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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen15.09.04 14:23 Uhr
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Moin,

ich plane in den nächsten Jahren ein paar größere Trecks zu Fuß und
mit dem Kayak, und zwar im Sommerhalbjahr. Gerade bei den längeren
Touren will man ja möglichst Gewicht sparen, und so spiele ich mit dem
Gedanken, meine Erstausrüstung aus ultraleichten Materialien
zusammenzustellen, etwa dem VauDe Hogan Ultraleichtzelt und einem
passenden Schlafsack < 800g.

Nun hört man ja als leicht beeinflußbarer Newbie von allen Ecken, daß
die ultraleichten Werkstoffe schnell verschleißen. Daher meine Frage:
Was heißt hier schnell? (Ich habe kein Winterbiwak im Basislager am
Mount Everest vor, will aber die Sachen nicht nur eine Saison benutzen
können.) Und weiter: Was haltet ihr (persönlich) für einen
vernünftigen Kompromiss?

Wäre nett, wenn Ihr Euren reichen Erfahrungsschatz zu dem Thema mit
mir teilen könntet! :-)

Vielen Dank,
Lars
 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen15.09.04 17:03 Uhr
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Bei Zelten wirst Du dann an Hilleberg kaum vorbei kommen, sind zwar
SAUteur, aber dafür nahezu unkaputtbar (oder liegt es daran das man mit
einem teuern Zelt vorsichtiger ist (*grins*). Wenn Dir das zu teuer ist,
shu Dir mal die Dinger von Welchsel an :-)
Schlafsack habe ich mit Yeti gute Erfahrungen gemacht (Ultralight) ein
wenig Vorsicht ist geboten, aber man wird wohl nicht in den Brombeeren
pennen :-) Auf Fels hält der super (was ich bei der geringen Stärke des
Gewebes nicht gedacht hätte) Allerdings solltest Du beim Kajaken mit
Daunen vorsichtig sein.... Im Sommer reicht mir auch ein Ultraleichter
Blackbear (gibt´s bei Globetrotter für 35€) der ist günstig und bei
Temperaturen um die 12 / 15° gut, im Winter cool an Innenschlafsacke
ergänzend zu einem 3 Jahreszeitden Daunenteil :-)
Isomatten sind Term a rest cool vor allem was das Packmaß angeht, aber
auch teuer und immer noch relativ schwer, wenn Du einer der ganz harten
bist kauf Dir ne Flatmatte (z.B. Sirex, 310g) reicht von der Isolation
bis hin zu 0°, dann wird´s hart, aber auch auf ner ultralight Term a
rest kalt.... einfach mal probeliegen und sehen was es Dir wert ist ...
ich hatte nach 2 Wochen Faltmatte Rückenschmerzen (bin also doch nicht
so hart) ...
Sosnt kannst Du ausrüstungsmäßig natürlcih aus dem Vollen schöpfen was
Du willst, Kocher von MSR sind robust und leicht, aber teuer und auf
unebenem Gelände verliert man leicht sein (mitgeschlepptes)
Abendessen... Trangia ist schwerer, trotzdem mag ich nicht mehr auf ihn
verzichten, leise, geruchsarm, stressfrei...

Bedenke das es überall "supertolle, praktische und megaleichte" Dinge zu
kaufen gibt, aber Dinge welche man zu Hause lässt grundsätzlich das
Reisegewicht verringern (hatte vor der Wanderung letztens einen
Rucksackprofi da, der mein Gepäck optimiert hat... ) Also lieber 10 mal
überlegen was man weglassen kann, bevor man draufloskauft :-)

hoffe ein wenig geholfen zu haben

Gruß
G

p.s. spätestens nach der ersten tour wirst Du feststellen was gut ist
dabei zu haben und was man weglassen kann, dazukaufen kann man immer
noch, den Megateueren Sauleichtkram verrotten zu lassen weil man ihn
nicht braucht ist dagegen echt schade :-(
Lars Stitz schrieb:

> Moin,
>
> ich plane in den nächsten Jahren ein paar größere Trecks zu Fuß und
> mit dem Kayak, und zwar im Sommerhalbjahr. Gerade bei den längeren
> Touren will man ja möglichst Gewicht sparen, und so spiele ich mit dem
> Gedanken, meine Erstausrüstung aus ultraleichten Materialien
> zusammenzustellen, etwa dem VauDe Hogan Ultraleichtzelt und einem
> passenden Schlafsack < 800g.
>
> Nun hört man ja als leicht beeinflußbarer Newbie von allen Ecken, daß
> die ultraleichten Werkstoffe schnell verschleißen. Daher meine Frage:
> Was heißt hier schnell? (Ich habe kein Winterbiwak im Basislager am
> Mount Everest vor, will aber die Sachen nicht nur eine Saison benutzen
> können.) Und weiter: Was haltet ihr (persönlich) für einen
> vernünftigen Kompromiss?
>
> Wäre nett, wenn Ihr Euren reichen Erfahrungsschatz zu dem Thema mit
> mir teilen könntet! :-)
>
> Vielen Dank,
> Lars
 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen15.09.04 19:56 Uhr
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German Kettler wrote:

> Bei Zelten wirst Du dann an Hilleberg kaum vorbei kommen, sind zwar
> SAUteur, aber dafür nahezu unkaputtbar (oder liegt es daran das man mit
> einem teuern Zelt vorsichtiger ist (*grins*).

