|  | Newsgroup - de.rec.alpinismus | | | Diese Inhalte werden aus dem Usenet dargestellt und gehören nicht zu alpinisten.info Es wird keine Haftung für fremde Inhalte übernommen (siehe Impressum) | | | Zurück zur Übersicht |  | Barryvox Pulse - Erster Erfahrungsbericht | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 02.12.06 23:45 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Nach den ersten Gerüchten hatte ich so meine Vorbehalte gegenüber dem Gerät: Grösser als das "alte" Barryvox 3000. -- Neue Geräte kommen fast immer unausgegoren auf den Markt. Lieber den Markt-Beta-Test vorüber gehen lassen. -- Schlechte Erfahrungen in Tests mit dem 3-Antennengerät von Pieps. -- Neue Vitaldaten-Technologie =3D neue Probleme. Wie soll das überhaupt funktionieren, Sensor am grossen Zeh?! -- Übertragung von Vitaldaten als Dilemma des Suchenden. -- Die Horrorvorstellung, dass es einen selber treffen könnte, und dann der Sensor nicht funktionieren könnte. Dann könnte es zusätzlich noch an der Funk-Übertragung der Daten scheitern (Stichwort "Bluetooth"). -- Probleme bei Verwendung von verschiedenen Geräten, alten und neuen. (Stellt es allenfalls gar einen Nachteil, ein neues Gerät zu haben, weil es evtl. fälschlicherweise anzeigen könnte, dass der Träger keine Lebenszeichen aufweist?)
Heute hatte ich das Gerät zum ersten Mal in der Hand und konnte es kurz testen. Ich war vom Gerät derart überzeugt, dass ich es kaufte. Hier ein kurzer Bericht über meine ersten Eindrücke. Ich hoffe damit einige im Raum stehende Fragen zu beantworten. Vorweg schicken will ich, dass ich mit Mammut weder durch Sponsoring noch sonst irgendwelche Vergünstigungen verbunden bin. Unter [externer Link] \ sind die Betriebsanleitungen zum runter laden.
Zu den Vitaldaten kann ich folgendes sagen: Das Gerät misst mittels eines Beschleunigungssensors die kleinen Bewegungen von inneren Organen (Lunge aber auch Herz). Also kein Sensor am grossen Zeh, sondern eine ziemlich simple Technologie. Allerdings kann das nur funktionieren, wenn das Gerät am Oberkörper getragen wird. Klar, mit Vitaldaten ist in der Tasche "am Arsch hinten" nicht viel zu wollen.
Die Übertragung verläuft auf einer separaten Funkfrequenz vom Sender zum Sucher, wobei beide Geräte Barryvox Pulse sein müssen. Was wird nun übertragen? Kann sich das zu einem Nachteil für den Träger entwickeln? -- Vorweg: Übertragen wird eigentlich nur ein "positives" Resultat. D.h. der Sender überträgt, wenn Vitaldaten vorhanden sind. Allerdings wird auch übertragen, wenn die Lebenszeichen aufhören. Konkret werden beim Sucher angezeigt: Verschüttungsdauer, Dauer der Vitaldaten.
Stellt das Sendegerät schon zu Beginn einer Verschüttung keine Vitaldaten fest, wird dies ignoriert und nicht weitergesendet. D.h. die Kategorie "andere Geräte" enthält auch "eigene" Geräte ohne Vitaldaten. Insofern kein Nachteil.
Für den Suchenden stellt sich somit ein Problem, das m.E. ziemlich rational zu lösen ist. Vitaldaten vorhanden =3D höchste Prioriät. Vitaldaten nicht mehr vorhanden (bspw. 25 Min. Verschüttungsdauer, davon erste 13 Min. Vitaldaten) =3D geringste Priorität. Andere Geräte =3D mittlere Priorität. -- Nicht vernachlässigen sollte man die konkrete Situation auf dem Lawinenfeld, d.h. die Verteilung der Verschütteten.
So vom Schreibtisch aus -- der erste Schnee ist ja noch weit weg -- scheint mir die Möglichkeit, dass das Gerät fälschlicherweise ein negatives Resultat anzeigt, eher gering. Im Gegenteil, die Tatsache, dass der Wegfall von Vitaldaten angezeigt wird, stellt Ressourcen frei für die weitere Suche. (Günstig, falls man im Horrorszenario nicht die Hauptrolle spielen sollte.) Andererseits bringt die Übertragung vorhandener Vitaldaten im positiven Fall tatsächlich einen m.E. gerechtfertigten "Vorteil".
