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Hallo,
unlängst habe ich mich hier nach dem Weissmies erkundigt. Nach dem Abschluss meines Bergurlaubs möchte ich einen kleinen Bericht abgeben.
1.) Eingehtour (fast auf die) Parseierspitze.
Hinfahrt nach Grins und Aufstieg zur Augsburger Hütte am 12.09. bei schönem Wetter. Kurz vorher hatte es einen Wintereinbruch gegeben, der 70cm Neuschnee an der Hütte brachte. Davon war an der Hütte schon nichts mehr übrig, weiter oben allerdings schon noch. Ich stand am nächsten Tag auf dem Weg zu Parseier öfter mal bis zum Knie im Schnee.
Davon abgesehen war der Weg bis zum Sattel zwischen dem Gatschkopf und der Parseier ('Patrolscharte') kein Problem: Immer schön durch den Schnee stapfen und an einigen wenigen Stellen etwas festhalten, es geht mal etwas die Felsen hoch. Am Einstieg zum Gipfelaufschwung der Parseier bin ich leider gescheitert. Laut Wikipedia hat die Stelle 'nur' den Schwierigkeitsgrad UIAA II, aber für mich war das nicht zu überwinden. Der Kalkstein ist in schmalen Schichten strukturiert, die hochkant liegen, daher muss man sich meistens auf den Schmalseiten der Bänder nach oben bewegen. Es ist ein bischen, als ob man aus Bündeln von Messerklingen entlangklettert. Erschwerend kommt dazu, dass es sich um ein äußerst brüchiges und splittriges Gestein handelt. Beim ersten Versuch (2 Meter über der Patrolscharte) ist mir ein Tritt weggebrochen. Wenn ich nicht die Hände an festen Griffen gehabt hätte, wäre ich sonstwohin gefallen, so habe ich mir 'nur' Hautabschürfungen und blaue Flecken im Brustbereich geholt. Ich habs dann ein paar Meter weiter nochmal probiert, aber ebenfalls ohne Erfolg. Ausweichziel: Gatschkopf. Leicht, einfach den breiten Bergrücken hochgehen. (Merke außerdem: Bei solchen Verhältnissen die Gamaschen anziehen, _bevor_ die Schuhe innen patschnass sind...)
2.) Weissmies
Als Alleingänger habe ich den leichten, gletscherfreien Anstieg über den Zwischenberg(en?)pass gewählt. Talort ist Saas-Almagell. Eine Viertelstunde oberhalb von Saas-Almagell habe ich mich gleich verfranst (und ein paar andere auch), weil auf dem Hüttenanstieg gebaut wird. Die Baustellenschilder(!) dort also ernst nehmen, auch wenn man sicht's nicht recht vorstellen kann, dieses Wegstück ist eine Sackgasse. Abgesehen davon ist der der Weg zur Hütte problemlos und landschaftlich sogar ganz nett.
Die Almagellerhütte war (Wochenende 15.09 auf 16.09) voll belegt. Wie hier vorgeschlagen habe ich morgens am 15. dort reserviert, d.h. vor dem Aufstieg kurz angerufen, und das war wohl o.k. so. Die Hütte war praktisch voll belegt (Wochenende und schönes Wetter).
Der Wintereinbruch hat das Wallis offenbar nicht erreicht, daher war dort kein Neuschnee und auf der Hütte Wassermangel. D.h., eingeschränkte Waschmöglichkeiten, kein Trinkwasser aus der Leitung und zwei Plumpsklos vor der Hütte.
Genial: Die Aussicht von der Terasse auf die Mischabelgruppe etc.: Allalinhorn, Alphubel, Täschhorn, Dom, Lenzspitze... Stehen da nebeneinander wie die Bierseidel im Tragerl, also, da geht einem dann schon das Herz auf.
Am besten nimmt man dann das erste Frühstück (5:30 war das glaube ich) und reiht sich um 6:00 Uhr in den Bergsteigerstrom Richtung Zwischenbergpass ein. Bis zum Pass kann man einklich auch nix verkehrt machen. Am Pass hat man die Wahl: Entweder die ganze Stecke bis kurz unter dem Gipfel auf dem Grat hoch, oder das erste Stück über ein Schneefeld auf der Ostseite gehen.
Ich habe mich für das Schneefeld entschieden, um dem Verkehr auf dem engen Grat etwas zu entgehen. Nachteil: Das Schneefeld ist ziemlich steil und war am 16.09. unangenehm hart, sprich praktisch fast blankes Eis. Die Steigeisen und der leichte Eispickel, die hier empfohlen wurden, waren genau richtig.