Das will Hilleberg dir einreden. Mich haben die Dinger nicht überzeugt.
(nach kurzer Zeit kaputte Bodenplane und ausgerissene Ösen, dazu noch wenig
kulante Reparatur)
Abgesehen davon finde ich 1,5kg für ein 1Personenzelt oder 2kg für ein
Zweipersonenzelt nicht gerade "ultraleicht". Wie will man dann 1kg Zelte
für eine Person bezeichnen? Mega-ultra leicht?

> Im Sommer reicht mir auch ein Ultraleichter
> Blackbear (gibt?s bei Globetrotter für 35¤) der ist günstig und bei
> Temperaturen um die 12 / 15° gut, im Winter cool an Innenschlafsacke
> ergänzend zu einem 3 Jahreszeitden Daunenteil :-)

Was wiegt denn das Teil?

> Isomatten sind Term a rest cool vor allem was das Packmaß angeht, aber
> auch teuer und immer noch relativ schwer, wenn Du einer der ganz harten
> bist kauf Dir ne Flatmatte (z.B. Sirex, 310g) reicht von der Isolation
> bis hin zu 0°, dann wird?s hart, aber auch auf ner ultralight Term a
> rest kalt.... einfach mal probeliegen und sehen was es Dir wert ist ...
> ich hatte nach 2 Wochen Faltmatte Rückenschmerzen (bin also doch nicht
> so hart)

Oder du hast auf falschen Untergründen gepennt.
> ...
> Sosnt kannst Du ausrüstungsmäßig natürlcih aus dem Vollen schöpfen was
> Du willst, Kocher von MSR sind robust und leicht, aber teuer und auf
> unebenem Gelände verliert man leicht sein (mitgeschlepptes)
> Abendessen... Trangia ist schwerer, trotzdem mag ich nicht mehr auf ihn
> verzichten, leise, geruchsarm, stressfrei...

Selbstgebaute Dosenkocher sind leichter und viel billiger als all das, was
käuflich zu erwerben ist.

Steffen
 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen15.09.04 23:32 Uhr
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Steffen Schwientek wrote:

>
> Das will Hilleberg dir einreden. Mich haben die Dinger nicht überzeugt.
> (nach kurzer Zeit kaputte Bodenplane und ausgerissene Ösen, dazu noch wenig
> kulante Reparatur)
<skip>
> Was wiegt denn das Teil?
>
<skip>
> Selbstgebaute Dosenkocher sind leichter und viel billiger als all das, was
> käuflich zu erwerben ist.
>

Ich denke mir, hier gibt es prinzipiell zwei "Fraktionen".

Steffen ist zB sehr gern mit "low-tech" unterwegs (Tarpzelt mit Plane u
Dosenkocher etc.) und da hat ultralight dann vermutlich eine ganze
andere Bedeutung als bei mir. So leicht wie eine simple Plane ist kein
Zelt, dafür kann ein Zelt was anderes (nicht unbedingt "mehr", weil es
ist einfach subjektiv was man will)

Ich bin im Gegensatz gerne "hi-tech" unterwegs, weil ich es sehr
praktisch finde, aber auch einfach meinen Spass mit den Dingern habe (in
Schweden haben die ein eigenes Wort dafür - so ähnlich gesprochen wie
"brüllebörg" ;). Für mich sind Ultralightgewicht und Strapazfähigkeit
und Leistungsfähigkeit und Preis vier Dinge, die man halt immer
gegeneinander abwägen muss. (bei mir kommt ab und ann auch noch das
Design dazu :)

In Bezug auf Zelte bin ich bei Hilleberg gelandet und werde da auch
bleiben. Aus *meiner* Sicht das optimum, aber sehr teuer. Bin mit Zelt
und Support sehr zufrieden. (Steffen hat leider andere Erfahrungen - wer
mehr dazu wissen will u auch meine Meinung, soll Google bemühen :)

Goretexjacken hab ich zwei Stück:
eine Arcteryx für "harte" Touren mit schwerem Rucksack und Gerät, dass
dauernd an der Jacke scheuert. Die Jacke ist sehr leicht und weich für
das was sie aushält und kann. Hab sie nun seit drei (?) Jahren und ist
immer noch wie neu und echt viel im Einsatz.
Aber natürlich ist sie extrem hart und schwer und unhandlich gegen meine
Löffler Colibri, die ich nur zum Laufen und Radfahren nehme, wenn ich
keinen Rucksack oder höchstens den Camelbak nehme. Aber selbst der
Camelback hat innerhalb eines Jahres die Jacke an zwei Stellen fast
schon durchgescheuert und der Sturz letztens hat den Ärmel einfach
zerissen. Alles andere hätte mich auch sehr gewundert.

