|  | Newsgroup - de.rec.outdoors | | | Diese Inhalte werden aus dem Usenet dargestellt und gehören nicht zu alpinisten.info Es wird keine Haftung für fremde Inhalte übernommen (siehe Impressum) | | | Zurück zur Übersicht |  | Irland September | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 03.08.06 11:04 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo NG,
So wie es aussieht, komme ich dieses Jahr doch noch zu meinem Urlaub. Es soll nach Irland gehen, zeitlich etwa eine Woche um den 15.09.
Angedacht ist ein Road-Trip mit dem Mietwagen oder per Fahrrad, Unerkunft im Zelt(ggf. Auto), sowie B&B.
Start/Ziel soll Shannon (oder Galway - wenn ich einen Direktflug bekomme) sein.
Zu dieser Idee habe ich ein paar Fragen:
- Fahrrad in Irland - klappt das? Als ich vor ein paar Jahren in Irland war(Mietwagen), sah ich nur sehr wenig Fahrradfahrer. Abseits den Haupstraßen waren die Straßenverhältnisse eher nicht so toll - wobei mir dem Fahrrad wohl kein Problem. Gibt es deshalb gewisse Sachen, die ich speziell bei 'ireland by bike' beachten sollte?
- Campingplätze Gibt es die in Irland in größerer Menge? Wie ist die Ausstattung so im Durchschnitt und wie liegen so die Preise pro Nacht & Zelt?
- 'Wildes Campen' Da ich doch auch ab&an in eher dünn besiedelten Gebieten unterwegs bin, bin ich ein Freund davon, am Abend das Fahrrad( oder Auto) einfach mal abzustellen, mir ein lauschiges Plätzchen zu suchen und mein Zelt für die Nacht aufzustellen. (ggf. auch mal dem Bauern, dem die Wiese gehört 3 Euro in die Hand zu drücken) Ist das Irland ein Problem? Wie verhalten sich die Landbesitzer bzw. die Polizei? Gibt es hier Erfahrungen?
- Wandern Nördlich von Galway kann man ja prima Wandern gehen... Welche Wanderung ist denn besonders empfehlenswert?
Im Vorfeld schon mal Danke für die Antworten.
Stefan
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Irland September | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.08.06 17:51 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Am Thu, 03 Aug 2006 11:04:13 +0200 schrieb Stefan Kuhlemann:
Hallo Stefan,
> - Fahrrad in Irland - klappt das? > Als ich vor ein paar Jahren in Irland war(Mietwagen), sah ich nur sehr > wenig Fahrradfahrer. Abseits den Haupstraßen waren die > Straßenverhältnisse eher nicht so toll - wobei mir dem Fahrrad wohl kein > Problem. Gibt es deshalb gewisse Sachen, die ich speziell bei 'ireland > by bike' beachten sollte? Ich habe es noch nie ausprobiert, aber aufgrund der oft engen und schlechten Straßen in Konkurrenz mit den, zugegebenermaßen wenigen, Autos empfand ich Irland jedoch nicht als ideales Radfahr-Land. Aber da können andere sicherlich mehr dazu sagen.
> - Campingplätze > Gibt es die in Irland in größerer Menge? Wie ist die Ausstattung so im > Durchschnitt und wie liegen so die Preise pro Nacht & Zelt?
Schau mal bei [externer Link] - hier findetst Du alle Campingplätze mit Fotos und Preisen.
> - 'Wildes Campen' > Da ich doch auch ab&an in eher dünn besiedelten Gebieten unterwegs bin, > bin ich ein Freund davon, am Abend das Fahrrad( oder Auto) einfach mal > abzustellen, mir ein lauschiges Plätzchen zu suchen und mein Zelt für > die Nacht aufzustellen. (ggf. auch mal dem Bauern, dem die Wiese gehört > 3 Euro in die Hand zu drücken) > Ist das Irland ein Problem? Wie verhalten sich die Landbesitzer bzw. die > Polizei? Gibt es hier Erfahrungen?
Offiziell ist es nicht erlaubt, ohne mit dem Landbesitzer eine Abmachung zu haben würde ich es auch nicht machen. An vielen Stellen wirst Du jedoch Probleme haben den Landbesitzer auszumachen, da sich die Weideflächen kilometerweit ohne Bebauung ausdehnen. Wer also keine Spuren hinterlässt wird wahrscheinlich nie bemerkt werden, außer von ein paar Schafen.
> - Wandern > Nördlich von Galway kann man ja prima Wandern gehen... Welche Wanderung > ist denn besonders empfehlenswert?