Nach vielleicht 100 oder 150 Höhenmeter ist das Schneefeld sowieso zu Ende, und man muss auf den Grat. Dem Hörensagen nach soll sich das Schneefeld noch deutlich weiter nach oben ausdehenen können, was die Sache zusammen mit dem (dann vorhandenen) weichen Neuschnee angenehmer macht.
Der Grat war für mich dann gerade schön zu klettern. Von der Schwierigkeit her o.k., das Gestein fest, überall mit Griffen und Tritten versehen und auch trocken. Der Blockgrat ist einigermaßen lang, bestimmt 300 Höhenmeter.
Dann (vielleicht 60 oder 80 Meter unter dem Gipfel) kommt man auf einen wunderschönen Schneegrat, danach kommt ein kleines Felsband, und dann geht es auf einem breiten Firnrücken die letzten Meter zum Gipfel. Zur Not wäre es ab dem Schneegrat vielleicht auch ohne Steigeisen gegangen, aber ich ließ sie dran und das war wohl auch besser so.
Gottseidank ist der Gipfel nicht allzu spitz, sodass auch 20 oder 30 Leute Platz finden, ohne sich auf die Füße zu treten.
Ich bin denselben Weg zurück gegangen und am selben Tag noch bis Saas-Almagell abgestiegen. Insgesamt eine sehr schöne, lohnenswerte Tour. Im Hochsommer, wenn es früh hell wird, ist das Weissmies vielleicht sogar an einem Tag von Saas-Almagell aus machbar. Wenn man stramme Beinmuskeln hat...
3.) Philosophische Nachbetrachtungen.
3a.) Ist die Schweiz teuer? Ja und nein. 5 SFr pro Tag für den Parkplatz in Saas-Almagell mögen nicht besonders teuer sein, allerdings kann man wo anders (Ö, ...) gar umsonst parken. Die 11,40 SFr pro Nacht auf dem Campingplatz Mischabel (1 Person, 1 Auto) fand ich o.k., war doch eine Dusche mit warmen Wasser dabei. Auf der Hütte bezahlte ich für ein Mineralwasser (0,5 Liter) 6 SFr, für ein halbes Bier dann 6,5 SFr. Angesichts des Trinkwassermangels (heißes Wasser 2 SFr der Liter) läppert sich das. Halbpension mit gutem und reichlichem Abendessen incl. Übernachtung (Lager) waren für ein DAV-Mitglied für 35 EUR zu haben, was eigentlich wieder ein fairer Preis ist.
3b.) Angewandte Sicherungstechnik in Firn und Fels
Zugesehen: Eine Seilschaft mit vielleicht 5 Leuten den Blockgrat hoch. Die sind da halt einfach angeseilt hochgeklettert, ohne Standplätze oder so einzurichten. Hat das Seil hier irgendwelche Vorteile, von der Psychologie mal abgesehen?
Mitgehört: Ein Päärchen am Beginn des Schneegrats. Er schleppt eine halbe Schlosserei an Karabinern und Expressschlingen mit und erklärt seiner Freundin die ganze Spaltenbergung 'in a nutshell', incl. Eisschraube (am Schneegrat?), Flaschenzug, etc pp. Wir wollen hoffen, dass die beiden das Weissmies traversiert haben und somit über den Gletscher abgestiegen sind und nicht etwa auf dem Schneegrat mit Gletscherspalten gerechnet haben. Und dass sie die Spaltenbergung vorher auch mal geübt haben...
N., nächstes Jahr will ich wieder in diese Gegend. -- Hm.
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Nico Hoffmann schrieb:
> den Zwischenberg(en?)pass
Zwischbergenpass (vom gleichnamigen Tal auf der Südostseite)
-- Frank Seeger, Singen/D frankfseeger@spamfence.net [externer Link]
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On 20 Sep., 23:58, Nico Hoffmann <oxens...@gmx.de> wrote: > Hallo, > > unlängst habe ich mich hier nach dem Weissmies erkundigt. Nach dem > Abschluss meines Bergurlaubs möchte ich einen kleinen Bericht abgeben.