Ultralight ist also relativ. Gutes Ultralight hält das aus, wozu es
gemacht ist und ist selten billig :) Schlechtes ultralight hält das
nicht aus, wozu es gemacht ist u auch nicht immer billig ;)

peter

--
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen16.09.04 02:09 Uhr
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peter pilsl wrote:

>
> Steffen Schwientek wrote:
>
>>
>> Das will Hilleberg dir einreden. Mich haben die Dinger nicht überzeugt.
>> (nach kurzer Zeit kaputte Bodenplane und ausgerissene Ösen, dazu noch
>> wenig kulante Reparatur)
> <skip>
>> Was wiegt denn das Teil?
>>
> <skip>
>> Selbstgebaute Dosenkocher sind leichter und viel billiger als all das,
>> was käuflich zu erwerben ist.
>>
>
> Ich denke mir, hier gibt es prinzipiell zwei "Fraktionen".
>
> Steffen ist zB sehr gern mit "low-tech" unterwegs (Tarpzelt mit Plane u
> Dosenkocher etc.) und da hat ultralight dann vermutlich eine ganze
> andere Bedeutung als bei mir.

Ultraleicht bezieht sich wohl auf das Gewicht. Ich denke, man ist
ultraleicht unterwegs, wenn das Basisgewicht (Gesamtgewicht abzüglich
Essen, trinken und Brennvorräte) weniger als 5 kg wiegt.
Wie das erreicht wird, ist erst mal egal. Ein Zelt, das 1,5kg wiegt ist in
diesem Zusammenhang schon als schwer zu werten.

> So leicht wie eine simple Plane ist kein
> Zelt, dafür kann ein Zelt was anderes (nicht unbedingt "mehr", weil es
> ist einfach subjektiv was man will)

Ultraleichte Zelte gibts auch, bsp. von [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster\ .

> Ultralight ist also relativ. Gutes Ultralight hält das aus, wozu es
> gemacht ist und ist selten billig :) Schlechtes ultralight hält das
> nicht aus, wozu es gemacht ist u auch nicht immer billig ;)

Ultraleicht verkommt eher zum Schlagwort.
Jeder Hersteller nennt sein leichtestes Produkt eben plötlich Ultraleicht,
ist z.Zt irgendwie Mode.
Nur bekommt man nur durch kauf der jeweils leichtesten Sachen noch lange
kein leichtes (ultraleichtes) Gesamtsystem zusammen.

Steffen
 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen16.09.04 08:59 Uhr
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Steffen Schwientek wrote:

>
> Ultraleicht bezieht sich wohl auf das Gewicht. Ich denke, man ist
> ultraleicht unterwegs, wenn das Basisgewicht (Gesamtgewicht abzüglich
> Essen, trinken und Brennvorräte) weniger als 5 kg wiegt.
> Wie das erreicht wird, ist erst mal egal. Ein Zelt, das 1,5kg wiegt ist in
> diesem Zusammenhang schon als schwer zu werten.
>

Wie gesagt: alles ist relativ :) Es kommt draufan wo man hinwill und wie
es dort ist. Bei einer Winterbergtour sind 5kg nicht ein Traum, sondern
ein Hirngespinst :) Ich geb aber gerne zu, dass ich auch Sommer nur
davon träume :) Ich überschlag mal ganz grob:

Rucksack 1300
Schlafsack 1200
iso 800
Zelt 1500 (ein halbes Nammjat oder ein Akto)
Kocher 500
Benzinflasche 150
-------------------
damit bin ich bei 6kg u hab noch einige Dinge offen:
* das krimskrams = messer, karten, sonnenbrille, signalgeräte etc.
* geschirr, besteck
* gewand
* zahnbürste
* medkit

u 1.5 kg sind auch beim akto nicht ganz real, weil ein paar besondere
heringe schaden nie.

inkl. essen, trinken, brennstoff sind 12kg ein Traumziel, das vor allem
bei längeren Touren schwer zu halten ist. Und dann kommt noch oft
Material dazu (Skitourenzeugs, Kletterzeugs ...)
Vielleicht finde ich Kanufahren deshalb so toll: man muss das Zeugs
nicht dauernd schleppen ;)

>
> Nur bekommt man nur durch kauf der jeweils leichtesten Sachen noch lange
> kein leichtes (ultraleichtes) Gesamtsystem zusammen.
>

ack. viele leichte dinge können mehr wiegen als wenig schwere ;) aber
wenig leichte wiegen weniger als gleich wenig schwere.

