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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Salve. Ich hab hier eine Aufgabe für Physiker, sofern ich nicht eh einen Denkfehler mache:
Bisher war meine Annahme, dass es immer besser ist, den Biwaksack wegzulassen, wegen des Schwitzwasserproblems. Außer wenn es regnet, weil dann außen noch mehr Wasser ist als innen.
Jetzt habe ich vor ein paar Tagen bei ca. 5 Grad an einem relativ feuchten Ort ohne Biwaksack draußen geschlafen, und der Schlafsack war morgens von außen richtig nass. Innen war er zum Glück (noch) trocken und warm. Das welke Gras um mich rum war weniger nass als der Schlafsack. Jetzt frag ich mich: Ich hab nicht viel geschwitzt in der Nacht, sicher nicht mehr als in den vorigen Nächten, die genauso kalt aber trockener waren. Andererseits kann ja nicht kalte Außenluft am warmen Schlafsack kondensieren oder irgendwie doch?
Also wäre es mit Biwaksack besser gewesen, und gibt es eine Formel, bei welchen Temperaturen und welcher Luftfeuchtigkeit man mit Biwaksack besser fährt als ohne?
Da bin ich jetzt gespannt.
Viele Grüße Fredrika Gers
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Biwaksack ueber Schlafsack: Grenzwertformel fuer Sinnhaftigkeit? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 16.10.06 13:15 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Fredrika
> Jetzt habe ich vor ein paar Tagen bei ca. 5 Grad an einem relativ > feuchten Ort ohne Biwaksack draußen geschlafen, und der Schlafsack war > morgens von außen richtig nass. Innen war er zum Glück (noch) trocken > und warm. Das welke Gras um mich rum war weniger nass als der > Schlafsack. Meine Theorie: 1.) Das Gras steht eher senkrecht und der Tau fliesst Richtung Boden/Wurzel ab (die Pflanzen sind extra so "konstruiert"). Auf dem Schlafsackstoff bleibt die Feuchtigkeit "liegen". 2.) Wenns draussen so kalt ist und grundsaetzlich so hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, dass sie kondensiert, dann wird Wasserdampf, der aus Deinem Schlafsack nach aussen kommt ziemlich schnell ebenfalls kondensieren, und zwar am naechsten zur Verfuegungstehnden Gegenstand -> dem Schlafsack. 3.) Im Gegensatz zu den Grashalmen, speichert der Schlafsackstoff die Feuchtigkeit spuerbar; das Gras haelt Feuchtigkeit (die es ueber die Wurzel aufgenommen hat) im Zellinneren und ist aussen trocken, die Stoff-Faser des Schlafsacks haelt die Feuchtigkeit aussen vor. Das ganze ist zum Teil also ggf. eher subjektiver Eindruck.
> Also wäre es mit Biwaksack besser gewesen, und gibt es eine Formel, > bei welchen Temperaturen und welcher Luftfeuchtigkeit man mit > Biwaksack besser fährt als ohne? Ich bin eigentlich bei geplanten Uebernachtungen davon abgekommen, im Biwaksack zu schlafen - zumindest so, wie "Biwaksack" eigentlich gedacht ist. Inzwischen bevorzuge ich gleich ein richtiges Einmann-Zelt und/oder Tarp-aehnliche Methoden: Entweder mach ich aus dem Biwaksack ein Mini-Zelt ([externer Link] ), oder ich nehm einfach nur das Aussenzelt meines Salewa Tasmania mit. Sieht dann so aus: [externer Link] ; das Bild stammt zwar vom letzten Auto/Zeltplatz-Urlaub, aber es zeigt gut wieviel Platz dann da ist. Zumindest bei meinem Zelt ist offensichtlich nur das Innenzelt wirklich schwer. Das Aussenzelt wiegt mit Gestaenge 1250g und bietet notfalls Platz fuer vier Personen (waehrend das komplette Zelt mit Innenzelt gerade mal fuer zweieinhalb geeignet ist). Vom Volumen her ist das Aussenzelt auch erstaunlich klein (kraeftig zusammengeschnuert vielleicht mal zweieinhalb mal so viel wie der Ortovox Biwaksack)
Gruss, Florian
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Biwaksack ueber Schlafsack: Grenzwertformel fuer Sinnhaftigkeit? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 17.10.06 18:09 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | > Jetzt habe ich vor ein paar Tagen bei ca. 5 Grad an einem relativ > feuchten Ort ohne Biwaksack draußen geschlafen, und der Schlafsack war > morgens von außen richtig nass. Innen war er zum Glück (noch) trocken > und warm. Das welke Gras um mich rum war weniger nass als der > Schlafsack.
