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Schneeheringe / Verbogene Zeltstangen

Bergsteiger beim Bergsteigen27.01.06 03:15 Uhr
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Hallo Leute!

Tja, eine ziemliche Anfängerfrage... ;-)

Letztes Wochenende war ich mit einem Freund mit dem Zelt (VauDe Camp
II) an einem Berg - oder sagen wir auf einem etwas höheren Hügel. Im
Gepäck u.a. eine Isomatte (aufblasbar, von Artiach), Schlafsack
(Mountain Equipment Glacier 750), natürlich Kocher etc. Zu Fuss, ohne
Ski etc.
Im festgefrorenen Schnee haben wir an einer flachen Stelle einen
vermeintlich guten Platz zum Zelten gefunden, nach 2 Seiten hin sehr
gut windgeschützt, nach einer Seite hin mittelmässig gut, nach einer
Seite hin ziemlich offen. Zelt aufstellen kein Problem, kaum Wind, nur
die Heringe (stinknormale Camping-Dinger) lassen sich kaum in den
hartgefrorenen Boden treiben.
Nach ca. 1 Stunde kommt ein starker Wind auf, so ziemlich alle lose
installierten Heringe werden rausgerissen, provisorische Versuche,
alles irgendwie an den Rucksäcken zu befestigen scheitern. Also das
Zelt bleibt zwar stehen (weil wir drauflagen), aber sicher war ich mir
während der Nacht nicht, dass das gut ausgehen würde.

Zeltabbau nächster Tag, leichte Brise, tiefblauer Himmel, vom Sturm
keine Spur. Doch die Zeltstangen sind leicht verbogen.
Daher die Frage: wie schlimm sind denn leicht verbogene Zeltstangen?
Muss / kann / soll man hier einzelne Segmente austauschen oder stellt
das Ganze kein grosses Problem dar?

Und zweitens: Wie kann man denn so ein Zelt im (harten, eisigen oder
auch im weichen, pulvrigen) Schnee am besten befestigen? In diesem Fall
gab es nicht wirklich so was wie Äste zum Eingraben, auch keine Skier
oder Stöcke... Wie gut eignen sich denn die speziellen Schneeheringe?

Vielen Dank für eure Kommentare!!
Jens

 
 
 
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Schneeheringe / Verbogene Zeltstangen

Bergsteiger beim Bergsteigen27.01.06 10:28 Uhr
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Hi Jens,

Jens Meier wrote:

> Seite hin ziemlich offen. Zelt aufstellen kein Problem, kaum Wind, nur
> die Heringe (stinknormale Camping-Dinger) lassen sich kaum in den
> hartgefrorenen Boden treiben.

Hm, die "stinknormalen Camping-Dinger" sind wahrscheinlich sone oben
gebogene dünne Nägel? Sowas würde ich gleich durch richtige ersetzen,
ich mag z.B. [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster sowas. Da kann man auch ordentlich
mit nem Stein draufhauen ...

> Zeltabbau nächster Tag, leichte Brise, tiefblauer Himmel, vom Sturm
> keine Spur. Doch die Zeltstangen sind leicht verbogen.
> Daher die Frage: wie schlimm sind denn leicht verbogene Zeltstangen?
> Muss / kann / soll man hier einzelne Segmente austauschen oder stellt
> das Ganze kein großes Problem dar?

Eines meiner Zelte (Tatonka Mountain Dome) hat mal vor Jahren (1997) in
Norwegen einen solchen Sturmschaden erhalten, also Zeltstangen verbogen.
Danach war es aber noch in Island und Shettland sowie verschiedenen
Schottlandtouren mit. Auf unserer letzten Schottlandtour letztes Jahr
ist dann beim Zeltaufstellen eine Gestängehülse gebrochen, welche dann
aber mit einer Reparaturhülse auch noch bis Ende Urlaub gut
durchgehalten hat. Danach habe ich aber die gesamte Zeltstange durch
eine neue ersetzt ... das Zelt soll noch eine Weile seinen Dienst tuen :-)

> Und zweitens: Wie kann man denn so ein Zelt im (harten, eisigen oder
> auch im weichen, pulvrigen) Schnee am besten befestigen? In diesem Fall
> gab es nicht wirklich so was wie Äste zum Eingraben, auch keine Skier
> oder Stöcke... Wie gut eignen sich denn die speziellen Schneeheringe?

