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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo alle
Ich habe gerade mal in die FAQ dieser Gruppe geschaut und vermisse den Punkt Erste Hilfe/medizinische Versorgung Outdoor.
Da ja jwd einiges anders läuft, als in einem normalen EH-Kurs wollte ich mal fragen, ob Interesse besteht, diesen FAQ-Punkt gemeinsam zu erarbeiten.
Alleine kann ich das mangels ausreichendem Wissen nicht. Vielleicht liesst ja ein Arzt oder Rettungsassistent mit, der auch gerne mal abseits der Zivilisation unterwegs ist.
Ziel soll nicht sein, ein Buch zu schreiben (Da gibt es ja ein paar), sondern die FAQ zu ergänzen.
Vielleicht kann man mit Fallbeispielen arbeiten und den Unterschied zwischen RD-Maßnahmen und Outdoormaßnahmen herausarbeiten. (Umgang mit Medikamenten, Rechtliche Dinge)
Gruß, Markus -- Mift, verletzt, der Rettungsdienst wird nicht kommen, was nun?
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 06.01.05 22:25 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner schrieb:
> Ich habe gerade mal in die FAQ dieser Gruppe geschaut und vermisse den Punkt > Erste Hilfe/medizinische Versorgung Outdoor. > > Da ja jwd einiges anders läuft, als in einem normalen EH-Kurs wollte ich mal > fragen, ob Interesse besteht, diesen FAQ-Punkt gemeinsam zu erarbeiten. Hallo Markuss,
hier:
[externer Link]
wird an einem Kletterbuch "gebastelt". Da die das auch interessiert, könnte man da ja ein weiteres Kapitel einfügen.
Die Schuh- FAQ ist auf ähnliche Weise relativ schnell entstanden.
-- Gruß Rainer Lampi[tm] on Tour: [externer Link] Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, daß er genug davon habe. (Rene Descartes, frz. Mathematiker u. Philosoph, 1596-1650)
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 07.01.05 08:27 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | "Lampi [tm]" <rainer@lampatzer.de> writes:
Hallo,
> hier: > > [externer Link] > > wird an einem Kletterbuch "gebastelt". Da die das auch interessiert, könnte > man da ja ein weiteres Kapitel einfügen.
an einem solchen Kapitel wird bereits gearbeitet:
[externer Link]
Neue Mitarbeiter sind herzlich willkommen.
Gruß Thomas
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 07.01.05 09:25 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Lampi [tm] wrote:
> > Markus Machner schrieb: > >> Ich habe gerade mal in die FAQ dieser Gruppe geschaut und vermisse den >> Punkt Erste Hilfe/medizinische Versorgung Outdoor. >> >> Da ja jwd einiges anders läuft, als in einem normalen EH-Kurs wollte ich >> mal fragen, ob Interesse besteht, diesen FAQ-Punkt gemeinsam zu >> erarbeiten.
Gute Idee, fang mal an.
> Hallo Markuss, > > hier: > > [externer Link] > > wird an einem Kletterbuch "gebastelt". Da die das auch interessiert, > könnte man da ja ein weiteres Kapitel einfügen. > > Die Schuh- FAQ ist auf ähnliche Weise relativ schnell entstanden.
Wenn es eine dro-faq werde soll, müßte hier erstmal ein Rohentwurf, oder zumindest einige Ideen stehen, bevor man aufs Wiki zurückgreifen kann.
Die Feinarbeit kann dann im Wiki erfolgen.
Steffen
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 07.01.05 13:27 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Steffen Schwientek wrote:
> Lampi [tm] wrote: > >> >> Markus Machner schrieb: >> >>> Ich habe gerade mal in die FAQ dieser Gruppe geschaut und vermisse den >>> Punkt Erste Hilfe/medizinische Versorgung Outdoor. >>> >>> Da ja jwd einiges anders läuft, als in einem normalen EH-Kurs wollte ich >>> mal fragen, ob Interesse besteht, diesen FAQ-Punkt gemeinsam zu >>> erarbeiten. > > Gute Idee, fang mal an.
Ein Beispiel aus dem Fernsehen: Ein Bergsteiger im Himalaya hat ein überstrapaziertes Knie. Er spritzt sich selbst Schmerzmittel und geht weiter.
Hier würde man sagen, ruhig stellen und ab zum Doc. Da es nun aber weit und breit keinen Doc gibt, muß man sich selbst helfen. Wie sieht das nun zB. rechtlich mit der Bevorratung von Betäubungsmitteln aus? JWD hat man Skalpell und Spritzen dabei ohne Arzt zu sein. Körperverletzung?
Gruß, Markus
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 07.01.05 16:06 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hi Markus Machner, Du schriebst:
> Ein Beispiel aus dem Fernsehen: Ein Bergsteiger im > Himalaya hat ein überstrapaziertes Knie. Er spritzt sich > selbst Schmerzmittel und geht weiter.
Hm.., an dieser Stelle erlischt meinerseits das Anfangsinteresse an dem Threadthema. Schade eigentlich.
-- MfG Marco
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 08.01.05 16:44 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Marco Schwarz wrote:
> Hm.., an dieser Stelle erlischt meinerseits das > Anfangsinteresse an dem Threadthema. Schade eigentlich.
Was würde Dein Interesse wieder wecken? Auf Fernsehberichte zu verzichten oder auf dämliche Handlungen?
Gruß, Markus
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 08.01.05 19:01 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner erwähnte:
> Wie sieht das nun zB. rechtlich mit der Bevorratung von > Betäubungsmitteln aus?
Kommt drauf an, wo du bist und was genau du in welcher Menge dabei hast: Von egal bis Todesstrafe ist alles machbar.
Für D kannst du in das Betäubungsmittelgesetz und die Betäubungsmittelverschreibungsverordnung schauen.
> JWD hat man Skalpell und Spritzen dabei ohne Arzt zu sein. > Körperverletzung?
Wegen des Dabeihabens sowieso nicht. Wegen des Einsatzes auch eher nicht, selbst wenn er nicht fachgerecht sein sollte. Aber auch hier spielen viele Details eine Rolle - z.B. kannst du dir vermutlich wesentlich mehr Unfug erlauben als ich.
Gruß, Walle
-- [ [externer Link] ]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 09.01.05 13:48 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner schrieb in Nachricht ...
> JWD hat man Skalpell und Spritzen dabei ohne Arzt zu sein. Körperverletzung?
Liegen lassen kann's ihn auch nicht, wäre unterlassende Hilfeleistung.
Ich bin zwar kein Jurist, aber ich erinnere mich an das, was man mir bei den SmaUo erzählt hat: Lieber bei der EH versehentlich ein Paar Rippen brechen, als gar nichts tun. Sollte das Opfer überleben und einem wegen der Rippen vors Gericht bringen wollen, wird er ganz ganz schlechte Karten haben.
Gruß Christof
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 11:14 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Christof Handke wrote:
> > Markus Machner schrieb in Nachricht ... > >> JWD hat man Skalpell und Spritzen dabei ohne Arzt zu sein. > Körperverletzung? > > Liegen lassen kann's ihn auch nicht, wäre unterlassende Hilfeleistung. > > Ich bin zwar kein Jurist, aber ich erinnere mich an das, was man mir bei > den SmaUo erzählt hat:
Was ist ein SmaUo?
Steffen
P.S. Deklarier mal einen Zeichensatz. Dein Artikel läßt sich kaum lesen.
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 18:24 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Steffen Schwientek schrieb in Nachricht ... >Was ist ein SmaUo?
