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Was ist ein Basislager?

Bergsteiger beim Bergsteigen16.05.05 21:30 Uhr
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Hallo,

was *genau* versteht man unter einem Basislager im Rahmen einer Expedition
auf einen hohen Berg?

Klar ist mir, das dort Rast gemacht, bzw. übernachtet wird. Und weiter?

Steht dort vielleicht teilweise bereits Gerätschaft zur verfügung, die
früher aufgebaut wurde? Oder packen die Leute dort ihre Zelte aus und
binden Sie am nächsten Tag wieder selbst auf den Rücken. Vielleicht
kehren auch an jedem Basislager ein paar Kletterer um, und bringen nicht
mehr benötigte Ausrüstung/Verpackungen zurück. Oder sie bleiben dort,
und versorgen die anderen nachdem diese den Gipfel erklettert haben und
zurück kommen?

Wer kann mir sagen, was dort in personeller und materieller Hinsicht
geschieht? Wenn jeder nur seinen eigenen Kram auspackt und nach der Nacht
wieder einpackt, klingt Basislager IMHO verwirrend, eine "Basis" steht
idR. länger als ein paar Stunden.

Besten Dank,
Mario

 
 
 
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Was ist ein Basislager?

Bergsteiger beim Bergsteigen16.05.05 22:07 Uhr
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Mario Felt wrote:

> Steht dort vielleicht teilweise bereits Gerätschaft zur verfügung,
> die früher aufgebaut wurde? Oder packen die Leute dort ihre Zelte
> aus und binden Sie am nächsten Tag wieder selbst auf den Rücken.
> Vielleicht kehren auch an jedem Basislager ein paar Kletterer um,
> und bringen nicht mehr benötigte Ausrüstung/Verpackungen zurück.
> Oder sie bleiben dort, und versorgen die anderen nachdem diese den
> Gipfel erklettert haben und zurück kommen?

Letzteres am ehesten, IMHO.

> Wer kann mir sagen, was dort in personeller und materieller
> Hinsicht geschieht? Wenn jeder nur seinen eigenen Kram auspackt
> und nach der Nacht wieder einpackt, klingt Basislager IMHO
> verwirrend, eine "Basis" steht idR. länger als ein paar Stunden.

Unter einem Basislager verstehe ich eine direkte "Operationsbasis", die
möglichst hoch errichtet wird, aber wo das Gelände noch "gemütlich"
ist.

Auf jeden Fall ist diese Basis für die Dauer der gesamten Expedition
bemannt, und es wird im Rahmen des Möglichen Kontakt zum "Gipfeltrupp"
gehalten.

Auch ein Rettungstrupp für den schlimmsten Fall sollte im Basislager
bereitstehen, und medizinische Notfallversorgung ...

