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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo zusammen,
meine Frau und ich fahren Mitte November nach Chile. Wir wollen dort auch einige Tage wandern. Den Großteil werden Tageswanderungen mit Daypack ausmachen. 3 oder 4 Tage sind aber mit vollem Gepäck im Torres del Paine. Wir haben uns dazu Trekking-Rucksäcke ausgeliehen. Das eine ist ein knallroter Macpac mit ca. 60 Liter. Er hat außen Aluleisten, an dem man den Rucksack der Körperlänge anpassen kann (39-48 oder so.). Der andere ist ein Damenrucksack von Bach.
Da wir leider keine Ahnung davon haben, wie wir einen Rucksack zu packen und zu tragen haben, haben wir das mal nach Gefühl gemacht. Inkl. Zelt, Matte, Schlafsäcke, Kocher, Klamotten und den Rest kamen wir auf ca. 16,5 bzw. 14,5 kg. Wir sind 3,5 Stunden (13 km) durchs Bergische Land gelaufen und ich hatte danach und auch heute noch einige Schmerzen. Am linken Hüftknochen ist es etwas rot und die rechte Schultermuskel schmerzt auch. Da es unsere erste (Test-) Tour war, sagte ich mir, dass wir einfach noch nicht daran gewöhnt sind. Oder habe ich irgendwelche Anfängerfehler beim Rucksacktragen gemacht? Worauf muss man achten beim Tragen und packen (außer das, was ich schon in der FAQ lesen kann)? Mir fiel auf, dass meine Schultern dann entlastet waren, wenn ich den Hüftgurt etwas höher festmachte (dann eher Bauchgurt). Wenn er tiefer war, drückte er mir zu sehr auf den Hüftknochen.
Ich ziehe in Betracht, dass ich mal kurz ins nächste Outdoorgeschäft gehe und jemanden freundlich bitte die Rucksack auf unsere Körper anzupassen.
Gruß Jens
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 03.10.05 16:27 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Jens Sieckmann wrote: > > Da wir leider keine Ahnung davon haben, wie wir einen Rucksack zu > packen und zu tragen haben, haben wir das mal nach Gefühl gemacht. > Inkl. Zelt, Matte, Schlafsäcke, Kocher, Klamotten und den Rest kamen > wir auf ca. 16,5 bzw. 14,5 kg.
Das ist nicht viel und sollte eigentlich ziemlich problemlos zu schaffen sein. Die Grundregel beim Packen heißt: Leichte Sachen nach unten, schwere oben nahe an den Rücken. Sperrige eher leichte Teile kann man auch außen draufpacken. Dann noch die Teile, die man schnell braucht in Außentaschen oder ganz nach oben und es kann los gehen.
> Wir sind 3,5 Stunden (13 km) durchs > Bergische Land gelaufen und ich hatte danach und auch heute noch > einige Schmerzen. Am linken Hüftknochen ist es etwas rot und die > rechte Schultermuskel schmerzt auch. Da es unsere erste (Test-) Tour > war, sagte ich mir, dass wir einfach noch nicht daran gewöhnt sind.
Am ersten Tag (oder auch mal die ersten Tage) tut mir auch irgendwas weh. Die Schultern müssen sich erst an die Last gewöhnen ... allerdings habe ich noch nicht erlebt, dass die Hüfte schmerzt. Dass nur eine Schulter betroffen ist, könnte auf eine ungleichmäßige Beladung hindeuten. Oder eine asymmetrische Körperhaltung. Beides solltest du nach Möglichkeit ändern.
> Oder habe ich irgendwelche Anfängerfehler beim Rucksacktragen gemacht? > Worauf muss man achten beim Tragen und packen (außer das, was ich > schon in der FAQ lesen kann)? Mir fiel auf, dass meine Schultern > dann entlastet waren, wenn ich den Hüftgurt etwas höher festmachte > (dann eher Bauchgurt). Wenn er tiefer war, drückte er mir zu sehr > auf den Hüftknochen.
Der Hüftgurt hat den Sinn, den größten Teil des Rucksack-Gewichtes auf die Beckenknochen abzuleiten. Dazu sollte er um deren oberen Rand liegen. Er muss auch so fest sitzen, dass da nichts scheuern kann (möglicherweise liegt hier die Ursache deiner Beschwerden).