Wie gesagt: Qualität, Nutzen, Gewicht, Preis muss man halt abwägen.
Eh klar: alles kaufen wo ultralight draufsteht, macht noch keinen
entspannte Ausflug ;)

und ich geb dir recht: am leichtesten sind die Dinge, die man nicht
mitnimmt. Wo da die persönliche Schmerzgrenze nach unten (nix mitnehmen)
und oben (100kg-Rucksack) liegt, muss jeder selbst entscheiden.
hitech und ultralight ist *ein* weg, hier einen guten Kompromiss zu
finden und mit ultralight meine ich die Dinge, die es sind und nicht
die, wos draufsteht.

peter

--
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen16.09.04 09:07 Uhr
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peter pilsl wrote:
>
> Ich bin im Gegensatz gerne "hi-tech" unterwegs, weil ich es sehr
> praktisch finde, aber auch einfach meinen Spass mit den Dingern habe (in
> Schweden haben die ein eigenes Wort dafür - so ähnlich gesprochen wie
> "brüllebörg" ;).
^^^^^^^^^^^^^^^

Das Wort macht mich echt neugierig...der erste Teil wird vermutlich
"pryl" (=Kram, Zeugs, Gedöns) heißen, aber der Zweite?
Vielleicht "pojke" (=Junge)? Dann wäre ein "Prylpojke" frei zu
übersetzen mit "Kramtyp", wobei ich diesen Ausdruck weder im
Schwedischen noch im Deutschen je gehört/gelesen habe...

Schönen Gruß,

Jochen

 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen16.09.04 10:31 Uhr
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>
> Das Wort macht mich echt neugierig...der erste Teil wird vermutlich
> "pryl" (=Kram, Zeugs, Gedöns) heißen, aber der Zweite?
> Vielleicht "pojke" (=Junge)? Dann wäre ein "Prylpojke" frei zu
> übersetzen mit "Kramtyp", wobei ich diesen Ausdruck weder im
> Schwedischen noch im Deutschen je gehört/gelesen habe...
>

wenn wirs hier nicht klären, dann kann ich genau nachfragen. Übersetzt
heisst es sowas wie Zeugs-schwul. Habe aber keine Ahnung wieweit das im
schwedischen ein politisch korrektes wort für schwul oder eher abwertend
ist.

Lt. meinem schwedischen kletterfreund ist "zeugs-schwul" in seinem
rein-hetero umfeld nett-ironisch gemeint.

peter

--
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen16.09.04 10:45 Uhr
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Jochen Diestel <jochen.diestel@gmx.de> writes:

> peter pilsl wrote:

[...]

>> (in Schweden haben die ein eigenes Wort dafür - so ähnlich
>> gesprochen wie "brüllebörg" ;).
> ^^^^^^^^^^^^^^^
>
> Das Wort macht mich echt neugierig...der erste Teil wird vermutlich
> "pryl" (=Kram, Zeugs, Gedöns) heißen, aber der Zweite?

Prylbög. Peters Übersetzung ist richtig. Zum Beispiel jemand, der in
technische Gadgets verliebt ist und alle drei Monate neues Handy und
neue Digitalkamera hat.

--
Christian Schlauer
 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen17.09.04 16:56 Uhr
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Christian Schlauer wrote:

> > Das Wort macht mich echt neugierig...der erste Teil wird vermutlich
> > "pryl" (=Kram, Zeugs, Gedöns) heißen, aber der Zweite?
>
> Prylbög. Peters Übersetzung ist richtig. Zum Beispiel jemand, der in
> technische Gadgets verliebt ist und alle drei Monate neues Handy und
> neue Digitalkamera hat.
>
> --
> Christian Schlauer

Danke Christian, jetzt sind wir alle Schlauer!

SCNR (-:>

duckundwech,
Volker

 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen20.09.04 13:43 Uhr
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Moin!

