelle von Karabinern. > Das ist in der Späleologie und im professionellen Einsatz bei Höhen= arbeiten > seit einiger Zeit üblich. Wenn ichs recht verstehe, sind da nur Schraubhuelsen ueber der Oeffnung, =
ohne einen Schnapper drin. Wie stabil sind die bei Seitenbelastung, wenn =
die Schraubhuelse nur ein bisschen zu geschraubt ist? Wie wird die Huelse gehgen versehentliches Aufschrauben gesichert? (Beim Schraubkarabiner ist die Schraubhuelse eine zweite Absicherung!) Ich glaube da hat man nur die Wahl zwischen zwei verschiedenen Unsicherheiten: Beim (Schraub-)karabiner die Schwaeche der Gelenks-Stelle, beim Quicklink das Problem, dass nach Aufdrehen der Huelse das Ketten-Glied komplett offen ist.
Gruss, Florian
|
|
| |
Zurück zur Übersicht |
 |
Karabinerbruch bei Spaltensturz | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 27.09.04 14:57 Uhr |
|
 |
Auf diese Nachricht antworten!  |
"Florian Anwander" <spam.interessiert.nicht@mnet-online.de> schrieb im Newsbeitrag news:2rq2qbF1c23noU1@uni-berlin.de... Hallo Franz
>> Eine Lösung wäre auch die Verwendung von "Quick Links" (Mallion Rapides), >> siehe >> [externer Link] an stelle von Karabinern. >> Das ist in der Späleologie und im professionellen Einsatz bei >>Höhenarbeiten >> seit einiger Zeit üblich.
>Wenn ichs recht verstehe, sind da nur Schraubhuelsen ueber der Oeffnung, >ohne einen Schnapper drin.
Dem ist nicht so. Die die Enden des ovalen Bügels sind je mit einem Gewinde versehen. Bein Zuschrauben wird kontuinierlich die Schraubhülse aus dem einen Gewinde heraus und in das andere hineingeschraubt, so dass am Ende des Schliessvorganges das lange Muttergewinde der Schraubhülse die beiden Gewinde überbrückt.
>Wie stabil sind die bei Seitenbelastung, wenn >die Schraubhuelse nur ein bisschen zu geschraubt ist? >Wenn sie zu wenig zugeschraubt wurde, liegt ein Bedienungsfehler vor, der >wie bei jedem technischen Gerät die Funktionsfähigkeit beeinträchtigt.
Dagegen hilft nur Sorgfalt.
>Wie wird die Huelse gegen versehentliches Aufschrauben gesichert? Das Gewinde ist durch die gegenläufige Anordnung der Gewinde eher schwergängig, was einer Selbstlösung entgegenwirkt. Wie jeder Knoten von Zeit zu Zeit kontrolliert werden sollte,ist das auch in diesem Falle erforderlich.
>( Beim Schraubkarabiner ist die Schraubhuelse eine zweite Absicherung!)
Gegen das selbsttätige Lösen des Gewindes gibt es auch hier keine Sicherung. Auch die anderen Schnapper-Verschlusssysteme haben ihre Schwachstellen. Ohne Sorgfalt und Kontrolle wird die Sicherheit eines jeden Gerätes fragwürdig.
>Ich glaube da hat man nur die Wahl zwischen zwei verschiedenen >Unsicherheiten: Beim (Schraub-)Karabiner die Schwaeche der >Gelenks-Stelle, beim Quicklink das Problem, dass nach Aufdrehen der >Huelse das Ketten-Glied komplett offen ist.
Das sehe ich nicht so.-Und du vielleicht auch nicht mehr, wenn Du mit so einem Quick-link hantiert hast. Es gibt sie inzwischen ausser bei "Kong" auch bei "Petzl" und in "guten Alpinsport-geschäften". In der Schweiz zum Beispiel bei "Bächli" und bei "Eiselin".
Übrigens kommt auch bei Pit Schubert im band 2 , Seite 62 der Quick-Link vor. Was die professionelle Anwendung bei Höhenarbeiten betrifft ist zu sagen, dass hier die Sicherheit der Geräte durch die Versicherungsanstalten ( In der Schweiz die SUVA ) und durch die Berufsverbände noch strenger kontrolliert wird als im Alpinen Bereich.
Gruss, Franz>
|
|
| |
Zurück zur Übersicht |
 |
Karabinerbruch bei Spaltensturz | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 27.09.04 15:21 Uhr |
|
 |
Auf diese Nachricht antworten!  |
Florian Anwander wrote: >> Eine Lösung wäre auch die verwendung von "Quick Links" (Mallion Rapides), > die Schraubhuelse nur ein bisschen zu geschraubt ist? Wie wird die > Huelse gehgen versehentliches Aufschrauben gesichert? (Beim Ein Kletterspezl, der Speleologie betreibt, hat mir erzaehlt, dass die Mallion Rapides bei ihnen fast exklusiv anstelle der Schraubkarabiner verwendet werden (z.B. um eine Abseilpiste einzurichten)... und man zum Zweck des Zu-/Aufschraubens einen kleinen Schraubenschluessel am Aermel baumeln hat. Das wird man sich natuerlich auf einer Gletschertour ersparen wollen... ob man mit der Hand das Ding so zuknallen kann, dass es sich sicher nicht aufdreht, weiss ich nicht, lt. Pit Schubert soll es aber kein Problem sein.
Ciao, Moritz
|
|
 |