Nur wo man zu Fuß war, war man wirklich 


  
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen06.01.05 14:56 Uhr
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Hallo alle

Ich habe gerade mal in die FAQ dieser Gruppe geschaut und vermisse den Punkt
Erste Hilfe/medizinische Versorgung Outdoor.

Da ja jwd einiges anders läuft, als in einem normalen EH-Kurs wollte ich mal
fragen, ob Interesse besteht, diesen FAQ-Punkt gemeinsam zu erarbeiten.

Alleine kann ich das mangels ausreichendem Wissen nicht. Vielleicht liesst
ja ein Arzt oder Rettungsassistent mit, der auch gerne mal abseits der
Zivilisation unterwegs ist.

Ziel soll nicht sein, ein Buch zu schreiben (Da gibt es ja ein paar),
sondern die FAQ zu ergänzen.

Vielleicht kann man mit Fallbeispielen arbeiten und den Unterschied zwischen
RD-Maßnahmen und Outdoormaßnahmen herausarbeiten. (Umgang mit Medikamenten,
Rechtliche Dinge)

Gruß,
Markus
--
Mift, verletzt, der Rettungsdienst wird nicht kommen, was nun?
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen06.01.05 22:25 Uhr
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Markus Machner schrieb:

> Ich habe gerade mal in die FAQ dieser Gruppe geschaut und vermisse den Punkt
> Erste Hilfe/medizinische Versorgung Outdoor.
>
> Da ja jwd einiges anders läuft, als in einem normalen EH-Kurs wollte ich mal
> fragen, ob Interesse besteht, diesen FAQ-Punkt gemeinsam zu erarbeiten.
Hallo Markuss,

hier:

[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster

wird an einem Kletterbuch "gebastelt". Da die das auch interessiert,
könnte man da ja ein weiteres Kapitel einfügen.

Die Schuh- FAQ ist auf ähnliche Weise relativ schnell entstanden.

--
Gruß Rainer
Lampi[tm] on Tour: [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn
jedermann ist überzeugt, daß er genug davon habe. (Rene Descartes, frz.
Mathematiker u. Philosoph, 1596-1650)

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen07.01.05 08:27 Uhr
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"Lampi [tm]" <rainer@lampatzer.de> writes:

Hallo,

> hier:
>
> [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster
>
> wird an einem Kletterbuch "gebastelt". Da die das auch interessiert, könnte
> man da ja ein weiteres Kapitel einfügen.

an einem solchen Kapitel wird bereits gearbeitet:

[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster

Neue Mitarbeiter sind herzlich willkommen.

Gruß Thomas
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen07.01.05 09:25 Uhr
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Lampi [tm] wrote:

>
> Markus Machner schrieb:
>
>> Ich habe gerade mal in die FAQ dieser Gruppe geschaut und vermisse den
>> Punkt Erste Hilfe/medizinische Versorgung Outdoor.
>>
>> Da ja jwd einiges anders läuft, als in einem normalen EH-Kurs wollte ich
>> mal fragen, ob Interesse besteht, diesen FAQ-Punkt gemeinsam zu
>> erarbeiten.

Gute Idee, fang mal an.

> Hallo Markuss,
>
> hier:
>
> [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster
>
> wird an einem Kletterbuch "gebastelt". Da die das auch interessiert,
> könnte man da ja ein weiteres Kapitel einfügen.
>
> Die Schuh- FAQ ist auf ähnliche Weise relativ schnell entstanden.

Wenn es eine dro-faq werde soll, müßte hier erstmal ein Rohentwurf, oder
zumindest einige Ideen stehen, bevor man aufs Wiki zurückgreifen kann.

Die Feinarbeit kann dann im Wiki erfolgen.

Steffen

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen07.01.05 13:27 Uhr
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Steffen Schwientek wrote:

> Lampi [tm] wrote:
>
>>
>> Markus Machner schrieb:
>>
>>> Ich habe gerade mal in die FAQ dieser Gruppe geschaut und vermisse den
>>> Punkt Erste Hilfe/medizinische Versorgung Outdoor.
>>>
>>> Da ja jwd einiges anders läuft, als in einem normalen EH-Kurs wollte ich
>>> mal fragen, ob Interesse besteht, diesen FAQ-Punkt gemeinsam zu
>>> erarbeiten.
>
> Gute Idee, fang mal an.

Ein Beispiel aus dem Fernsehen: Ein Bergsteiger im Himalaya hat ein
überstrapaziertes Knie. Er spritzt sich selbst Schmerzmittel und geht
weiter.

Hier würde man sagen, ruhig stellen und ab zum Doc. Da es nun aber weit und
breit keinen Doc gibt, muß man sich selbst helfen. Wie sieht das nun zB.
rechtlich mit der Bevorratung von Betäubungsmitteln aus? JWD hat man
Skalpell und Spritzen dabei ohne Arzt zu sein. Körperverletzung?

Gruß,
Markus
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen07.01.05 16:06 Uhr
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Hi Markus Machner, Du schriebst:

> Ein Beispiel aus dem Fernsehen: Ein Bergsteiger im
> Himalaya hat ein überstrapaziertes Knie. Er spritzt sich
> selbst Schmerzmittel und geht weiter.

Hm.., an dieser Stelle erlischt meinerseits das
Anfangsinteresse an dem Threadthema. Schade eigentlich.

--
MfG
Marco
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen08.01.05 16:44 Uhr
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Marco Schwarz wrote:

> Hm.., an dieser Stelle erlischt meinerseits das
> Anfangsinteresse an dem Threadthema. Schade eigentlich.

Was würde Dein Interesse wieder wecken? Auf Fernsehberichte zu verzichten
oder auf dämliche Handlungen?

Gruß,
Markus
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen08.01.05 19:01 Uhr
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Markus Machner erwähnte:

> Wie sieht das nun zB. rechtlich mit der Bevorratung von
> Betäubungsmitteln aus?

Kommt drauf an, wo du bist und was genau du in welcher Menge dabei
hast: Von egal bis Todesstrafe ist alles machbar.

Für D kannst du in das Betäubungsmittelgesetz und die
Betäubungsmittelverschreibungsverordnung schauen.

> JWD hat man Skalpell und Spritzen dabei ohne Arzt zu sein.
> Körperverletzung?

Wegen des Dabeihabens sowieso nicht. Wegen des Einsatzes auch eher
nicht, selbst wenn er nicht fachgerecht sein sollte. Aber auch hier
spielen viele Details eine Rolle - z.B. kannst du dir vermutlich
wesentlich mehr Unfug erlauben als ich.

Gruß, Walle

--
[ [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster ]
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen09.01.05 13:48 Uhr
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Markus Machner schrieb in Nachricht ...

> JWD hat man Skalpell und Spritzen dabei ohne Arzt zu sein.
Körperverletzung?

Liegen lassen kann's ihn auch nicht, wäre unterlassende Hilfeleistung.

Ich bin zwar kein Jurist, aber ich erinnere mich an das, was man mir bei den
SmaUo erzählt hat:
Lieber bei der EH versehentlich ein Paar Rippen brechen, als gar nichts tun.
Sollte das Opfer überleben und einem wegen der Rippen vors Gericht bringen
wollen, wird er ganz ganz schlechte Karten haben.

Gruß
Christof

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 11:14 Uhr
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Christof Handke wrote:

>
> Markus Machner schrieb in Nachricht ...
>
>> JWD hat man Skalpell und Spritzen dabei ohne Arzt zu sein.
> Körperverletzung?
>
> Liegen lassen kann's ihn auch nicht, wäre unterlassende Hilfeleistung.
>
> Ich bin zwar kein Jurist, aber ich erinnere mich an das, was man mir bei
> den SmaUo erzählt hat:

Was ist ein SmaUo?