Die Luftfeuchtigkeit kondensiert immer dann, wenn die relative Feuchtigkeit 100% überschreitet. Bei konstanter absoluter Feuchte passiert das dann, wenn der Taupunkt (die Taupunkttemperatur) unterschritten wird. Sobald die Feuchtigkeit kondensiert, wird die entsprechende Kondensationswärme frei und hält so die Lufttemperatur einigermassen konstant (d.h. es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen absoluter Luftfeuchtigkeit und nächtlicher Tiefsttemperatur). Warum sieht man Taubildung häufig auf Autos bzw. Autoscheiben (und wie beschrieben auf Schlafsäcken). Alle Körper strahlen entsprechend Ihrer Temperatur Wärmestrahlung ab. Die Gleichgewichtstemperatur stellt sich ein wenn die Summe aus Abstrahlung, Einstrahlung und Wärmeleitung null ist. Nachts ist die Einstrahlung sehr klein, dass Weltall strahlt praktisch nicht (im Gegensatz zur Sonne tagsüber). Deshalb kühlen gut isolierte Flächen und damit auch die Luft im Kontakt mit diesen Flächen nachts sehr schnell ab, es kommt zu Taubildung (Auto, Schlafsackhülle eines guten Schlafsacks). Ist die Isolierung gegen den Boden, der ja sehr viel Wärme speichert, nicht so gut (Gras in der Nähe des Bodens), kann es passieren, dass der Taupunkt nicht unterschritten wird und die Feuchtigkeit woanders auskondensiert. Deshalb ist möglicherweise das Grass trocken. Wäre der Schlafsack nicht so gut, bliebe die Temperatur an der Oberfläche über dem Taupunkt und der Schlafsack würde nicht feucht.
Noch nicht betrachtet haben wir die Feuchtigkeit, die der Schläfer abgibt. Aufgrund des Temperatur- und Feuchtgefälles von innen nach aussen, gibt es einen Transport von Feuchtigkeit in der isolierenden Schicht. Wird der Taupunkt innerhalb der Isolation unterschritten, was im geschilderten Fall der Fall sein dürfte, kondensiert die Feuchtigkeit in der Isolation aus und durchfeuchtet diese. Bringt ein Biwaksack hier einen Vorteil? Ja und nein. Evt. reicht die zusätzliche Isolation der Luftschicht zwischen Biwaksack und Schlafsack, dass der Taupunkt ausserhalb der Isolierung liegt. Dann kondensiert die Feuchte zwar immer noch innerhalb des Biwaksacks aber wenigstens nicht in der Isolierung. Allerdings muss dann die Schlafsackhülle "wasserdicht" aber diffussionsoffem sein, sonst saugt die Isolierung die Feuchtigkeit wieder auf. Besser (für den Schlafsack) sind da schon sogenannte vapour barrier liner. Ein wasser- und diffussionsdichte innere Hülle, die dafür sorgt, dass die Feuchtigkeit gar nicht erst in den Schlafsack eindringt. Unter extremen Bedingungen (dauerhaft Temperaturen deutlich unter Null und keine Sonne, die tagsüber genutzt werden kann, den Schlafsack zu trocknen), die einzige Variante den Schlafsack trocken zu halten (allerdings mit dem Nachteil, dass alles innerhalb des VBL nass wird, d.h. der Schläfer und ggfs. die Klamotten die er anhat).