Sofortmassnahmen am Unfallort, quasi Erste Hilfe Light, erforderlich u.a. für den Erwerb der Fahrerlaubnisklasse B.
>P.S. >Deklarier mal einen Zeichensatz. Dein Artikel läßt sich kaum lesen. Habe ich so von vorheriger Mail übernommen
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 16:01 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | On Fri, 07 Jan 2005 13:27:05 +0100, Markus Machner <Machner-Markus@t-online.de> wrote:
> >Ein Beispiel aus dem Fernsehen: Ein Bergsteiger im Himalaya hat ein >überstrapaziertes Knie. Er spritzt sich selbst Schmerzmittel und geht >weiter.
Schon hast du das Problem für die FAQ bei medizinischen Dingen - weit ab von ärztlicher Hilfe ein Schmerzmittel geben (auf daß man nicht mehr merkt, wenn es sich verschlimmert) ist grob fahrlässig. Er hat sich entweder nicht richtig vorbereitet oder die ersten Anzeichen einfach stolz übersehen - wäre der wichtigere Punkt. Im konkreten Beispiel mag es natürlich trotzdem Gründe geben, ein Schmerzmittel zu geben, die sogar vernünftig wären, ich wüßte nur g'rade nicht welche.
> Wie sieht das nun zB. >rechtlich mit der Bevorratung von Betäubungsmitteln aus?
Kommt auf Mittelchen und Land, sowie Ausnahmegenehmigung an.
>JWD hat man >Skalpell und Spritzen dabei ohne Arzt zu sein. Körperverletzung?
Jeder x-beliebige darf diese Dinge im allgemeinen mit sich führen. "Im allgemeinen" da manchmal auch eine Absicht strafbar sein kann und etwas völlig harmloses zu einer harten Bestrafung führen kann.
gruß
karl
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 08.01.05 00:33 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hi!
Markus Machner <Machner-Markus@t-online.de> wrote:
> Ich habe gerade mal in die FAQ dieser Gruppe geschaut und vermisse den Punkt > Erste Hilfe/medizinische Versorgung Outdoor.
Und was genau erwartest Du? Wie man mit gebrochenem Bein aus Zentralsibirien nach Hause kommt? Wie man im Amazonasdschungel einen anaphylaktischen Schock behandelt?
> Da ja jwd einiges anders läuft, als in einem normalen EH-Kurs wollte ich mal > fragen, ob Interesse besteht, diesen FAQ-Punkt gemeinsam zu erarbeiten.
Es gab mal bei den Johannitern einen Kurs zu dem Thema - Erste Hilfe ohne die Rettungskette... wurde wieder mangels Interesse eingestellt. Vielleicht kann man denen die Kursunterlagen abschwatzen oder es gibt einen, der sie hat.
Ansonsten, wo es Rettungshelis gibt - also quasi in ganz Mitteleuropa und selbst in weiten Teilen Skandinaviens - gilt: Leute am Auskühlen, Verbluten und Ersticken hindern und auf den Heli oder den RTW warten. Herzmassagen und Betatmung machen nur Sinn, wenn der Arzt nicht wesentlich länger als 15-20 Minuten braucht.
Für alles weitere wie Himalaya, Anden, Amazonas, Patagonien etc empfiehlt es sich, mindestens einen Ersthelferkurs zu machen, besser, sich zum Rettungssani ausbilden zu lassen oder einen solchen eben auf die Tour mitzunehmen
> Alleine kann ich das mangels ausreichendem Wissen nicht. Vielleicht > liesst ja ein Arzt oder Rettungsassistent mit, der auch gerne mal > abseits der Zivilisation unterwegs ist.
Also sowas MUSS man IMHO selbst unter fachlicher Anleitung geübt haben - nur mit einer FAQ das abzuhandeln ist fahrlässig
Gruß Ulrike -- * NAMES: Ulrike Schepp COMMERCIALS: Schepp Softwaredesign * EMAIL: schepp@dark.lahn.de (priv.) schepp@schepp-softwaredesign.de * WWW : [externer Link] [externer Link] * SNAIL: Am Berg 1, D-35647 Waldsolms PGP-Key: 0x6945FEF9 on keyservers
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 08.01.05 12:05 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Ulrike Schepp wrote:
> Also sowas MUSS man IMHO selbst unter fachlicher Anleitung geübt haben - > nur mit einer FAQ das abzuhandeln ist fahrlässig
Vielleicht sollte man genau *das* und vielleicht noch, wo man solche Kurse am besten macht, in die FAQ schreiben?
Gruesse
Bela
-- Bela Bauer - bela_b@gmx.net PGP available: 0x97529F5C [externer Link] \ - [externer Link] \
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 09.01.05 13:09 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Ulrike Schepp wrote: > > Und was genau erwartest Du? Wie man mit gebrochenem Bein aus > Zentralsibirien nach Hause kommt? Wie man im Amazonasdschungel einen > anaphylaktischen Schock behandelt? >
Ich denke, es geht da um drei Dinge:
- lebenserhaltende sofortmassnahmen in kritischen situationen. Da fallen Dinge wie stabile Seitenlage genauso drunter wie Anmerkungen zum Bergetod bei Bergung aus kaltem Wasser etc. Hier ist Wissen oftmals sehr hilfreich, um in Situationen handeln zu können, wo es keinen Helikopter gibt oder der erst in einem vielstündigen Fussmarsch verständigt werden kann. Wenn ich jemanden zurücklassen muss, um Hilfe zu holen, dann kann es einen sehr wesentlichen Unterschied machen, wie ich ihn zurücklasse und wenn ich jemandem aus dem eisigen Wasser ziehe, dann kann es einen sehr wesentlichen Unterschied machen, was ich dann mit ihm mache (aufsetzen, gut zureden und warmen Tee einflössen ist zB eine gute Art um jemanden am weiterleben zu hindern) - Infos zu Schlangenbiss etc. fällt da wohl auch drunter (aufschneiden, aussaugen und dann mit Draht abbinden :-( - kommt angeblich immer wieder vor) und natürlich die Schockbehandlung.
- die Standarddinge. Was tun bei Verbrennungen, Brüchen, Augenverletzungen, tiefen Schnitten etc. etc. Da gehts nicht um Leben und Tod, aber um sinnvolle Kleinigkeiten.
- Krankheiten, Standardmedikationen. Durchfall, Verstopfung, Pilzbefall, Fäulnisbefall, Ungeziefer (Zecken, Flöhe, Sandflöhe und andere Parasiten) etc.
Ich denke, dass die meisten Leute, die draussen unterwegs sind, hier viel wissen, aber zumindest mein Wissen ist sicher auch lückenhafter als es sein könnte/sollte. Ich hab schon vier Kurse gemacht, aber vieles ist entfallen und Auffrischungskurse gibts nicht und alle meine Kurse sind für Ersthelfer und nicht Outdoor. Eine FAQ wäre imho schon hilfreich, weil praktische Ausbildung zwar unumgänglich ist, aber Wissen in kritischen Situationen immmer eine Entscheidungshilfe ist. Gerade bei Krankheiten, Ungeziefer etc. - da könnten auch so Naturheilmittel wie fiebersenkende Wickel mit Topfen/Essig/Erde dabei sein.
Interessant wäre zB, was die Leute so in Ihrem Medizintascherl mitnehmen auf längerer Tour. Damit meine ich eine Tour, wo ich maximal 3,4 Tage von Zivilisation entfernt bin.
