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Wintertrekking

Bergsteiger beim Bergsteigen14.11.04 06:22 Uhr
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Hallo zusammen,
wer kennt ein gutes Buch, oder andere Quellen ueber Wintertrekking?
Ich bin auf der Suche nach z.B. einer Bauanleitung fuer ein Iglu, wie
das ist mit dem Schnee schmelzen (kann man den in unbedenklicher Menge)
zum trinken verwenden, auf was man achten soll, wie man ein Winterbiwak
macht, auf was man da achten soll. Wie ist das eigentlich beim Winterbiwak,
benutzt man da einen VBL (Varpor Barrier Liner) im Schlafsack, und drumrum
ein Biwaksack? Was gibt es sonst noch fuer Tricks und Kniffe? Welche
Ausruestung ist erforderlich/nuetzlich/unnuetz?

Wie ist das eigentlich mit einem Mobiltelefon, wenn man von einer Lawine
verschuettet wird, wie hoch sind die Chancen das man jemand dann per Anruf
findet? Hat man da ueberhaupt Empfang? Ein VS-Geraet funktioniert ja
auch in einer Lawine. Sollte man nicht auch diese Chance nutzen?

Gruss

Thomas
 
 
 
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Wintertrekking

Bergsteiger beim Bergsteigen14.11.04 09:03 Uhr
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> Hallo zusammen,
> wer kennt ein gutes Buch, oder andere Quellen ueber Wintertrekking?
> Ich bin auf der Suche nach z.B. einer Bauanleitung fuer ein Iglu, wie
> das ist mit dem Schnee schmelzen (kann man den in unbedenklicher Menge)
> zum trinken verwenden, auf was man achten soll, wie man ein Winterbiwak
> macht, auf was man da achten soll. Wie ist das eigentlich beim
> Winterbiwak,
> benutzt man da einen VBL (Varpor Barrier Liner) im Schlafsack, und drumrum
> ein Biwaksack? Was gibt es sonst noch fuer Tricks und Kniffe? Welche
> Ausruestung ist erforderlich/nuetzlich/unnuetz?
>

Hier gibt es: "Winterwandern mit Schlitten, Ski und Schneeschuh", Höh,
Schettler Publikationen Hattdorf, ISBN Nr. 3-921628-09-1. Vielleicht
vergriffen... solltest Du nachschauen.

> Wie ist das eigentlich mit einem Mobiltelefon, wenn man von einer Lawine
> verschuettet wird, wie hoch sind die Chancen das man jemand dann per Anruf
> findet? Hat man da ueberhaupt Empfang? Ein VS-Geraet funktioniert ja
> auch in einer Lawine. Sollte man nicht auch diese Chance nutzen?
>
> Gruss
>

Die Chancen sind null. Nicht, dass es technisch nicht möglich wäre (man hat
Empfang) aber, dass es in der Tatsache, unmöglich ist das Mobil zu nehmen
und anzurufen, wenn man verschüttet ist. Das gibt es nur bei James Bond oder
Cliff-Hanger!
Lawinengefahr = Todesgefahr. Ohne welches Mittel sind bei
Lawinenverschüttung die Überlebenschancen weniger als 10%, und dies nach
etwa 1 Stunde Verschüttung.
Also:
1) Lawinen unbedingt vermeiden. Da dies leider nicht möglich ist:
2) Nie allein unterwegs sein und
3) Dass alle Teilnehmern mit LVS, Lawinensonde und Schaufel ausgerüstet
sind, und damit geübt haben!
Dann steigen die Überlebenschancen auf "nur" etwa 70%...
Übrigens: da man noch Heute nicht 100%-ig sicher ist, dass die Mobiltelefone
keine Interferenz mit den LVS haben, ist es empfohlen während der Suche mit
dem LVS, alle Mobiltelefone auszuschalten!

Charles Lehmann
Europäischer Bergwanderführer
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Wintertrekking

Bergsteiger beim Bergsteigen14.11.04 09:33 Uhr
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Thomas Schweikert <schweikert.thomas@web.de> wrote:
> wer kennt ein gutes Buch, oder andere Quellen ueber Wintertrekking?