Hallo Nico, herzlichen Glueckwunsch, und vielen Dank fuer den netten und ehrlichen Bericht!Endlich mal wieder :-)
> Laut Wikipedia hat die Stelle 'nur' den > Schwierigkeitsgrad UIAA II,
Mit Wikipedia habe ich noch nie eine Bergtour vorbereitet, aber warum nicht ;-)
> 2.) Weissmies <snip> > Der Grat war für mich dann gerade schön zu klettern.
Auch eine meiner Lieblingstouren. Schoen, dass alles noch so zu sein scheint, wie ich es kenne :-)
> Gottseidank ist der Gipfel nicht allzu spitz, sodass auch 20 oder 30 > Leute Platz finden, ohne sich auf die Füsse zu treten.
Ein Teil des Gipfels ist allerdings eine Waechte, was manche Leute waehrend der Rast leicht vergessen (da habe ich glaub ich erstmals fremde Bergsteiger angebruellt).
> 3.) Philosophische Nachbetrachtungen. > > 3a.) Ist die Schweiz teuer? > Ja und nein. 5 SFr pro Tag für den Parkplatz in Saas-Almagell mögen > nicht besonders teuer sein, allerdings kann man wo anders (Ö, ...) gar > umsonst parken.
Umsonst parken finde ich aber nicht erstrebenswert vom Konzept her, weil dann die Allgemeinheit (inklusive Bahnfahrer) indirekt die Parkplaetze mitsubventioniert.
> Auf der Hütte bezahlte ich für ein Mineralwasser (0,5 Liter) 6 SFr, > für ein halbes Bier dann 6,5 SFr.
Viel billiger ist das in Basler Kneipen auch nicht. Insofern ganz normales Schweizer Preisniveau, kein Bergnepp (was Du ja auch gar nicht behauptest :-).
> Angesichts des Trinkwassermangels (heisses Wasser 2 SFr der Liter)
Pech. Bei meinen beiden Besuchen im Jahr 2000 floss vor der Huette ein Bach, aus dem ich beschwerdefrei getrunken habe.
> 3b.) Angewandte Sicherungstechnik in Firn und Fels > Zugesehen: Eine Seilschaft mit vielleicht 5 Leuten den Blockgrat > hoch. Die sind da halt einfach angeseilt hochgeklettert, ohne > Standplätze oder so einzurichten. Hat das Seil hier irgendwelche > Vorteile, von der Psychologie mal abgesehen?
Zweifel sind da durchaus angebracht. Der Erste koennte ein Bergfuehrer sein, der sowas trainiert hat. Das Seil koentte sich beim Sturz zufaellig gluecklich irgendwo verhaken. In vielen Faellen duerfte allerdings Dein Verdacht bezueglich 'Psychologie' zutreffen. Ich bin da auch lieber seilfrei unterwegs gewesen, ohne irgendwelche Illusionen von Sicherung.
> N., nächstes Jahr will ich wieder in diese Gegend. > -- > Hm.
Viel Spass und viel Erfolg weiterhin. Dass das nahegelegen Lagginhorn ebenso gut solo machbar ist, hat sich bestimmt schon bis zu Dir rumgesprochen ;-)
Gruss,
Henning (Freiburg i. Brg.) henninglege bei heisserpost (englisch) punkt com (mein freenet-account ist nur noch eine Attrappe)
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Henning Lege schreibt:
> On 20 Sep., 23:58, Nico Hoffmann <oxens...@gmx.de> wrote:
>> Gottseidank ist der Gipfel nicht allzu spitz, sodass auch 20 oder 30 >> Leute Platz finden, ohne sich auf die Füße zu treten. > > Ein Teil des Gipfels ist allerdings eine Waechte, was manche Leute > waehrend der Rast leicht vergessen (da habe ich glaub ich erstmals > fremde Bergsteiger angebruellt).
Ja, hielt sich hier aber in Grenzen.
>> Auf der Hütte bezahlte ich für ein Mineralwasser (0,5 Liter) 6 SFr, >> für ein halbes Bier dann 6,5 SFr. > > Viel billiger ist das in Basler Kneipen auch nicht. Insofern ganz > normales Schweizer Preisniveau, kein Bergnepp (was Du ja auch gar > nicht behauptest :-).
Das halbe Bier kommt umgerechnet auf ca. 4 EUR. Auf der Sulzenauhütte zahlt man auch schon 3,5 EUR, iirc. Es läppert sich halt bloß, wenn man nicht einfach mal einen oder zwei Liter Wasser aus dem Hahn zapfen kann. Der Flüssigkeitsbedarf ist ja ziemlich groß...