OK, also die Geschichte mit der Ethik wäre fürs Erste geklärt. Was mich vor allem aber überzeugte, ist die Suchfunktion. An Kinderkrankheiten konnte ich bislang nichts feststellen. Die Suche arbeitet sehr schnell, die Anzeige ruckelt kein bisschen und versorgt einen mit einer sinnvollen Darstellung der Informationen. Die Kinderkrankheiten der 3-Antennengeräten scheinen definitiv behoben. Wie sich das Gerät in realistischen Suchübungen bewährt, schreibe ich gerne in einem weiteren Erfahrungsbericht.
Noch zur Grösse: Die Verarbeitung und das Design sind auf Funktionalität getrimmt. Dass eine dritte Antenne die Dicke erhöht versteht sich von selbst. Das Gerät wurde darüber hinaus deutlich stabiler gebaut als das Vorgängermodell, wo das Display bspw. ziemlich fragil war. Meines zerbrach mir einmal in der Hosentasche, weil ich mich ungünstig drauf setzte. -- Unvorstellbar, ich werde mir nun sogar dieses Tragsystem antun!
Stefan Müller, Bergführer CH-6208 Oberkirch
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Barryvox Pulse - Erster Erfahrungsbericht | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 03.12.06 15:05 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | "psmue (St. Müller)" <sm8ps-google1@yahoo.com> schrieb
Servus Stefan,
erst mal danke für Deinen ausführlichen Bericht.
> Stellt das Sendegerät schon zu Beginn einer Verschüttung keine > Vitaldaten fest, wird dies ignoriert und nicht weitergesendet. D.h. die > Kategorie "andere Geräte" enthält auch "eigene" Geräte ohne > Vitaldaten. Insofern kein Nachteil.
> Für den Suchenden stellt sich somit ein Problem, das m.E. ziemlich > rational zu lösen ist. Vitaldaten vorhanden = höchste Prioriät. > Vitaldaten nicht mehr vorhanden (bspw. 25 Min. Verschüttungsdauer, > davon erste 13 Min. Vitaldaten) = geringste Priorität. Andere Geräte > = mittlere Priorität.
das ergibt für mich die Konsequenz, in Gruppen, die ich leite, keinen mit diesem Gerät mitzunehmen, bzw. nicht in Gruppen mitzugehen, wo mehr als einer mit dem Barryvox Pulse dabei ist, da ich sonst bloß unter "mittlere Priorität" eingeordnet werde. Sorry - aber meiner Meinung nach ist diese Funktion absoluter Mist und ich bin gespannt, wann da die ersten Schadensersatzklagen von Angehörigen evtl. Lawinenopfer auf die Suchenden zukommen, die hier eine Entscheidung nach diesem Gerät getroffen haben. Ich würde z. B. nicht behaupten wollen, dass jemand bei dem die Vitaldaten ausgesetzt haben auch als tot zu erklären ist - oder ob man ihn nicht vielleicht doch wiederbeleben kann. Ich für meinen Teil werd in jedem Fall einen großen Bogen um das Gerät machen - die potentiellen Probleme sehe ich als weit größer als den Nutzen.