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich auch unterwegs immer wieder mal die Einstellungen verändere. Überwiegend bei den Schltergurten, aber auch der Hüftgurt wird mal nachgezogen.
> Ich ziehe in Betracht, dass ich mal kurz ins nächste Outdoorgeschäft > gehe und jemanden freundlich bitte die Rucksack auf unsere Körper > anzupassen.
Per Ferndiagnose kann ich nicht feststellen, wie stark eure Beschwerden sind. Wie gesagt, Anpassungsprobleme sind normal. Niemand kann ohne jede Übung einen noch so perfekt eingestellten Rucksack eines noch so teuren Herstellers mit kompletter Trekking-Ausrüstung aufsetzen und fröhlich pfeifend auf Mehrtagestouren gehen.
Deshalb nochmal die Grundanleitung: Der Hüftgurt wird so angelegt, dass er um den oberen Rand des Beckenknochens fest anliegt. Mit den kleinen seitlichen Riemen zwischen Tragegestell und Hüftgurt passt man den Rucksack weiter an den eigenen Hüftumfang an, indem man sie festzieht, damit der Rucksack nicht schlingern kann. Anschließend werden die Schultergurte (bzw bei den meisten Konstruktionen ihr gemeinsamer Befestigungspunkt) in der Höhe so eingestellt oder eingeschlauft, dass sie am unteren Ende der Schulterknochen den Rucksack verlassen. Das sind die (normalerweise) festen Einstellungen, die man schon zu Hause macht und nur selten ändert.
Jetzt wird die Länge der Schultergurte so eingestellt, dass der größte Teil des Gewichtes auf dem Hüftgurt liegt. Mit den Riemen zwischen dem Schultergurt und dem oberen Ende des Tragegestells kann man die Haltung des Rucksacks regulieren. Normalerweise wird man ihn nahe an den Körper ziehen wollen.
Die beiden letzten Einstellungen wird man im Laufe eines längeren Weges ziemlich sicher ab und zu leicht verändern.
Ob man den Brustgurt benutzt, ist ein bisschen Geschmackssache. Perfekt anliegende Schultergurte brauchen ihn im einfachen Gelände oft nicht.
Nicht vergessen sollte man die seitlichen Kompressionsriemen des eigentlichen Packsacks. Wenn im Rucksack das Gepäck schlingert, weil man das Hauptfach nicht ausfüllt, dann kann einem das die beste Lastverteilung ruinieren.
In kürzer findest du das nochmal im Katalog von Lauche und Maas unter: [externer Link]
Ciao Henning
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.10.05 09:44 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Henning Schlottmann schrieb: > > Am ersten Tag (oder auch mal die ersten Tage) tut mir auch irgendwas > weh. Die Schultern müssen sich erst an die Last gewöhnen ... allerdings > habe ich noch nicht erlebt, dass die Hüfte schmerzt. Dass nur eine > Schulter betroffen ist, könnte auf eine ungleichmäßige Beladung > hindeuten. Oder eine asymmetrische Körperhaltung. Beides solltest du > nach Möglichkeit ändern.
Ich denke mal, das liegt hauptsächlich daran, dass wir es nicht gewöhnt sind.
> Der Hüftgurt hat den Sinn, den größten Teil des Rucksack-Gewichtes auf > die Beckenknochen abzuleiten. Dazu sollte er um deren oberen Rand > liegen. Er muss auch so fest sitzen, dass da nichts scheuern kann > (möglicherweise liegt hier die Ursache deiner Beschwerden). > > Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich auch unterwegs immer wieder mal > die Einstellungen verändere. Überwiegend bei den Schltergurten, aber > auch der Hüftgurt wird mal nachgezogen.
Das werde ich wohl auch machen. Ist es evtl. sinnvoll, am Hüftgurt innnen noch ein Stück Schaumstoff anzukleben bzw. eine Art Schaumstoffgürtel zu tragen, um ein Scheuern zu vermeiden?
> Per Ferndiagnose kann ich nicht feststellen, wie stark eure Beschwerden > sind. Wie gesagt, Anpassungsprobleme sind normal. Niemand kann ohne jede > Übung einen noch so perfekt eingestellten Rucksack eines noch so teuren > Herstellers mit kompletter Trekking-Ausrüstung aufsetzen und fröhlich > pfeifend auf Mehrtagestouren gehen.