>> Angesichts des Trinkwassermangels (heißes Wasser 2 SFr der Liter) > > Pech. Bei meinen beiden Besuchen im Jahr 2000 floss vor der Huette ein > Bach, aus dem ich beschwerdefrei getrunken habe.
Das wollte ich da unten nicht riskieren, schließlich ist die Gegend doch ziemlich überlaufen. Ich habe dann meine Flaschen mit dem Schmelzwasser des Schneefelds aufgefüllt. Da gingen eh nicht so viele drüber, und es hält sich niemand länger als nötig auf.
>> N., nächstes Jahr will ich wieder in diese Gegend.
> Viel Spass und viel Erfolg weiterhin. Dass das nahegelegen Lagginhorn > ebenso gut solo machbar ist, hat sich bestimmt schon bis zu Dir > rumgesprochen ;-)
Ja, allerdings werde ich versuchen, noch zwei oder drei Gleichgesinnte aufzutreiben. Dann hätte man eine Seilschaft und könnte auch vergletscherte Anstiege gehen. Damit werden vor allem die Westalpen erst richtig interessant.
N. -- Hm.
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Nico Hoffmann schrieb: > Am Einstieg zum Gipfelaufschwung der Parseier bin ich leider > gescheitert. Laut Wikipedia hat die Stelle 'nur' den > Schwierigkeitsgrad UIAA II, aber für mich war das nicht zu überwinden.
Wieso hast du es nicht mehr über den Normalweg (Südostflanke vom Grinner Ferner) versucht? Zu viel Schnee? Die Südostflanke ist nirgends schwieriger als II und soll deutlich leichter sein als der Grat von der Patrolscharte aus.
> Am besten nimmt man dann das erste Frühstück (5:30 war das glaube ich) > und reiht sich um 6:00 Uhr in den Bergsteigerstrom Richtung > Zwischenbergpass ein.
Als ich im August 2002 dort übernachtet habe, war schon um 4 Uhr allgemeines Wecken und um 4:30 Uhr Frühstück angesagt. War mir eigentlich viel zu früh - ich hatte keine Stirnlampe dabei. Aber schlafen ging auch nicht mehr. Hab dann nach dem Frühstück erstmal noch eine Stunde abgewartet, bis der Weg auch ohne Lampe einigermaßen zu erkennen war.
> Der Grat war für mich dann gerade schön zu klettern. Von der > Schwierigkeit her o.k., das Gestein fest, überall mit Griffen und > Tritten versehen und auch trocken. Der Blockgrat ist einigermaßen > lang, bestimmt 300 Höhenmeter.
Das Klettern auf dem Grat hat mir auch sehr gut gefallen - hat wirklich Spaß gemacht, obwohl es weiter oben aufgrund der dünner werdenden Luft immer anstrengender wurde.
> Ich bin denselben Weg zurück gegangen und am selben Tag noch bis > Saas-Almagell abgestiegen. Insgesamt eine sehr schöne, lohnenswerte > Tour.
Ja, super Tour und ein schöner Bericht!
Gruß, Thomas
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Thomas Gailing schreibt:
> Nico Hoffmann schrieb: >> Am Einstieg zum Gipfelaufschwung der Parseier bin ich leider >> gescheitert. Laut Wikipedia hat die Stelle 'nur' den >> Schwierigkeitsgrad UIAA II, aber für mich war das nicht zu überwinden. > > Wieso hast du es nicht mehr über den Normalweg (Südostflanke vom Grinner > Ferner) versucht? Zu viel Schnee? Die Südostflanke ist nirgends > schwieriger als II und soll deutlich leichter sein als der Grat von der > Patrolscharte aus.
Hm, also doch...
Zuerst bin ich auf der Partolscharte gelandet, weil ich den Markierungsstangen nachgelaufen bin. Am Grat ist auch eine rote Markierung. Nach dem ersten Versuch am Grat (mit dem ausgebrochnen Tritt) habe ich einen Blick auf die Karte geworfen, bin wieder auf den Grinner 'Ferner' runter und bin genau in die Richtung gelaufen, in der der Wegweiser zeigte (Südostflanke), weil ich auch den Eindruck hatte, dass der Weg in der Karte nicht über den Grat geht. Irgendwelche Wegmarkierungen waren aber wohl zugeschneit. Jedenfalls bin ich dann von unten an Felsen gekommen, die genauso blöd waren wie der Grat, und Markierungen habe ich keine gesehen, also bin ich wieder zurück. Dann kam ein Einheimischer vom Gatschkopf runter und hat mir erzählt, der Grat wäre schon richtig, so hätte er das gehört. Also bin ich wieder auf die Patrolscharte und habs nochmal am Grat probiert, wieder ohne Erfolg.