Erstmal vielen Dank für die interessante Diskussion. Auch wenn es für
mich nicht um die Entscheidung zwischen Tarp und Zelt ging, waren doch
eine Menge interessanter Informationen für mich drin.

peter pilsl <pilsl@goldfisch.at> wrote:
> Ich denke mir, hier gibt es prinzipiell zwei "Fraktionen".
>
> Steffen ist zB sehr gern mit "low-tech" unterwegs (Tarpzelt mit Plane u
> Dosenkocher etc.) und da hat ultralight dann vermutlich eine ganze
> andere Bedeutung als bei mir. So leicht wie eine simple Plane ist kein
> Zelt, dafür kann ein Zelt was anderes (nicht unbedingt "mehr", weil es
> ist einfach subjektiv was man will)
>
> Ich bin im Gegensatz gerne "hi-tech" unterwegs, weil ich es sehr
> praktisch finde, aber auch einfach meinen Spass mit den Dingern habe (in
> Schweden haben die ein eigenes Wort dafür - so ähnlich gesprochen wie
> "brüllebörg" ;). Für mich sind Ultralightgewicht und Strapazfähigkeit
> und Leistungsfähigkeit und Preis vier Dinge, die man halt immer
> gegeneinander abwägen muss. (bei mir kommt ab und ann auch noch das
> Design dazu :)

Design ist mir relativ egal, "form follows function" ist bei solchen
Sachen eher mein Grundsatz. Andererseits bin ich allerdings auch eher
von der High-Tech-Fraktion, die Sache mit dem Tarp fand ich schon bei
der Bundeswehr eher gewöhnungsbedürftig, vor allem bei schlagartig
auftretender Feuchtigkeit (Gewitterschauer bei Nacht, etc.).

Mir ging es eher um die (von Peter ja auch schon teilweise
beantwortete) Frage, ob die leichten Materialien dem "normalen"
Trekkingalltag standhalten, oder man solch ein Zelt doch ständig mit
Samthandschuhen anfassen muß. Konkret (wo Hilleberg hier häufiger als
Beispiel genannt wurde), ob es das Nammatj sein muß oder ein Nallo es
auch tut?

>
> Ultralight ist also relativ. Gutes Ultralight hält das aus, wozu es
> gemacht ist und ist selten billig :) Schlechtes ultralight hält das
> nicht aus, wozu es gemacht ist u auch nicht immer billig ;)

Wer billig kauft, zahlt doppelt -- war es das, was Du sagen wolltest?

Dazu aber auch noch eine weitere Frage -- nicht nur an Peter, sondern
an alle: Mir ist schon klar, daß es auch im Outdoorbereich
Luxusprodukte gibt, die zwar allen erdenklichen Schnickschnack bieten,
aber auch überproportional viel kosten -- ob es nun Hilleberg oder
Klättermusen ist. Ist es nach Eurer Erfahrung gerechtfertigt, für
solch ein Produkt doppelt so viel zu bezahlen wie vergleichbare
Markenprodukte (Vaude, Tatonka) durchschnittlich kosten? Ist der
Qualitätsunterschied "meßbar" ("Hält auch doppelt so lange, und ich
hab super Service.") oder nur gefühlt ("Es war teuer, also muß es auch
gut sein.")? Was denkt ihr?

Danke noch mal für Eure Infos,
Lars
 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen20.09.04 14:54 Uhr
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Hallo Lars

> Klättermusen ist. Ist es nach Eurer Erfahrung gerechtfertigt, für
> solch ein Produkt doppelt so viel zu bezahlen wie vergleichbare
> Markenprodukte (Vaude, Tatonka) durchschnittlich kosten? Ist der
> Qualitätsunterschied "meßbar" ("Hält auch doppelt so lange, und ich
> hab super Service.") oder nur gefühlt ("Es war teuer, also muß es auch
> gut sein.")? Was denkt ihr?
Sagen wir so: 98% der Leute werden Ihre Ausruestung (zB. Zelte,
Bekleidung) nicht so beanspruchen, dass sich die
Haltbarkeits-Unterschiede zwischen den Highend-Marken und Normalo-Marken
bemerkbar machen. Wer allerdings kraeftiger bergsteigerisch unterwegs
ist, ist dann schon froh, wenn die sauteure Mammut-Jacke halt auch das
zwanzigste Mal es aushaelt, dass die an den Rucksack geschnallten Schi
doch immer wieder mit den Kanten an den Schultern scheuern. Wenn dann
noch der Service prima ist (das kann ich aus persoenlicher Erfahrung zB
fuer Mammut und Salewa sagen), dann rentiert es sich halt.

Ich hab mich letztlich nach einer Runde guenstiger Bekleidungs-Garnitur,
die etwa drei Jahre gehalten hat, fuer die Ausstattung in "teuer"
entschieden und das jetzt noch nicht bereut. Da "teuer" etwa 1,5- bis
2-facher Preis bedeutet, dann ists ja schon ok, wenn die Sachen
entsprechend doppelt so lang halten. Ich habe aber den Verdacht, dass
sie deutlich laenger halten. Das gilt aber einfach immer schon. Ob fuer
das 40 Jahre alte Klepper Faltboot meines Onkels oder die 25 Jahre alte
Berghaus-Jacke meines Vaters. Das war alles zu seiner Zeit scheiss teuer
und haelt heute immer noch.