Das glaube ich auch. Ich überlege, für die nächsten 5 Wochen vor der Reise etwas Hanteltraining (besonders für die Schulter) zu machen, um die Muskulator dort etwas robuster und stärker zu machen.
Danke und Gruß Jens
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 03.10.05 14:27 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Jens Sieckmann schrieb:
> [...] > Ich denke mal, das liegt hauptsächlich daran, dass wir es nicht > gewöhnt sind.
Wenn man nicht häufig mit Rucksack unterwegs ist, bleibt das auch so. Bei mir tut es z.B. am dritten Tag richtig weh. Das war schon immer so, ich nehme es einfach hin und freue mich auf den vierten Tag.
>> [...] > Das werde ich wohl auch machen. Ist es evtl. sinnvoll, am Hüftgurt > innnen noch ein Stück Schaumstoff anzukleben bzw. eine Art > Schaumstoffgürtel zu tragen, um ein Scheuern zu vermeiden?
Eventuell zu Beginn einer Tour. An richtig harte (TM) Hüftgurte - ich erinnere mich mit Schmerzen an die alte FR-Kraxe - muß man sich auch erst gewöhnen. Bei "normalen" Hüftgurten dürfte das aber zumindest ohne blaue Flecken abgehen. ;)
> [...] > Das glaube ich auch. Ich überlege, für die nächsten 5 Wochen vor der > Reise etwas Hanteltraining (besonders für die Schulter) zu machen, > um die Muskulator dort etwas robuster und stärker zu machen.
Rucksacktragen trainiert man IMO nur durch Rucksacktragen, da es weniger auf die Kraft als die Gewöhnung ankommt. Etwas angenehmer sind die ersten Tage, wenn man mit Stöcken läuft, da die betroffene Muskulatur permanent bewegt wird.
-- Tschö C a r s t e n
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.10.05 17:39 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Jens Sieckmann wrote: > Henning Schlottmann schrieb: > > > > Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich auch unterwegs immer wieder mal > > die Einstellungen verändere. Überwiegend bei den Schltergurten, aber > > auch der Hüftgurt wird mal nachgezogen. > > Das werde ich wohl auch machen. Ist es evtl. sinnvoll, am Hüftgurt > innnen noch ein Stück Schaumstoff anzukleben bzw. eine Art > Schaumstoffgürtel zu tragen, um ein Scheuern zu vermeiden?
Nein, das halte ich für keine gute Idee. Lieber mit dem Hüftgurt solange ausprobieren bis er wirklich perfekt sitzt.
> > Per Ferndiagnose kann ich nicht feststellen, wie stark eure Beschwerden > > sind. Wie gesagt, Anpassungsprobleme sind normal. Niemand kann ohne jede > > Übung einen noch so perfekt eingestellten Rucksack eines noch so teuren > > Herstellers mit kompletter Trekking-Ausrüstung aufsetzen und fröhlich > > pfeifend auf Mehrtagestouren gehen. > > Das glaube ich auch. Ich überlege, für die nächsten 5 Wochen vor der > Reise etwas Hanteltraining (besonders für die Schulter) zu machen, > um die Muskulator dort etwas robuster und stärker zu machen.
Das kann nichts schaden, wird aber auch nicht viel bringen, weil es sich um völlig unterschiedliche Belastungen handelt. Nach meiner Erfahrung muss man einfach damit leben, dass man etwas Zeit zur Anpassung braucht.
Ciao Henning
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.10.05 18:41 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Henning Schlottmann erwähnte:
>> Das werde ich wohl auch machen. Ist es evtl. sinnvoll, am Hüftgurt >> innnen noch ein Stück Schaumstoff anzukleben bzw. eine Art >> Schaumstoffgürtel zu tragen, um ein Scheuern zu vermeiden? > > Nein, das halte ich für keine gute Idee.
Ich auch nicht. Das richtige Design und die richtige Materialkombination für einen - auch auf Dauer - möglichst komfortabel sitzenden und stabilen Hüftgurt zu finden, ist nicht unbedingt etwas, was bei jedem Grabbeltischrucksack auf Anhieb geklappt hätte. Und die von Jens genannten Hersteller bringen da durchaus etwas Knowhow mit. Deren Konstruktionen durch etwas beliebigen Schaumstoff verbessern zu wollen , halte ich für wenig erfolgversprechend.