Steffen

P.S.
Deklarier mal einen Zeichensatz. Dein Artikel läßt sich kaum lesen.
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 18:24 Uhr
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Steffen Schwientek schrieb in Nachricht ...
>Was ist ein SmaUo?

Sofortmassnahmen am Unfallort, quasi Erste Hilfe Light, erforderlich u.a.
für den Erwerb der Fahrerlaubnisklasse B.

>P.S.
>Deklarier mal einen Zeichensatz. Dein Artikel läßt sich kaum lesen.
Habe ich so von vorheriger Mail übernommen

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 16:01 Uhr
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On Fri, 07 Jan 2005 13:27:05 +0100, Markus Machner
<Machner-Markus@t-online.de> wrote:

>
>Ein Beispiel aus dem Fernsehen: Ein Bergsteiger im Himalaya hat ein
>überstrapaziertes Knie. Er spritzt sich selbst Schmerzmittel und geht
>weiter.

Schon hast du das Problem für die FAQ bei medizinischen Dingen - weit
ab von ärztlicher Hilfe ein Schmerzmittel geben (auf daß man nicht
mehr merkt, wenn es sich verschlimmert) ist grob fahrlässig. Er hat
sich entweder nicht richtig vorbereitet oder die ersten Anzeichen
einfach stolz übersehen - wäre der wichtigere Punkt. Im konkreten
Beispiel mag es natürlich trotzdem Gründe geben, ein Schmerzmittel zu
geben, die sogar vernünftig wären, ich wüßte nur g'rade nicht welche.

> Wie sieht das nun zB.
>rechtlich mit der Bevorratung von Betäubungsmitteln aus?

Kommt auf Mittelchen und Land, sowie Ausnahmegenehmigung an.

>JWD hat man
>Skalpell und Spritzen dabei ohne Arzt zu sein. Körperverletzung?

Jeder x-beliebige darf diese Dinge im allgemeinen mit sich führen. "Im
allgemeinen" da manchmal auch eine Absicht strafbar sein kann und
etwas völlig harmloses zu einer harten Bestrafung führen kann.

gruß

karl

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen08.01.05 00:33 Uhr
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Hi!

Markus Machner <Machner-Markus@t-online.de> wrote:

> Ich habe gerade mal in die FAQ dieser Gruppe geschaut und vermisse den Punkt
> Erste Hilfe/medizinische Versorgung Outdoor.

Und was genau erwartest Du? Wie man mit gebrochenem Bein aus
Zentralsibirien nach Hause kommt? Wie man im Amazonasdschungel einen
anaphylaktischen Schock behandelt?

> Da ja jwd einiges anders läuft, als in einem normalen EH-Kurs wollte ich mal
> fragen, ob Interesse besteht, diesen FAQ-Punkt gemeinsam zu erarbeiten.

Es gab mal bei den Johannitern einen Kurs zu dem Thema - Erste Hilfe
ohne die Rettungskette... wurde wieder mangels Interesse eingestellt.
Vielleicht kann man denen die Kursunterlagen abschwatzen oder es gibt
einen, der sie hat.

Ansonsten, wo es Rettungshelis gibt - also quasi in ganz Mitteleuropa
und selbst in weiten Teilen Skandinaviens - gilt: Leute am Auskühlen,
Verbluten und Ersticken hindern und auf den Heli oder den RTW warten.
Herzmassagen und Betatmung machen nur Sinn, wenn der Arzt nicht
wesentlich länger als 15-20 Minuten braucht.

Für alles weitere wie Himalaya, Anden, Amazonas, Patagonien etc
empfiehlt es sich, mindestens einen Ersthelferkurs zu machen, besser,
sich zum Rettungssani ausbilden zu lassen oder einen solchen eben auf
die Tour mitzunehmen

> Alleine kann ich das mangels ausreichendem Wissen nicht. Vielleicht
> liesst ja ein Arzt oder Rettungsassistent mit, der auch gerne mal
> abseits der Zivilisation unterwegs ist.

Also sowas MUSS man IMHO selbst unter fachlicher Anleitung geübt haben -
nur mit einer FAQ das abzuhandeln ist fahrlässig

Gruß
Ulrike
--
* NAMES: Ulrike Schepp COMMERCIALS: Schepp Softwaredesign
* EMAIL: schepp@dark.lahn.de (priv.) schepp@schepp-softwaredesign.de
* WWW : [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster
* SNAIL: Am Berg 1, D-35647 Waldsolms PGP-Key: 0x6945FEF9 on keyservers
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen08.01.05 12:05 Uhr
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Ulrike Schepp wrote:

> Also sowas MUSS man IMHO selbst unter fachlicher Anleitung geübt haben -
> nur mit einer FAQ das abzuhandeln ist fahrlässig

Vielleicht sollte man genau *das* und vielleicht noch, wo man solche Kurse
am besten macht, in die FAQ schreiben?

Gruesse

Bela

--
Bela Bauer - bela_b@gmx.net
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen09.01.05 13:09 Uhr
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Ulrike Schepp wrote:
>
> Und was genau erwartest Du? Wie man mit gebrochenem Bein aus
> Zentralsibirien nach Hause kommt? Wie man im Amazonasdschungel einen
> anaphylaktischen Schock behandelt?
>

Ich denke, es geht da um drei Dinge:

- lebenserhaltende sofortmassnahmen in kritischen situationen. Da fallen
Dinge wie stabile Seitenlage genauso drunter wie Anmerkungen zum
Bergetod bei Bergung aus kaltem Wasser etc.
Hier ist Wissen oftmals sehr hilfreich, um in Situationen handeln zu
können, wo es keinen Helikopter gibt oder der erst in einem
vielstündigen Fussmarsch verständigt werden kann. Wenn ich jemanden
zurücklassen muss, um Hilfe zu holen, dann kann es einen sehr
wesentlichen Unterschied machen, wie ich ihn zurücklasse und wenn ich
jemandem aus dem eisigen Wasser ziehe, dann kann es einen sehr
wesentlichen Unterschied machen, was ich dann mit ihm mache (aufsetzen,
gut zureden und warmen Tee einflössen ist zB eine gute Art um jemanden
am weiterleben zu hindern) - Infos zu Schlangenbiss etc. fällt da wohl
auch drunter (aufschneiden, aussaugen und dann mit Draht abbinden :-( -
kommt angeblich immer wieder vor) und natürlich die Schockbehandlung.

- die Standarddinge. Was tun bei Verbrennungen, Brüchen,
Augenverletzungen, tiefen Schnitten etc. etc. Da gehts nicht um Leben
und Tod, aber um sinnvolle Kleinigkeiten.

- Krankheiten, Standardmedikationen. Durchfall, Verstopfung, Pilzbefall,
Fäulnisbefall, Ungeziefer (Zecken, Flöhe, Sandflöhe und andere
Parasiten) etc.

Ich denke, dass die meisten Leute, die draussen unterwegs sind, hier
viel wissen, aber zumindest mein Wissen ist sicher auch lückenhafter als
es sein könnte/sollte. Ich hab schon vier Kurse gemacht, aber vieles ist
entfallen und Auffrischungskurse gibts nicht und alle meine Kurse sind
für Ersthelfer und nicht Outdoor. Eine FAQ wäre imho schon hilfreich,
weil praktische Ausbildung zwar unumgänglich ist, aber Wissen in
kritischen Situationen immmer eine Entscheidungshilfe ist. Gerade bei
Krankheiten, Ungeziefer etc. - da könnten auch so Naturheilmittel wie
fiebersenkende Wickel mit Topfen/Essig/Erde dabei sein.

Interessant wäre zB, was die Leute so in Ihrem Medizintascherl mitnehmen
auf längerer Tour. Damit meine ich eine Tour, wo ich maximal 3,4 Tage
von Zivilisation entfernt bin.