Ich fang mal mit meiner minimalvariante an:
* sterile Nadeln. * ein steriles skalpell (noch nie benötigt, ich danke dabei an das säubern von wundrändern oder grosse Eiterbeulen - igitt !!) * mullbinden * eine feste mullbinde (so ein gummidings) * 2 aluaufleger für brandverletzungen * wundsalbe * tierkohletabletten viel * so ein elektrolytpulver für akutem brechdurchfall (hatte das einmal und dachte, ich geh drauf dabei) * breitbandantibiotikum * pflaster, compeed, tape * pinzette * schmerztabletten (parkamed, die wirken auch abschwellend) * aspirin * desinfektionsmittel
was ich mir zulegen will, sind so haftklammern für das selbernähen von schnitten. ein freund hat das und das bewährt sich sehr gut, wenn man wieder mal beim brotschneiden nicht aufpasst. Heilt viel schneller als wenn man nur mit pflaster/tape zusammendrückt.
auf langen touren kommt cortisonsalbe dazu. ich neige zu pilzbefall im zehenbereich.
lgp
-- [externer Link]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 06:46 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | peter pilsl wrote:
> Ich fang mal mit meiner minimalvariante an:
[...]
Wenn man zu Fuß unterwegs ist, Leukoplast, Wundauflagen und Bepanthensalbe noch und nöcher. Was braucht man zu Fuß als erstes? Die Füße, was geht als erstes kaputt? Eben, tierische Blasen, selbst im bequemsten Schuh bei 20-40km/Tag. Mit Pflastern braucht man da garnicht erst anzufangen, wer zu Blasen neigt, dem helfen die garnix. Tagsüber beim Wandern gut verbinden (tapen) und Nachts alles ausziehen (An den Füssen). Wenns nachts kalt ist, 'ne lockere Wollsocke (2 Nummern größer als die Schuhgröße) drüberziehen, damit man keine kalten Füße kriegt. Auf eine neue Wundauflage einen cm Salbe und mit dem Band festkleben, am nächsten Morgen wieder abmachen und richtig tapen.
Nach meiner Erfahrung hält der Fuß dann mindestens eine Woche. Die BW-Sani-Methode, aufstechen, Jod rein, verspricht einen kaputten Fuß und große Schmerzen. Die Blase geht ohnehin mit der Zeit von alleine auf, und dann sollte man kein aggressives Zeug drauftun, sondern eine Heilsalbe. (Silicea-Gel/Kieselerde-salbe geht auch) Und nie nicht Desinfektionsmittel auf eine offene Wunde! Außer ganz speziellen Mitteln wirken Desinfektionsmittel alle gleich, sie verklumpen Eiweis und töten dadurch unsere Mitbewohner, die Bakterien. Aus was besteht Blut zu 55%? Aha. Wunde sauber desinfiziert, Patient an Thrombose gestorben, weil das Desimittel in den Blutkreislauf gelangt ist.
Gruß, Markus
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 11:10 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner wrote:
> peter pilsl wrote: > >> Ich fang mal mit meiner minimalvariante an: > > [...] > > Wenn man zu Fuß unterwegs ist, Leukoplast, Wundauflagen und Bepanthensalbe > noch und nöcher. Was braucht man zu Fuß als erstes? Die Füße, was geht als > erstes kaputt?
Die Schuh-FAQ existiert.Da steht auch einiges über Blasen und Co drin. > > Nach meiner Erfahrung hält der Fuß dann mindestens eine Woche. > Die BW-Sani-Methode, aufstechen, Jod rein, verspricht einen kaputten Fuß > und große Schmerzen. > Die Blase geht ohnehin mit der Zeit von alleine auf, und dann sollte man > kein aggressives Zeug drauftun, sondern eine Heilsalbe.
Wenn ich die Blasen nicht aufsteche, kann ich nur unter Schmerzen weitergehen. Von daher erübrigt sich die Diskussion Blasen aufstechen ja/nein für mich.
> (Silicea-Gel/Kieselerde-salbe geht auch) > Und nie nicht Desinfektionsmittel auf eine offene Wunde! Außer ganz > speziellen Mitteln wirken Desinfektionsmittel alle gleich, sie verklumpen > Eiweis und töten dadurch unsere Mitbewohner, die Bakterien. Aus was > besteht Blut zu 55%? Aha. Wunde sauber desinfiziert, Patient an Thrombose > gestorben, weil das Desimittel in den Blutkreislauf gelangt ist.
Du spritzt Desinfektionsmittel in die Venen?
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 12:19 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Steffen Schwientek erwähnte:
>> Die BW-Sani-Methode, aufstechen, Jod rein, verspricht einen >> kaputten Fuß und große Schmerzen. >> Die Blase geht ohnehin mit der Zeit von alleine auf, und dann >> sollte man kein aggressives Zeug drauftun, sondern eine >> Heilsalbe. > > Wenn ich die Blasen nicht aufsteche, kann ich nur unter > Schmerzen weitergehen. Von daher erübrigt sich die Diskussion > Blasen aufstechen ja/nein für mich.
Ack. Blase aseptisch eröffen, entleeren und abkleben ist imo besser als unter Schmerzen weiterzugehen und darauf zu warten, dass die Blase immer weiter wächst und irgendwann in den siffigen Socken endlich aufplatzt.
>> Wunde sauber desinfiziert, Patient an Thrombose gestorben, weil >> das Desimittel in den Blutkreislauf gelangt ist. > > Du spritzt Desinfektionsmittel in die Venen?
Ich wüsste auch gerne, ob Markus diese Erkenntnis aus dem New England Journal oder aus seiner Phantasie ausgegraben hat.
Gruß, Walle
-- [ [externer Link] ]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 12:58 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Walle wrote:
> Ich wüsste auch gerne, ob Markus diese Erkenntnis aus dem New England > Journal oder aus seiner Phantasie ausgegraben hat.
Die stammt von einem EH-Ausbilder der JUH, einem AS-Beauftragten einer Reinungsmittelfirma, die Desimittel vertreibt, sowie Sicherheitsdatenblättern von Desimitteln.
Wenn ein Desimittel nicht medizinisch begutachtet und zugelassen ist, nie nicht auf die blanke Haut, gar eine offene Wunde! Frage einen Arzt oder Apotheker! Es hat schon seinen Grund, daß dieser Spruch ständig in der Werbung wiederholt wird. Der ist nicht nur so zum Spaß da.
Es gibt wirklich Leute, die meinen, der Desireiniger für die Toilette, hmm, steht Desi drauf und da blutet gerade jemand... Argl.
Gruß, Markus
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 13:19 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner wrote: > > Die stammt von einem EH-Ausbilder der JUH, einem AS-Beauftragten einer > Reinungsmittelfirma, die Desimittel vertreibt, sowie > Sicherheitsdatenblättern von Desimitteln. > > Wenn ein Desimittel nicht medizinisch begutachtet und zugelassen ist, nie > nicht auf die blanke Haut, gar eine offene Wunde! Frage einen Arzt oder > Apotheker! Es hat schon seinen Grund, daß dieser Spruch ständig in der > Werbung wiederholt wird. Der ist nicht nur so zum Spaß da. > > Es gibt wirklich Leute, die meinen, der Desireiniger für die Toilette, hmm, > steht Desi drauf und da blutet gerade jemand..
Es mag Leute geben, die das tun. Ich hoffe, wir haben keine hier und ich hoffe wir haben keine Leute hier, die ihr Lysoform mit in den Wald nehmen.