Gruß, Walle
-- [ [externer Link] ]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.10.05 16:21 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Henning Schlottmann <h.schlottmann@gmx.net> wrote:
> Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich auch unterwegs immer wieder mal > die Einstellungen verändere. Überwiegend bei den Schltergurten, aber > auch der Hüftgurt wird mal nachgezogen.
Das kenne ich :-), von meinen alten Rucksäcken ...
Veranlassung zur Änderung der Einstellungen besteht eigentlich nur, wenn der Rucksack unbequem sitzt.
Bei meinem jetzigen Rucksack (Vaude "Astra 55 II", bei 170 cm Körpergröße) habe ich die Einstellungen - wie im anderen Posting beschrieben - einmal gemacht und gut ist's. Das Ding sitzt bei mir saubequem und wie angegossen, als würde es zum Körper gehören. Ich bin wirklich überrascht.
Ändern tue ich die Einstellungen nur, wenn ich die Kleidung ändere und z.B. zusätzlich eine Jacke anziehe. Dann passe ich sie geringfügig an.
> Jetzt wird die Länge der Schultergurte so eingestellt, dass der größte > Teil des Gewichtes auf dem Hüftgurt liegt.
Imho sollte nahezu die *volle* Last auf dem Hüftgurt liegen, und die Schultern und Wirbelsäule bezüglich der Lastabtragung nach Unten relativ unbelastet sein. Mit dem richtigen Rucksack funktioniert das auch, wie ich gerade feststellen konnte.
Und weil es so bequem ist, gönne ich mir nun sogar den Luxus, einen "Teppich" für's Zelt mitzunehmen, nämlich eine Fleecedecke (200 x 130 cm, 800g), mit der ich das Zelt auslege, damit es in der kühleren Jahreszeit Innen schön kuschelig ist. (Btw. Aufbau von Unten nach Oben: Zeltunterlage (Gewebeplane 90g/m2 vom Baumarkt), Zeltboden (Nylon), Isomatte, Fleecedecke als "Teppich", Schlafsack).
Grüße TR
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.10.05 17:42 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Thorsten Reinicke wrote: > Henning Schlottmann <h.schlottmann@gmx.net> wrote: > > > Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich auch unterwegs immer wieder mal > > die Einstellungen verändere. Überwiegend bei den Schltergurten, aber > > auch der Hüftgurt wird mal nachgezogen. > > Veranlassung zur Änderung der Einstellungen besteht eigentlich nur, wenn > der Rucksack unbequem sitzt.
Bei einem früheren Rucksack war einfach das Gestell nicht kräftig genug, wenn man ihn stark bepackt hat. Das war ein gehobenes No-Name-Prdukt und hat mir trotzdem lange Jahre gute Dienste geleistet. Seit ich meinen Lowe Appalachian habe, hatte ich keine nennenswerten Probleme mehr.
Die Schultergurte stelle ich trotzdem ab und zu etwas um. Ich empfinde es einfach angenehmer, die Last zu variieren.
Ciao Henning
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.10.05 15:37 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Jens
> Am linken Hüftknochen ist es etwas rot und die
Drueckt oder reibt da vielleicht was von der Hose (Bundnaht, Guertelschlaufe, Guertel, ggf Taschennieten bei einer Jeans).
Florian
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.10.05 16:16 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Florian Anwander schrieb: > Hallo Jens > > Drueckt oder reibt da vielleicht was von der Hose (Bundnaht, > Guertelschlaufe, Guertel, ggf Taschennieten bei einer Jeans).
Ja, das könnte der Gürtel gewesen sein. Auf Reise werde ich mit einer Trekkinghose ohne Gürtel (ziehhbares Gummiband zum verstellen) unterwegs sein.