vG, noch keine Himalayaexpedition gemacht habend

--
~~~~~~ Volker Gringmuth ~~~~~~~~~~~ [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

"...bin mal gespannt, wie du von einer E-Mail booten willst." ("Frank" in defbm
auf die Bemerkung, Disketten seien durch E-Mail überflüssig geworden)
 
 
 
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Was ist ein Basislager?

Bergsteiger beim Bergsteigen16.05.05 22:11 Uhr
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Hallo

> Hallo,

<snip Basislager>

Für mich ist ein Basislager nicht unbedingt etwas festes. Es kann auch eine
ZEltstadt sein, die aber halt nicht jeden Tag abgebaut wird. Bei
Wanderungen z.B. Baue ich irgendwo mein Zelt auf, und schaue dann in den
nächsten Tagen mir unetrscheidliche nahe Ziele an, bin aber zum Abend
wieder in meinem Basislager. Mein Zelt kann ich da also stehen lassen und
wandere nur mit Daypack durch die Gegend.

Das ist meine Definition.:)

> Besten Dank,
> Mario

Tschau
THomas
 
 
 
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Was ist ein Basislager?

Bergsteiger beim Bergsteigen16.05.05 22:24 Uhr
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Mario Felt <hascii@gmx.de> wrote:

>was *genau* versteht man unter einem Basislager im Rahmen einer Expedition
>auf einen hohen Berg?

In news:de.rec.alpinismus weiß man da sicher genau Bescheid.

>Wer kann mir sagen, was dort in personeller und materieller Hinsicht
>geschieht?

Lagerung von Ausrüstung. Bündelung der Kommunikation (Kontakte
mit der Außenwelt sind für gewöhnlich nur vom Basislager aus
möglich). Akklimatisierung. Zusammenstellung von Seilschaften.
Sicherer Rückzugspunkt. Etc.pp.

>Wenn jeder nur seinen eigenen Kram auspackt und nach der Nacht
>wieder einpackt, klingt Basislager IMHO verwirrend, eine "Basis" steht
>idR. länger als ein paar Stunden.

Ein 'Basislager' zeichnet sich IMO dadurch aus, daß es bestehen
bleibt, bis auch der Letzte wieder vom Berg unten ist.

HG
--
Gottes schönste Gabe
ist und bleibt der Schwabe.
 
 
 
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Was ist ein Basislager?

Bergsteiger beim Bergsteigen17.05.05 14:47 Uhr
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Mario Felt wrote:
> Hallo,
>
> was *genau* versteht man unter einem Basislager im Rahmen einer Expedition
> auf einen hohen Berg?
>

Basislager ist ein Lager in einer lebensfreundlichen Umgebung, wo man
sich länger aufhalten und erholen kann.
Es dient einerseits als Materialdepot und andereseits als Erholungspunkt.
Vom Basislager aus werden dann die weiteren Wege erkundet/versichert und
die Hochlager eingerichtet. Auch wenn man ein paar Tage in den
Hochlagern bleibt (Akklimatisierung, Notwendigkeit) kommt man dann immer
wieder ins Basislager zurück, um sich auszuruhen und Material/Essen
nachzufassen.
Dort ist der Expeditionskoch, der Arzt, der Funk, das gekühlte Bier, das
Schachbrett und zumindest die Zeitung von vor zwei Wochen.
Wenn man akklimatisiert ist und alle Hochlager eingerichtet und das
Wetter passt, geht man vom Basislager aus den Gipfelsturm an, indem man
mit wenig Gepäck unter Zuhilfename der Hochlager in wenigen Tagen den
Gipfel zu erreichen sucht.

In den Hochlagern kann man aus Mangel an Material und Sauerstoff nicht
unbeschränkt lange bleiben. Die sind meistens auch nicht so sicher gegen
Sturm/Lawinen/Eisfall angelegt und eher eng, ungemütlich und kalt.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen benutzen alle Gruppen auf den hohen
Bergen ein Basislager. Es gibt aber auch Leute, dies im grossen und
ganzen ohne machen (zB dieser wahnsinnige schwede, der mit dem rad von
schweden los ist und dann alleine den everest gemacht hat :)

Am Everest gibts ein fixes Basislager, wo die meisten Gruppen ihr
persönliches Basislager aufschlagen, dass dann ein paar Wochen stehen
bleibt, bis der Gipfel erreicht oder die Expedition gescheitert ist.
Dieses Basislager ist dann auch Handelsplatz für vielerlei Dinge und
Endpunkt für einige Trekkingrouten, die auch wie normalsterbliche
erreichen können. Ein Freund von mir war dort und hat gesagt, dass es
sehr nett war dort. Die Leute waren alle voll ok und wissbegierig und
vor allem war ihnen im basislager meist fad, während sie auf den nexten
run nach oben gewartet haben.

lgp

--
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Was ist ein Basislager?

Bergsteiger beim Bergsteigen22.05.05 18:25 Uhr
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peter pilsl <pilsl@goldfisch.at> wrote:

> Am Everest gibts ein fixes Basislager, wo die meisten Gruppen ihr
> persönliches Basislager aufschlagen, dass dann ein paar Wochen stehen
> bleibt, bis der Gipfel erreicht oder die Expedition gescheitert ist.

Was mich immer wundert: wie machen es diese Leute, wochenlang nicht zu
duschen? Ja, ja, ich weiß, sie machen es einfach ;-)

Ernsthaft: wenn ich unterwegs bin, und zwei oder mehr Tage lang ohne
Dusche auskommen musste, schlafe ich nicht mehr gut. Wenn ich in
meinem eigenen Mief liege, bekomme ich Kopfschmerzen und bin morgens
unausgeschlafen. Wie machen das die Profis?

Oder wie machen das z.B. die Eskimos/Inuit? Die tragen ja, wenn ich es
richtig sehe, sogar wochen- oder monatelang die gleiche Kleidung.

thx, Martin
 
 
 
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Was ist ein Basislager?

Bergsteiger beim Bergsteigen23.05.05 14:03 Uhr
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> Ernsthaft: wenn ich unterwegs bin, und zwei oder mehr Tage lang ohne
> Dusche auskommen musste, schlafe ich nicht mehr gut. Wenn ich in
> meinem eigenen Mief liege, bekomme ich Kopfschmerzen und bin morgens
> unausgeschlafen. Wie machen das die Profis?

Übem, üben, üben ....

Ganz im Ernst, wenn es entsprechend kalt ist und kein Wasser zum Waschen da
ist, schwitzt man auch nicht so "geruchsintensiv" (ich spreche da aus
eigener Erfahrung - 3 Wochen Mt. McKinley). Wenns "warm" genug für
fliessendes Wasser ist, kann man sich ja waschen. Mit Wüsten, d.h. warm und
kein Wasser habe ich wenig Erfahrung.

Bernd

 
 
 
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Was ist ein Basislager?

Bergsteiger beim Bergsteigen23.05.05 14:26 Uhr
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Martin Klaiber wrote:
>
> Was mich immer wundert: wie machen es diese Leute, wochenlang nicht zu
> duschen? Ja, ja, ich weiß, sie machen es einfach ;-)
>

Im Basislager duscht man auf jeden Fall. Und auch sonst wascht man sich
einfach, wo man kann. Erstaunlich mit wie wenig Wasser man sich waschen
kann. Körperhygiene ist natürlich auf langen Touren ein wichtiger
Faktor. Entzündungen im Schritt, im Genitalbereich, zwischen den Zehen
etc. gilt es auf jeden Fall zu vermeiden.
Wo es Wasser und/oder Schnee gibt, kann man sich waschen, wenn man genug
Zeit und Energie hat. Solarduschen (=schwarze Wassersäcke mit einem
Brauskopf) funktionieren blendend und mit 20l können sich drei Leute so
richtig duschen, wenn sie sparen.

Wenn es kein Wasser gibt, vor allem keins zum Wäschewaschen, dann wird
es halt ein bisschen bitter. Dann stinkt man immer mehr. Vor allem
Socken und Unterhosen sind nach einer Woche ohne Waschen und ohne
Wechseln kein Genuss mehr und werden im Auto dann luftdicht verpackt.

Ich kann das leider nicht bestätigen, dass man in der Kälte nicht so
schwitzt. Gerade in den Skitourenschuhen gehts da bei mir (und bei
einigen meiner Freunden) ziemlich heftig ab. Das finale Sockenausziehen
in Täsch vor ein paar Wochen hat ein paar Bäume welken lassen ;)

Aber für mich sieht es so aus: nach einer Woche muss spätestens ein
Waschtag her und den muss man auch einplanen in Bezug auf
Wasser/Benzin/Zeit.

lgp

--
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