Vielleicht habe ich bei meinem Abstecher zur Südostflanke nur nicht weit genug ausgeholt. Schnee war schon noch viel da oben.
N. -- Hm.
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Nico Hoffmann schrieb: > Zuerst bin ich auf der Partolscharte gelandet, weil ich den > Markierungsstangen nachgelaufen bin. Am Grat ist auch eine rote > Markierung.
Der AVF hätte da geholfen. Der Ostgrat steht mit Schwierigkeitsgrad III drin, Schlüsselstelle gleich am Anfang: "Dem ersten, leicht überhängenden Turm weicht man rechts aus, um ihn durch einen auf den Grat zurückführenden kleinen Kamin zu überlisten. Dann heikle Kletterei auf dem Grat."
> Nach dem ersten Versuch am Grat (mit dem ausgebrochnen > Tritt) habe ich einen Blick auf die Karte geworfen, bin wieder auf den > Grinner 'Ferner' runter und bin genau in die Richtung gelaufen, in der > der Wegweiser zeigte (Südostflanke), weil ich auch den Eindruck hatte, > dass der Weg in der Karte nicht über den Grat geht. > Irgendwelche Wegmarkierungen waren aber wohl zugeschneit. Jedenfalls > bin ich dann von unten an Felsen gekommen, die genauso blöd waren wie > der Grat, und Markierungen habe ich keine gesehen, also bin ich wieder > zurück.
Der Einstieg in die Flanke und der weitere Aufstieg sind rot markiert. Kann natürlich gut sein, dass die meisten Markierungen vom Schnee verdeckt waren. Bei uns damals (Mitte September 2004) war die Flanke schneefrei und die Orientierung daher kein Problem. Einige Stellen im II. Grad, der Rest leichter.
Hm, auf Wikipedia ([externer Link] ) lese ich aber Ähnliches: "Der sicherste Weg zur Parseierspitze führt in gut drei Stunden zunächst über ein Stück des Augsburger Höhenwegs von der Augsburger Hütte aus über die Patrolscharte, dann südlich über kleine Schnee- und Eisfelder des Grinnerferners über die Südostflanke zum Gipfel. Laut Literatur ist das letzte Stück des Weges steinschlaggefährdet. Stellenweise muss im Schwierigkeitsgrad UIAA II geklettert werden."
Das bezieht sich auf den Normalweg durch die Südostflanke, nicht auf den Ostgrat von der Patrolscharte aus.
> Vielleicht habe ich bei meinem Abstecher zur Südostflanke nur nicht > weit genug ausgeholt. Schnee war schon noch viel da oben.
Jetzt hast du wenigstens einen Grund, nochmal da rauf zu gehen. ;-) Wir sind 2004 am 2. Tag noch über den Augsburger Weg - bei guten Verhältnissen eine grandiose Tour!
Gruß, Thomas
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Nico Hoffmann schreibt:
> 2.) Weissmies
Noch ein paar Bilder:
Erstes Tageslicht am Zwischbergenpass: <[externer Link] . jpg >
Der Schneegrat, hoch über den Wolken: <[externer Link] lken.jpg >
Blick zum Gipfel: <[externer Link] >
Blick vom Gipfel Richtung Mischabel: <[externer Link] el.jpg > Der weiße Knubbel links müßte der Alphubel sein, die beiden hohen Felszacken sind dann das Täschhorn und der Dom, und einer von den nächsten beiden kleineren ist die Lenzspitze, iirc. Links käme noch das Allalinhorn (nicht mehr im Bild). Von der Hütte sieht man das auch so ähnlich. Unter dem Alphubel steht irgendwo die Britannia-Hütte, auf dem Foto geht die aber unter.
Tja, und das bin ich: <[externer Link] h.jpg >
N. -- Hm.
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Hallo Nico, schöne Bilder. Ich war 1984 zum erstenmal auf dem Weissmies, da war die Almagellerhütte ganz neu gebaut. Inzwischen dann schon vier oder fünfmal dort gewesen, immer über den Zwischbergenpass. Einmal auch schon Anfang Dezember, damals fast ganz schneefrei bis zum Vorgipfel.