Jens
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.10.05 16:21 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Jens Sieckmann <dalmon@gmx.de> wrote:
> Da wir leider keine Ahnung davon haben, wie wir einen Rucksack zu > packen und zu tragen haben, haben wir das mal nach Gefühl gemacht. > Inkl. Zelt, Matte, Schlafsäcke, Kocher, Klamotten und den Rest kamen > wir auf ca. 16,5 bzw. 14,5 kg. Wir sind 3,5 Stunden (13 km) durchs > Bergische Land gelaufen und ich hatte danach und auch heute noch > einige Schmerzen. Am linken Hüftknochen ist es etwas rot und die > rechte Schultermuskel schmerzt auch. Da es unsere erste (Test-) Tour > war, sagte ich mir, dass wir einfach noch nicht daran gewöhnt sind. > Oder habe ich irgendwelche Anfängerfehler beim Rucksacktragen gemacht?
Ich hatte mich gerade wegen Neukaufs ausführlich mit dem Thema Rucksack beschäftigt.
Entweder hast Du den falschen, nicht zu Deiner Anatomie passenden Rucksack, oder er war komplett falsch eingestellt. Einen - guten - Rucksack aufzusetzen ist quasi so, als würdest Du ihn "anziehen", vergleichbar mit dem Zubinden von Schuhen.
Was Du oben beschreibst, sollte eigentlich nicht sein.
> Worauf muss man achten beim Tragen und packen (außer das, was ich > schon in der FAQ lesen kann)? Mir fiel auf, dass meine Schultern > dann entlastet waren, wenn ich den Hüftgurt etwas höher festmachte > (dann eher Bauchgurt). Wenn er tiefer war, drückte er mir zu sehr > auf den Hüftknochen.
Das Wichtigste: Der Rucksack muß Dir "passen". Er muß quasi die richtige "Schuhgröße" haben.
Bekannterweise gibt es ja die beiden Schultergurte, den Hüftgurt, sowie die oberen Lastpositionierungs- und die unteren Stabilisierungsriemen (am Hüftgurt).
Schultergurte: Sie sollten sich sauber um die Schultern legen. Sie sollten weder zu weit auseinander, noch zu eng beisammen liegen. Und sie sollten im Schulterbereich nirgendwo einengen, etwas abklemmen oder einschnüren. Schaue beim Kauf ruhig mal seitlich in den Spiegel, ob sie auch hinten im oberen Rückenbreich gut anliegen. Bei guten Rucksäcken läßt sich der Ansatzpunkt der Schulterriemen am Packsack in der Höhe verstellen.
Hüftgurt: Der kann ein Problem sein. Ist er zu weich - wie bei vielen und vor allem billigen Modellen -, so kann die Last nicht vernünftig auf die Hüfte übertragen werden. Ist er zu hart, dann kann die darunter liegende Kleidung schnell drücken oder scheuern, z.B. der Hosenbund oder ein Gürtel.
Gute Erfahrungen sammle ich gerade mit einem Rucksack von Vaude. (Modell Astra, Tragesystem "Tergolight": <[externer Link] ag.hbs/W0CmgfcRwfoXfWaaRo5bq1oDqgicFv@HtWTo0yJi2kIwla?hxmain_object_id=V DSHOP::CMI24::996&hxmain_category=vaude_article_cms_endkunde::vdcms::vau de::/produkte/1/977/991/996&ext_model_layout=vdshop%2Fbag%2Fcarry.html>)
Der Hüftgurt hat hier außen eine relativ harte Schale, und innen eine relativ weiche Polsterung, was sich in der Summe - für mich (!) - sehr angenehm tragen läßt.
Lastpositionierung und Rückenlänge: Der Ansatzpunkt der Lastpositionierungsriemen hinten am Packsack sollte nicht zu tief liegen, denn dann wäre der Rucksack zu kurz. Idealerweise liegt er einige cm über dem oberen Scheitelpunkt der Schultergurte, sodaß die Riemen nach Hinten schräg nach Oben zeigen. Man kann das leicht erkennen, wenn man simpel frontal in den Spiegel schaut :-). Vorne an den Schultergurten sollten die Lastpositionierungsiemen in der Höhe der Schlüsselbeine ansetzen. Üblicherweise ist dieser Punkt verstellbar.
Die sog. "Rückenlänge" eines Rucksacks bemißt sich von der Mitte der Hüftgurte bis zum oberen Ansatzpunkt der Lastpositionierungsriemen am Packsack. Ist die Länge hier zu kurz oder zu lang, dann nützt es auch nichts, wenn man die Schultergurte in der Höhe verstellen kann. Der Rucksack paßt dann einfach nicht.