Schönen Gruß
Markus
-- Klettern, Skitouren u. v. m.: [externer Link] \ Klettertopos aus dem gesamten Alpenraum: [externer Link] \
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Barryvox Pulse - Erster Erfahrungsbericht | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 03.12.06 22:13 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Markus Stadler schrieb: > > > das ergibt für mich die Konsequenz, in Gruppen, die ich leite, keinen= mit > diesem Gerät mitzunehmen, bzw. nicht in Gruppen mitzugehen, wo mehr a= ls > einer mit dem Barryvox Pulse dabei ist, da ich sonst bloss unter "mitt= lere > Priorität" eingeordnet werde. Sorry - aber meiner Meinung nach ist di= ese > Funktion absoluter Mist und ich bin gespannt, wann da die ersten > Schadensersatzklagen von Angehörigen evtl. Lawinenopfer auf die Suche= nden > zukommen, die hier eine Entscheidung nach diesem Gerät getroffen habe= n. Ich > würde z. B. nicht behaupten wollen, dass jemand bei dem die Vitaldate= n > ausgesetzt haben auch als tot zu erklären ist - oder ob man ihn nicht=
> vielleicht doch wiederbeleben kann. Ich für meinen Teil werd in jedem= Fall > einen grossen Bogen um das Gerät machen - die potentiellen Probleme = sehe ich > als weit grösser als den Nutzen. > Hoi Markus, stimme Dir voll und ganz zu. Diese ganzen zusätzlichen Anzeigen sind Mist. Ein LVS Gerät muss einfach und idiotensicher sein. Wird jemand verschüttet, muss alles weitere schnell und automatisiert ablaufen. In=
einer solchen Situation reagieren viele kopflos. Ich möchte wissen wieviele dann noch einen klaren Kopf bewahren und ein solch kompliziertes Gerät sicher bedienen bzw. ablesen können. Ich habe z. = B. folgendes erlebt: Wir waren zu fünft, eine Lawine hat 4 von uns mitgerissen und verschüttet. Ich und zwei Andere konnten sich selbst befreien, der Vierte stand unbeweglich oberhalb der Lawine. Wir drei waren unten am Ende und machten uns auf die Suche nach dem Fünften. Dieser blieb ziemlich weit oben liegen (rund 150m oberhalb des Untersten =
von uns Dreien. Es war eine Lockerschneelawine und bis wir uns mühsam bis zum Fünften hochgearbeitet hatten (ohne Skier bis zum Bauch im Schnee) verging sehr viel Zeit. Der Vierte, der nicht verschüttet wurde= , blieb unbeweglich oben stehen. er kam erst nach Eintreffen der organisierten Rettung herunter. Aber da hatten wir unseren Kameraden (leider tot) längst ausgegraben und Wiederbelebungsversuche angestellt.=
Ich möchte hier keine Spekulationen anstellen. Für mich ist eines kla= r, ein LVS Gerät muss einfach zu bedienen und zuverlässig sein. Pfiat enk Franz
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Barryvox Pulse - Erster Erfahrungsbericht | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.12.06 08:23 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Servus,
Franz Mock wrote: > Markus Stadler schrieb: >> >> >> das ergibt für mich die Konsequenz, in Gruppen, die ich leite, keinen >> mit diesem Gerät mitzunehmen, bzw. nicht in Gruppen mitzugehen, wo >> mehr als einer mit dem Barryvox Pulse dabei ist, da ich sonst bloß >> unter "mittlere Priorität" eingeordnet werde. Sorry - aber meiner
[...] genau meine Gedanken! >> > Hoi Markus, > stimme Dir voll und ganz zu. Diese ganzen zusätzlichen Anzeigen sind > Mist. Ein LVS Gerät muß einfach und idiotensicher sein. Wird jemand
Richtig. Ein LVS Geraet ist ein LVS Geraet ist ein LVS Geraet.
Gruesse, Chris
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Barryvox Pulse - Erster Erfahrungsbericht | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.12.06 09:53 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Stefan,
besten Dank für Deine Angaben betr. Pulse. Ich möchte auf einen Punkt näher eingehen, und zwar auf Deine drei Prioritäten. Du hast geschrieben:
> Für den Suchenden stellt sich somit ein Problem, das m.E. ziemlich > rational zu lösen ist. Vitaldaten vorhanden =3D höchste Prioriät. > Vitaldaten nicht mehr vorhanden (bspw. 25 Min. Verschüttungsdauer, > davon erste 13 Min. Vitaldaten) =3D geringste Priorität. Andere Geräte > =3D mittlere Priorität. -- Nicht vernachlässigen sollte man die > konkrete Situation auf dem Lawinenfeld, d.h. die Verteilung der > Verschütteten.
Mich hat das ziemlich verwirrt. Wenn mich nicht alles täuscht (vgl. Mammut-Anleitung), macht die Anzeige auf dem Gerät nur 2 (Prioritäts-)Angaben im Sinne eines "Entweder-Oder" (Symbol Herz erscheint oder erscheint nicht), d.h. Deine "höchste" sowie "mittlere Priorität".
Die von Dir genannte "geringste" Priorität entspringt doch wohl ausschliesslich Deiner Interpretation, z.B. folgendermassen: Lawine geht ab, Du suchst 2 oder mehr Verschüttete. Während(!) des Suchens bemerkst Du auf der Anzeige, dass ein Herz neben einem Verschüttungssymbol erlischt. Das ist (genauer: "wird dann") Deine geringste Priorität, sehe ich das richtig? Hier bleibt jedoch noch zu ergänzen, was auf S. 40 steht: "Bei Verschütteten, welche die ersten 35min. überleben, kann davon ausgegangen werden, dass sie in der Lawine noch atmen können (Atemhöhle) und eine erhöhte Überlebenschance haben. Gleichzeitig nimmt jedoch die Detektierbarkeit der Vitaldaten aufgrund der zunehmenden allgemeinen Unterkühlung ab. Verschüttete, welche die ersten 35min. aufgrund der gemessenen Vitaldaten überlebt haben, zählen deshalb für den ganzen Rest der Verschüttungsdauer zur Kategorie "Herz"=3D erhöhte Überlebenschance."