Gruss, Florian

 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen20.09.04 15:01 Uhr
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> Ist es nach Eurer Erfahrung gerechtfertigt, für
> solch ein Produkt doppelt so viel zu bezahlen wie vergleichbare
> Markenprodukte (Vaude, Tatonka) durchschnittlich kosten?

Bedingt. Nämlich dann, wenn man die Vorteile der teureren Modelle
wirklich benötigt.

Beispiel Zelt:
Ich benutze seit Jahren ein (inzwischen recht altes) Aldi-primitiv-Zelt.
Das tut seinen Dienst, und runtergerechnet auf die Anzahl der
Übernachtungen hat bislang jede einzelne Übernachtung darin etwa 8Cent
gekostet. Dadurch hat es den großen Vorteil, dass ich mich absolut nicht
vorzusehen brauche, was einer Schlampe wie mir durchaus gelegen kommt.

In einem Mark-II-light müsste ich da schon 5.000 mal übernachten, um auf
denselben Wert zu kommen.

Bei meiner statistischen Restlebensdauer müsste ich demnach bis ins hohe
Rentenalter jährlich ein halbes Jahr in einem solchen Zelt verbringen,
um auf denselben "pro-Übernachtungs-Wert" zu kommen.

Demnach ist das teure Zelt sicherlich nicht sein Geld wert.

Andererseits scheinen mir die 3,7kg, die das Aldi-Zelt wiegt, für eine
Einzelwanderung zuviel zu sein, so dass ich zurzeit dennoch mit dem
teuren Vaude-Exemplar liebäugel.

Wenn also das teurere Modell über irgendeine Eigenschaft verfügt, die
man glaubt, dringend zu benötigen, dann muss das vielleicht sein.
Ansonsten sicherlich nicht.

Ich bin aber allgemein auch keiner der Gewichtsfetischisten, sondern
stehe auf dem Standpunkt, dass viele Leute aus dieser Kategorie weniger
die 200g Ausrüstung zuhause lassen sollten, als vielmehr das eine oder
andere überflüssige Kilo, dass in Form von Bierbauch oder Doppelkinn
mitgeführt wird.

Schönen Gruß,

Jochen

 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen20.09.04 19:48 Uhr
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Lars Stitz <jobs.StitzL@web.de> wrote:

> Dazu aber auch noch eine weitere Frage -- nicht nur an Peter,
> sondern an alle: Mir ist schon klar, daß es auch im Outdoorbereich
> Luxusprodukte gibt, die zwar allen erdenklichen Schnickschnack
> bieten, aber auch überproportional viel kosten -- ob es nun
> Hilleberg oder Klättermusen ist. Ist es nach Eurer Erfahrung
> gerechtfertigt, für solch ein Produkt doppelt so viel zu bezahlen
> wie vergleichbare Markenprodukte (Vaude, Tatonka) durchschnittlich
> kosten? Ist der Qualitätsunterschied "meßbar" ("Hält auch doppelt
> so lange, und ich hab super Service.") oder nur gefühlt ("Es war
> teuer, also muß es auch gut sein.")? Was denkt ihr?

Das ist so eine Frage, die sich in jedem Bereich stellt. Muss es eine
Miele-Waschmaschine sein oder tut eine Privileg auch? Muss es ein 7kg
leichtes Rennrad mit Carbonrahmen sein, oder reicht ein Alu-Rennrad mit
10kg Gewicht zum halben Preis auch?

Ich denke, das hängt einerseits davon ab, was man damit machen will.
Wer täglich mehrere Maschinen Wäsche wäscht, ist mit einer Miele aus
der Profi-Serie besser bedient, auch wenn sie doppelt so viel wie eine
Consumer-Maschine kostet. Wer an Straßenrennen teilnimmt, für den lohnt
sich die Ausgabe für den teuren Carbonrahmen. Für die anderen Anwender
reicht eigentlich die normale Ausführung.

Aber dann gibt es eben auch noch die ambitionierten Anwender, denen
die einfache Ausführung eigentlich reichen würde, die aber ihr Hobby
intensiv betreiben und auch bereit sind, dafür Geld auszugeben. Sie
genießen es z.B. auf einem teuren High-Tec-Rennrad zu fahren, obwohl
sie damit nicht schneller sind als auf einem einfacheren Modell.

Ich denke, im Outdoor-Bereich ist es ähnlich. Da gibt es welche, die
brauchen das High-End-Zeug wirklich, weil sie z.B. extreme Bergtouren
unternehmen. Und andere, die bräuchten es zwar nicht unbedingt, aber
sie beschäftigen sich gerne intensiv damit, und wollen auch immer was
neues ausprobieren.