Bernd
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Biwaksack ueber Schlafsack: Grenzwertformel fuer Sinnhaftigkeit? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 18.10.06 00:33 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | "Bernd Nebendahl" <Bernd_NOSPAM_Nebendahl@gmx.de> wrote:
> Alle Körper strahlen entsprechend Ihrer Temperatur Wärmestrahlung >ab. Die Gleichgewichtstemperatur stellt sich ein wenn die Summe aus Abstrahlung, >Einstrahlung und Wärmeleitung null ist. Nachts ist die Einstrahlung sehr klein, > Deshalb >kühlen gut isolierte Flächen und damit auch die Luft im Kontakt mit diesen >Flächen nachts sehr schnell ab, es kommt zu Taubildung (Auto, Schlafsackhülle >eines guten Schlafsacks).
Diese Feuchtigkeit kommt also von außen und wäre bei Verwendung eines Biwaksackes außen auf letzterem, richtig?
D.h. wenn es mir gelingt, nachts nicht zu schwitzen, müsste der Schlafsack unter gleichen Bedingungen bei Verwendung eines Biwaksackes morgens furztrocken sein. Auch richtig?
Oder kondensiert dann das bisschen Luft zwischen Sack und Sack, weil der Biwaksack nicht isoliert?
Ich glaub, ich leg mich die nächsten drei Nächte zum Testen auf den Balkon ;-)
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Biwaksack ueber Schlafsack: Grenzwertformel fuer Sinnhaftigkeit? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 18.10.06 13:00 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | > Diese Feuchtigkeit kommt also von außen und wäre bei Verwendung eines > Biwaksackes außen auf letzterem, richtig? > > D.h. wenn es mir gelingt, nachts nicht zu schwitzen, müsste der > Schlafsack unter gleichen Bedingungen bei Verwendung eines Biwaksackes > morgens furztrocken sein. Auch richtig? > > Oder kondensiert dann das bisschen Luft zwischen Sack und Sack, weil > der Biwaksack nicht isoliert?
Du meinst wohl, die Feuchtigkeit der Luft. Die kondensiert an der kältesten Stelle und das dürfte wohl die Innenseite des Biwaksacks sein. Wohin Sie von dort hingeht, hängt stark davon ab, welche Eigenschaften die Schlafsackhülle hat. Nachdem ein Biwaksack aber nur einen Nutzen bringt, wenn der Schlafsack eigntlich nicht wasserdicht ist, wird die geringe Menge Feuchtigkeit, weils ja wenig Luft ist in den Aussenstoff de Schlafsack gelangen. Ohne VBL ist das ganze im Vergleuch zur abgegebene (das muss nicht als schwitzen empfunden werden) Feuchtigkeit aber sowieso zu vernachlässigen.
Man kann die Feuchtigkeitsabgabe durch die Haut zwar dadurch reduzieren, dass man sich nicht zu warm anzieht/einpackt, aber ganz vermeiden geht nicht, und je nachdem wen man fragt, kommen da pro Nacht einige 100 gr Wasser zusammen.
Bernd
PS Übrigens muss man mit Biwak- oder Schlafsack darauf achten, dass die Atemluft nicht innerhalb der Hülle bleibt. Über Atmung geht ein grosser Teil an Wasser verloren.