Ich fang mal mit meiner minimalvariante an:

* sterile Nadeln.
* ein steriles skalpell (noch nie benötigt, ich danke dabei an das
säubern von wundrändern oder grosse Eiterbeulen - igitt !!)
* mullbinden
* eine feste mullbinde (so ein gummidings)
* 2 aluaufleger für brandverletzungen
* wundsalbe
* tierkohletabletten viel
* so ein elektrolytpulver für akutem brechdurchfall (hatte das einmal
und dachte, ich geh drauf dabei)
* breitbandantibiotikum
* pflaster, compeed, tape
* pinzette
* schmerztabletten (parkamed, die wirken auch abschwellend)
* aspirin
* desinfektionsmittel

was ich mir zulegen will, sind so haftklammern für das selbernähen von
schnitten. ein freund hat das und das bewährt sich sehr gut, wenn man
wieder mal beim brotschneiden nicht aufpasst. Heilt viel schneller als
wenn man nur mit pflaster/tape zusammendrückt.

auf langen touren kommt cortisonsalbe dazu. ich neige zu pilzbefall im
zehenbereich.

lgp

--
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 06:46 Uhr
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peter pilsl wrote:

> Ich fang mal mit meiner minimalvariante an:

[...]

Wenn man zu Fuß unterwegs ist, Leukoplast, Wundauflagen und Bepanthensalbe
noch und nöcher. Was braucht man zu Fuß als erstes? Die Füße, was geht als
erstes kaputt? Eben, tierische Blasen, selbst im bequemsten Schuh bei
20-40km/Tag. Mit Pflastern braucht man da garnicht erst anzufangen, wer zu
Blasen neigt, dem helfen die garnix. Tagsüber beim Wandern gut verbinden
(tapen) und Nachts alles ausziehen (An den Füssen). Wenns nachts kalt ist,
'ne lockere Wollsocke (2 Nummern größer als die Schuhgröße) drüberziehen,
damit man keine kalten Füße kriegt. Auf eine neue Wundauflage einen cm
Salbe und mit dem Band festkleben, am nächsten Morgen wieder abmachen und
richtig tapen.

Nach meiner Erfahrung hält der Fuß dann mindestens eine Woche.
Die BW-Sani-Methode, aufstechen, Jod rein, verspricht einen kaputten Fuß und
große Schmerzen.
Die Blase geht ohnehin mit der Zeit von alleine auf, und dann sollte man
kein aggressives Zeug drauftun, sondern eine Heilsalbe.
(Silicea-Gel/Kieselerde-salbe geht auch)
Und nie nicht Desinfektionsmittel auf eine offene Wunde! Außer ganz
speziellen Mitteln wirken Desinfektionsmittel alle gleich, sie verklumpen
Eiweis und töten dadurch unsere Mitbewohner, die Bakterien. Aus was besteht
Blut zu 55%? Aha. Wunde sauber desinfiziert, Patient an Thrombose
gestorben, weil das Desimittel in den Blutkreislauf gelangt ist.

Gruß,
Markus

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 11:10 Uhr
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Markus Machner wrote:

> peter pilsl wrote:
>
>> Ich fang mal mit meiner minimalvariante an:
>
> [...]
>
> Wenn man zu Fuß unterwegs ist, Leukoplast, Wundauflagen und Bepanthensalbe
> noch und nöcher. Was braucht man zu Fuß als erstes? Die Füße, was geht als
> erstes kaputt?

Die Schuh-FAQ existiert.Da steht auch einiges über Blasen und Co drin.
>
> Nach meiner Erfahrung hält der Fuß dann mindestens eine Woche.
> Die BW-Sani-Methode, aufstechen, Jod rein, verspricht einen kaputten Fuß
> und große Schmerzen.
> Die Blase geht ohnehin mit der Zeit von alleine auf, und dann sollte man
> kein aggressives Zeug drauftun, sondern eine Heilsalbe.

Wenn ich die Blasen nicht aufsteche, kann ich nur unter Schmerzen
weitergehen. Von daher erübrigt sich die Diskussion Blasen aufstechen
ja/nein für mich.

> (Silicea-Gel/Kieselerde-salbe geht auch)
> Und nie nicht Desinfektionsmittel auf eine offene Wunde! Außer ganz
> speziellen Mitteln wirken Desinfektionsmittel alle gleich, sie verklumpen
> Eiweis und töten dadurch unsere Mitbewohner, die Bakterien. Aus was
> besteht Blut zu 55%? Aha. Wunde sauber desinfiziert, Patient an Thrombose
> gestorben, weil das Desimittel in den Blutkreislauf gelangt ist.

Du spritzt Desinfektionsmittel in die Venen?

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 12:19 Uhr
Auf diese Nachricht antworten! externer Link. Öffnet in neuem Fenster
Steffen Schwientek erwähnte:

>> Die BW-Sani-Methode, aufstechen, Jod rein, verspricht einen
>> kaputten Fuß und große Schmerzen.
>> Die Blase geht ohnehin mit der Zeit von alleine auf, und dann
>> sollte man kein aggressives Zeug drauftun, sondern eine
>> Heilsalbe.
>
> Wenn ich die Blasen nicht aufsteche, kann ich nur unter
> Schmerzen weitergehen. Von daher erübrigt sich die Diskussion
> Blasen aufstechen ja/nein für mich.

Ack. Blase aseptisch eröffen, entleeren und abkleben ist imo besser
als unter Schmerzen weiterzugehen und darauf zu warten, dass die
Blase immer weiter wächst und irgendwann in den siffigen Socken
endlich aufplatzt.

>> Wunde sauber desinfiziert, Patient an Thrombose gestorben, weil
>> das Desimittel in den Blutkreislauf gelangt ist.
>
> Du spritzt Desinfektionsmittel in die Venen?

Ich wüsste auch gerne, ob Markus diese Erkenntnis aus dem New England
Journal oder aus seiner Phantasie ausgegraben hat.

Gruß, Walle

--
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 12:58 Uhr
Auf diese Nachricht antworten! externer Link. Öffnet in neuem Fenster
Walle wrote:

> Ich wüsste auch gerne, ob Markus diese Erkenntnis aus dem New England
> Journal oder aus seiner Phantasie ausgegraben hat.

Die stammt von einem EH-Ausbilder der JUH, einem AS-Beauftragten einer
Reinungsmittelfirma, die Desimittel vertreibt, sowie
Sicherheitsdatenblättern von Desimitteln.

Wenn ein Desimittel nicht medizinisch begutachtet und zugelassen ist, nie
nicht auf die blanke Haut, gar eine offene Wunde! Frage einen Arzt oder
Apotheker! Es hat schon seinen Grund, daß dieser Spruch ständig in der
Werbung wiederholt wird. Der ist nicht nur so zum Spaß da.

Es gibt wirklich Leute, die meinen, der Desireiniger für die Toilette, hmm,
steht Desi drauf und da blutet gerade jemand...
Argl.

Gruß,
Markus
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 13:19 Uhr
Auf diese Nachricht antworten! externer Link. Öffnet in neuem Fenster
Markus Machner wrote:
>
> Die stammt von einem EH-Ausbilder der JUH, einem AS-Beauftragten einer
> Reinungsmittelfirma, die Desimittel vertreibt, sowie
> Sicherheitsdatenblättern von Desimitteln.
>
> Wenn ein Desimittel nicht medizinisch begutachtet und zugelassen ist, nie
> nicht auf die blanke Haut, gar eine offene Wunde! Frage einen Arzt oder
> Apotheker! Es hat schon seinen Grund, daß dieser Spruch ständig in der
> Werbung wiederholt wird. Der ist nicht nur so zum Spaß da.
>
> Es gibt wirklich Leute, die meinen, der Desireiniger für die Toilette, hmm,
> steht Desi drauf und da blutet gerade jemand..

Es mag Leute geben, die das tun. Ich hoffe, wir haben keine hier und ich
hoffe wir haben keine Leute hier, die ihr Lysoform mit in den Wald nehmen.