Unter Desinfektionsmittel im Zusammenhang mit einer Wunde verstehe ich zumindests nicht Lysoform und drum finde ich deine originale aussage einfach falsch. Aber evtl. ist die Sprachregelung in D hier anders als in Ösiland.
p
-- [externer Link]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 14:28 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | peter pilsl wrote:
> Unter Desinfektionsmittel im Zusammenhang mit einer Wunde verstehe ich > zumindests nicht Lysoform und drum finde ich deine originale aussage > einfach falsch. Aber evtl. ist die Sprachregelung in D hier anders als > in Ösiland.
Und deshalb vermisse ich einen Punkt EH in der FAQ, damit so ein Blödsinn nicht passiert. Jemand schrieb hier von mit Draht Gliedmaßen abbinden...
Ich möchte auf keinen Outdoorler treffen, der mich mit vermeintlichen Hausmitteln endgültig zu Tode bringt, auch wenn seine Absichten noch so gut sein mögen, sollte ich mal verletzt sein und kein RD kann kommen.
Wenn die Haut noch zu ist bleibt sie das auch, bis man zu einem Krankenhaus oder sonstwie Arzt kommt. Dagegen ist doch wohl nichts einzuwenden?
Wenn die Haut eröffnet ist, muß man mit Geräten und Arzneien Entzündungen vorbeugen. Da ist sicher auch nichts gegen einzuwenden?
Gruß, Markus -- Ein professioneller Rettungsdienst wird nicht kommen.
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 18:00 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner wrote: > peter pilsl wrote: > > >>Unter Desinfektionsmittel im Zusammenhang mit einer Wunde verstehe ich >>zumindests nicht Lysoform und drum finde ich deine originale aussage >>einfach falsch. Aber evtl. ist die Sprachregelung in D hier anders als >>in Ösiland. > > > Und deshalb vermisse ich einen Punkt EH in der FAQ, damit so ein Blödsinn > nicht passiert. Jemand schrieb hier von mit Draht Gliedmaßen abbinden... >
ja, ich schrieb das. als schlechtes *reales* beispiel.
> Ich möchte auf keinen Outdoorler treffen, der mich mit vermeintlichen > Hausmitteln endgültig zu Tode bringt, auch wenn seine Absichten noch so gut > sein mögen, sollte ich mal verletzt sein und kein RD kann kommen. >
ob du alle outdoorler dieser Welt dazu bewegen kannst, die FAQ zu lesen, bleibt abzuwarten :) Das ist das tragische an erster Hilfe: Man kanns oft besser als die anderen, was dann halt gut für die anderen ist :)
> Wenn die Haut noch zu ist bleibt sie das auch, bis man zu einem Krankenhaus > oder sonstwie Arzt kommt. Dagegen ist doch wohl nichts einzuwenden? >
Bei dir selbst natürlich nichts einzuwenden. Du kannst dir auch Lysoform in den Rucksack packen. Ich selbst öffne meine Haut hin und wieder, wenn sie noch zu ist. zB wenn ich eine grosse Blase habe oder wenn ich mir einen "Schiefer" eingezogen habe. Wie sagt man in DE dazu? Ein Holz- oder Metall- oder Plastik- oder sonstwasspan, der unter die Haut oder den Nagel geht und dann abbricht und nur mehr durch öffnen der Haut entfernbar ist und sich sehr leicht entzündet. Vor allem unter dem Nagel .
> Wenn die Haut eröffnet ist, muß man mit Geräten und Arzneien Entzündungen > vorbeugen. Da ist sicher auch nichts gegen einzuwenden? >
Von meiner Seite keinesfalls.
In diesem Sinn "Die Haut ist eröffnet" :)
lgp
-- [externer Link]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 18:06 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | peter pilsl <pilsl@goldfisch.at> writes:
> Markus Machner wrote: > >> Wenn die Haut eröffnet ist, muß man mit Geräten und Arzneien Entzündungen >> vorbeugen. Da ist sicher auch nichts gegen einzuwenden? >> > > Von meiner Seite keinesfalls. > > In diesem Sinn "Die Haut ist eröffnet" :)
Das kann man kürzer sagen:
Haut ab!
-- David Kastrup, Kriemhildstr. 15, 44793 Bochum
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 19:28 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hi David Kastrup, Du schriebst:
>> In diesem Sinn "Die Haut ist eröffnet" :) > Das kann man kürzer sagen: > Haut ab!
Haut drauf!
Die "trockengelegte" Haut bitte _drauf_ lassen. -- MfG Marco, der keinen Sinn darin sieht, ein Eröffnen der Blase öffentlich zu propagieren..
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 19:41 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | [...]
Hm.., ersetze "der Blase" durch "von Blasen"!
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 23:05 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner erwähnte:
>> Ich wüsste auch gerne, ob Markus diese Erkenntnis aus dem New >> England Journal oder aus seiner Phantasie ausgegraben hat. > > Die stammt von einem EH-Ausbilder der JUH, einem AS-Beauftragten > einer Reinungsmittelfirma, die Desimittel vertreibt, sowie > Sicherheitsdatenblättern von Desimitteln. > > Wenn ein Desimittel nicht medizinisch begutachtet und zugelassen > ist, nie nicht auf die blanke Haut, gar eine offene Wunde! Frage > einen Arzt oder Apotheker! Es hat schon seinen Grund, daß dieser > Spruch ständig in der Werbung wiederholt wird. Der ist nicht nur > so zum Spaß da.
Und nicht ohne Grund hat Herr Propper keine Approbation, sondern einen Meisterbrief. :o)
> Es gibt wirklich Leute, die meinen, der Desireiniger für die > Toilette, hmm, steht Desi drauf und da blutet gerade jemand...
Tut mir Leid, aber so hirnig konnte ich nicht denken, um zu verstehen, dass du vor dem Missbrauch von Domestos & Co. als Wunddesinfektionsmittel warnen wolltest.
Gruß, Walle
-- [ [externer Link] ]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 12:46 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner wrote: > > Nach meiner Erfahrung hält der Fuß dann mindestens eine Woche. > Die BW-Sani-Methode, aufstechen, Jod rein, verspricht einen kaputten Fuß und > große Schmerzen. <> > Und nie nicht Desinfektionsmittel auf eine offene Wunde! <> >Wunde sauber desinfiziert, Patient an Thrombose > gestorben, weil das Desimittel in den Blutkreislauf gelangt ist. >
Bullshit !! (sorry) Woher hast du denn diese Märchen? Wo tust du das Desinfektionsmittel denn hin? Trinken? In die Augen? Auf geschlossene Wunden? In den Mistkübel?
Also kleine Blasen bleiben zu und Wundcreme+Pflaster drauf. Grosse Blasen werden aufgestochen, mit Desinfektionsmittel gefüllt, Wundcreme drauf + Pflaster. Wenn meine Blase 1cm vorsteht, weil sie so prall gefüllt und ausserdem entzündet ist, dann kann ich nicht weitergehen, weil jeder Schritt eine Höllenqual ist. Aufstechen, Entzündung behandeln und dann entspannt und schmerzfrei weitergehen.
An neuralgischen Stellen kommt vor längeren Touren Compeed drauf, dann gibts auch keine Blasen.