Hab ich leider keines zu empfehlen, gibt aber sicher eine Menge

> Ich bin auf der Suche nach z.B. einer Bauanleitung fuer ein Iglu,

Wie immer ist Google Dein Freund: zu den Schlüsselwörtern building und
Igloo finden sich 135000 Ergebnisse und die ersten beiden Seiten liefern
eine Menge brauchbares zum Thema

> wie das ist mit dem Schnee schmelzen (kann man den in unbedenklicher
> Menge) zum trinken verwenden,

ab 10 Litern ist er tödlich... wenn man seinen Kopf länger als 5 Minuten
in einen Eimer geschmolzenen Schnees reinsteckt =:-D

aber ernsthaft: Man sollte schon in der Schule gelernt haben, daß Schnee
einfach gefrorener wasserdampf ist. Er enthält - mal von diversen
Luftverschmutzungen abgesehen - keinerlei Mineralien wie man sie sonst
vom Trinkwasser her gewöhnt ist, also sollte man, wenn man länger ( >3-4
Wochen) nur geschmolzenen Schnee als Trinkwasser hat, auf eine
mineralstoffreiche Ernährung achten.
Man sollte halt ned grad den Schnee mit Dreck oder diversen gelb
verfärbten Löchern zum Schmelzen nehmen sondern "sauberen" Schnee

Für eine Wochenemdtour oder mal eine Woche irgendwo langgehen (wie ich
es ab und an mal mache) kann man Schnee unbedenklich als Trinkwasser
einsetzen

Je nach Anstrengung sollte man salzreiche Suppen verwenden denn der
Salzverlust ist beim Schwitzen doch recht beträchtlich... aber in
unseren Tütensuppen ist eh meist viel Salz drin, wenn man dann noch
Dörrfleisch/Pökelfleisch dabei hat ist es für kleinere Touren
ausreuchend

> auf was man achten soll, wie man ein Winterbiwak macht, auf was man da
> achten soll.

Kommt natürlich auf die Umstände an... ein Winterbiwak im Hochgebirge
bei 120km/h Windgeschwindigkeit sieht definitiv anders aus als eines im
Mittelgebirge in einer Waldlandschaft.
Grundsätzlich kann man aber schon sagen, daß der Wind wohl das größte
Problem darstellt, da er schnell zu starker Auskühlung und damit zum Tod
führen kann. Da wo Du liegst, sollte die Windgeschwindigkeit NULL sein.
Dafür braucht man im Hochgebirge oder mitten auf Grönland ein
Hightech-Zelt und im Mittelgebirgswald ein Tarp mit kleinem Schneewall
drumrum

> Wie ist das eigentlich beim Winterbiwak,
> benutzt man da einen VBL (Varpor Barrier Liner) im Schlafsack, und drumrum
> ein Biwaksack?

Ich hab einen Ajungilak Tyn Winter, das ist ein Synthetikschlafsack,
den benutz ich zwar wegen des Windes mit äußerer Schlafsackhülle - aber
wie schon gesagt... ich bin im Mittelgebirge unterwegs. Drunter liegt
eine dicke Evazote Isomatte (19mm), da durch ist bislang noch keine
Kälte gekrabbelt. Drüber spannt sich bei mir ein Tarptent, das ich mit
Schneewällen gegen zu arge Zugluft im Mittelgebirgswald abdichte

> Was gibt es sonst noch fuer Tricks und Kniffe? Welche
> Ausruestung ist erforderlich/nuetzlich/unnuetz?

Hängt davon ab, wo Du Dein "Winterbiwak" machen willst. Wie schon
gesagt: das Wichtigste ist Windschutz... und die gut isolierende
Kleidung natürlich

Wenn Du morgends nicht erst wieder Deine Trinkflasche auftauen willst,
dann empfiehlt es sich, die mit in den Schlafsack zu nehmen, ebenso wie
vielleicht die Taschenlampe für den frühmorgendlichen Gang auf's stille
Örtchen, die Socken/Innenschuhe und den -gut verschlossenen!!!-
Spiritusbrenner, falls Du einen solchen benutzt.