Unter Desinfektionsmittel im Zusammenhang mit einer Wunde verstehe ich
zumindests nicht Lysoform und drum finde ich deine originale aussage
einfach falsch. Aber evtl. ist die Sprachregelung in D hier anders als
in Ösiland.

p

--
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 14:28 Uhr
Auf diese Nachricht antworten! externer Link. Öffnet in neuem Fenster
peter pilsl wrote:

> Unter Desinfektionsmittel im Zusammenhang mit einer Wunde verstehe ich
> zumindests nicht Lysoform und drum finde ich deine originale aussage
> einfach falsch. Aber evtl. ist die Sprachregelung in D hier anders als
> in Ösiland.

Und deshalb vermisse ich einen Punkt EH in der FAQ, damit so ein Blödsinn
nicht passiert. Jemand schrieb hier von mit Draht Gliedmaßen abbinden...

Ich möchte auf keinen Outdoorler treffen, der mich mit vermeintlichen
Hausmitteln endgültig zu Tode bringt, auch wenn seine Absichten noch so gut
sein mögen, sollte ich mal verletzt sein und kein RD kann kommen.

Wenn die Haut noch zu ist bleibt sie das auch, bis man zu einem Krankenhaus
oder sonstwie Arzt kommt. Dagegen ist doch wohl nichts einzuwenden?

Wenn die Haut eröffnet ist, muß man mit Geräten und Arzneien Entzündungen
vorbeugen. Da ist sicher auch nichts gegen einzuwenden?

Gruß,
Markus
--
Ein professioneller Rettungsdienst wird nicht kommen.
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 18:00 Uhr
Auf diese Nachricht antworten! externer Link. Öffnet in neuem Fenster
Markus Machner wrote:
> peter pilsl wrote:
>
>
>>Unter Desinfektionsmittel im Zusammenhang mit einer Wunde verstehe ich
>>zumindests nicht Lysoform und drum finde ich deine originale aussage
>>einfach falsch. Aber evtl. ist die Sprachregelung in D hier anders als
>>in Ösiland.
>
>
> Und deshalb vermisse ich einen Punkt EH in der FAQ, damit so ein Blödsinn
> nicht passiert. Jemand schrieb hier von mit Draht Gliedmaßen abbinden...
>

ja, ich schrieb das. als schlechtes *reales* beispiel.

> Ich möchte auf keinen Outdoorler treffen, der mich mit vermeintlichen
> Hausmitteln endgültig zu Tode bringt, auch wenn seine Absichten noch so gut
> sein mögen, sollte ich mal verletzt sein und kein RD kann kommen.
>

ob du alle outdoorler dieser Welt dazu bewegen kannst, die FAQ zu lesen,
bleibt abzuwarten :) Das ist das tragische an erster Hilfe: Man kanns
oft besser als die anderen, was dann halt gut für die anderen ist :)

> Wenn die Haut noch zu ist bleibt sie das auch, bis man zu einem Krankenhaus
> oder sonstwie Arzt kommt. Dagegen ist doch wohl nichts einzuwenden?
>

Bei dir selbst natürlich nichts einzuwenden. Du kannst dir auch Lysoform
in den Rucksack packen. Ich selbst öffne meine Haut hin und wieder, wenn
sie noch zu ist. zB wenn ich eine grosse Blase habe oder wenn ich mir
einen "Schiefer" eingezogen habe. Wie sagt man in DE dazu? Ein Holz-
oder Metall- oder Plastik- oder sonstwasspan, der unter die Haut oder
den Nagel geht und dann abbricht und nur mehr durch öffnen der Haut
entfernbar ist und sich sehr leicht entzündet. Vor allem unter dem Nagel .

> Wenn die Haut eröffnet ist, muß man mit Geräten und Arzneien Entzündungen
> vorbeugen. Da ist sicher auch nichts gegen einzuwenden?
>

Von meiner Seite keinesfalls.

In diesem Sinn "Die Haut ist eröffnet" :)

lgp

--
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 18:06 Uhr
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peter pilsl <pilsl@goldfisch.at> writes:

> Markus Machner wrote:
>
>> Wenn die Haut eröffnet ist, muß man mit Geräten und Arzneien Entzündungen
>> vorbeugen. Da ist sicher auch nichts gegen einzuwenden?
>>
>
> Von meiner Seite keinesfalls.
>
> In diesem Sinn "Die Haut ist eröffnet" :)

Das kann man kürzer sagen:

Haut ab!

--
David Kastrup, Kriemhildstr. 15, 44793 Bochum
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 19:28 Uhr
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Hi David Kastrup, Du schriebst:

>> In diesem Sinn "Die Haut ist eröffnet" :)
> Das kann man kürzer sagen:
> Haut ab!

Haut drauf!

Die "trockengelegte" Haut bitte _drauf_ lassen.
--
MfG
Marco, der keinen Sinn darin sieht, ein Eröffnen der Blase
öffentlich zu propagieren..

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 19:41 Uhr
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[...]

Hm.., ersetze "der Blase" durch "von Blasen"!

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 23:05 Uhr
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Markus Machner erwähnte:

>> Ich wüsste auch gerne, ob Markus diese Erkenntnis aus dem New
>> England Journal oder aus seiner Phantasie ausgegraben hat.
>
> Die stammt von einem EH-Ausbilder der JUH, einem AS-Beauftragten
> einer Reinungsmittelfirma, die Desimittel vertreibt, sowie
> Sicherheitsdatenblättern von Desimitteln.
>
> Wenn ein Desimittel nicht medizinisch begutachtet und zugelassen
> ist, nie nicht auf die blanke Haut, gar eine offene Wunde! Frage
> einen Arzt oder Apotheker! Es hat schon seinen Grund, daß dieser
> Spruch ständig in der Werbung wiederholt wird. Der ist nicht nur
> so zum Spaß da.

Und nicht ohne Grund hat Herr Propper keine Approbation, sondern
einen Meisterbrief. :o)

> Es gibt wirklich Leute, die meinen, der Desireiniger für die
> Toilette, hmm, steht Desi drauf und da blutet gerade jemand...

Tut mir Leid, aber so hirnig konnte ich nicht denken, um zu
verstehen, dass du vor dem Missbrauch von Domestos & Co. als
Wunddesinfektionsmittel warnen wolltest.

Gruß, Walle

--
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Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 12:46 Uhr
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Markus Machner wrote:
>
> Nach meiner Erfahrung hält der Fuß dann mindestens eine Woche.
> Die BW-Sani-Methode, aufstechen, Jod rein, verspricht einen kaputten Fuß und
> große Schmerzen.
<>
> Und nie nicht Desinfektionsmittel auf eine offene Wunde!
<>
>Wunde sauber desinfiziert, Patient an Thrombose
> gestorben, weil das Desimittel in den Blutkreislauf gelangt ist.
>

Bullshit !! (sorry) Woher hast du denn diese Märchen? Wo tust du das
Desinfektionsmittel denn hin? Trinken? In die Augen? Auf geschlossene
Wunden? In den Mistkübel?

Also kleine Blasen bleiben zu und Wundcreme+Pflaster drauf. Grosse
Blasen werden aufgestochen, mit Desinfektionsmittel gefüllt, Wundcreme
drauf + Pflaster. Wenn meine Blase 1cm vorsteht, weil sie so prall
gefüllt und ausserdem entzündet ist, dann kann ich nicht weitergehen,
weil jeder Schritt eine Höllenqual ist. Aufstechen, Entzündung
behandeln und dann entspannt und schmerzfrei weitergehen.

An neuralgischen Stellen kommt vor längeren Touren Compeed drauf, dann
gibts auch keine Blasen.