Nochmal: Desinfektionsmittel ist dazu da, offene Wunden zu desinfizieren und eine ordentliche Entzündung derselben zu verhindern. Ab einer gewissen Wundgrösse (grossflächige Verbrennungen etc.) darf man nicht mehr die Standardmittel nehmen, aber da ist ei Krankenhaus eh anzuraten, aber für Aufschürfungen, Blasen, Schnitte etc. ist es IMO genau das Richtige.
lgp
-- [externer Link]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 13:13 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | peter pilsl wrote:
> Wenn meine Blase 1cm vorsteht, weil sie so prall > gefüllt und ausserdem entzündet ist
Entzündet? Eine geschlossene Blase? Du mogelst. Eine 1cm Blase hält unbehandelt auch keinen Tag durch, behandelt wahrscheinlich auch nicht, davon ausgehend, daß für diesen Fuß noch einige Kilometer kommen.
An dieser Schutzreaktion des Körpers soll man nicht herumbasteln, solange sie hält. Danach muß man sie halt behandeln, wie jede andere Verletzung auch.
Gruß, Markus
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 13:24 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner wrote: > > Entzündet? Eine geschlossene Blase? Du mogelst. > Eine 1cm Blase hält unbehandelt auch keinen Tag durch, behandelt > wahrscheinlich auch nicht, davon ausgehend, daß für diesen Fuß noch einige > Kilometer kommen. >
1cm ist übertrieben, aber möglich und 0.5 eher schon die regel. Entzündungswahrscheinlichkeit steigt mit dem aufstechen an. darum desinfektionsmittel drauf. wenn sich die blase dann wieder schliesst und drunter entzündet, dann habe ich eine geschlossene blase mit entzündung darunter.
> An dieser Schutzreaktion des Körpers soll man nicht herumbasteln, solange > sie hält. Danach muß man sie halt behandeln, wie jede andere Verletzung > auch.
Wenn man weitergehen will, muss man die Schutzreaktion des Körpers übergehen und nimmt damit das Risiko einer Entzündung in Kauf, die man vorbeugend behandeln muss, weil es sonst sicher zu einer kommt. Ich schmiere nach schlechten diesbezüglichen Erfahrungen Blasen immer dick und mehrmals mit Wundsalbe ein.
lgp
ps: ein tip für compeed-fans: das pflaster geht von selbst ab. Mein heftiger Ruck unter der Dusche hat nicht das Pflaster gelöst, sondern die Haut unter dem nicht so kleinen Pflaster. AUA !!!
-- [externer Link]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 14:05 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | peter pilsl wrote:
> cm ist übertrieben, aber möglich und 0.5 eher schon die regel. > Entzündungswahrscheinlichkeit steigt mit dem aufstechen an.
Deswegen bleibt sie ja auch zu. Du hast jetzt, wenn Du weiterlaufen willst, das natürliche Polster der Blase, die Du steril abdeckst und abklebst.
Und wow, was eine Streiterei wegen Blasen, was passiert, wenn ich eine lebensbedrohliche Verletzung anführe? (Schlangenbiss einer Giftschlange oder so, Wie sieht das jetzt mit Medikamenten aus? oder Oberschenkelbruch, der ist unbehandelt tödlich?)
Gruß, Markus, der sich jetzt lieber einen Bunker bastelt, als je wieder in die weite Welt zu ziehen, Schade eigentlich.
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 14:32 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner wrote: > > Und wow, was eine Streiterei wegen Blasen, was passiert, wenn ich eine > lebensbedrohliche Verletzung anführe? (Schlangenbiss einer Giftschlange > oder so, Wie sieht das jetzt mit Medikamenten aus? oder Oberschenkelbruch, > der ist unbehandelt tödlich?) >
Die Streiterei weil du behauptet hast, man darf kein Desinfektinsmittel auf offene Wunden geben !! nicht wegen den Blasen. Blase aufstechen oder nicht ist eine Frage der Philosophie ;)
Diagnose und Behandlung des letalen Oberschenkelbruches in der Wildnis? Was ist das schon wieder für eine Raubersgeschichte? Oberschenkelbruch würde ich schienen wie jeden anderen Bruch. Wenn innere Verletzungen oder die Hauptader verletzt, dann wirds kritisch. Oder wenn ein Oberschenkelhalsbruch. Bei letzterem hab ich keine Ahnung wie man diagnostitziert oder behandelt ..
> Gruß, > Markus, der sich jetzt lieber einen Bunker bastelt, als je wieder in die > weite Welt zu ziehen, Schade eigentlich.
pass halt auf, dass du beide sorten desinfektionsmittel mit nimmst, falls dir eine Konservendose auf den Fuss fallt.
p
-- [externer Link]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 16:41 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner schrieb:
> Und wow, was eine Streiterei wegen Blasen, was passiert, wenn ich eine > lebensbedrohliche Verletzung anführe?
Vermutlich weniger, weil dann nicht so viele mitreden können. Marschblasen hat so ziemlich jeder hier schon mal gehabt. Herzinfarkte, Schlangenbisse und Oberschenkelbrüche sind hier vermutlich weniger vertreten.
Ich habe übrigens den Eindruck, dass das Problem falsch angegangen wird. Ein "strapaziertes Knie" würde ich nicht unter "Erste Hilfe" einordnen. "Erste Hilfe" war für mich bislang immer mit Un- bzw. Notfall verbunden.
Für eine EH-FAQ würde ich zunächst mal fragen, welche Arten der "Unpässlichkeit" bzw. welche Schwierigkeiten outdoors überwiegend anzutreffen sind. Das wären vermutlich übertriebene Kälte/Hitze, Knochenbrüche, Fieber, Durchfall.
Ich denke auch, dass die wenigsten outdoorer Morphiumspritzen im Gepäck haben. Steffen z.B. nimmt für'n halbes Jahr nur 4kg mit. Da ist für Morphium nun wirklich kein Platz mehr. Ein Hinweis auf schmerzstillende Spritzen hielte ich daher in einer outdoor-EH-FAQ für fehl am Platz. Dann kommt nämlich als nächstes der Hinweis auf die mobile Röntgen-Station (Gibt's sowas noch nicht im Mobil-Telefon?).
Uns geht's ja vielmehr darum, im Falle eines Falles aus dem Wenigen, das man dabei hat, möglichst viel zu machen. Und bei einer FAQ soll das dann möglichst knapp zusammengefasst werden. Wir wollen hier schließlich nicht den Outdoor-Pschyrembel verfassen.
Schönen Gruß,
Jochen
P.S.: "FAQ" bedeutet bekanntlich "frequently asked questions". Die Frage nach der "Ersten Hilfe" ist sicherlich interessant, aber "frequently asked" ist sie hier ehrlich gesagt nicht...
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 16:50 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Jochen Diestel <jochen.diestel@gmx.de> writes:
> Ich denke auch, dass die wenigsten outdoorer Morphiumspritzen im > Gepäck haben. Steffen z.B. nimmt für'n halbes Jahr nur 4kg mit.
Wer outdoors 4kg Morphium im Halbjahr verbraucht, sollte wirklich überlegen, ob er nicht zu Hause besser aufgehoben wäre.
SCNR
-- David Kastrup, Kriemhildstr. 15, 44793 Bochum
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 17:27 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | David Kastrup schrieb:
> Jochen Diestel <jochen.diestel@gmx.de> writes: > > >>Ich denke auch, dass die wenigsten outdoorer Morphiumspritzen im >>Gepäck haben. Steffen z.B. nimmt für'n halbes Jahr nur 4kg mit. > > > Wer outdoors 4kg Morphium im Halbjahr verbraucht, sollte wirklich > überlegen, ob er nicht zu Hause besser aufgehoben wäre.
Journalistik studiert, oder woher hast du das Zitiertalent? :-)
Schönen Gruß,
Jochen, der bei dieser Gelegenheit alle Angestellten des Springer-Verlages grüßt...