> Wie ist das eigentlich mit einem Mobiltelefon, wenn man von einer Lawine
> verschuettet wird, wie hoch sind die Chancen das man jemand dann per Anruf
> findet? Hat man da ueberhaupt Empfang? Ein VS-Geraet funktioniert ja
> auch in einer Lawine. Sollte man nicht auch diese Chance nutzen?

Wenn ein paar Tonnen schnee auf Dir liegen, kannst du ja mal versuchen,
dein Mobiltelefon zu bedienen...
Nix für Ungut... aber solange Du solche Fragen stellst, würde ich
DRINGEND davon abraten, in lawinengefährdete Gebiete zu gehen!

Grüße
Ulrike
...die hofft, daß es auch im Taunus mal wieder ein bischen Schnee
gibt...
--
* NAMES: Ulrike Schepp COMMERCIALS: Schepp Softwaredesign
* EMAIL: schepp@dark.lahn.de (priv.) schepp@schepp-softwaredesign.de
* WWW : [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster
* SNAIL: Am Berg 1, D-35647 Waldsolms PGP-Key: 0x6945FEF9 on keyservers
 
 
 
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Wintertrekking

Bergsteiger beim Bergsteigen14.11.04 14:28 Uhr
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Ulrike Schepp <schepp@dark.lahn.de> wrote:

>Ich hab einen Ajungilak Tyn Winter, das ist ein Synthetikschlafsack,
>den benutz ich zwar wegen des Windes mit äußerer Schlafsackhülle - aber
>wie schon gesagt... ich bin im Mittelgebirge unterwegs. Drunter liegt
>eine dicke Evazote Isomatte (19mm), da durch ist bislang noch keine
>Kälte gekrabbelt. Drüber spannt sich bei mir ein Tarptent, das ich mit
>Schneewällen gegen zu arge Zugluft im Mittelgebirgswald abdichte

Hört sich ganz nach meiner bevorzugten Ausrüstung für den Rennsteig im
Winter an.
Wolltest Du nicht im letzten Jahr die "Billig-Pulka" von Globi (aka
Paris Sledge für 30 EUR) ausprobieren? Gibts dazu schon von jemandem
anders Erfahrungen?

Cheers,
Marian
--
Marian Gunkel, Potsdam, Germany
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Wintertrekking

Bergsteiger beim Bergsteigen15.11.04 05:38 Uhr
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Marian Gunkel <marian-usenet@gmx.de> wrote:
[...]
> Wolltest Du nicht im letzten Jahr die "Billig-Pulka" von Globi (aka
> Paris Sledge für 30 EUR) ausprobieren? Gibts dazu schon von jemandem
> anders Erfahrungen?

Wollte ich... ist aber leider mangels Schnee in den Mittelgebirgen nix
draus geworden... ich hoffe, daß es dieses Jahr was wird.

Grüße
Ulrike
--
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Wintertrekking

Bergsteiger beim Bergsteigen14.11.04 17:54 Uhr
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Vielen Dank fuer eure Antworten.

Ulrike Schepp wrote:
> Ich hab einen Ajungilak Tyn Winter, das ist ein Synthetikschlafsack,
> den benutz ich zwar wegen des Windes mit äußerer Schlafsackhülle
Wie sind da Deine Erfahrungen mit Kondenswasser? Hast Du da schon Probleme
mit gehabt, oder hat sich bei Dir kein Kondenswasser gebildet?

>> Wie ist das eigentlich mit einem Mobiltelefon, wenn man von einer Lawine
>> verschuettet wird, wie hoch sind die Chancen das man jemand dann per
>> Anruf findet? Hat man da ueberhaupt Empfang? Ein VS-Geraet funktioniert
>> ja auch in einer Lawine. Sollte man nicht auch diese Chance nutzen?
>
> Wenn ein paar Tonnen schnee auf Dir liegen, kannst du ja mal versuchen,
> dein Mobiltelefon zu bedienen...
Ich hatte das eigentlich anders herumg gedacht, das man versucht den
Verschuetteten anzurufen, und dem klingeln des Telefons folgen kann.
Als zusaetzliche Methode den Verschuetteten schneller/besser zu finden.
Es macht ja unter Umstaenden auch Sinn ein Rescue Reflektor irgendwo dran zu
haben.
Gruss