Was für Dich richtig ist, musst Du wohl selbst austesten. Ich meide
die wirklichen Billigprodukte, bin aber auch nicht so ambitioniert,
dass ich wirklich viel Geld für High-End-Produkte ausgeben würde.

Mein Zelt ist z.B. ein Modell von Jack Wolfskin (das Weight Watcher),
einer Marke, die keinen allzu guten Ruf hat. Aber das Zelt ist dicht,
hält auch Sturm stand, wiegt nicht allzuviel (knapp unter 2kg), lässt
sich superschnell auf- und abbauen, hat genug Platz für eine Person
plus Gepäck im Innenzelt (oder zwei schlanke Personen, wenn das Gepäck
in's Außenzelt passt) und preislich lag es im unteren Mittelfeld.
Deshalb hatte ich mich dafür entschieden, obwohl es natürlich auch
Macken hat. Die Belüftung ist schlecht und es gibt keine brauchbare
Apsis, außerdem ist das Packmaß recht groß.

Ok, das mit der Belüftung stört mich inzwischen schon sehr, insofern
würde ich es mir nicht nochmal kaufen, aber sonst reicht es für meine
Bedürfnisse vollauf. Ein doppelt oder dreimal so teures Zelt einer
anderen Marke hätte diese Probleme vielleicht nicht, aber ob ich
bereit wäre, das Geld dafür auszugeben, weiß ich nicht. Für eine
bessere Belüftung vielleicht schon, das ist mir schon wichtig, aber
die Apsis brauche ich nicht soo dringend und das Packmaß ist auf dem
Reiserad auch nicht so wichtig.

Für jemand anderen ist es aber vielleicht schon wichtig, dass das Zelt
eine gute Apsis hat, oder dass es 500gr weniger wiegt und dass es nicht
so sperrig ist. Insofern kann eigentlich niemand diese Frage für Dich
beantworten, weil jede/r andere Ansprüche hat, und auch eine andere
Bereitschaft hat, dafür Geld auszugeben.

Dazu kommt, dass sich die Ansprüche auch verändern. Was man will, weiß
man oft erst, wenn man es tut. Es wird also vermutlich kein Weg daran
vorbei führen, dass Du Deine eigenen Erfahrungen machen musst. Aber das
ist auch das, was daran Spaß macht. Insofern würde ich Dir raten, dass
Du Dir einen gewissen Preisrahmen steckst und darin einen Kompromiss
suchst. Irgendetwas würdest Du im Nachhinein immer anders machen, egal
wofür Du Dich entscheidest. Aber was das ist, weißt Du halt erst, wenn
Du es getan hast. Die echten Zitronen unter den Produkten solltest Du
natürlich meiden, dafür können Dir die Erfahrungsberichte hier als
Anhaltspunkt dienen. Aber die beziehen sich natürlich in der Regel auf
konkrete Produkte, nicht pauschal auf leichte oder schwere Teile. Der
Trangia-Kocher ist z.B. nicht leicht, der Brasslite schon. Beides sind
aber gute Kocher, doch sie verfolgen ganz unterschiedliche Konzepte.

HTH, Martin
 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen21.09.04 00:42 Uhr
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Gutes Ultralight-Material hat aus meiner Sicht auch die Berechtigung für
seinen hohen Preis. Für mich das beste Beispiel ist das Nammjat, dass
ich mittlerweile wohl schon ca. 300Nächtigungen benutzt habe und es ist
immer noch schlicht u einfach tadellos wie am ersten Tag.
Ein sehr guter Freund hat sich damals den Tatonka-Nachbau gekauft und es
nach ca. 200Nächtigungen weggeschmissen. Aussenhaut
rissig/spröde/undicht. Das Zelt war viel in erhöhtem UV-Licht. Jetzt hat
er auch ein Hilleberg :)

Ähnliches gilt für meine Arcteryx-Jacke, dich ich auf sehr sehr vielen
Ski- u Alpintouren trage u die immer noch kein Loch hat, obwohl sie viel
mit Material (Ski etc.) in Berührung kommt.
Da hab ich einfach das Zutrauen zu dieser Jacke, dass sie nicht reisst,
auch wenn ich mal wo hängen bleibe oder die Ski auf die dümmstmögliche
Art trage, nämlich so dass die Kanten über Schulter u Oberarmbereich
scheren.