Nochmal: Desinfektionsmittel ist dazu da, offene Wunden zu desinfizieren
und eine ordentliche Entzündung derselben zu verhindern. Ab einer
gewissen Wundgrösse (grossflächige Verbrennungen etc.) darf man nicht
mehr die Standardmittel nehmen, aber da ist ei Krankenhaus eh anzuraten,
aber für Aufschürfungen, Blasen, Schnitte etc. ist es IMO genau das
Richtige.

lgp

--
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Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 13:13 Uhr
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peter pilsl wrote:

> Wenn meine Blase 1cm vorsteht, weil sie so prall
> gefüllt und ausserdem entzündet ist

Entzündet? Eine geschlossene Blase? Du mogelst.
Eine 1cm Blase hält unbehandelt auch keinen Tag durch, behandelt
wahrscheinlich auch nicht, davon ausgehend, daß für diesen Fuß noch einige
Kilometer kommen.

An dieser Schutzreaktion des Körpers soll man nicht herumbasteln, solange
sie hält. Danach muß man sie halt behandeln, wie jede andere Verletzung
auch.

Gruß,
Markus

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 13:24 Uhr
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Markus Machner wrote:
>
> Entzündet? Eine geschlossene Blase? Du mogelst.
> Eine 1cm Blase hält unbehandelt auch keinen Tag durch, behandelt
> wahrscheinlich auch nicht, davon ausgehend, daß für diesen Fuß noch einige
> Kilometer kommen.
>

1cm ist übertrieben, aber möglich und 0.5 eher schon die regel.
Entzündungswahrscheinlichkeit steigt mit dem aufstechen an. darum
desinfektionsmittel drauf. wenn sich die blase dann wieder schliesst und
drunter entzündet, dann habe ich eine geschlossene blase mit entzündung
darunter.

> An dieser Schutzreaktion des Körpers soll man nicht herumbasteln, solange
> sie hält. Danach muß man sie halt behandeln, wie jede andere Verletzung
> auch.

Wenn man weitergehen will, muss man die Schutzreaktion des Körpers
übergehen und nimmt damit das Risiko einer Entzündung in Kauf, die man
vorbeugend behandeln muss, weil es sonst sicher zu einer kommt. Ich
schmiere nach schlechten diesbezüglichen Erfahrungen Blasen immer dick
und mehrmals mit Wundsalbe ein.

lgp

ps: ein tip für compeed-fans: das pflaster geht von selbst ab. Mein
heftiger Ruck unter der Dusche hat nicht das Pflaster gelöst, sondern
die Haut unter dem nicht so kleinen Pflaster. AUA !!!

--
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Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 14:05 Uhr
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peter pilsl wrote:

> cm ist übertrieben, aber möglich und 0.5 eher schon die regel.
> Entzündungswahrscheinlichkeit steigt mit dem aufstechen an.

Deswegen bleibt sie ja auch zu. Du hast jetzt, wenn Du weiterlaufen willst,
das natürliche Polster der Blase, die Du steril abdeckst und abklebst.

Und wow, was eine Streiterei wegen Blasen, was passiert, wenn ich eine
lebensbedrohliche Verletzung anführe? (Schlangenbiss einer Giftschlange
oder so, Wie sieht das jetzt mit Medikamenten aus? oder Oberschenkelbruch,
der ist unbehandelt tödlich?)

Gruß,
Markus, der sich jetzt lieber einen Bunker bastelt, als je wieder in die
weite Welt zu ziehen, Schade eigentlich.
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 14:32 Uhr
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Markus Machner wrote:
>
> Und wow, was eine Streiterei wegen Blasen, was passiert, wenn ich eine
> lebensbedrohliche Verletzung anführe? (Schlangenbiss einer Giftschlange
> oder so, Wie sieht das jetzt mit Medikamenten aus? oder Oberschenkelbruch,
> der ist unbehandelt tödlich?)
>

Die Streiterei weil du behauptet hast, man darf kein Desinfektinsmittel
auf offene Wunden geben !! nicht wegen den Blasen. Blase aufstechen oder
nicht ist eine Frage der Philosophie ;)

Diagnose und Behandlung des letalen Oberschenkelbruches in der Wildnis?
Was ist das schon wieder für eine Raubersgeschichte? Oberschenkelbruch
würde ich schienen wie jeden anderen Bruch. Wenn innere Verletzungen
oder die Hauptader verletzt, dann wirds kritisch. Oder wenn ein
Oberschenkelhalsbruch. Bei letzterem hab ich keine Ahnung wie man
diagnostitziert oder behandelt ..

> Gruß,
> Markus, der sich jetzt lieber einen Bunker bastelt, als je wieder in die
> weite Welt zu ziehen, Schade eigentlich.

pass halt auf, dass du beide sorten desinfektionsmittel mit nimmst,
falls dir eine Konservendose auf den Fuss fallt.

p

--
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 16:41 Uhr
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Markus Machner schrieb:

> Und wow, was eine Streiterei wegen Blasen, was passiert, wenn ich eine
> lebensbedrohliche Verletzung anführe?

Vermutlich weniger, weil dann nicht so viele mitreden können.
Marschblasen hat so ziemlich jeder hier schon mal gehabt. Herzinfarkte,
Schlangenbisse und Oberschenkelbrüche sind hier vermutlich weniger
vertreten.

Ich habe übrigens den Eindruck, dass das Problem falsch angegangen wird.
Ein "strapaziertes Knie" würde ich nicht unter "Erste Hilfe" einordnen.
"Erste Hilfe" war für mich bislang immer mit Un- bzw. Notfall verbunden.

Für eine EH-FAQ würde ich zunächst mal fragen, welche Arten der
"Unpässlichkeit" bzw. welche Schwierigkeiten outdoors überwiegend
anzutreffen sind. Das wären vermutlich übertriebene Kälte/Hitze,
Knochenbrüche, Fieber, Durchfall.

Ich denke auch, dass die wenigsten outdoorer Morphiumspritzen im Gepäck
haben. Steffen z.B. nimmt für'n halbes Jahr nur 4kg mit. Da ist für
Morphium nun wirklich kein Platz mehr. Ein Hinweis auf schmerzstillende
Spritzen hielte ich daher in einer outdoor-EH-FAQ für fehl am Platz.
Dann kommt nämlich als nächstes der Hinweis auf die mobile
Röntgen-Station (Gibt's sowas noch nicht im Mobil-Telefon?).

Uns geht's ja vielmehr darum, im Falle eines Falles aus dem Wenigen, das
man dabei hat, möglichst viel zu machen. Und bei einer FAQ soll das dann
möglichst knapp zusammengefasst werden. Wir wollen hier schließlich
nicht den Outdoor-Pschyrembel verfassen.

Schönen Gruß,

Jochen

P.S.: "FAQ" bedeutet bekanntlich "frequently asked questions". Die Frage
nach der "Ersten Hilfe" ist sicherlich interessant, aber "frequently
asked" ist sie hier ehrlich gesagt nicht...

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 16:50 Uhr
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Jochen Diestel <jochen.diestel@gmx.de> writes:

> Ich denke auch, dass die wenigsten outdoorer Morphiumspritzen im
> Gepäck haben. Steffen z.B. nimmt für'n halbes Jahr nur 4kg mit.

Wer outdoors 4kg Morphium im Halbjahr verbraucht, sollte wirklich
überlegen, ob er nicht zu Hause besser aufgehoben wäre.

SCNR

--
David Kastrup, Kriemhildstr. 15, 44793 Bochum
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 17:27 Uhr
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David Kastrup schrieb:

> Jochen Diestel <jochen.diestel@gmx.de> writes:
>
>
>>Ich denke auch, dass die wenigsten outdoorer Morphiumspritzen im
>>Gepäck haben. Steffen z.B. nimmt für'n halbes Jahr nur 4kg mit.
>
>
> Wer outdoors 4kg Morphium im Halbjahr verbraucht, sollte wirklich
> überlegen, ob er nicht zu Hause besser aufgehoben wäre.

Journalistik studiert, oder woher hast du das Zitiertalent? :-)

Schönen Gruß,

Jochen, der bei dieser Gelegenheit alle Angestellten des
Springer-Verlages grüßt...