Thomas
 
 
 
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Wintertrekking

Bergsteiger beim Bergsteigen14.11.04 20:35 Uhr
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On Sonntag 14 November 2004 17:54, Thomas Schweikert wrote:

>> Wenn ein paar Tonnen schnee auf Dir liegen, kannst du ja mal versuchen,
>> dein Mobiltelefon zu bedienen...
> Ich hatte das eigentlich anders herumg gedacht, das man versucht den
> Verschuetteten anzurufen, und dem klingeln des Telefons folgen kann.
Na ich glaub das wird nix bringen. Als ich noch ein Handy hatte habe ich
das manchmal selber nicht gehoert wenn es im Rucksack war.
Unter einem Berg Schnee vergraben wirst Du es definitiv nicht mehr hoeren.
Vielleicht kann man die Dinger ja anpeilen wenn sie klingeln da bin ich
mir nicht so sicher. Wenn allerdings nur ein Mast in der naehe ist wird
das mit dem Orten auch schon wieder schwierig. Von o2/genion gab es AFAIK mal
so eine Funktion sein Handy ueber ein Webinterface zu orten. In Staedten hat
das auch soweit funktioniert aber da sind ja genug Punkte um es zu
lokalisieren. Auf nem Berg stelle ich mir das problematischer vor oder sind
die Alpen jetzt schon mit Handymasten gepflastet?

Gruesse,
Sven
 
 
 
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Wintertrekking

Bergsteiger beim Bergsteigen15.11.04 01:12 Uhr
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Sven Hoexter schrieb:

> On Sonntag 14 November 2004 17:54, Thomas Schweikert wrote:
>
>> [Lawinenopfer mit Handy orten?]
>
> Vielleicht kann man die Dinger ja anpeilen wenn sie klingeln da bin ich
> mir nicht so sicher. Wenn allerdings nur ein Mast in der naehe ist wird
> das mit dem Orten auch schon wieder schwierig. Von o2/genion gab es AFAIK mal
> so eine Funktion sein Handy ueber ein Webinterface zu orten.

Das gibts auch immer noch, allerdings selbst in Städten nur mit
einer Genauigkeit von einigen 100 Metern - je nach Standort kann das
auch mal um über einen Kilometer variieren. Also für ne
Lawinenopfer-Ortung absolut nicht zu gebrauchen.

 
 
 
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Wintertrekking

Bergsteiger beim Bergsteigen15.11.04 05:44 Uhr
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Thomas Schweikert <schweikert.thomas@web.de> wrote:
> Vielen Dank fuer eure Antworten.

> Ulrike Schepp wrote:
>> Ich hab einen Ajungilak Tyn Winter, das ist ein Synthetikschlafsack,
>> den benutz ich zwar wegen des Windes mit äußerer Schlafsackhülle
> Wie sind da Deine Erfahrungen mit Kondenswasser? Hast Du da schon Probleme
> mit gehabt, oder hat sich bei Dir kein Kondenswasser gebildet?

Am Fußende wird er etwas feucht - auch schon oberhalb null Grad

[...] Lawine & Handy
> Ich hatte das eigentlich anders herumg gedacht, das man versucht den
> Verschuetteten anzurufen, und dem klingeln des Telefons folgen kann.
> Als zusaetzliche Methode den Verschuetteten schneller/besser zu finden.
> Es macht ja unter Umstaenden auch Sinn ein Rescue Reflektor irgendwo dran zu
> haben.

Schnee dämpft den Schall sehr gut - also wenn der Verschüttete etwas
tiefer liegt ists nix mit anbinmmeln. Und wie ist das, wenn jemand nur
Vibrationsalarm eingeschaltet hat?

Obendrein: Woher sollen die Retter wissen, welche seiner vielen
Prepaid-Karten der Verunfallte nun grade benutzt...?

Ich halte ein Handy als Backup bei einer Lawine für untauglich! Es gibt
doch genug gute Produkte.

Grüße
Ulrike
--
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Wintertrekking

Bergsteiger beim Bergsteigen14.11.04 13:57 Uhr
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Viel Spaß, ist ne Menge Text.

Alex
 
 
Austria Mountain Tour
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