Anlegen und Einstellen des Rucksacks:
Vor dem erstmaligen Einstellen sollten die obere Lastpositionierungs- und unteren Stabilisierungsriemen (am Hüftgurt) komplett gelocktert sein. Dann den Rucksack aufsetzen :-):
1. Schultergurte soweit anziehen, sodaß von Höhe her die Mitte der Hüftgurte ca. auf der Mitte äußeren Hüftknochen zum Liegen kommt. Abweichungen hiervon sind vom persönlichen Bequemlichkeitsempfinden und vom Schnitt der Hüftgurte abhängig.
2. Hüftgurt zumachen und stramm ziehen, und zwar stramm genug, sodaß die Last gut auf die Hüfte übertragen werden kann, aber nicht zu stramm, sodaß es zu sehr drückt.
3. Obere Lastpositionierungsriemen stramm anziehen, sodaß der Packsack möglichst nah an den Rücken kommt. Die Schultergurte schnüren nun etwas ein, aber das gibt sich gleich wieder :-).
4. Untere Stabilisierungsriemen am Hüftgurt fest anziehen. Der Rucksack liegt nun noch strammer und fast schon unbequem am Körper. Aber auch dies gibt sich gleich wieder ...
5. Schultergurte nun soweit lockern, sodaß sich die Schultern relativ frei bewegen lassen. Das "Stramme" ist nun schlagartig weg.
Hat man das individuell passende Modell, sollte der Rucksack nun sehr bequem zu tragen sein. Die Last wird körpernah über die Hüfte abgetragen, und die Schultern sind relativ frei. Die Schultergurte werden nun nicht mehr für die Lastabtragung nach Unten benötigt, sondern i.w. nur noch, damit der Rucksack nicht nach hinten oder seitlich wegkippen kann.
Bislang hatte ich eher Billigrucksäcke, die sich so irgendwie halbwegs tragen ließen. Und nun bin ich wirklich erstaunt, wie relativ bequem sich eine Last von rund 15 kg tragen läßt, wenn man den richtigen Rucksack und ihn richtig eingestellt hat. Der Unterschied ist wirklich enorm.
Man muß sich das klarmachen:
Unsere Beine und Hüfte sind "höhere Lasten" gewohnt. Sie tragen den Oberkörper, Arme und Kopf, die zusammen wohl mehr als die Hälfte unseres Körpergewichtes ausmachen. Kommen hier noch einmal 15 Kg dazu, dann liegt die Mehrbelastung an dieser Stelle vielleicht bei 20 - 40%, die sich locker wegstecken lassen.
Die Schultern hingegen tragen lediglich die Arme und den Kopf. Entsprechend sind hier der Knochenbau und die Wirbelsäule ausgelegt. Setzen hier noch einmal 15 kg an, dann beträgt die Mehrbelastung an dieser Stelle vielleicht 150 - 250%. Und das macht sich dann entsprechend unangenehm bemerkbar.
Anders ausgedrückt: Wird die Hauptlast über die Schultern abgetragen, dann macht man sich den Rücken kaputt. Sitzt der Rucksack aber bequem auf der Hüfte, dann spielen ein oder zwei Kilo mehr kaum eine Rolle, und man kann sich unterwegs etwas Komfort gönnen.
> Ich ziehe in Betracht, dass ich mal kurz ins nächste Outdoorgeschäft > gehe und jemanden freundlich bitte die Rucksack auf unsere Körper > anzupassen.
Der Rucksack muß anatomisch i.w. *passen*. Stimmt z.B. die Rückenlänge nicht, ist sie zu kurz, dann nützt alles Einstellen nichts.
Man sollte sich beim Rucksackkauf Zeit nehmen. Empfehlenswert ist das mit Gewicht bepackte Probetragen für vielleicht 10 bis 20 Minuten je Rucksack. In dieser Zeit spürt man schon, wo ein Rucksack auf Dauer Probleme bereiten könnte.
Es gibt Rucksäcke, die im ersten Moment sehr bequem zu sein scheinen. Aber nach einer viertel Stunde merkt man dann, daß sie hier und da doch drücken. Dann gibt es andere, die scheinen im ersten Moment zu drücken, aber nach einiger Zeit erweisen sie sich plötzlich als sehr bequem.