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Biwaksack ueber Schlafsack: Grenzwertformel fuer Sinnhaftigkeit? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 16.10.06 23:44 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Fredrika Gers schrieb: > Salve. Ich hab hier eine Aufgabe für Physiker, sofern ich nicht eh > einen Denkfehler mache: > > Bisher war meine Annahme, dass es immer besser ist, den Biwaksack > wegzulassen, wegen des Schwitzwasserproblems. Außer wenn es regnet, > weil dann außen noch mehr Wasser ist als innen. > > Jetzt habe ich vor ein paar Tagen bei ca. 5 Grad an einem relativ > feuchten Ort ohne Biwaksack draußen geschlafen, und der Schlafsack war > morgens von außen richtig nass. Innen war er zum Glück (noch) trocken > und warm. Das welke Gras um mich rum war weniger nass als der > Schlafsack. Jetzt frag ich mich: Ich hab nicht viel geschwitzt in der > Nacht, sicher nicht mehr als in den vorigen Nächten, die genauso kalt > aber trockener waren. Andererseits kann ja nicht kalte Außenluft am > warmen Schlafsack kondensieren oder irgendwie doch? > > Also wäre es mit Biwaksack besser gewesen, und gibt es eine Formel, > bei welchen Temperaturen und welcher Luftfeuchtigkeit man mit > Biwaksack besser fährt als ohne? > > Da bin ich jetzt gespannt. > > Viele Grüße > Fredrika Gers Das Problem hast Du immer bei starken Temperaturgefällen und/oder hoher Luftfeuchte. So kannst Du ja auch in der Wüste Trinkwasser sammeln (Tarp aufspannen und drunter nen Becher stellen). Der physikalische Hintergrund ist: Warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte. D.h. wenn tagsüber sich viel Feuchtigkeit in warmer(oder wärmerer als nachts) Luft ansammelt (gasförmig), wird die nachts (wenn's kälter wird) in Form von Tau/Reif wieder flüssig und lagert sich irgendwo ab. Praktisch immer an glatten und waagerechten Flächen (meine Erfahrung). Hinzu kommt noch das Kondenswasser, was Du immer (sollen pro Nacht bis 2 Liter sein - glaube ich aber nicht ganz) die ganze Nacht von Dir gibst. Das diffundiert als Gas durch den (warmen) Schlafsack und bleibt da wo es kalt wird (Außenhaut vom Schlafsack) in flüssiger Form zurück.
Ich habe den Biwacksack nur noch als reines Notmittel dabei. Wenn ich wirklich davon ausgehe, irgendwo schlafen zu müssen, habe ich immer einen Leichtschlafsack und ein Tarp dabei - das Tarp hat einfach ein viel breiteres Anwendungsspektrum. Für richtig geplantes Übernachten nehme ich dann das TNF-Mountain Marathon (ein sehr leichtes Zelt).
Gruß Hendrik
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Biwaksack ueber Schlafsack: Grenzwertformel fuer Sinnhaftigkeit? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 17.10.06 09:02 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | "Fredrika Gers" <gers@gehirnverleih.de> schrieb im Newsbeitrag news:i7m6j2t1u1ctujt3kd1thccjer29pa3tvm@4ax.com...
> Bisher war meine Annahme, dass es immer besser ist, den Biwaksack > wegzulassen, wegen des Schwitzwasserproblems. Außer wenn es regnet, > weil dann außen noch mehr Wasser ist als innen. > > Jetzt habe ich vor ein paar Tagen bei ca. 5 Grad an einem relativ > feuchten Ort ohne Biwaksack draußen geschlafen, und der Schlafsack war > morgens von außen richtig nass. Innen war er zum Glück (noch) trocken > und warm.
Hey, das ist doch perfekt! Welcher Schlafsack ist das?