Da habe ich leider keine Erfahrung, vermute aber mal, daß sie auf Grund
ihrer Spezialisierung auf alle Fälle besser sind als die "stinknormalen
Camping-Dinger" ... Grüße, Dirk

 
 
 
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Schneeheringe / Verbogene Zeltstangen

Bergsteiger beim Bergsteigen27.01.06 12:14 Uhr
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Jens Meier wrote:
> Zeltabbau nächster Tag, leichte Brise, tiefblauer Himmel, vom Sturm
> keine Spur. Doch die Zeltstangen sind leicht verbogen.
> Daher die Frage: wie schlimm sind denn leicht verbogene Zeltstangen?
> Muss / kann / soll man hier einzelne Segmente austauschen oder stellt
> das Ganze kein großes Problem dar?

Ohne sie zu sehen, kann man das kaum beurteilen. Es ist völlig normal,
dass die Stangen bei den ersten paar Benutzungen die Form des Zeltes
annehmen. Eine weitere Verformung später kann, muss aber nicht, ein
Problem sein.

> Und zweitens: Wie kann man denn so ein Zelt im (harten, eisigen oder
> auch im weichen, pulvrigen) Schnee am besten befestigen? In diesem Fall
> gab es nicht wirklich so was wie Äste zum Eingraben, auch keine Skier
> oder Stöcke... Wie gut eignen sich denn die speziellen Schneeheringe?

Es gibt im Fachhandel paddelförmige Heringe zur Verwendung in lockerem
Sand und Schnee. Und es gibt Zeltnägel, die man mit genug Gewalt auch in
gefrorenen Boden prügeln kann. Als bekennender "Schönwetter-Outdoorer"
habe ich mit beiden keine echten Erfahrungen.

Ciao Henning
 
 
 
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Schneeheringe / Verbogene Zeltstangen

Bergsteiger beim Bergsteigen27.01.06 15:03 Uhr
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> Und zweitens: Wie kann man denn so ein Zelt im (harten, eisigen oder
> auch im weichen, pulvrigen) Schnee am besten befestigen? In diesem Fall
> gab es nicht wirklich so was wie Äste zum Eingraben, auch keine Skier
> oder Stöcke... Wie gut eignen sich denn die speziellen Schneeheringe?

Für ganz weichen Schnee eignen sich Heringe eigentlich gar nicht. Am besten
gehen da eigegrabene Ski, Stöcke, Schneeschuhe, Rücksäcke, Schaufeln (oder was
immer sich findet). Soll das Zelt tagsüber stehen bleiben und will man die Ski
usw. benutzen, gehen eigentlich am besten sogenannte Schnee- und Sandanker (z.B.
von Mountain Hardware
[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster ).
Diese werden mit Schnee gefüllt, eingegraben und frieren dann hoffentlich fest,
dadurch wird das Abbauen des Zelts zum echten Spass. Ganz wichtig sind dann
nachspannbare Abspannschnüre und zwar am Zeltende der Schnur nachspannbar.

Für ganz harten Schnee (oder Eis) gehen wiederum eigentlich nur Eisschrauben
oder Eissanduhren (mit einer Eisschraube gebohrte Sanduhr mit durchgefädelter
Reepschnur). Hält beides bombenfest (jedenfalls mehr als Zelt oder Abspannschnur
aushalten). Achtung bei Sonnenschein unbedingt mit Schnee abdecken, sonst
schmilzt die Schraube/Reepschnur eventuell aus.

Bernd

 
 
 
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Schneeheringe / Verbogene Zeltstangen

Bergsteiger beim Bergsteigen27.01.06 15:17 Uhr
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> Und zweitens: Wie kann man denn so ein Zelt im (harten, eisigen oder
> auch im weichen, pulvrigen) Schnee am besten befestigen? In diesem Fall
> gab es nicht wirklich so was wie Äste zum Eingraben, auch keine Skier
> oder Stöcke... Wie gut eignen sich denn die speziellen Schneeheringe?

Für ganz weichen Schnee eignen sich Heringe eigentlich gar nicht. Am besten
gehen da eigegrabene Ski, Stöcke, Schneeschuhe, Rücksäcke, Schaufeln (oder was
immer sich findet). Soll das Zelt tagsüber stehen bleiben und will man die Ski
usw. benutzen, gehen eigentlich am besten sogenannte Schnee- und Sandanker (z.B.
von Mountain Hardware
[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster ).
Diese werden mit Schnee gefüllt, eingegraben und frieren dann hoffentlich fest,
dadurch wird das Abbauen des Zelts zum echten Spass. Ganz wichtig sind dann
nachspannbare Abspannschnüre und zwar am Zeltende der Schnur nachspannbar.