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 23:05 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | David Kastrup zitierte:
>> Ich denke auch, dass die wenigsten outdoorer Morphiumspritzen im >> Gepäck haben. Steffen z.B. nimmt für'n halbes Jahr nur 4kg mit.
*lol*
Gruß, Walle
-- [ [externer Link] ]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 16:39 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | peter pilsl wrote:
> Wenn man weitergehen will, muss man die Schutzreaktion des Körpers > übergehen und nimmt damit das Risiko einer Entzündung in Kauf,
Das kann man so machen, darf es aber anderen Leuten nicht empfehlen, weil das dann rechtlich wieder relevant wird.
Eben genau da fehlt für outdoorinteressierte ein EH-Punkt in der FAQ.
Stell dich nicht so an, ich mache das genauso, könnte einen Rechtsanwalt auf den Plan zaubern, andererseits aber die einzige Möglichkeit sein. Ein professioneller Rettungsdienst wird in absehbarer Zeit nicht kommen.
Die Gruppe hier heisst Outdoor. Wenn ich in drei Minuten den RD haben will frage ich in de.etc.notfallrettung nach, wie das geht oder rufe die 112 an, damit das auch passiert.
Gruß, Markus
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 18:07 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Machner wrote: > peter pilsl wrote: > > >>Wenn man weitergehen will, muss man die Schutzreaktion des Körpers >>übergehen und nimmt damit das Risiko einer Entzündung in Kauf, > > Stell dich nicht so an, ich mache das genauso, könnte einen Rechtsanwalt auf > den Plan zaubern, andererseits aber die einzige Möglichkeit sein. Ein > professioneller Rettungsdienst wird in absehbarer Zeit nicht kommen. >
Ich dachte, du machst es eben nicht und auf keinen Fall und nie so, weil das Eiweis klumpt und man dann an einer oder mehreren Trombosen stirbt? Und wer schickt mir den Rechtsanwalt, weil ich empfehle eine Blase aufzustechen??
> Die Gruppe hier heisst Outdoor. Wenn ich in drei Minuten den RD haben will > frage ich in de.etc.notfallrettung nach, wie das geht oder rufe die 112 an, > damit das auch passiert. >
die gruppe heisst zumindest nicht "america.lawyer.extreme" und auch nicht "de.med.gruselgeschichten" ;)
lgp
-- [externer Link]
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 11.01.05 09:49 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | peter pilsl schrieb:
> Und wer schickt mir den Rechtsanwalt, weil ich empfehle eine Blase > aufzustechen?? >
Chappi?
SCNR,
Jochen
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 11.01.05 11:18 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Jochen Diestel schrieb: >> Und wer schickt mir den Rechtsanwalt, weil ich empfehle eine Blase >> aufzustechen?? > Chappi? Falls Du Vergissmeinnicht bzw. Enzian meinen solltest, der ist AFAIK Arzt und der flickt das Opfer dann selbst zusammen. -- Gruß Rainer Lampi[tm] on Tour: [externer Link] Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, daß er genug davon habe. (Rene Descartes, frz. Mathematiker u. Philosoph, 1596-1650)
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 11.01.05 14:20 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Lampi [tm] schrieb:
> Jochen Diestel schrieb: > >>> Und wer schickt mir den Rechtsanwalt, weil ich empfehle eine Blase >>> aufzustechen?? >> >> Chappi? > > Falls Du Vergissmeinnicht bzw. Enzian meinen solltest, der ist AFAIK > Arzt und der flickt das Opfer dann selbst zusammen.
Genau, unseren Herrn Dr. med. aus der Schweiz meine ich. Ich dachte nur, dass der vielleicht ausreichend Muße haben könnte, um Peter wegen seines radikalen Ansatzes zu verklagen. :-)
Fällt mir übrigens erst jetzt auf, dass er sich ausgerechnet in diesem Thread, wo er vielleicht wirklich mal als Arzt etwas fundiertes beitragen könnte, vollkommen raus hält.
Es scheint wohl ein Geltungsbedürfnis vorzuliegen, gepaart mit dem Wunsch, möglichst wenig hilfreich zu sein. :-)
Schönen Gruß,
Jochen
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 10.01.05 16:16 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | On Sun, 09 Jan 2005 13:09:55 +0100, peter pilsl <pilsl@goldfisch.at> wrote:
>Ich fang mal mit meiner minimalvariante an: >
Hätte ich jetzt einige härtere Einsprüche, wobei ich mit entsprechender Quellensuche sicherlich beide Seiten untermauern könnte *lol*.
Viel wichtiger als das richtige Medikament, die richtige Versorgung, ist es die Ruhe zu bewahren - dann kann sogar Cortison mal die korrekte Wahl sein. Versuch's beim nächsten Mal mit Watte.
gruß
karl
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 18.01.05 00:26 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | peter pilsl wrote:
> Ulrike Schepp wrote: >> >> Und was genau erwartest Du? Wie man mit gebrochenem Bein aus >> Zentralsibirien nach Hause kommt? Wie man im Amazonasdschungel einen >> anaphylaktischen Schock behandelt? >> > > Ich denke, es geht da um drei Dinge: > > - lebenserhaltende sofortmassnahmen in kritischen situationen. Da fallen > Dinge wie stabile Seitenlage genauso drunter wie Anmerkungen zum > Bergetod bei Bergung aus kaltem Wasser etc.
Hilft nix.
Was Du hier theoretisch ansprichst kann in der Realität komplizierter sein. Schön und gut wenn ich weiß, wie ich einen Druckverband anlege oder einen Puls fühle (FAQ-Bercihtauglich). Was aber mache ich, wenn der Bursche blutet, ohnmächtig ist, möglicherweise sich eine Wirbelsäulenverletzung durch einen Sturz zugezogen hat und sich zudem in einem gefährdeten Bereich befindet ? Da er ohnmächtig ist, kann er zudem nicht sagen ob er seine Beine noch fühlt.
Für solche realistische Situationen benötigt man ein Ablaufschema. Was wird wann gemacht, und was im Falle eines Zwischenfalls. Und solche Schemen müssen gepaukt werden, sonst nutzen sie nix. Daher ist eine FAQ schlichtweg Quark für ein solch komplexes Thema, bei dem es zudem um so wichtige Fragen wie das Leben geht.
Alex
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 19.01.05 16:50 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Alexander Beck schrubte:
> Was aber mache ich, wenn der Bursche > blutet, Priorität 3
> ohnmächtig ist, Priorität 2
> möglicherweise sich eine Wirbelsäulenverletzung > durch einen Sturz zugezogen hat Egal
> und sich zudem in einem gefährdeten > Bereich befindet ? Priorität 1 (wenn man sich auskennt, Eigensicherung geht vor!)
Solche Konstruktionen eignen sich, Leuten den Spaß an erster Hilfe zu nehmen :(
Besuche einen EH-Kurs! Da werden solche spinnerten Sachen wirksam ausgetrieben.
Zu Deinem Kunstrukt, Bergwacht rufen, da selbst unfähig, diese rettet und macht BLS, die Wirbelsäule ist egal. Hoffentlich weisst Du wo die nächste Talstation ist oder hast ein Handy (Auch Mobiltelefon genannt oder eine Handfunke, gar einen Lawinenmelder)
Und nicht vergessen, wo ist/sind der/die Partner des Verunglückten? Die könnten auch verunglückt sein...
Gruß, Markus -- Gesunder Rücken, aber tot. (Was mache ich, wenn die Wirbelsäule verletzt ist? Kannst Du das erkennen? Was machst Du, wenn er nicht mehr atmet?)