Nördlich von Galway startet der Western Way, eine wunderschöne und zumindest vor 6 Jahren einsame Wanderung durch Connemara. Ich hänge hier einfach mal einen Teil eines Reiseberichts rein, den ich schon seit Urzeiten ins Internet stellen wollte, aber nie dazu gekommen bin:
24.08.2000 5. Tag Connemara (Wetlands)
Los ging es vom Market Square in Oughterard, ein paar letzte Einkäufe noch im Spar Markt. Der Weg startet direkt gegenüber vom Spar, die Straße rein und links über die Brücke in Richtung Glann. Eine ganze Weile, ungefähr 14 km, folgt man der Straße welche jedoch so gut wie unbefahren ist. Die Straße führt immer mal wieder an den Lough Corrib ran und wieder weg. Es zieht sich mal wieder ganz schön und im nachhinein betrachtet wäre es ganz nett gewesen noch eine Übernachtung am See einzulegen.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter, schon bald war die Straße für Autos gesperrt und wir somit alleine unterwegs was uns dazu verleitete ein ausgiebiges Bad im kühlen aber schönen Lough Corrib einzunehmen. Je weiter wir dem gut ausgeschilderten Weg folgten, desto schöner wurde es, der See selbst aber auch die Weiden, die Schafe, die Bäche und die "Berge" im fernen Norden. Leider wurde der Weg schon bald ziemlich morastig und jeder Fehltritt konnte zu einem knietiefen einsinken führen. Ich weiß auch nicht ob dies immer so ist, oder ob es einfach nur die letzten Wochen stark geregnet hatte. Gutes wasserdichtes Schuhwerk ist natürlich fein, aber spätestens wenn es oben reinläuft hilft das auch nicht mehr. Gamaschen wären vielleicht ganz nett gewesen, hatten wir aber nicht.
Somit waren die nächsten 8 km sehr anstrengend und wir kamen nur sehr langsam vorwärts, aber die wunderschöne Landschaft hat alles entschädigt. Am Ende des Sees folgte nochmal ein kleiner Anstieg über die Ausläufer eines Hügels und nachdem wir über ein Gatter gestiegen waren folge schon bald wieder ein richtiger Weg. Am Ortseingang von Maam Cross fanden wir Unterkunft in einem Farmhouse B&B welches wirklich schön eingerichtet war. Es war leider schon sehr spät geworden, 11 Stunden waren wir unterwegs, wobei die Badepause natürlich auch etwas Zeit nahm.
Fazit: ca. 26km, wegen dem Hochmoor recht anstrengend, ca. 9 Stunden ohne Pausen, aber dafür einer der schönsten Teile Irlands den man nur zu Fuß erreichen kann ...
25.08.2000 6. Tag Maam Village nach Leenaun (Leenane)
Von Maam folgten wir den Western Way Schildern, lt. der B&B Besitzerin sollten es ca. 6 Stunden Weg sein (Anm.: glaub nie einem Iren, sie wollen einen nicht enttäuschen und geben 1. nicht zu wenn sie den Weg nicht kennen und 2. runden sie km und Stunden gerne großzügig ab). Wir waren dieser Aussage gegenüber ja schon etwas kritisch, was sich später auch als gut erwiesen hat. Nach ein paar Kilometern bog der Weg links in die Berge ab, die Brombeeren waren mal wieder herrlich hier :-) Nun führt der Weg südlich von den Maumturk Mountains nach Westen um später zwischen diesen und den Twelve Bens (oder auch Twelve Pins, je nach Karte) nach Norden zu biegen.
Bald fanden wir Maumeen was ich auf der Karte zunächst als Dorf gedeutet hatte, sich jedoch als Pass herausstellte. Durch eine kleine Kapelle am Wegesrand erinnerte der Platz fast an einen Friedhof in den Bergen. Nach einem weiteren Lough fanden wir ein B&B, leider war hier nichts weiteres in der Nähe, kein Shop, kein Restaurant, und da wir schon in Maam nicht einkaufen konnten waren die Lebensmittel knapp. Daher entschlossen wir uns weiterzulaufen. Die Besitzerin des B&B mit welcher wir einen kleinen Plausch hatten, sagte uns das die nächste Orte Kylemore an der Straße, oder Leenaun entlang des Western Ways seien. Wir entschieden uns auf dem Western Way zu bleiben, denn von Leenaun wussten wir das es etwas größer ist und 1-2 Shops sowie etliche B&Bs hat. 2 1/2 Stunden Weg meinte sie, gelogen dachte ich ;-)
Weiter durch das schöne Tal, die Berge beideseits des Weges waren schon toll, aber nicht so faszinierend wie der Tag zuvor. Kaum traten die ersten Zeichen von Zivilisation auf ging der Weg rechts in den Wald, wir folgten ihm weiter, die Häuser weit von uns links gehörten wohl zu Kylemore. Nach einem Gatter wurde der Weg wieder ziemlich matschig, aber da wir heute eh schon durch ein paar Gewitter gekommen waren machte uns das auch nichts mehr aus. Nach dem Wald (viel viel später und über einer Brücke) kam auch endlich wieder ein befestigter Weg. Wenn wir noch genug Motivation gehabt hätten währen wir nun über ein weiteres Gatter rechts über den Berg gelaufen. Der Weg kommt dann kurz vor Leenaun auf der Hauptstraße raus. Wir folgten jedoch dem (ebenen) Weg weiter geradeaus und fanden die Hauptstraße somit früher, jedoch auch 5 km vor der eigentlichen Ortschaft. Da es keinen großen Spaß machte an der Straße entlang zu laufen versuchten wir zu trampen und wurden tatsächlich nach einiger Zeit trotz unseres schlammigen aussehens mitgenommen. Die Straße führt nun vorbei am Killary Harbour, dem einzigen Fjord von Irland. Nach einem kurzen Einkauf haben wir uns dann bei Paddy O'Brian im Hilltops B&B einquartiert. Er machte uns einen Sonderpreis da wir so "industrial" aussahen (man könnte auch sagen "runtergekommen", nach so einigen Tagen im Regen und Moor ;-). Zudem bekamen wir auch gleich mal einen heißen Tee und Toast was wirklich gut tat.