Für ganz harten Schnee (oder Eis) gehen wiederum eigentlich nur Eisschrauben
oder Eissanduhren (mit einer Eisschraube gebohrte Sanduhr mit durchgefädelter
Reepschnur). Hält beides bombenfest (jedenfalls mehr als Zelt oder Abspannschnur
aushalten). Achtung bei Sonnenschein unbedingt mit Schnee abdecken, sonst
schmilzt die Schraube/Reepschnur eventuell aus.

Bernd

 
 
 
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Schneeheringe / Verbogene Zeltstangen

Bergsteiger beim Bergsteigen27.01.06 18:35 Uhr
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Jens Meier wrote:
>
> Und zweitens: Wie kann man denn so ein Zelt im (harten, eisigen oder
> auch im weichen, pulvrigen) Schnee am besten befestigen? In diesem Fall
> gab es nicht wirklich so was wie Äste zum Eingraben, auch keine Skier
> oder Stöcke... Wie gut eignen sich denn die speziellen Schneeheringe?
>

Das Befestigen eines Zeltes in ungewohnter Umgebung ist immer auch
Improvisation.

In Schnee eignen sich Skier, Schneeschuhe, Stöcke, Pickel, Rucksäcke am
besten. Im Bergsteigermilieu kennt man den sogenannten "toten mann" :
ein ca. 40-60cm tief eingegrabener Schneepickel, an dem eine Reepschnur
(kurzes Seil) befestigt ist, für die ein eigener Kanal gegraben wird,
damit die Last den Pickel nicht herauszieht. Dieser tote Mann gilt als
Fixpunkt und kann das Gewicht von zwei Personen bei Bergeoperationen
(Gletscherspalte) halten. Man kann auch einen Rucksack eingraben oder
einen Ski bis zur Bindung in den Schnee rammen und dann ein Seil gleich
über dem Schnee befestigen (Vorsicht - Stahlkanten).
Wenn der Schnee extrem hart ist, sodass man auch mit dem Pickel nix mehr
eingraben kann, verwendet man entweder den Rammpickel (Pickel
hineinrammen und dann draufsetzen, damit er nicht rauskommt) oder bei
Eis Eischrauben.
Auf Gletschertouren geht man davon aus, dass man mit der Kombination
Pickel und Eisschrauben unter allen Bedingungen einen Fixpunkt schaffen
kann, wenn es nötig ist.

Bei Eisschrauben gibt es das Problem der Schmelze wenn sie lange
verwendet wird. Und zwar lt. meiner meinung weniger durch
Sonneneinstrahlung, sondern durch Druckschmelze (Eis verändert den
Schmelzpunkt bei Druck). Man muss Eisschrauben also evtl. nach ein paar
Stunden neu setzen. Dafür halten Eisschrauben echt bombig und sind gegen
rausziehen durch Wind und Last geschützt.

Die anderen Methoden haben zwar kein Problem mit der Druckschmelze
(wesentlich bessere Druckverteilung), aber man muss echt aufpassen, wie
die Kraft übertragen wird, damit das Teil nicht rausgezogen wird.

Das ganze gilt ähnlich sicher für Zelte, nur dass hier in der Regel
geringere Kräfte als bei Bergeoperationen auftreten. Ich würde hier
also auch einem Skistock vertrauen, dem man den Teller abnimmt und
einrammt (Vorsicht bei Teleskopstöcken - da kann es passieren, dass beim
Rausziehen nur mehr der obere Teil rauskommt).

Aber man sieht: es ist nicht so einfach und bedarf gewisser Ausrüstung
oder sehr sorgfältiger Platzwahl.
Im Winter ist die Option des Biwaks auch zu überlegen: man grabt sich
ein Loch in eine Schneewechte, samt Kälte/CO2-Graben und Luftlöchern und
ist wärmer unterwegs als im Zelt. Die Decke sinkt in der Nacht zwar und
man muss bei Wind/Schneefall die Luftlöcher immer wieder mal
durchstossen (am besten die Stöcke gleich drinnenlassen), aber es geht
ganz gut.

Wie mans macht: zelt oder biwak: vor dem schlafen gibts auf jeden fall
einen haufen arbeit.

lgp

ps: ach ja: und wenn Felsen in der Nähe sind kann man natürlich auch die
ganze Palette der Sicherungsmittel für den Fels einsetzen (Friends,nuts
etc.) - und jetzt wundert sich wohl keiner mehr, warum im winter sowenig
e leute in den bergen zelten gehen ;)

 
 
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