Ich komme zum Schluss: Das Pulse des Suchers/Empfängers unterscheidet 2 (Vital-)Angaben, entweder Symbol Herz oder kein Symbol Herz. Die Bedeutung der beiden ist: - Herz =3D Vitaldaten empfangen, Interpretation: Verschütteter lebt höchstwahrscheinlich - Kein Herz =3D keine Vitaldaten empfangen, div. Interpretationen möglich(!!!): a) Verschütteter trägt kein Pulse-Gerät, keine Aussage über Vitaldaten, d.h. über Leben/Tod, möglich b) Verschütteter trägt Pulse-Gerät, jedoch sendet dies keine Vitaldaten (z.B. wegen Tragart, Empfangsproblemen u.a.), d.h. auch hier keine Aussage über Vitaldaten, d.h. über Leben/Tod möglich c) Verschütteter trägt Pulse-Gerät, jedoch sendet dies keine Vitaldaten mehr (=3D Deine geringste Prio), auch hier keine Aussage über Vitaldaten, d.h. über Leben/Tod möglich
Meine Kernaussage ist also: Das Pulse macht zwei Angaben, entweder: "Herz =3D Der Verschüttete lebt", oder "Kein Herz =3D Keine Aussage über Zustand des Verschütteten möglich". "KEIN HERZ" bedeutet also keinesfalls, dass der Verschüttete tot ist, sondern bloss, dass über seinen Zustand KEINE AUSSAGE MÖGLICH ist! Diese Kernaussage ist für mich einiges klarer als Deine 3 Prioritäten.
Schlussbemerkungen: Auch ich bin seit 2 Jahren kurz davor, ein neues Gerät anzuschaffen;-) Verwende bis heute noch das Ortovox F1 (fast schon Steinzeit, ich weiss...). Ich konnte das Pulse bereits einige Minuten im Trockenen testen und muss sagen: Es ist ausserordentlich intuitiv zu bedienen, die Vitaldaten-Funktion hat sich nie irgendwie in den Vordergrund gedrängt, war für mich bei der Test-Suche gar kein Thema. Einzig leicht verwirrend war die während der Suche einmal kurz erscheinende Anzeige des Stopp-Symbols; die Anleitung kannte ich damals noch nicht, S. 20 klärt auf.
Im Vergleich mit dem einzigen Konkurrenten DSP Pieps (Arva & bisheriges Tracker sowie Mammut deutlich abgefallen, Ortovox immer noch nicht erhältlich) schneidet das Pulse im Bericht von [externer Link] (Heft 12/2006) einzig in der Reichweite etwas schlechter ab (5-10m Unterschied, je nach Koppellage).
Was meint Ihr dazu? Simon Küpfer
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Barryvox Pulse - Erster Erfahrungsbericht | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.12.06 22:48 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | | | | | Zurück zur Übersicht |  | Barryvox Pulse - Erster Erfahrungsbericht | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 06.12.06 09:15 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | | | | | Zurück zur Übersicht |  | Barryvox Pulse - Erster Erfahrungsbericht | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 08.12.06 18:17 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Stefan,
vielleicht sehe ich die Sache etwas zu einfach, meine Meinung geht etwas in Richtung der von Benedikt: Haben erstmal alle ein Gerät, das diese Funktion (Übertragung der Vitaldaten) unterstützt und sind diese Geräte alle untereinander kompatibel (was ich doch sehr zu hoffen wage), so erhöht sich bei gleichbleibender Kompetenz der Rettenden die Überlebenswahrscheinlichkeit für die Verschütteten, da das Russische Roulette beim Punkt "Suchreihenfolge" nicht mehr gar so russisch ausfällt.
Natürlich lassen sich für die Übergangszeit jede Menge Beispiele konstruieren, die dem einen oder anderen zum Nachteil ausgelegt werden können, dann bleibt aber die Frage: Wollen wir nur deswegen in gar nicht so ferner Zukunft auf erhöhte Rettungschancen verzichten?