Nico Hoffmann schrieb: > Nico Hoffmann schreibt: > >>2.) Weissmies > > > Noch ein paar Bilder: > Blick vom Gipfel Richtung Mischabel: > <[externer Link] el.jpg > > Der weiße Knubbel links müßte der Alphubel sein, die beiden hohen > Felszacken sind dann das Täschhorn und der Dom, und einer von den > nächsten beiden kleineren ist die Lenzspitze, iirc. > Links käme noch das Allalinhorn (nicht mehr im Bild). > Von der Hütte sieht man das auch so ähnlich. > Unter dem Alphubel steht irgendwo die Britannia-Hütte, auf dem Foto > geht die aber unter. Das hochgelegene Fußballfeld ist der Alphubel, dann kommen Täschhorn und Dom, das mit der Eiswand ist die Lenzspitze, dann das Nadelhorn und (ganz kleiner Knubel) das Stecknadelhorn; rechts daneben das Hohberghorn und felsig, mit deutlichem Couloir, das Dürrenhorn. Dahinter stehen Weisshorn und Bishorn. Die Britanniahütte sieht man nicht, die liegt links außerhalb des Bildes.
Schöne Grüße Hartmut
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On 20 Sep., 23:58, Nico Hoffmann <oxens...@gmx.de> wrote: > Hallo, > > unlängst habe ich mich hier nach dem Weissmies erkundigt. Nach dem > Abschluss meines Bergurlaubs möchte ich einen kleinen Bericht abgeben. > > 1.) Eingehtour (fast auf die) Parseierspitze. > > Hinfahrt nach Grins und Aufstieg zur Augsburger Hütte am 12.09. bei > schönem Wetter. Kurz vorher hatte es einen Wintereinbruch gegeben, der > 70cm Neuschnee an der Hütte brachte. Davon war an der Hütte schon > nichts mehr übrig, weiter oben allerdings schon noch. Ich stand am > nächsten Tag auf dem Weg zu Parseier öfter mal bis zum Knie im Schnee. > > Davon abgesehen war der Weg bis zum Sattel zwischen dem Gatschkopf und > der Parseier ('Patrolscharte') kein Problem: Immer schön durch den > Schnee stapfen und an einigen wenigen Stellen etwas festhalten, es > geht mal etwas die Felsen hoch. > Am Einstieg zum Gipfelaufschwung der Parseier bin ich leider > gescheitert. Laut Wikipedia hat die Stelle 'nur' den > Schwierigkeitsgrad UIAA II, aber für mich war das nicht zu überwinden. > Der Kalkstein ist in schmalen Schichten strukturiert, die hochkant > liegen, daher muss man sich meistens auf den Schmalseiten der Bänder > nach oben bewegen. Es ist ein bischen, als ob man aus Bündeln von > Messerklingen entlangklettert. > Erschwerend kommt dazu, dass es sich um ein äusserst brüchiges und > splittriges Gestein handelt. Beim ersten Versuch (2 Meter über der > Patrolscharte) ist mir ein Tritt weggebrochen. Wenn ich nicht die > Hände an festen Griffen gehabt hätte, wäre ich sonstwohin gefallen,= so > habe ich mir 'nur' Hautabschürfungen und blaue Flecken im Brustbereich > geholt. > Ich habs dann ein paar Meter weiter nochmal probiert, aber ebenfalls > ohne Erfolg. > Ausweichziel: Gatschkopf. Leicht, einfach den breiten Bergrücken > hochgehen. > (Merke ausserdem: Bei solchen Verhältnissen die Gamaschen anziehen, > _bevor_ die Schuhe innen patschnass sind...) > > 2.) Weissmies > > Als Alleingänger habe ich den leichten, gletscherfreien Anstieg über > den Zwischenberg(en?)pass gewählt. Talort ist Saas-Almagell. Eine > Viertelstunde oberhalb von Saas-Almagell habe ich mich gleich > verfranst (und ein paar andere auch), weil auf dem Hüttenanstieg > gebaut wird. Die Baustellenschilder(!) dort also ernst nehmen, auch > wenn man sicht's nicht recht vorstellen kann, dieses Wegstück ist eine > Sackgasse. Abgesehen davon ist der der Weg zur Hütte problemlos und > landschaftlich sogar ganz nett. > > Die Almagellerhütte war (Wochenende 15.09 auf 16.09) voll belegt. Wie > hier vorgeschlagen habe ich morgens am 15. dort reserviert, d.h. vor > dem Aufstieg kurz angerufen, und das war wohl o.k. so. Die Hütte war > praktisch voll belegt (Wochenende und schönes Wetter). > > Der Wintereinbruch hat das Wallis offenbar nicht erreicht, daher war > dort kein Neuschnee und auf der Hütte Wassermangel. D.h., > eingeschränkte Waschmöglichkeiten, kein Trinkwasser