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 23:05 Uhr
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David Kastrup zitierte:

>> Ich denke auch, dass die wenigsten outdoorer Morphiumspritzen im
>> Gepäck haben. Steffen z.B. nimmt für'n halbes Jahr nur 4kg mit.

*lol*

Gruß, Walle

--
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 16:39 Uhr
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peter pilsl wrote:

> Wenn man weitergehen will, muss man die Schutzreaktion des Körpers
> übergehen und nimmt damit das Risiko einer Entzündung in Kauf,

Das kann man so machen, darf es aber anderen Leuten nicht empfehlen, weil
das dann rechtlich wieder relevant wird.

Eben genau da fehlt für outdoorinteressierte ein EH-Punkt in der FAQ.

Stell dich nicht so an, ich mache das genauso, könnte einen Rechtsanwalt auf
den Plan zaubern, andererseits aber die einzige Möglichkeit sein. Ein
professioneller Rettungsdienst wird in absehbarer Zeit nicht kommen.

Die Gruppe hier heisst Outdoor. Wenn ich in drei Minuten den RD haben will
frage ich in de.etc.notfallrettung nach, wie das geht oder rufe die 112 an,
damit das auch passiert.

Gruß,
Markus
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 18:07 Uhr
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Markus Machner wrote:
> peter pilsl wrote:
>
>
>>Wenn man weitergehen will, muss man die Schutzreaktion des Körpers
>>übergehen und nimmt damit das Risiko einer Entzündung in Kauf,
>
> Stell dich nicht so an, ich mache das genauso, könnte einen Rechtsanwalt auf
> den Plan zaubern, andererseits aber die einzige Möglichkeit sein. Ein
> professioneller Rettungsdienst wird in absehbarer Zeit nicht kommen.
>

Ich dachte, du machst es eben nicht und auf keinen Fall und nie so, weil
das Eiweis klumpt und man dann an einer oder mehreren Trombosen stirbt?
Und wer schickt mir den Rechtsanwalt, weil ich empfehle eine Blase
aufzustechen??

> Die Gruppe hier heisst Outdoor. Wenn ich in drei Minuten den RD haben will
> frage ich in de.etc.notfallrettung nach, wie das geht oder rufe die 112 an,
> damit das auch passiert.
>

die gruppe heisst zumindest nicht "america.lawyer.extreme" und auch
nicht "de.med.gruselgeschichten" ;)

lgp

--
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen11.01.05 09:49 Uhr
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peter pilsl schrieb:

> Und wer schickt mir den Rechtsanwalt, weil ich empfehle eine Blase
> aufzustechen??
>

Chappi?

SCNR,

Jochen

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen11.01.05 11:18 Uhr
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Jochen Diestel schrieb:
>> Und wer schickt mir den Rechtsanwalt, weil ich empfehle eine Blase
>> aufzustechen??
> Chappi?
Falls Du Vergissmeinnicht bzw. Enzian meinen solltest, der ist AFAIK
Arzt und der flickt das Opfer dann selbst zusammen.
--
Gruß Rainer
Lampi[tm] on Tour: [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster
Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn
jedermann ist überzeugt, daß er genug davon habe. (Rene Descartes, frz.
Mathematiker u. Philosoph, 1596-1650)

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen11.01.05 14:20 Uhr
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Lampi [tm] schrieb:

> Jochen Diestel schrieb:
>
>>> Und wer schickt mir den Rechtsanwalt, weil ich empfehle eine Blase
>>> aufzustechen??
>>
>> Chappi?
>
> Falls Du Vergissmeinnicht bzw. Enzian meinen solltest, der ist AFAIK
> Arzt und der flickt das Opfer dann selbst zusammen.

Genau, unseren Herrn Dr. med. aus der Schweiz meine ich. Ich dachte nur,
dass der vielleicht ausreichend Muße haben könnte, um Peter wegen seines
radikalen Ansatzes zu verklagen. :-)

Fällt mir übrigens erst jetzt auf, dass er sich ausgerechnet in diesem
Thread, wo er vielleicht wirklich mal als Arzt etwas fundiertes
beitragen könnte, vollkommen raus hält.

Es scheint wohl ein Geltungsbedürfnis vorzuliegen, gepaart mit dem
Wunsch, möglichst wenig hilfreich zu sein. :-)

Schönen Gruß,

Jochen

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen10.01.05 16:16 Uhr
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On Sun, 09 Jan 2005 13:09:55 +0100, peter pilsl <pilsl@goldfisch.at>
wrote:

>Ich fang mal mit meiner minimalvariante an:
>

Hätte ich jetzt einige härtere Einsprüche, wobei ich mit
entsprechender Quellensuche sicherlich beide Seiten untermauern könnte
*lol*.

Viel wichtiger als das richtige Medikament, die richtige Versorgung,
ist es die Ruhe zu bewahren - dann kann sogar Cortison mal die
korrekte Wahl sein. Versuch's beim nächsten Mal mit Watte.

gruß

karl
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen18.01.05 00:26 Uhr
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peter pilsl wrote:

> Ulrike Schepp wrote:
>>
>> Und was genau erwartest Du? Wie man mit gebrochenem Bein aus
>> Zentralsibirien nach Hause kommt? Wie man im Amazonasdschungel einen
>> anaphylaktischen Schock behandelt?
>>
>
> Ich denke, es geht da um drei Dinge:
>
> - lebenserhaltende sofortmassnahmen in kritischen situationen. Da fallen
> Dinge wie stabile Seitenlage genauso drunter wie Anmerkungen zum
> Bergetod bei Bergung aus kaltem Wasser etc.

Hilft nix.

Was Du hier theoretisch ansprichst kann in der Realität komplizierter sein.
Schön und gut wenn ich weiß, wie ich einen Druckverband anlege oder einen
Puls fühle (FAQ-Bercihtauglich). Was aber mache ich, wenn der Bursche
blutet, ohnmächtig ist, möglicherweise sich eine Wirbelsäulenverletzung
durch einen Sturz zugezogen hat und sich zudem in einem gefährdeten Bereich
befindet ? Da er ohnmächtig ist, kann er zudem nicht sagen ob er seine
Beine noch fühlt.

Für solche realistische Situationen benötigt man ein Ablaufschema. Was wird
wann gemacht, und was im Falle eines Zwischenfalls. Und solche Schemen
müssen gepaukt werden, sonst nutzen sie nix. Daher ist eine FAQ schlichtweg
Quark für ein solch komplexes Thema, bei dem es zudem um so wichtige Fragen
wie das Leben geht.

Alex
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen19.01.05 16:50 Uhr
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Alexander Beck schrubte:

> Was aber mache ich, wenn der Bursche
> blutet,
Priorität 3

> ohnmächtig ist,
Priorität 2

> möglicherweise sich eine Wirbelsäulenverletzung
> durch einen Sturz zugezogen hat
Egal

> und sich zudem in einem gefährdeten
> Bereich befindet ?
Priorität 1 (wenn man sich auskennt, Eigensicherung geht vor!)

Solche Konstruktionen eignen sich, Leuten den Spaß an erster Hilfe zu
nehmen :(

Besuche einen EH-Kurs! Da werden solche spinnerten Sachen wirksam
ausgetrieben.

Zu Deinem Kunstrukt, Bergwacht rufen, da selbst unfähig, diese rettet und
macht BLS, die Wirbelsäule ist egal. Hoffentlich weisst Du wo die nächste
Talstation ist oder hast ein Handy (Auch Mobiltelefon genannt oder eine
Handfunke, gar einen Lawinenmelder)

Und nicht vergessen, wo ist/sind der/die Partner des Verunglückten? Die
könnten auch verunglückt sein...