Selbstverständlich lassen sich auch für die Zeit "danach" Beispiele finden, in denen die neue Technik dem einen oder anderen zum Verhängnis werden kann, insbesondere Beispiele der Art "bei dem am nächsten Verschütteten fällt die Vitaldatenfunktion aus, ohne die Funktion wäre er aber als erstes ausgebuddelt worden". Dabei bleibt aber das Problem, daß meistens die Lawine entscheidet, wer wann wo liegenbleibt, und wenn dann ausgerechnet noch genau in diesem Augenblick die Übertragungsfunktion kaputt geht - ich hätte genausogut am nächsten Tag zufällig von einem Auto überfahren werden können.
Servus,
Harald
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Barryvox Pulse - Erster Erfahrungsbericht | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.01.07 18:54 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo zusammen
Ich habe die Diskussion =C3=BCber die LVS mit grossem Interesse gelesen, weil ich zu denjenigen geh=C3=B6re, die dieses Jahr vor der Entscheidung standen, welches LVS zu kaufen ist. Aber gleichzeitig verwundert es mich auch, wie theoretisch und konstruiert hier die Diskussion gef=C3=BChrt wird. Nun denn, ich habe mich entschieden =E2=80=93 ein LVS gekauft =E2=80=93 und= st=C3=BCrze mich nun ebenfalls in diese Diskussion. M=C3=B6gen meine Worte bei euerer Suche nach dem f=C3=BCr euch richtigen LVS helfen und die Lager nicht noch mehr spalten. Zur Sache. Ich bin weder Profi noch Laie, eher engagierter Amateur, der das Handling mit den LVS =E2=80=93 oder bei uns im Land einfach Barryvox genannt =E2=80=93 noch mit den analogen Dingern erlernt hat. Gesucht und gefunden habe ich jedoch bereits mit sehr vielen Ger=C3=A4ten: Barryvox 68, Barryvox 2000, Ortovox F1, Ortovox m2, Tracker, Pieps ... nicht kennen tue ich das Pieps DSP und die franz=C3=B6sischen ARVAs. Daf=C3=BCr weiss ic= h, was eine Lawinenschnur ist =E2=80=93 doch so alt bin ich nun doch nicht, dass ich damit noch auf Tour gewesen w=C3=A4re. Vielmehr war mein erstes eigenes LVS das Mammut Barryvox Opto 3000, welches ich im ersten Jahr des Erscheinens kaufte und womit ich mehrheitlich zufrieden war. Leider ging es Ende letzten Winters verloren, also brauchte ich auf heuer ein neues. Soviel zur Ausgangssituation.
L=C3=B6sen wir die Spannung auf: Gekauft habe ich vor kurzem das Mammut Barryvox Pulse. Der Kaufentscheid war f=C3=BCr mich relativ einfach, weil ich nicht prim=C3=A4r, wie hier in der Diskussion den Tourengehehern vielfach unterstellt, m=C3=B6glichst den Eigennutzen maximieren wollte (sprich: im Ernstfall schneller gefunden werden als alle anderen), sondern f=C3=BCr mich das Killerargument die Suchgeschwindigkeit MEINES Ger=C3=A4tes ist. Also die Frage, wie schnell finde ich DICH, wenn es DICH erwischt. Ist dieser Punkt erst mal klar, f=C3=BChrt wohl kein Weg mehr an einem 3-Antennen Modell vorbei. Ich unterstelle hier der Tourengesellschaft einfach mal, dass sie zu 95% gleich 'selbstlos' denkt wie ich, und sich weniger Gedanken dar=C3=BCber macht, wie das eigene Signal m=C3=B6glichst priorit=C3=A4r geg= en=C3=BCber den Signalen anderer Versch=C3=BCtterter empfangen werden kann, als Gedanken, wie schnell und effizient ich die versch=C3=BCtteten Kameraden finden kann. Ein LVS ist f=C3=BCr mich ein Ger=C3=A4t, das ich in der Hoffn= ung kaufe, es nie zu gebrauchen (ausser f=C3=BCr =C3=9Cbungen), das ich aber da= bei habe, falls ich es dann doch brauchen sollte. Ein kleines Paradoxon also, kostet das Ger=C3=A4t doch =C3=BCber 300=E2=82=AC! W=C3=A4re ich der Nutzenmaximierende Mensch, von dem weiter oben gesprochen wurde, w=C3=BCrde ich mir entweder das Ortovox F1 zum schmalen Preis kaufen, oder eher noch ein gebrauchtes Barryvox 68, das es zur Zeit dank dem Trend zum Digitalen f=C3=BCr wenig Geld gebraucht zu kaufen gibt. Ich w=C3=BCrde so vielleicht einen Zehntel von dem ausgeben, was ich nun f=C3=BCr das Barryvox Pulse ausgegeben habe. Dennoch k=C3=B6nnte ich mit der Gewissheit in die Berge, im Erstfall gleich schnell gefunden und ausgegraben zu werden, wie wenn ich das teurere Modell um den K=C3=B6rper tr=C3=BCge. Denn senden tun alle Ger=C3=A4te auf der selben Frequenz, auch = wenn Pieps behauptet, es w=C3=BCrde mehr Frequenzen absuchen als die anderen Marken.