Der Schlafsack hält die Körperwärme drinnen, deshalb ist die Ausenhaut kalt. Würde Dein Schlafsack die Wärme durchlassen, wäre er Außen warm und nicht nass. An der kalten Oberfläche kondensiert natürlich die Luftfeuchtigkeit. Die Frage ist jetzt wo die Luftfeuchtigkeit herkommt. Da, wie Du sagst der Schlafsack von Innen trocken war, und das umgebende Grass auch zimlich trocken war, bleibt die Vermutung, das die kondensierte Luftfeuchtigkeit die jeder Körper im Schlaf abgibt, zum Großteil aus dem Schlafsack nach Außen transportiert, und nicht im Material gespeichert wurde. Ich würde sagen, das ist ein perfekter Schlafsack für diese Bedingeungen.
mfg Joachim Lack
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Biwaksack ueber Schlafsack: Grenzwertformel fuer Sinnhaftigkeit? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 17.10.06 13:08 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Tach. Joachim Lack <Joachim_Lack@yahoo.de> wrote: > > Jetzt habe ich vor ein paar Tagen bei ca. 5 Grad an einem relativ > > feuchten Ort ohne Biwaksack draußen geschlafen, und der Schlafsack war > > morgens von außen richtig nass. Innen war er zum Glück (noch) trocken > > und warm.
> Der Schlafsack hält die Körperwärme drinnen, deshalb ist die Ausenhaut kalt. > Würde Dein Schlafsack die Wärme durchlassen, wäre er Außen warm und nicht > nass. Ne, das stimmt so nicht. Die Feuchtigkeit von wärmerer Luft fällt in Berührung mit kälterer Luft aus - und das ist es, was dann an der Grenzwand - also dem Schlafsack - kondensiert.
RicciE
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Biwaksack ueber Schlafsack: Grenzwertformel fuer Sinnhaftigkeit? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 17.10.06 13:48 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Ricci Ebert schrieb: > Die Feuchtigkeit von wärmerer Luft fällt in Berührung mit kälterer Luft > aus - und das ist es, was dann an der Grenzwand - also dem Schlafsack - > kondensiert.
Aber müsste in diesem Fall nicht die Schlafsackaußenhaut von INNEN nass sein? Ähnlich wie das Badezimmerfenster nach dem Duschen doch auch von INNEN beschlägt, und nicht von außen. Weil die Feuchtigkeit nämlich von INNEN auf die kalte Schlafsackaußenhaut trifft.
Ich bin der Meinung, dass es anders läuft:
Die morgendliche Feuchtigkeit auf dem Schlafsack ist der ganz normale Tau, der sich auch auf Gras, Autos, eben nahezu überall findet. Und der entsteht nach meiner trüben Erinnerung hauptsächlich in klaren Nächten mit geringer Luftbewegung. Der entsprechende Körper kühlt durch die Ausstrahlung unter die Temperatur der Umgebungsluft ab, so dass die Feuchtigkeit der Umgebungsluft am Körper kondensiert. Je höher also das Strahlungsvermögen eines Körpers desto höher die Taubildung auf demselben.
Ich werfe also mal ganz entspannt folgende Thesen in den Raum:
1. Je klarer und windstiller die Nacht (klare Nächte sind fast immer windstill, oder?), desto nasser der Schlafsack am nächsten Morgen.
2. Um die Außenfeuchtigkeit zu vermindern müsste man das Strahlungsvermögen des Schlafsacks verringern, also vielleicht das Außenmaterial auswechseln. Das gesuchte Material müsste wohl metallisch sein, und da fällt mir jetzt als erstes eine Art Alu-Folie ein, oder diese Brandschutzfolien, in die man Verbrennungs- bzw. Unterkühlungsopfer einwickelt. Die sehen zumindest metallisch aus und knistern auch so, ob sie wirklich metallisch sind, weiß ich gerade nicht.
Wer wäre denn der Freiwillige, der sich mit Schlafsack in zwei vergleichbaren klaren Nächten mit und ohne Folie auf die Wiese legt?