Wie gesagt, in Anbetracht dessen, daß man auf Touren den Rucksack für viele Stunden auf dem Rücken hat, sollte man sich Zeit nehmen. Das kann dann der Unterschied sein, ob man sich mit dem Gewicht quält oder die Tour genießt.
Grüße TR
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.10.05 16:57 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hi,
die Marke MacPac und Bach sind beide eigentlich höherwertig, aber ähnlich wie beim Schuhkauf, wo man ja auch ein paar Schritte mit den neuen Schuhen im Laden macht, sollte der Rucksack zum Rücken passen. Um sicherzugehen, sollte man im Laden den gepackten Rucksack mind. 30 min Probetragen um sicherzugehen, dass er nicht irgendwo drückt. Die beschriebenen einseitigen Schmerzen an der Hüfte lassen aber eher auf eine schon erwähnte Druckstelle vermuten z.B. Gürtel, Reisverschluss an der Hosentasche, Nieten an der Jeans, dicke Naht an Hose oder Hemd. Wie man einen Rucksack genau aufsetzt haben andere ja schon beschrieben, eventuell lohnt sich aber trotzdem noch mal der Gang in den örtlichen Fachladen. Gruss Monika
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.10.05 18:53 Uhr |
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hi Jens Sieckmann, Du schriebst:
> anpassen kann (39-48 oder so.).
Hm.., das sieht für mich nach einem Rucksack aus, der für eine Rückenlänge von 39 bis 48 cm vorgerichtet ist.
Für mich wäre der dann von der Rückenlänge her zu kurz - trotz der 60 Liter.
> Mir fiel auf, dass meine > Schultern dann entlastet waren, wenn ich den Hüftgurt > etwas höher festmachte (dann eher Bauchgurt). Wenn er > tiefer war, drückte er mir zu sehr auf den Hüftknochen.
s.o.
> Ich ziehe in Betracht, dass ich mal kurz ins nächste > Outdoorgeschäft gehe und jemanden freundlich bitte die > Rucksack auf unsere Körper anzupassen.
Hm.., es macht Sinn, daß sich die Füße den Schuh oder Stiefel aussuchen - und der Rücken den Rucksack.
Das mit dem Ausleihen ist so eine Sache.
-- MfG Marco
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.10.05 08:28 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Marco Schwarz schrieb: > Hi Jens Sieckmann, Du schriebst: > > >>anpassen kann (39-48 oder so.). > > > Hm.., das sieht für mich nach einem Rucksack aus, der für > eine Rückenlänge von 39 bis 48 cm vorgerichtet ist.
Nee, Macpac scheint da anders zu messen. Offiziell ist das die Rückenlänge in cm, aber irgendwas passt da nicht beim Nachmessen. Ich habe auch einen Macpac mit Skala von 37 bis 48 (Größe 3). Bei einer gemessenen Rückenlänge von ca. 53cm hab ich ihn auf 41 eingestellt.
Macpac empfiehlt Größe 3 für Leute mit Körpergröße von 1,73 bis 1,93 m. Wobei ich sagen muss, dass für einen 1,90m-Menschen wahrscheinlich eher Größe 4 angesagt ist - wenn man die Schultergurte weit nach oben einstellt, dann ist der Winkel der Lastpositionierungsriemen zu flach, und dann drückt es auf die Schultern (ich meine die Riemen, die vom Schlüsselbein nach oben an das Rückenteil gehen).
>>Mir fiel auf, dass meine >>Schultern dann entlastet waren, wenn ich den Hüftgurt >>etwas höher festmachte (dann eher Bauchgurt). Wenn er >>tiefer war, drückte er mir zu sehr auf den Hüftknochen.
Dann ist der Rucksack aber tatsächlich zu kurz.
Probier mal, ob der Hüftgurt immer noch so stark drückt, wenn du eine Hose ohne Gürtel und ohne dicke Nähte anziehst. Ich bin da auch sehr empfindlich, das geht sogar so weit dass ich unterwegs nur Unterhosen ohne Seitennähte anziehe.
