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Dichtigkeitsfrage | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.12.06 20:38 Uhr |
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Hi,
was ist der Unterschied zwischen wasserabweisend und wasserdicht?
Sagt das was über die Zeit aus die der Regen braucht bis er durch ist?
Was wäre für eine Daunenjacke besser?
Bin leider Anfänger in sowas.
Gruss Gottfried
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Dichtigkeitsfrage | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.12.06 23:37 Uhr |
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Gottfried Janik wrote:
> Hi, > > was ist der Unterschied zwischen wasserabweisend und wasserdicht? Wasserabweisen ist z.B. mit Bienenwachs gewachstes G1000-Gewebe (Baumwolle/Polyester-Mischgewebe) von Fjällraven: Da perlt das Wasser *erstmal* ab, aber irgendwann geht's durch. Dasselbe gilt für eine ganze Reihe anderer (imprägnierter) Gewebe.
Wasserdicht sollte eigentlich "dicht" sein: Beim Ostfriesennerz und den Packsack-Geweben von Ortlieb ist das auch definitiv so, bei vielen Kunststoffgeweben mit Beschichtung ist das mehr oder weniger so - neu sollte es ganz gut hinkommen, später hängt's sehr von der Qualität ab - hinzu kommen Schwachstellen wie Nähte oder Scheuerstellen, z.B. vom Rucksackträger. Dasselbe gilt sinngemäß auch für die mit einer "Klima-Membran" wie GoeTex et al. ausgestatten Stoffe für das von Außen eindringende flüssige Wasser: Den Dampf von innen sollen sie ja durchlassen. > > Sagt das was über die Zeit aus die der Regen braucht bis er durch ist?
Wie lange "wasserabweisend" wasserabweisend ist - das kommt ganz darauf an.
> Was wäre für eine Daunenjacke besser?
Das ist jetzt eine ganz spezielle Sache: Da Du ja auch in der Daunenjacke schwitzt (oder jedenfalls Wasser über die Haut verlierst ;-) wäre eine völlig Wasserdichte Außenhaut katastrophal, weil sich dann Kondenswasser in der Daunenschicht ansammeln würde und feuchte Daune schnell Ihre Isolationsfähigkeit verliert, schwer zu trocknen ist und mit der Zeit "gammelt". Unter einen Wasserdichten Stoff gehört daher Kunstfaser oder Fleece als Wärmeschicht (z.B. zum Segeln in der Antarktis;-)
Für eine Daunenjacke bliebe als "dichteste" Außenhaut also nur einer der Stoffe mit einer Membran, die den Wasserdampf durchläßt und gegen Wasser (und Schnee) von außen dicht ist, wie Goretex, Texapore und wie die Warenzeichen alle heißen.
Oder ein wasserabweisend imprägnierter Außenstoff, der noch etwas atmungsaktiver sein dürfte als Goretex et al., u.a. weil der Feuchtetransport durch die Membran bei Außentemperaturen (deutlich) unter null nicht (gut) funktioniert: Spätestens wenn sich an der Oberfläche Reif bildet, wird's mit dem Dampfdruckgefälle schwierig.
Was Sinn macht - hängt von Deiner Anwendung ab: Viele (Expeditions-) Daunenjacken haben als Außenstoff nur ein dünnes, bestenfalls wasserabweisendes Kunststoffgewebe, weil die Jacken primär leicht sein sollen, zum Aufwärmen in Pausen oder im Zelt/Windsack aus dem Rucksack geholt werden und bei Außentemperaturen von -20° Wasser ohnehin nur in der festen Phase vorkommt und dank guter Isolierung (Daune!) auch auf der Jacke nicht (gleich) schmilzt. Falls es wirklich mal regnet, kommt ein extra (große!) Regenjacke drüber. Unter diesen Umständen ist auch Goretex ggf. unnötig oder sogar hinderlich (weil es die Feuchtigkeitsabfuhr behindert) - wenn man dann nachts in Schneehöhlen mit Innentemperaturen um den Gefrierpunkt und 100% Luftfeuchte sitzt, stellt sich das schon wieder anders dar.
Bei Temperaturen im Bereich bis -5°, wo Nässe und Regen/Nassschness sicher ein Thema sind, und damit im Mittelgebirge Mitteleuropas, kann man m.E. die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer Daunenjacke dagegen grundsätzlich in Frage stellen: Solange ich mich bewege, reichen mir da eine gute, d.h. winddichte Jacke und Fleece oder ein Pullover. Wer auf dem Weg zum 5000er oder zum Pol mit jedem Gramm rechnen muß oder leicht friert, mag das anders bewerten: U.a. deshalb hat meine Frau eine Daunenjacke, ich habe keine. Zum Langlaufen im Schwarzwald (etc.) brauche ich sie nicht, für Touren im skandinavischen Fjäll würde ich mir eine kaufen - wenn ich sie nur im Winter dort nutzen wollte, ohne GoreTex, für "Mischbetrieb" eher mit (festes Einkommen und nicht BaFöG unterstellt...)
> Bin leider Anfänger in sowas.
Aber Du weißt doch trotzdem sicher, was Du mit der Daunenjacke vor hast ?
> Gruss Gottfried
Grüße, Rolf
-- Rolf Knebel at 50° 58' 01.0" North 11° 01' 33.0" East D-99096 Erfurt e-mail: RKnebel@gmx.de ********** Please send neither unsolicited mail nor missiles ! ************
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Dichtigkeitsfrage | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.12.06 15:54 Uhr |
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Rolf Knebel wrote:
>> Bin leider Anfänger in sowas. > > Aber Du weißt doch trotzdem sicher, was Du mit der Daunenjacke vor hast ? >
Danke für die ausfürliche Auskunft.