Kleiner Einschub: Soviel mir ist, senden manche oder gar alle Mehrantennen-Ger=C3=A4te nur =C3=BCber eine Antenne, empfangen aber =C3=BCb= er deren zwei oder drei. Und zur Behauptung von Pieps: Die genormte Frequenz ist 457 kHz plus minus 80 Hz. Diese Norm halten ALLE aktuellen Ger=C3=A4te ein. Pieps =C3=BCbertrifft die Norm, indem sie die Frequenzen von 457 kHz plus minus 100Hz absuchen. Zudem gibt es einen Spezialmodus, das Scannen, bei dem die Frequenzen 457 kHz plus minus 500Hz abgesucht werden. Im normalen Suchmodus entspricht Pieps aber praktisch allen anderen Ger=C3=A4ten. Zudem gilt ein Ger=C3=A4t, das 500 Hz daneben sendet allgemein als defekt und muss ersetzt werden. Auch habe ich noch nie von einem neuen oder alten Barryvox, Ortovox oder Tracker geh=C3=B6rt, das so daneben gesendet hat. W=C3=BCrde mich ja wunder nehmen, von welchen Hersteller die Ger=C3=A4te sein sollen, die so daneben senden.
Was ich damit sagen will? Beim Kaufentscheid wichtig ist f=C3=BCr viele in erster Linie =E2=80=93 und sollte f=C3=BCr alle sein =E2=80=93 die Suchfunk= tion und nicht die Sendefunktion des LVS. Ist meinem LVS ein Kompass, ein H=C3=B6henmeter, ein GPS, ein Wecker, ein MP3-Player oder ein Bewegungssensor eingebaut, ist Nebensache. Wem das Zeugs gef=C3=A4llt, soll es eingeschaltet lassen, wer es verteufelt, kann es zumindest beim Barryvox ausschalten. Ich lasse den Bewegungssensor an.
Aber zur=C3=BCck zum Kaufentscheid. Wie finde ich f=C3=BCr mich das richtige Ger=C3=A4t? Gehen wir den Anbietern nach. Achtung, es folgen meine pers=C3=B6nlichen Gedanken, die ich niemandem aufzwingen will:
Die ARVAs =E2=80=93 ich kenne Sie nicht wirklich =E2=80=93 aber laut Beschr= eibung k=C3=B6nnen Sie nichts, was nicht auch ein Tracker oder Barryvox k=C3=B6nnt= e. Daf=C3=BCr sehen sie aus wie aus der Designabteilung von Kinderschokolade in den fr=C3=BChen 80ern. Sorry. Durchgefallen. Auch das Design darf Teil der Entscheidungsfindung sein.
Zum Tracker: Das Tracker ist ein sehr einfaches und intuitives Ger=C3=A4t mit zwei Antennen und arbeitet rein digital. Bis letzten Winter war es eines meiner Favoriten =E2=80=93 jetzt fehlt eine dritte Antenne um bei den Spitzenger=C3=A4ten dabei zu sein. Aber es w=C3=BCrde mich wundern, k=C3=A4= me n=C3=A4chsten Winter nicht eine Weiterentwicklung auf den Markt.
Pieps DSP hat die dritte Antenne als erstes eingebaut gehabt. Chapeau! Auf Wunsch gibt es auch noch einen Thermometer, Kompass und H=C3=B6henmesser eingebaut. Sicher ein sehr gutes Ger=C3=A4t, das ebenfalls= nur digital arbeitet. Pieps verf=C3=BCgt zudem =C3=BCber eine Funktion, die das= LVS immer dann sein Signal senden l=C3=A4sst, wenn weitere Ger=C3=A4t in der N= =C3=A4he gerade nicht senden. Wie ethisch korrekt dies ist (ich sende dann, wenn mich alle m=C3=B6glichst gut h=C3=B6ren k=C3=B6nnen und =C3=BCbert=C3=B6ne = damit diejenigen, die diese Funktion nicht haben) und wie gut das funktionieren mag, wenn man 4 Meter unter Schnee liegt, sei dahingestellt. Aber insgesamt eines der zwei Ger=C3=A4te, die ich diesen Winter kaufen w=C3=BCrde.