aus der Leitung > und zwei Plumpsklos vor der Hütte. > > Genial: Die Aussicht von der Terasse auf die Mischabelgruppe etc.: > Allalinhorn, Alphubel, Täschhorn, Dom, Lenzspitze... Stehen da > nebeneinander wie die Bierseidel im Tragerl, also, da geht einem dann > schon das Herz auf. > > Am besten nimmt man dann das erste Frühstück (5:30 war das glaube ich) > und reiht sich um 6:00 Uhr in den Bergsteigerstrom Richtung > Zwischenbergpass ein. Bis zum Pass kann man einklich auch nix verkehrt > machen. Am Pass hat man die Wahl: Entweder die ganze Stecke bis kurz > unter dem Gipfel auf dem Grat hoch, oder das erste Stück über ein > Schneefeld auf der Ostseite gehen. > > Ich habe mich für das Schneefeld entschieden, um dem Verkehr auf dem > engen Grat etwas zu entgehen. Nachteil: Das Schneefeld ist ziemlich > steil und war am 16.09. unangenehm hart, sprich praktisch fast blankes > Eis. Die Steigeisen und der leichte Eispickel, die hier empfohlen > wurden, waren genau richtig. > > Nach vielleicht 100 oder 150 Höhenmeter ist das Schneefeld sowieso zu > Ende, und man muss auf den Grat. Dem Hörensagen nach soll sich das > Schneefeld noch deutlich weiter nach oben ausdehenen können, was die > Sache zusammen mit dem (dann vorhandenen) weichen Neuschnee angenehmer > macht. > > Der Grat war für mich dann gerade schön zu klettern. Von der > Schwierigkeit her o.k., das Gestein fest, überall mit Griffen und > Tritten versehen und auch trocken. Der Blockgrat ist einigermassen > lang, bestimmt 300 Höhenmeter. > > Dann (vielleicht 60 oder 80 Meter unter dem Gipfel) kommt man auf > einen wunderschönen Schneegrat, danach kommt ein kleines Felsband, und > dann geht es auf einem breiten Firnrücken die letzten Meter zum > Gipfel. Zur Not wäre es ab dem Schneegrat vielleicht auch ohne > Steigeisen gegangen, aber ich liess sie dran und das war wohl auch > besser so. > > Gottseidank ist der Gipfel nicht allzu spitz, sodass auch 20 oder 30 > Leute Platz finden, ohne sich auf die Füsse zu treten. > > Ich bin denselben Weg zurück gegangen und am selben Tag noch bis > Saas-Almagell abgestiegen. Insgesamt eine sehr schöne, lohnenswerte > Tour. Im Hochsommer, wenn es früh hell wird, ist das Weissmies > vielleicht sogar an einem Tag von Saas-Almagell aus machbar. Wenn man > stramme Beinmuskeln hat... > > 3.) Philosophische Nachbetrachtungen. > > 3a.) Ist die Schweiz teuer? > Ja und nein. 5 SFr pro Tag für den Parkplatz in Saas-Almagell mögen > nicht besonders teuer sein, allerdings kann man wo anders (Ö, ...) gar > umsonst parken. Die 11,40 SFr pro Nacht auf dem Campingplatz Mischabel > (1 Person, 1 Auto) fand ich o.k., war doch eine Dusche mit warmen > Wasser dabei. > Auf der Hütte bezahlte ich für ein Mineralwasser (0,5 Liter) 6 SFr, > für ein halbes Bier dann 6,5 SFr. Angesichts des Trinkwassermangels > (heisses Wasser 2 SFr der Liter) läppert sich das. Halbpension mit > gutem und reichlichem Abendessen incl. Übernachtung (Lager) waren für > ein DAV-Mitglied für 35 EUR zu haben, was eigentlich wieder ein fairer > Preis ist. > > 3b.) Angewandte Sicherungstechnik in Firn und Fels > > Zugesehen: Eine Seilschaft mit vielleicht 5 Leuten den Blockgrat > hoch. Die sind da halt einfach angeseilt hochgeklettert, ohne > Standplätze oder so einzurichten. Hat das Seil hier irgendwelche > Vorteile, von der Psychologie mal abgesehen? > > Mitgehört: Ein Päärchen am Beginn des Schneegrats. Er schleppt eine > halbe Schlosserei an Karabinern und Expressschlingen mit und erklärt > seiner Freundin die ganze Spaltenbergung 'in a nutshell', incl. > Eisschraube (am Schneegrat?), Flaschenzug, etc pp. > Wir wollen hoffen, dass die beiden das Weissmies traversiert haben und > somit über den Gletscher abgestiegen sind und nicht etwa auf dem > Schneegrat mit Gletscherspalten gerechnet haben. Und dass sie die > Spaltenbergung vorher auch mal geübt haben... > > N., nächstes Jahr will ich wieder in diese Gegend. > -- > Hm.