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 18.01.05 00:41 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | peter pilsl wrote:
> - die Standarddinge. Was tun bei Verbrennungen, Brüchen, > Augenverletzungen, tiefen Schnitten etc. etc. Da gehts nicht um Leben > und Tod, aber um sinnvolle Kleinigkeiten.
Falsch. Verbrennungen sind ab einem gewissen Grad und Prozentsatz an verbrannter Haut lebensgefährlich (Schock - gehört neben der Erhaltung der Atmung und Verhinderung der Unterkühlung zu den elementaren Bestandteilen, wenn ich jmd. am Leben erhalten will).
> - Krankheiten, Standardmedikationen. Durchfall, Verstopfung, Pilzbefall, > Fäulnisbefall, Ungeziefer (Zecken, Flöhe, Sandflöhe und andere > Parasiten) etc.
Problem: Allergien gegen Medizin, Unverträglichkeiten von Medizin untereinander, Nebenwirkungen. Schon einmal die Packungsbeilage von dem Zeugs gelesen ? Ist etwas komplizierter als "Aspirin gut, nimm wenn Schädel brummt".
> > > Interessant wäre zB, was die Leute so in Ihrem Medizintascherl mitnehmen > auf längerer Tour. Damit meine ich eine Tour, wo ich maximal 3,4 Tage > von Zivilisation entfernt bin. > > Ich fang mal mit meiner minimalvariante an: > > * sterile Nadeln.
Nadeln bedeuten Spritzen und somit ein medizinischer Eingriff. Ist nur einer entsprechend ausgebildeten Person gestattet, der Rest bekommt Ärger, sollte der Gespritzte die Prozedur überleben und vor Gericht ziehen.
> * wundsalbe > * tierkohletabletten viel > * so ein elektrolytpulver für akutem brechdurchfall (hatte das einmal > und dachte, ich geh drauf dabei) > * breitbandantibiotikum > * aspirin > * schmerztabletten (parkamed, die wirken auch abschwellend)
Medikamente aus der Apotheke darf ebenfalls nur eine entsprechend ausgebildete Person an Dritte abgeben. Sollten die Medikamente nur für Dich sein ist die Sache ok, gibst Du sie Deinem Kollegen und er bekommt Probleme, bekommst Du Probleme vor Gericht (außer Du bist Arzt / Apotheker).
> was ich mir zulegen will, sind so haftklammern für das selbernähen von > schnitten. ein freund hat das und das bewährt sich sehr gut, wenn man > wieder mal beim brotschneiden nicht aufpasst. Heilt viel schneller als > wenn man nur mit pflaster/tape zusammendrückt.
Wundklebestreifen nennen sich die Dinger und funktionieren tun sie recht gut. Nähen fällt wie der Rest meiner Predigt unter rechtlich nicht erlaubt.
Alex
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 18.01.05 10:07 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Alexander Beck wrote: > peter pilsl wrote: > > > Ich fang mal mit meiner minimalvariante an: > > > > * sterile Nadeln. > > Nadeln bedeuten Spritzen und somit ein medizinischer Eingriff. Ist nur einer > entsprechend ausgebildeten Person gestattet, der Rest bekommt Ärger, sollte > der Gespritzte die Prozedur überleben und vor Gericht ziehen.
Wie kommst du auf diese Einschätzung?
Ich vermute, du hast bereits den Begriff Nadel falsch verstanden. Nach meiner Interpretation meint Peter damit eine Nadel zum Aufstechen von zB Blasen, im Extremfall auch zum Nähen von Platzwunden. Du scheinst sie als Kanülen zu verstehen.
Zweitens ist deine Interpretation des Strafgesetzes (zumindest nach deutschem Recht) unvollständig. Medizinische Eingriffe, gelten nach dem Gesetz als Körperverletzung. Allerdings kann eine Körperverletzung durch Einwilligung gerechtfertigt werden. Bei medizinisch indizierten Eingriffen durch medizinisches Fachpersonal werden an die Einwilligung hohe Anforderungen gestellt, insbesondere an eine umfangreiche Aufklärung des Patienten über Sinn, Ablauf und Risiken der Behandlung, bevor eine wohlinformierte Einwilligung möglich ist.
In einer Notsituation sind die Anforderungen erheblich geringer. Da kann auch jemand ohne formelle medizinische Ausbildung tätig werden, wenn qualifizierte Hilfe nicht rechtzeitig erreichbar ist.
Ein möglichst aktueller Erste-Hilfe-Kurs, vielleicht eine Vorstellung von der menschlichen Anatomie und weitergehende Informationen über Notfallmaßnahmen bei typischen Situationen abseits der Zivilisation kann und sollte also auch ein medizinischer Laie erwerben. Und wenn es drauf ankommt, darf er diese Kenntnisse auch anwenden, ohne Probleme mit dem Gesetz befürchten zu müssen.
Auch wenn er bei den improvisierten Norfallmaßnahmen Fehler macht, sind diese nicht strafbar, anders sieht das nur aus, wenn er sich und seine Fähigkeiten einerseits und die Situation grob falsch eingeschätzt hat. Insbesondere wenn professionelle Hilfe zuverlässig hätte herangezogen werden können.
Ciao Henning
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 21.01.05 02:07 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Ganz genau Henning!
Ich denke mal, dass jeder der so intelligent ist sich in der Wildnis oder auf dem Berg zurechtzufinden, auch so intelligent ist im Notfall das richtige zu tun, auch wenn er über ein gewisses Maß an Erster Hilfe hinausgeht. Im Falle eines Falles ziehen Richter immer Sachverständige heran. Das sind in solchen Fällen immer Ärzte. Und die Ärztekammer steht übermäßiger erster Hilfe sehr kritisch gegenüber (um nicht zu sagen haben die eher die Einstellung, dass man jemanden lieber verrecken lassen sollte, weil nur ein Arzt befugt ist Leben zu retten...) aber die sind in der Vergangenheit schon sehr oft übergangen worden, weil die Hilfe, wenn sie Verhältnismässig erscheint, auch angebracht ist. Natürlich kriegt man wegen einer Tracheotomie auf der Wiese vor dem Krankenhaus einen drüber, aber in der Steppe?