Ortovox ist die Marke mit dem gr=C3=B6ssten Sortiment an LVS Ger=C3=A4ten, = die aber momentan leider am wenigsten =C3=BCberzeugen kann. Ihre Topger=C3=A4te= s1 und d3 sind noch nicht auf dem Markt. Ortovox punktet vor allem mit g=C3=BCnstigen Ger=C3=A4ten, die aber noch auf dem Stand von einem Barryvox= 68, gepimpt mit zwei Leuchtdioden, sind. Das f1 arbeitet nur analog und ist somit nur f=C3=BCr Leute, die auch wirklich viel mit LVS =C3=BCben oder es = in ihrer Jugend sehr gut gelernt haben. (Dann gibt es noch das f1 Peter Bauer, designt von eben diesem Snowboardprofi der fr=C3=BChen 90er. Na ja, als n=C3=A4chstes lassen sie wohl Nina Hagen einen Rettungsschlitten designen ;-) Das m2 hingegen arbeitet analog und digital, hat aber nur eine Antenne und ist demgem=C3=A4ss in der Funktion eingeschr=C3=A4nkt. Ich kenne es nic= ht so gut =E2=80=93 das eine Mal wo ich es verwendet habe, war ich recht entt=C3=A4uscht: anders als bei den anderen digitalen Ger=C3=A4ten zeigt der Richtungspfeil irgendwie immer in die gleiche Richtung und nimmt nur ab oder zu, was mir pers=C3=B6nlich nicht so sinnvoll erscheint. Tracker oder Barryvox Opto 3000 liegen mir deutlich besser und finden Versch=C3=BCttete schneller. Das x1 arbeitet ebenfalls analog und digital, hat aber 2 Antennen und ist damit auf einem =C3=A4hnlichen Stand wie die entsprechenden Konkurrenzprodukte. Mehr kann ich leider nicht dazu sagen, weil ich es noch nie in den H=C3=A4nden hielt.
Zu (Mammut) Barryvox =E2=80=93 den Ger=C3=A4ten, die ich pers=C3=B6nlich am= besten kenne. Das Barryvox 68 und sein Nachfolger 2000 sind wohl den meisten noch ein Begriff. Die Technik ist alt, aber zuverl=C3=A4ssig und wird von professionellen Suchern noch immer h=C3=A4ufig bevorzugt. Die Ein-Antennen-Technik findet man auch noch beim Ortovox f1. Wer damit umgehen kann und viel =C3=BCbt, braucht nicht auf digitale Modelle umzusteigen. Alle anderen werden M=C3=BChe haben, einen Versch=C3=BCtteten = zu finden. Das Nachfolgemodell Barryvox Opto 3000 verf=C3=BCgt =C3=BCber zwei Antennen und arbeitet digital und analog. Standardm=C3=A4ssig ist die analoge Funktion deaktiviert. Auf Wunsch kann das Ger=C3=A4t so eingestellt werden, dass zwischen analogem und digitalem Modus gewechselt werden kann. Das macht das Ger=C3=A4t aber komplizierter. Ich habe diese Funktion geliebt und genutzt, sei es um die analoge Suche zu =C3=BCben oder bei Mehrfachversch=C3=BCttungen effizienter zu Suchen. Ein wenig entt=C3=A4usch= end fand ich die Reaktionszeit des Ger=C3=A4tes, das bei schnellen Bewegungen nicht immer folgen konnte. Insgesamt w=C3=BCrde ich das Ger=C3=A4t mit dem Tracker auf eine Stufe stellen; das Tracker hat weniger Funktionen und ist einfacher, das Barryvox ist komplizierter, aber f=C3=BCr Leute die das m=C3=B6gen und verstehen, bietet es mehr. Das Barryvox Puls endlich bietet die dritte Antenne und ist dadurch dem Vorg=C3=A4nger in Bezug auf Geschwindigkeit und Genauigkeit weit =C3=BCberlegen. Die Bedienung ist noch einfacher geworden; der Analogmodus l=C3=A4sst sich noch immer freischalten. Die Zusatzfunktion Pulse liebt man oder man deaktiviert sie =E2=80=93 auf jeden Fall ist sie nie ein Grund, jemanden von einer Tour auszuschliessen oder das Ger=C3=A4t nicht zu kaufen.