Aber natürlich bin ich auch ein Paradebeispiel für das was Martin sehr
gut sagt: Ich bin ein ambitionierter Amateur, der gerne funktionierende
Dinge hat und dafür auch mal geld ablegt. Ich wäre auch ohne
Hillebergzelt noch am Leben, weil ich noch nie in einem Schneesturm am
Nanga Parpat war u das auch nicht vorhabe :) Ich könnte auch einen Level
billiger einkaufen u die paar hundert gramm mehr würden mich nicht
umbringen. Aber ich habe Freude mit funktionierenden u verlässlichen Dingen.

und noch was zum Thema Samthandschuhe: ultralight kann gleichzeitig sehr
stabil u sehr fragil sein. Ein gutes Leichtzelt hält Stürme jenseits der
100kmh aus, aber beim abbauen der Stangen kann ein dummer Handgriff den
Rand der Stange ausbrechen (dünnes Alu u die zusammengesteckten Stangen
bilden einen sehr langen Hebel u wenn die Segmente nur mehr auf ein paar
mm zusammenstecken ....) Bei Stahlstangen passiert das nicht :)

lg,
peter

ps: ob nallo oder nammjat hängt davon ab, wieviel Platz du willst.

--
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen15.09.04 17:32 Uhr
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Lars Stitz wrote:

> Moin,
>
> ich plane in den nächsten Jahren ein paar größere Trecks zu Fuß und
> mit dem Kayak, und zwar im Sommerhalbjahr. Gerade bei den längeren
> Touren will man ja möglichst Gewicht sparen, und so spiele ich mit dem
> Gedanken, meine Erstausrüstung aus ultraleichten Materialien
> zusammenzustellen, etwa dem VauDe Hogan Ultraleichtzelt und einem
> passenden Schlafsack < 800g.

Das Vaude ist vielleicht ein leichtes, sicher aber kein ultraleichtes Zelt.
>
> Nun hört man ja als leicht beeinflußbarer Newbie von allen Ecken, daß
> die ultraleichten Werkstoffe schnell verschleißen.

Bei manchen Sachen (Kleidung) ist das durchaus korrekt. Bei Zeltstoffen ist
eher das Gegenteil richtig. Bei Schlafsäcken ist höchstens die Hülle
verschleißanfälliger,mit ein bißchen Sorgfalt ist aber auch das kein
Problem.

> Daher meine Frage:
> Was heißt hier schnell? (Ich habe kein Winterbiwak im Basislager am
> Mount Everest vor, will aber die Sachen nicht nur eine Saison benutzen
> können.) Und weiter: Was haltet ihr (persönlich) für einen
> vernünftigen Kompromiss?

Desto leichter desto besser.
>
> Wäre nett, wenn Ihr Euren reichen Erfahrungsschatz zu dem Thema mit
> mir teilen könntet! :-)

Zu konkreteren Fragen gibts auch konkretere Antworten.

Steffen
 
 
 
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[NEWBIE] Ultralight == schnell kapputt?

Bergsteiger beim Bergsteigen19.09.04 21:53 Uhr
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Lars Stitz <jobs.StitzL@web.de> wrote:

> Wäre nett, wenn Ihr Euren reichen Erfahrungsschatz zu dem Thema mit
> mir teilen könntet! :-)

In der amerikanischen Backpacker-Szene gibt es einige Leute, deren
selbstgebastelten Ausrüstungsgegenstände inzwischen die Schwelle zur
Professionalität erreicht haben. Sicherlich sind das Teile für eine sehr
kleine Zielgruppe, aber so etwas kann man von großen Firmen (noch) nicht
kaufen.

Bzgl. "Dach über'm Kopf" schau mal unter [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster\ nach.
Die Modelle dort ersetzen sicherlich nicht zu 100% ein Zelt, hätten mir
aber rückblickend in 99% aller Fälle in den letzten 15 Jahren genügt.
Und da Du schreibst, daß Du etwas für das Sommerhalbjahr suchst, sollte
das allemal genügen (obwohl es auf deren Webseite auch Berichte gibt,
daß man in Schneesturm auch ganz gut damit klargekommen sei).

Vor ein paar Jahren hatte ich ein Kuppelzelt, das 3 kg wog. Nun wiegen
mein Schlafsack, meine Thermarestmatte und mein Tarptent Cloudburst
zusammen nur 2.6 kg (!) und passen *zusammen* in eine große
Fahrradpacktasche :-)

Für die Feldküche herzallerliebst sind die Spiritus-Kocher von
[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster\ . Sehr professionell gelötet, ein richtiges kleines
Kunstwerk. Wenn man das Teil zum ersten Mal auspackt, lacht man sich
zwar kaputt und glaubt nicht, daß ein so kleines Teil überhaupt zu etwas
zu gebrauchen ist. Aber - hey - es funktioniert! Dauert zwar länger als
mit meinem alten Gaskocher, aber das ist mir egal - ich bin ja im Urlaub
und nicht auf der Flucht!

Andreas

--
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