Dirk
"Henning Schlottmann" <h.schlottmann@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag news:3542e6F4ihanhU1@individual.net... > Alexander Beck wrote: >> peter pilsl wrote: >> >> > Ich fang mal mit meiner minimalvariante an: >> > >> > * sterile Nadeln. >> >> Nadeln bedeuten Spritzen und somit ein medizinischer Eingriff. Ist nur >> einer >> entsprechend ausgebildeten Person gestattet, der Rest bekommt Ärger, >> sollte >> der Gespritzte die Prozedur überleben und vor Gericht ziehen. > > Wie kommst du auf diese Einschätzung? > > Ich vermute, du hast bereits den Begriff Nadel falsch verstanden. Nach > meiner Interpretation meint Peter damit eine Nadel zum Aufstechen von zB > Blasen, im Extremfall auch zum Nähen von Platzwunden. Du scheinst sie > als Kanülen zu verstehen. > > Zweitens ist deine Interpretation des Strafgesetzes (zumindest nach > deutschem Recht) unvollständig. Medizinische Eingriffe, gelten nach dem > Gesetz als Körperverletzung. Allerdings kann eine Körperverletzung durch > Einwilligung gerechtfertigt werden. Bei medizinisch indizierten > Eingriffen durch medizinisches Fachpersonal werden an die Einwilligung > hohe Anforderungen gestellt, insbesondere an eine umfangreiche > Aufklärung des Patienten über Sinn, Ablauf und Risiken der Behandlung, > bevor eine wohlinformierte Einwilligung möglich ist. > > In einer Notsituation sind die Anforderungen erheblich geringer. Da kann > auch jemand ohne formelle medizinische Ausbildung tätig werden, wenn > qualifizierte Hilfe nicht rechtzeitig erreichbar ist. > > Ein möglichst aktueller Erste-Hilfe-Kurs, vielleicht eine Vorstellung > von der menschlichen Anatomie und weitergehende Informationen über > Notfallmaßnahmen bei typischen Situationen abseits der Zivilisation kann > und sollte also auch ein medizinischer Laie erwerben. Und wenn es drauf > ankommt, darf er diese Kenntnisse auch anwenden, ohne Probleme mit dem > Gesetz befürchten zu müssen. > > Auch wenn er bei den improvisierten Norfallmaßnahmen Fehler macht, sind > diese nicht strafbar, anders sieht das nur aus, wenn er sich und seine > Fähigkeiten einerseits und die Situation grob falsch eingeschätzt hat. > Insbesondere wenn professionelle Hilfe zuverlässig hätte herangezogen > werden können. > > Ciao Henning
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 21.01.05 12:24 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Dille wrote:
Bitte trage deinen vollen Namen in dein Profil ein, gerne auch als
Dirk 'Dille' Leyhe.
Das gilt hier im de-Usenet als höflich und erhöht die Bereitschaft zu ausführlichen Antworten.
Ach und bitte schau mal bei [externer Link] rein. Deine Artikel könnten noch verbessert werden.
> Ich denke mal, dass jeder der so intelligent ist sich in der Wildnis oder > auf dem Berg zurechtzufinden, auch so intelligent ist im Notfall das > richtige zu tun, auch wenn er über ein gewisses Maß an Erster Hilfe > hinausgeht. Im Falle eines Falles ziehen Richter immer Sachverständige > heran.
Derartige Fälle kommen gar nicht erst vor Gericht, weil erstens kaum je Anzeige erstattet wird und zweitens die Staatsanwaltschaften sofort einstellen würden.
> Das sind in solchen Fällen immer Ärzte. Und die Ärztekammer steht > übermäßiger erster Hilfe sehr kritisch gegenüber (um nicht zu sagen haben > die eher die Einstellung, dass man jemanden lieber verrecken lassen sollte, > weil nur ein Arzt befugt ist Leben zu retten...)
Diese Einschätzung kann ich nicht teilen. Alle Ärzte, Rettungsassistenten, Sanitäter, EH-Ausbilder und Krankenschwestern in meinem Familien- und Freundeskreis stimmen völlig darin überein, dass man es Ersthelfern so leicht wie möglich machen muss, sich an den Verletzten ranzutrauen. Und dass jede Form der Strafverfolgung da kontraproduktiv ist.
> aber die sind in der > Vergangenheit schon sehr oft übergangen worden, weil die Hilfe, wenn sie > Verhältnismässig erscheint, auch angebracht ist. > Natürlich kriegt man wegen einer Tracheotomie auf der Wiese vor dem > Krankenhaus einen drüber, aber in der Steppe?
Im Ergebnis liegen wir also in unserer Bewertung gleich ...
Ciao Henning
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 21.01.05 18:32 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | >> Ich denke mal, dass jeder der so intelligent ist sich in der Wildnis oder >> auf dem Berg zurechtzufinden, auch so intelligent ist im Notfall das >> richtige zu tun, auch wenn er über ein gewisses Maß an Erster Hilfe >> hinausgeht. Im Falle eines Falles ziehen Richter immer Sachverständige >> heran. > > Derartige Fälle kommen gar nicht erst vor Gericht, weil erstens kaum je > Anzeige erstattet wird und zweitens die Staatsanwaltschaften sofort > einstellen würden.
Kann ich nicht teilen, immerhin ist bei jeder Art von Verletztungen bei der zweite ihre Hand im Spiel haben der Staatsanwalt verpflichtet der Sache nachzugehen. BSP: Mein Freund hatte einen Unfall. Beim Aussteigen aus dem Wagen habe ich mir einen Glassplitter eingefahren und das fiel dem Polizisten auf (ansonsten nichts, nicht mal ein Schleudertrauma, was schon an ein Wunder grenzte). Der Staatsanwalt hat wegen fahrlässiger Körpervrletzung im Strassenverkehr ermittelt (wegen einem kleinsten Schnitt wohlgemerkt). Das Verfahren wurde dann zwar wirklich wegen Gringfügigkeit eingestellt und weil ein öffentliches Interesse der Strafverfolgung nicht bestand (das wird wohl immer vom Staatsanwalt gefragt, warum auch immer). Letzteres würde aber bei einem Oberschenkelbruch mit Verdienstausfall, Krankenhaus, etc. und ggf. falscher Behandlung/Erster Hilfe anders aussehen...
>> Das sind in solchen Fällen immer Ärzte. Und die Ärztekammer steht >> übermäßiger erster Hilfe sehr kritisch gegenüber (um nicht zu sagen haben >> die eher die Einstellung, dass man jemanden lieber verrecken lassen >> sollte, >> weil nur ein Arzt befugt ist Leben zu retten...) > > Diese Einschätzung kann ich nicht teilen. Alle Ärzte, > Rettungsassistenten, Sanitäter, EH-Ausbilder und Krankenschwestern in > meinem Familien- und Freundeskreis stimmen völlig darin überein, dass > man es Ersthelfern so leicht wie möglich machen muss, sich an den > Verletzten ranzutrauen. Und dass jede Form der Strafverfolgung da > kontraproduktiv ist. >
Die meisten Ärzte die ich kenne und sämtliche Sanitäter etc. teilen das wirklich. Nur dummerweise nicht die Vereinigung der Ärzte, die vor Gericht als Sachverständige im Schadensfall und Frage nach falscher Erster Hilfe nachgehen. Da gab es wirklich viele Fälle, wo bestellte Ärzte der Ärztekammer manchen Angeklagten am liebsten aufs Schafott gebracht hätten... Seit einigen Jahren (sogar Jahrzehnten) gibt es aber immer öfter Fälle, wo das Gericht die Meinung dieser Sachverständigen übergeht und sich anders ausspricht. Aber das hatte ich bereits gepostet...
> Im Ergebnis liegen wir also in unserer Bewertung gleich ...
Das denke ich auch, und jeder halbwegs intelligente Mensch würde das glaube ich ähnlich sehen. Es ist halt immer eine Frage das Abwägens. Und so lange man meint mehr zu helfen als zu schaden, sollte man sich ein Herz nehmen. Natürlich sollten sich Fans von Prof. Brinkmann und Co. etwas zurücknehmen ("Ah, endlich kann ich mal mit einem stumpfen Messer einen Blinddarm wegschneiden") und Leute denen Titanic bereits zu blutig war etwas zusammennehmen ("Was meinst du mit Blase aufstechen?IHhhhhhhhhhhhhh").
Grüsse
Dille
PS: Ich hoffe die Namensänderung ist so im allgemeinen Interesse und steht jetzt auch da... Bin halt neu. Was soll ich sagen ;o)
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Erste Hilfe | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 23.01.05 02:49 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | "Dille \(Dirk Leyhe\)" <mail@dirkleyhe.de> wrote: >> Derartige Fälle kommen gar nic
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