Gruß,
Markus
--
Gesunder Rücken, aber tot.
(Was mache ich, wenn die Wirbelsäule verletzt ist? Kannst Du das erkennen?
Was machst Du, wenn er nicht mehr atmet?)
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen18.01.05 00:41 Uhr
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peter pilsl wrote:

> - die Standarddinge. Was tun bei Verbrennungen, Brüchen,
> Augenverletzungen, tiefen Schnitten etc. etc. Da gehts nicht um Leben
> und Tod, aber um sinnvolle Kleinigkeiten.

Falsch. Verbrennungen sind ab einem gewissen Grad und Prozentsatz an
verbrannter Haut lebensgefährlich (Schock - gehört neben der Erhaltung der
Atmung und Verhinderung der Unterkühlung zu den elementaren Bestandteilen,
wenn ich jmd. am Leben erhalten will).

> - Krankheiten, Standardmedikationen. Durchfall, Verstopfung, Pilzbefall,
> Fäulnisbefall, Ungeziefer (Zecken, Flöhe, Sandflöhe und andere
> Parasiten) etc.

Problem: Allergien gegen Medizin, Unverträglichkeiten von Medizin
untereinander, Nebenwirkungen. Schon einmal die Packungsbeilage von dem
Zeugs gelesen ? Ist etwas komplizierter als "Aspirin gut, nimm wenn Schädel
brummt".

>
>
> Interessant wäre zB, was die Leute so in Ihrem Medizintascherl mitnehmen
> auf längerer Tour. Damit meine ich eine Tour, wo ich maximal 3,4 Tage
> von Zivilisation entfernt bin.
>
> Ich fang mal mit meiner minimalvariante an:
>
> * sterile Nadeln.

Nadeln bedeuten Spritzen und somit ein medizinischer Eingriff. Ist nur einer
entsprechend ausgebildeten Person gestattet, der Rest bekommt Ärger, sollte
der Gespritzte die Prozedur überleben und vor Gericht ziehen.

> * wundsalbe
> * tierkohletabletten viel
> * so ein elektrolytpulver für akutem brechdurchfall (hatte das einmal
> und dachte, ich geh drauf dabei)
> * breitbandantibiotikum
> * aspirin
> * schmerztabletten (parkamed, die wirken auch abschwellend)

Medikamente aus der Apotheke darf ebenfalls nur eine entsprechend
ausgebildete Person an Dritte abgeben. Sollten die Medikamente nur für Dich
sein ist die Sache ok, gibst Du sie Deinem Kollegen und er bekommt
Probleme, bekommst Du Probleme vor Gericht (außer Du bist Arzt /
Apotheker).

> was ich mir zulegen will, sind so haftklammern für das selbernähen von
> schnitten. ein freund hat das und das bewährt sich sehr gut, wenn man
> wieder mal beim brotschneiden nicht aufpasst. Heilt viel schneller als
> wenn man nur mit pflaster/tape zusammendrückt.

Wundklebestreifen nennen sich die Dinger und funktionieren tun sie recht
gut. Nähen fällt wie der Rest meiner Predigt unter rechtlich nicht erlaubt.

Alex
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen18.01.05 10:07 Uhr
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Alexander Beck wrote:
> peter pilsl wrote:
>
> > Ich fang mal mit meiner minimalvariante an:
> >
> > * sterile Nadeln.
>
> Nadeln bedeuten Spritzen und somit ein medizinischer Eingriff. Ist nur einer
> entsprechend ausgebildeten Person gestattet, der Rest bekommt Ärger, sollte
> der Gespritzte die Prozedur überleben und vor Gericht ziehen.

Wie kommst du auf diese Einschätzung?

Ich vermute, du hast bereits den Begriff Nadel falsch verstanden. Nach
meiner Interpretation meint Peter damit eine Nadel zum Aufstechen von zB
Blasen, im Extremfall auch zum Nähen von Platzwunden. Du scheinst sie
als Kanülen zu verstehen.

Zweitens ist deine Interpretation des Strafgesetzes (zumindest nach
deutschem Recht) unvollständig. Medizinische Eingriffe, gelten nach dem
Gesetz als Körperverletzung. Allerdings kann eine Körperverletzung durch
Einwilligung gerechtfertigt werden. Bei medizinisch indizierten
Eingriffen durch medizinisches Fachpersonal werden an die Einwilligung
hohe Anforderungen gestellt, insbesondere an eine umfangreiche
Aufklärung des Patienten über Sinn, Ablauf und Risiken der Behandlung,
bevor eine wohlinformierte Einwilligung möglich ist.

In einer Notsituation sind die Anforderungen erheblich geringer. Da kann
auch jemand ohne formelle medizinische Ausbildung tätig werden, wenn
qualifizierte Hilfe nicht rechtzeitig erreichbar ist.

Ein möglichst aktueller Erste-Hilfe-Kurs, vielleicht eine Vorstellung
von der menschlichen Anatomie und weitergehende Informationen über
Notfallmaßnahmen bei typischen Situationen abseits der Zivilisation kann
und sollte also auch ein medizinischer Laie erwerben. Und wenn es drauf
ankommt, darf er diese Kenntnisse auch anwenden, ohne Probleme mit dem
Gesetz befürchten zu müssen.

Auch wenn er bei den improvisierten Norfallmaßnahmen Fehler macht, sind
diese nicht strafbar, anders sieht das nur aus, wenn er sich und seine
Fähigkeiten einerseits und die Situation grob falsch eingeschätzt hat.
Insbesondere wenn professionelle Hilfe zuverlässig hätte herangezogen
werden können.

Ciao Henning
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen21.01.05 02:07 Uhr
Auf diese Nachricht antworten! externer Link. Öffnet in neuem Fenster
Ganz genau Henning!

Ich denke mal, dass jeder der so intelligent ist sich in der Wildnis oder
auf dem Berg zurechtzufinden, auch so intelligent ist im Notfall das
richtige zu tun, auch wenn er über ein gewisses Maß an Erster Hilfe
hinausgeht. Im Falle eines Falles ziehen Richter immer Sachverständige
heran. Das sind in solchen Fällen immer Ärzte. Und die Ärztekammer steht
übermäßiger erster Hilfe sehr kritisch gegenüber (um nicht zu sagen haben
die eher die Einstellung, dass man jemanden lieber verrecken lassen sollte,
weil nur ein Arzt befugt ist Leben zu retten...) aber die sind in der
Vergangenheit schon sehr oft übergangen worden, weil die Hilfe, wenn sie
Verhältnismässig erscheint, auch angebracht ist.
Natürlich kriegt man wegen einer Tracheotomie auf der Wiese vor dem
Krankenhaus einen drüber, aber in der Steppe?

Dirk

"Henning Schlottmann" <h.schlottmann@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:3542e6F4ihanhU1@individual.net...
> Alexander Beck wrote:
>> peter pilsl wrote:
>>
>> > Ich fang mal mit meiner minimalvariante an:
>> >
>> > * sterile Nadeln.
>>
>> Nadeln bedeuten Spritzen und somit ein medizinischer Eingriff. Ist nur
>> einer
>> entsprechend ausgebildeten Person gestattet, der Rest bekommt Ärger,
>> sollte
>> der Gespritzte die Prozedur überleben und vor Gericht ziehen.
>
> Wie kommst du auf diese Einschätzung?
>
> Ich vermute, du hast bereits den Begriff Nadel falsch verstanden. Nach
> meiner Interpretation meint Peter damit eine Nadel zum Aufstechen von zB
> Blasen, im Extremfall auch zum Nähen von Platzwunden. Du scheinst sie
> als Kanülen zu verstehen.
>
> Zweitens ist deine Interpretation des Strafgesetzes (zumindest nach
> deutschem Recht) unvollständig. Medizinische Eingriffe, gelten nach dem
> Gesetz als Körperverletzung. Allerdings kann eine Körperverletzung durch
> Einwilligung gerechtfertigt werden. Bei medizinisch indizierten
> Eingriffen durch medizinisches Fachpersonal werden an die Einwilligung
> hohe Anforderungen gestellt, insbesondere an eine umfangreiche
> Aufklärung des Patienten über Sinn, Ablauf und Risiken der Behandlung,
> bevor eine wohlinformierte Einwilligung möglich ist.
>
> In einer Notsituation sind die Anforderungen erheblich geringer. Da kann
> auch jemand ohne formelle medizinische Ausbildung tätig werden, wenn
> qualifizierte Hilfe nicht rechtzeitig erreichbar ist.
>
> Ein möglichst aktueller Erste-Hilfe-Kurs, vielleicht eine Vorstellung
> von der menschlichen Anatomie und weitergehende Informationen über
> Notfallmaßnahmen bei typischen Situationen abseits der Zivilisation kann
> und sollte also auch ein medizinischer Laie erwerben. Und wenn es drauf
> ankommt, darf er diese Kenntnisse auch anwenden, ohne Probleme mit dem
> Gesetz befürchten zu müssen.
>
> Auch wenn er bei den improvisierten Norfallmaßnahmen Fehler macht, sind
> diese nicht strafbar, anders sieht das nur aus, wenn er sich und seine
> Fähigkeiten einerseits und die Situation grob falsch eingeschätzt hat.
> Insbesondere wenn professionelle Hilfe zuverlässig hätte herangezogen
> werden können.
>
> Ciao Henning