Gratuliere zur schönen Tour. Und eine schöne Infosammlung :-)
Ich hab die Überschreitung der Weissmies (Almageller Hütte - Hohsaas) in den letzten Wochen gleich 2 Mal gemacht... mit unterschiedlichen Leuten und bei unterschiedlichen Rahmenbedingungen.
Am 08.09., nem Samstag, war richtig viel los, der Fels knochentrocken. Wir waren unter den allerersten (von ca 8 bis 10) Seilschaften auf dem Grat, was seeeehhhhr angenehm war. Ohne Seil gings da (kompletter Grat) sehr zügig rauf. Einige hatten tatsächlich schon am Anfang des Grates angeseilt, hab aber nicht gesehen, ob und wie die dann gesichert hatten. Auf dem Gipfel war dann auch gut was los. Die Almageller Hütte hatte da übrigens noch Trinkwasser... Letzte Woche, am 19.09., Mittwoch, war auf den Hütten fast nix los, die Schneefälle vom Montag und Dienstag hatten nen leichten Schleier auf dem Grat hinterlassen, wobei die etwas ernsthafteren Kletterstellen alle nahezu schneefrei waren. Also auch wieder sehr gute Bedingungen. Ausser uns war nur eine andere Seilschaft unterwegs (etwa ne 3/4 Stunde vor uns los). Wir sind auch erst um 7:30 losgegangen, da wir ohnehin noch auf der Weissmieshütte übernachten wollten. Da reicht die Zeit mehr als dicke. Den Gipfel hatten wir sogar für uns allein, da die andere Seilschaft schon am Abstieg war. Und das alles bei allerbestem Wetter. Dafür war der Pulverschnee beim Abstieg nicht gerade perfekt.
Das Anseilen am Almageller Grat kann man denke ich schon machen, wenn man die laufende Sicherung anwendet, also z.B. Schlingen legt, das Seil mittels Karabiner einclipt und weitergeht, der nächste clipt es dann hinter sich, der letzte baut ab. Oder man legt das seil einfach um irgendwelche Zacken und lässt es so mitlaufen. Allerdings ist das IMO nur bei unsicheren Personen sinnvoll, ansonsten ist man schneller und angenehmer unterwegs, wenn man ohne Seil geht. Muss man von der Leistungsfähigkeit der Gruppe abhängig machen.
Die Spalten auf der Hohsaas-Seite waren übrigens beide Male entweder sichtbar oder von zmindest ausreichend soliden Brücken überspannt. Mindestens ähnlich gefährlich schien mir hier die Mitreissgefahr in den Flanken, da man oben doch in einigermassen steilem Gelände quert und unten, dummerweise gerade da, wo man dann auch Spalten erwartet, 2 mal ne recht steile Flanke absteigen muss.
Bzgl Schweiz teuer: Billig ist sie nicht, aber erträglich und den Preis wert, finde ich ;-)
Schön in den Hütten, wenn nur wenige Leute da sind: Es werden auch mal andere Sachen aufgetischt als Gulasch, Geschnetzeltes oder andere im grossen Topf kochbare Sachen. Wir haben letzte Woche zum Beispiel Rösti bekommen oder Schnitzel.
Gruss, chris
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Hallo Nico,
schöner Bericht.
Schön, dass man wieder was von Dir hört :-)
Scheint ja ganz gut was los gewesen zu sein.
-- Gruß Rainer Lampi[tm] on Tour: [externer Link] Mors certa hora incerta - Todsicher geht die Uhr falsch
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