>>Ich ziehe in Betracht, dass ich mal kurz ins nächste >>Outdoorgeschäft gehe und jemanden freundlich bitte die >>Rucksack auf unsere Körper anzupassen. > > > Hm.., es macht Sinn, daß sich die Füße den Schuh oder > Stiefel aussuchen - und der Rücken den Rucksack. > > Das mit dem Ausleihen ist so eine Sache.
Ja, dem stimme ich voll zu. Jeder Rücken ist anders, und auch ein noch so hochwertiger Rucksack passt nicht jedem... auch dann nicht wenn er die richtige Länge hat.
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.10.05 08:39 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Silvia Müller schrieb: > Marco Schwarz schrieb: > >>> Mir fiel auf, dass meine >>> Schultern dann entlastet waren, wenn ich den Hüftgurt >>> etwas höher festmachte (dann eher Bauchgurt). Wenn er >>> tiefer war, drückte er mir zu sehr auf den Hüftknochen. > > Dann ist der Rucksack aber tatsächlich zu kurz.
Den Rucksack habe ich mir bei meinem Schwager ausgeliehen. Der ist 1,90 m, ich bin 1,80 m groß.
> Probier mal, ob der Hüftgurt immer noch so stark drückt, wenn du eine > Hose ohne Gürtel und ohne dicke Nähte anziehst. Ich bin da auch sehr > empfindlich, das geht sogar so weit dass ich unterwegs nur Unterhosen > ohne Seitennähte anziehe.
ja, ich werde dazu mal meine andere Hose dazu anziehen.
>> Hm.., es macht Sinn, daß sich die Füße den Schuh oder >> Stiefel aussuchen - und der Rücken den Rucksack. >> >> Das mit dem Ausleihen ist so eine Sache. > > Ja, dem stimme ich voll zu. Jeder Rücken ist anders, und auch ein noch > so hochwertiger Rucksack passt nicht jedem... auch dann nicht wenn er > die richtige Länge hat.
Ja, aber da spielt das Busgetr auch eine Rolle. Bin mittlerweile ganz gut ausgerüstet außer dem Rucksack. Man möchte halt nicht alles neu dazukaufen, erst recht nicht, wenn man das Teil nur 3 oder 4 Tage wirklich benutzt.
Jens
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.10.05 09:51 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Jens Sieckmann schrieb: > Silvia Müller schrieb: > >> Marco Schwarz schrieb: > >>>> Mir fiel auf, dass meine >>>> Schultern dann entlastet waren, wenn ich den Hüftgurt >>>> etwas höher festmachte (dann eher Bauchgurt). Wenn er >>>> tiefer war, drückte er mir zu sehr auf den Hüftknochen. >> >> Dann ist der Rucksack aber tatsächlich zu kurz. > > > Den Rucksack habe ich mir bei meinem Schwager ausgeliehen. Der > ist 1,90 m, ich bin 1,80 m groß.
Das sollte dann wirklich passen. Ich bin 1,76 m groß und habe die Rückenlänge mit 41 ziemlich weit unten eingestellt.
Wenn es ein relativ aktuelles Modell ist, dann ist das Macpac-Tragesystem schon sehr gut. Damit sollte sich das Gewicht komplett auf die Hüfte übertragen lassen. Bei den ganz alten Modellen war der Hüftgurt nicht stabil genug dafür (er sollte auf der Außenseite richtig steif sein, so als ob Plastik eingebaut wäre).
> Ja, aber da spielt das Busgetr auch eine Rolle. Bin mittlerweile > ganz gut ausgerüstet außer dem Rucksack. Man möchte halt nicht > alles neu dazukaufen, erst recht nicht, wenn man das Teil nur > 3 oder 4 Tage wirklich benutzt.
OK, das ist ein Argument. Wenn du ihn wirklich nur so ein paar Tage nutzt, dann versaust du dir wenigstens nicht den ganzen Urlaub damit. Und vielleicht passt der Rucksack mit ein bisschen Anpassung ja doch noch.
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Schmerzen beim Rucksacktragen | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.10.05 21:20 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Jens Sieckmann wrote:
> Am linken Hüftknochen ist es etwas rot und die > rechte Schultermuskel schmerzt auch.
Klingt nach ungleichmäßiger Beladung. Am Trageriemen angefaßt sollte der Rucksack Lotrecht nach unten hängen.
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