Fazit: Bleiben zwei Ger=C3=A4te mit drei Antennen. Das Pieps und das Pulse. Hier muss jeder selbst entscheiden. Bei mir war es keine grosse Frage, war ich doch mit Barryvox bis anhin zufrieden und kaufe ich damit ein Produkt, dass in der Schweiz einheimisch ist (hier entwickelt, hier produziert, hier gewartet) und hier sicher eine grosse Verbreitung finden wird.
Zum Abschluss nochmals einige Anregungen zu den ethischen Bedenken einiger Tourengeher: Viel fragw=C3=BCrdiger als die Pulse-Funktion finde ich den Umstand, dass es Firmen gibt, die LV-Sender mit der 457 kHz Frequenz verkaufen, die extra f=C3=BCrs Hundehalsband gemacht sind. Als Suchender w=C3=A4re ich jedenfalls =C3=BCberrascht, bei einer Mehrfachversch=C3=BCttung zuerst einen Hund auszugraben. Gleichzeitig finde ich es aber auch legitim, seinem Hund auf der Tour einen gewissen Schutz bei Lawinen zu geben. Und die weiter oben erw=C3=A4hnte Funktion von Pieps. Zitat: "Pieps sendet sein Signal genau dann, wenn die anderen nicht senden. Der intelligente Sender wird zum unverzichtbaren Vorteil im Ernstfall!" Beim Autofahren w=C3=BCrde man so was Vordr=C3=A4ngeln nennen. Ist es legitim, sein Signal = so zu platzieren, dass es besser als andere Signale empfangen werden kann? Gehen wir mal davon aus, dass ein Pieps DSP und drei andere LVS versch=C3=BCttet wurden. Die drei anderen LVS senden ihr Signal irgendwann und =C3=BCberlagern sich, das Pieps DSP nutzt die L=C3=BCcken und kann klar empfangen werden. Wer wird wohl zuerst gesucht und gefunden? H=C3=B6ren wir aber auf mit den theoretischen Modellen. Denn ganz pers=C3=B6nlich zweifle ich stark daran, dass ein Pieps DSP bei einer Mehrfachversch=C3=BCttung =C3=BCberhaupt f=C3=A4hig ist, die Signale andere= r LVS zu empfangen und sein Signal darauf abzugleichen. Ein mehrere Meter dicker Lawinenkegel d=C3=A4mpft die Signale viel zu stark. Ich auf dem Kegel kann sehr wohl zwei Signale von 40 Meter auseinander liegenden Versch=C3=BCtteten orten. Der eine Versch=C3=BCttete wird den anderen aber = kaum empfangen.
Anstatt nun dem Pieps diese und dem Barryvox jene Funktion schlecht zu reden, sollte man viel mehr darauf dr=C3=A4ngen, dass die n=C3=A4chste Generation LVS BEIDE Funktionen hat. Weil erst bei einer grossen Verbreitung werden sie sinnvoll. Und anstatt hier die Diskussion ins Uferlose driften zu lassen (ich miteingenommen), sollte man besser seinen Freundeskreis mobilisieren =E2=80=93 so findet man bestimmt schon mindestens 3 verschiedene LVS-Typen =E2=80=93 zum n=C3=A4chsten Fachgesch=C3=A4ft d=C3=BCsen und zwei weitere L= VS-Typen f=C3=BCr ein Wochenende mieten und mit all diesen Ger=C3=A4ten selber mal einen ausf=C3=BChrlichen Test durchf=C3=BChren. Aber nicht vergessen. Ein LVS in = 30 cm Tiefe zu finden ins ein Klacks und nicht sehr realistisch. An die eineinhalb Meter sollte man die Dinger schon mal verbuddeln. Dann kann man auch gleich mal den Umgang mit der Sonde =C3=BCben.
Einen sch=C3=B6nen Winter w=C3=BCnsche ich noch! Gr=C3=BCsse
PS: Die Ortovox S1 und d3 sollen noch im Januar ausgeliefert werden =E2=80= =93 hoffen wir es. Gespannt bin ich ja mal. PS 2: die Links zu diversen Tests: [externer Link] [externer Link] = .pdf [externer Link] = df
| |  |
|