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen21.01.05 12:24 Uhr
Auf diese Nachricht antworten! externer Link. Öffnet in neuem Fenster
Dille wrote:

Bitte trage deinen vollen Namen in dein Profil ein, gerne auch als

Dirk 'Dille' Leyhe.

Das gilt hier im de-Usenet als höflich und erhöht die Bereitschaft zu
ausführlichen Antworten.

Ach und bitte schau mal bei [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster rein. Deine
Artikel könnten noch verbessert werden.

> Ich denke mal, dass jeder der so intelligent ist sich in der Wildnis oder
> auf dem Berg zurechtzufinden, auch so intelligent ist im Notfall das
> richtige zu tun, auch wenn er über ein gewisses Maß an Erster Hilfe
> hinausgeht. Im Falle eines Falles ziehen Richter immer Sachverständige
> heran.

Derartige Fälle kommen gar nicht erst vor Gericht, weil erstens kaum je
Anzeige erstattet wird und zweitens die Staatsanwaltschaften sofort
einstellen würden.

> Das sind in solchen Fällen immer Ärzte. Und die Ärztekammer steht
> übermäßiger erster Hilfe sehr kritisch gegenüber (um nicht zu sagen haben
> die eher die Einstellung, dass man jemanden lieber verrecken lassen sollte,
> weil nur ein Arzt befugt ist Leben zu retten...)

Diese Einschätzung kann ich nicht teilen. Alle Ärzte,
Rettungsassistenten, Sanitäter, EH-Ausbilder und Krankenschwestern in
meinem Familien- und Freundeskreis stimmen völlig darin überein, dass
man es Ersthelfern so leicht wie möglich machen muss, sich an den
Verletzten ranzutrauen. Und dass jede Form der Strafverfolgung da
kontraproduktiv ist.

> aber die sind in der
> Vergangenheit schon sehr oft übergangen worden, weil die Hilfe, wenn sie
> Verhältnismässig erscheint, auch angebracht ist.
> Natürlich kriegt man wegen einer Tracheotomie auf der Wiese vor dem
> Krankenhaus einen drüber, aber in der Steppe?

Im Ergebnis liegen wir also in unserer Bewertung gleich ...

Ciao Henning
 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen21.01.05 18:32 Uhr
Auf diese Nachricht antworten! externer Link. Öffnet in neuem Fenster
>> Ich denke mal, dass jeder der so intelligent ist sich in der Wildnis oder
>> auf dem Berg zurechtzufinden, auch so intelligent ist im Notfall das
>> richtige zu tun, auch wenn er über ein gewisses Maß an Erster Hilfe
>> hinausgeht. Im Falle eines Falles ziehen Richter immer Sachverständige
>> heran.
>
> Derartige Fälle kommen gar nicht erst vor Gericht, weil erstens kaum je
> Anzeige erstattet wird und zweitens die Staatsanwaltschaften sofort
> einstellen würden.

Kann ich nicht teilen, immerhin ist bei jeder Art von Verletztungen bei der
zweite ihre Hand im Spiel haben der Staatsanwalt verpflichtet der Sache
nachzugehen. BSP: Mein Freund hatte einen Unfall. Beim Aussteigen aus dem
Wagen habe ich mir einen Glassplitter eingefahren und das fiel dem
Polizisten auf (ansonsten nichts, nicht mal ein Schleudertrauma, was schon
an ein Wunder grenzte). Der Staatsanwalt hat wegen fahrlässiger
Körpervrletzung im Strassenverkehr ermittelt (wegen einem kleinsten Schnitt
wohlgemerkt). Das Verfahren wurde dann zwar wirklich wegen Gringfügigkeit
eingestellt und weil ein öffentliches Interesse der Strafverfolgung nicht
bestand (das wird wohl immer vom Staatsanwalt gefragt, warum auch immer).
Letzteres würde aber bei einem Oberschenkelbruch mit Verdienstausfall,
Krankenhaus, etc. und ggf. falscher Behandlung/Erster Hilfe anders
aussehen...

>> Das sind in solchen Fällen immer Ärzte. Und die Ärztekammer steht
>> übermäßiger erster Hilfe sehr kritisch gegenüber (um nicht zu sagen haben
>> die eher die Einstellung, dass man jemanden lieber verrecken lassen
>> sollte,
>> weil nur ein Arzt befugt ist Leben zu retten...)
>
> Diese Einschätzung kann ich nicht teilen. Alle Ärzte,
> Rettungsassistenten, Sanitäter, EH-Ausbilder und Krankenschwestern in
> meinem Familien- und Freundeskreis stimmen völlig darin überein, dass
> man es Ersthelfern so leicht wie möglich machen muss, sich an den
> Verletzten ranzutrauen. Und dass jede Form der Strafverfolgung da
> kontraproduktiv ist.
>

Die meisten Ärzte die ich kenne und sämtliche Sanitäter etc. teilen das
wirklich. Nur dummerweise nicht die Vereinigung der Ärzte, die vor Gericht
als Sachverständige im Schadensfall und Frage nach falscher Erster Hilfe
nachgehen. Da gab es wirklich viele Fälle, wo bestellte Ärzte der
Ärztekammer manchen Angeklagten am liebsten aufs Schafott gebracht hätten...
Seit einigen Jahren (sogar Jahrzehnten) gibt es aber immer öfter Fälle, wo
das Gericht die Meinung dieser Sachverständigen übergeht und sich anders
ausspricht. Aber das hatte ich bereits gepostet...

> Im Ergebnis liegen wir also in unserer Bewertung gleich ...

Das denke ich auch, und jeder halbwegs intelligente Mensch würde das glaube
ich ähnlich sehen. Es ist halt immer eine Frage das Abwägens. Und so lange
man meint mehr zu helfen als zu schaden, sollte man sich ein Herz nehmen.
Natürlich sollten sich Fans von Prof. Brinkmann und Co. etwas zurücknehmen
("Ah, endlich kann ich mal mit einem stumpfen Messer einen Blinddarm
wegschneiden") und Leute denen Titanic bereits zu blutig war etwas
zusammennehmen ("Was meinst du mit Blase aufstechen?IHhhhhhhhhhhhhh").

Grüsse

Dille

PS: Ich hoffe die Namensänderung ist so im allgemeinen Interesse und steht
jetzt auch da... Bin halt neu. Was soll ich sagen ;o)

 
 
 
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Erste Hilfe

Bergsteiger beim Bergsteigen23.01.05 02:49 Uhr
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"Dille \(Dirk Leyhe\)" <mail@dirkleyhe.de> wrote:
>> Derartige Fälle kommen gar nic