Fazit: 8,5 Stunden ohne Pause, 25 km (ohne Trampen entsprechend mehr)
> Im Vorfeld schon mal Danke für die Antworten. > Stefan
Viele Grüße, Jürgen
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Irland September | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 06.08.06 11:59 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Juergen Schwaninger schrieb: > Am Thu, 03 Aug 2006 11:04:13 +0200 schrieb Stefan Kuhlemann: > > Hallo Stefan, > >> - Fahrrad in Irland - klappt das? >> Als ich vor ein paar Jahren in Irland war(Mietwagen), sah ich nur sehr >> wenig Fahrradfahrer. Abseits den Haupstraßen waren die >> Straßenverhältnisse eher nicht so toll - wobei mir dem Fahrrad wohl kein >> Problem. Gibt es deshalb gewisse Sachen, die ich speziell bei 'ireland >> by bike' beachten sollte? > Ich habe es noch nie ausprobiert, aber aufgrund der oft engen und > schlechten Straßen in Konkurrenz mit den, zugegebenermaßen wenigen, Autos > empfand ich Irland jedoch nicht als ideales Radfahr-Land. Aber da können > andere sicherlich mehr dazu sagen.
Danke für die Info's :-)
Das mit dem Fahrrad werde ich zunächst mal zurückstellen, nachdem ich auch bei meinem Pub-Besuch (in DE) an Wochenende jemanden getroffen habe, der mit dem Fahrrad in IE unterwegs war. Kurz zusammengefasst:
Am besten im Mai/Juni fahren, da wenig Regen, ansonsten steht schon mal die Nebenstraße 10 cm unter Wasser....
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Irland September | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 14.08.06 10:52 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | On Thu, 03 Aug 2006 11:04:13 +0200, Stefan Kuhlemann wrote:
> - Fahrrad in Irland - klappt das?
Also, wir waren letztes Jahr im März mit den Rädern im Südwesten Irlands (Beara Peninsula, Kerry Way, Dingle Peninsula, Claire County) - überhaupt kein Problem! Sicherlich, in diesen Regionen (insb. Beara) ist Irland eher bergig als hügelig, es gibt ordentliche Anstiege - kurz, aber steil - und wenn man oben ist, geht's kurz runter und schon wieder hoch, aber ansonsten lässt es sich dort gut fahren. Den Verkehr empfand ich nicht als problematisch, ausser vielleicht, wenn man in Kerry auf der Hauptstraße fährt, was sich aber auch vermeiden lässt.
> - Campingplätze
Haben wir nur sehr wenig genutzt, denn...
> - 'Wildes Campen' ...ist auch kein wirkliches Problem. Auf öffentlichen Flächen ist es in Irland mehr oder weniger erlaubt, nur sind diese schwer zu finden, da praktisch alles in Privatbesitz ist und daher umzäunt ist. Aber wenn man sich abends halt eine halbe Stunde oder auch Stunde Zeit nimmt, findet man schon was. Und falls nicht, einfach fragen: wir haben das mehrmals so gemacht, und die Reaktionen waren durchweg sehr freundlich und man hat uns einen Platz gezeigt, wo man gut zelten kann, evtl. noch mit einem Hinweis vom Grundstücksbesitzer, wo es feucht ist und wo nicht etc. Also nur Mut!
Ein Bericht unserer Reise findet sich unter:
[externer Link]
Grüße,
Bela
-- Bela Bauer - bela_b@gmx.net PGP 0x97529F5C [externer Link]
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