Schönen Gruß,
Jochen
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Biwaksack ueber Schlafsack: Grenzwertformel fuer Sinnhaftigkeit? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 17.10.06 14:18 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Tach. Jochen Diestel <jochen.diestel@gmx.de> wrote: > Aber müsste in diesem Fall nicht die Schlafsackaußenhaut von INNEN nass > sein? Ähnlich wie das Badezimmerfenster nach dem Duschen doch auch von > INNEN beschlägt, und nicht von außen. Weil die Feuchtigkeit nämlich von > INNEN auf die kalte Schlafsackaußenhaut trifft. Nein, weil es an eine kalte Flächa braucht zum Kondensieren: Wie schon wer anders geschrieben hat, hat warme Luft mehr Wasseraufnahmenkapazität als kalte -> wird Luft kalt, hat sie plötzlich zu viel Wasser, das dann "ausfällt" an der kalten Schicht.
> Die morgendliche Feuchtigkeit auf dem Schlafsack ist der ganz normale > Tau, der sich auch auf Gras, Autos, eben nahezu überall findet. Und der > entsteht nach meiner trüben Erinnerung hauptsächlich in klaren Nächten > mit geringer Luftbewegung. Der entsprechende Körper kühlt durch die > Ausstrahlung unter die Temperatur der Umgebungsluft ab, so dass die > Feuchtigkeit der Umgebungsluft am Körper kondensiert. Nö, das geht nicht.
> Je höher also das Strahlungsvermögen eines Körpers desto höher die > Taubildung auf demselben. Dann müsste die Sonne schon lannge ausgegangen sein, weil sie die ganze Feuchtigkeit im Sonnensystem an-kondensiert hätte - wenn ich Dich jetzt richtig verstanden habe...
Ich werfe also mal ganz entspannt folgende Thesen in den Raum: > 1. Je klarer und windstiller die Nacht (klare Nächte sind fast immer > windstill, oder?), desto nasser der Schlafsack am nächsten Morgen. Nein.
> 2. Um die Außenfeuchtigkeit zu vermindern müsste man das > Strahlungsvermögen des Schlafsacks verringern, also vielleicht das > Außenmaterial auswechseln. Das gesuchte Material müsste wohl metallisch > sein, und da fällt mir jetzt als erstes eine Art Alu-Folie ein, oder > diese Brandschutzfolien, in die man Verbrennungs- bzw. > Unterkühlungsopfer einwickelt. > Die sehen zumindest metallisch aus und knistern auch so, ob sie wirklich > metallisch sind, weiß ich gerade nicht. Ui, jetzt wird es ja hochgradig philosophisch! Und: Wenn es so wäre, bräuchtest Du unter der Dusche kein Wasser mehr, weil ja die Luftfeuchtigkeit an Deinem Körper kondensiert - die Frage, die sich sofort aufdrängt: Wie wird man dann überhaupt wieder trocken?
> Wer wäre denn der Freiwillige, der sich mit Schlafsack in zwei > vergleichbaren klaren Nächten mit und ohne Folie auf die Wiese legt? Der in der Folie wäre dann in einer warmen Nacht so richtig schön durchgegoren...
RicciE
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Fredrika Gers schrieb: > Jetzt habe ich vor ein paar Tagen bei ca. 5 Grad an einem relativ > feuchten Ort ohne Biwaksack draußen geschlafen, und der Schlafsack war > morgens von außen richtig nass. Innen war er zum Glück (noch) trocken > und warm. Das welke Gras um mich rum war weniger nass als der > Schlafsack. Jetzt frag ich mich: Ich hab nicht viel geschwitzt in der
Die Erfahrung eines äusserlich nassen Schlafssacks bei Übernachtungen ohne Zelt habe ich auch schon gemacht, das aber hauptsächlich darauf zurückgeführt, dass der Schlafsack während des Schlafens gelegentlich Kontakt mit dem taunassen Gras und Boden bekommt. Dann saugt er die Feuchtigkeit auf wie ein Schwamm. Um das zu vermeiden, lege ich unter die Isomatte eine Plane, die deutlich grösser ist als die Isomatte. Seitdem habe ich mit der nächtlichen Feuchtigkeit erheblich weniger Probleme.
Gruss, Bernhard
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