Eine Expeditionsdaunenjacke wollte ich mir eigentlich nicht kaufen. Bin aber leicht verfroren und wollte Urlaub im Norden Skandinaviens machen.
Gruss Gottfried
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Dichtigkeitsfrage | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 06.12.06 11:53 Uhr |
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Dichtigkeitsfrage | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 06.12.06 17:40 Uhr |
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Dichtigkeitsfrage | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 07.12.06 10:08 Uhr |
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Hallo Gottfried
>>> Eine Expeditionsdaunenjacke wollte ich mir eigentlich nicht kaufen. >>> Bin aber leicht verfroren und wollte Urlaub im Norden Skandinaviens >>> machen. >> Zu welcher Jahreszeit? > Anfang nächsten Jahres. Also Januar, Februar? Nordskandinavien/Lappland im Hochwinter und Du nennst Dich selbst "verfroren"? Hallo? Du wirst Gott noch auf Knien danken, dass er Dir den Einfall gegeben hat, doch noch etwas mitzunehmen was Du eine "Expeditionsdaunenjacke" nennst.
Florian
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Dichtigkeitsfrage | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.12.06 09:51 Uhr |
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Gottfried Janik <Gottfried.Janik@gmx.de> wrote: > Hi,
> was ist der Unterschied zwischen wasserabweisend und wasserdicht?
Wasserdicht sind Bekleidungsmaterialien ab 1300 mm Wassersaeule, wasserabweisend dadrunter (Untergrenze fuer wasserabweisend kenne ich nicht)
> Sagt das was über die Zeit aus die der Regen braucht bis er durch ist?
Nein. Es sagt auch nichts darueber aus, wie "wasserdicht" ein Bekleidungsstueck unter mechanischer Belastung ist. Dafuer gibt es dann nochmals extra Tests (Bundesmann fuer Wasserabweisung unter Scheuern?).
> Was wäre für eine Daunenjacke besser?
Haengt ja wohl stark davon ab, was Du damit vorhast. Prinzipiell wuerde ich bei Daunen aber eher zu wasserabweisend tendieren.
Ciao, Oliver
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Dichtigkeitsfrage | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.12.06 11:17 Uhr |
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Hallo Oliver
>>was ist der Unterschied zwischen wasserabweisend und wasserdicht? > Wasserdicht sind Bekleidungsmaterialien ab 1300 mm Wassersaeule, > wasserabweisend dadrunter (Untergrenze fuer wasserabweisend kenne ich > nicht) Woher hast Du denn diese Definition? Aldi-Zeltprospekt?
1300mm Wassersaeule waere ein Regentropfen, der mit Fallgeschwindigkeit und etwas Wind auf Deine Jacke faellt. Aber wehe, Du lehnst Dich mit so einem Gewebe mit dem Ellebogen an eine feuchte Hauswand.
Wasserdichtigkeit kann unter diversen Aspekten gesehen werden. Einer ist der Wasserdruck (Wassersaeule) dem ein Material den ein Material standhaelt, bevor es Wasser durchlaesst. Da ist zB dicht gewebte Baumwolle garnicht mal schlecht, und so manches Kunststoffgewebe saehe im Vergleich schlecht auss. Ein anderer Aspekt ist, ob das das Material selber Feuchtigkeit aufnimmt, und durch Kapillareffekte an die Innenseite abgibt. Da ist dann ploetzlich die Baumwolle ganz mies, waehrend das Kunststoffgewebe darin grosse Klasse ist.
Florian
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Dichtigkeitsfrage | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.12.06 12:35 Uhr |
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Hallo Florian,
>>> was ist der Unterschied zwischen wasserabweisend und wasserdicht? >> Wasserdicht sind Bekleidungsmaterialien ab 1300 mm Wassersaeule, >> wasserabweisend dadrunter (Untergrenze fuer wasserabweisend kenne ich >> nicht) > Woher hast Du denn diese Definition? Aldi-Zeltprospekt?
Alter Lästerer! Lt. DIN "Irgendwas" gelten Materialien ab 1300 mm Wassersäule als wasserdicht. Daß dies in der Praxis nicht ausreicht, ist klar.
-- Ciao, Erich
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Dichtigkeitsfrage | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 08.12.06 12:36 Uhr |
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Hallo Ojo,
Oliver 'Ojo' Bedford schrieb: >>was ist der Unterschied zwischen wasserabweisend und wasserdicht? > Wasserdicht sind Bekleidungsmaterialien ab 1300 mm Wassersaeule, > wasserabweisend dadrunter (Untergrenze fuer wasserabweisend kenne ich > nicht) Gibt es auch nicht. Wasser_abweisend_ bedeutet, dass ein Stoff nicht mehr als einen bestimmten max. Anteil seines Gewichts an Wasser aufsaugen und halten kann und dieses Wasser in max. einer bestimmten (von der Gewebestärke abhängiger) Zeit wieder abgeben können muss.
Auch Netze können in dem Sinn wasserabweisend sein. ;) -- Gruß Rainer [externer Link] Diskussionsforen und 1000+ Links [externer Link] Neu: Lampi[tm] on tour Nicht alt zu werden ist immer noch besser als alt zu sein (der 78-jährige Ricardo Cassin anlässlich der eintägigen Begehung "seiner" Badile-NE-Wand)
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