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DAV BergwanderCard

Bergsteiger beim Bergsteigen18.09.06 10:37 Uhr
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Hallo NG,

ich hab mir gestern die neue gepriesene BergwanderCard vom DAV
angeschaut. Ehrlich gesagt bin ich nicht überzeugt, da ich finde, dass
sie zu einer deutlichen Überschatzung der Fähigkeiten führen kann.

[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster =
=3D988

Besonders negativ finde ich die Hochstufung, wenn man mehr als 7 Touren
im Jahr gegangen ist. Ich denke, dass wenn man viele Touren im Jahr
macht sich dies bereits in den vorherigen Fragen von Schritt 1
wiederspiegelt (Kondition, Höhenmeterleistung, etc) und somit
nachträglich das Ergebnis verfälscht. Die Angabe, dass sich mithilfe
der Card knapp 50% weniger überschätzen halte ich für sehr gewagt
und für nicht nachvollziehbar.

Fazit: schon wieder eine neue und halbfertige Insellösung :( Ein UIAA
Standard wäre basierend auf Überlegungen der Alpenvereine (und nicht
nur auf der des DAV) doch sehr erwünscht!

Mich würde eure Meinung interessieren!

Viele Grüsse,
Bernhard

--
[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster
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DAV BergwanderCard

Bergsteiger beim Bergsteigen18.09.06 14:47 Uhr
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Bernhard Koenig schrieb:

> ich hab mir gestern die neue gepriesene BergwanderCard vom DAV
> angeschaut. Ehrlich gesagt bin ich nicht überzeugt, da ich finde,
> dass sie zu einer deutlichen Überschatzung der Fähigkeiten führen
> kann.
>
> [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster
>
>
>
> Besonders negativ finde ich die Hochstufung, wenn man mehr als 7
> Touren im Jahr gegangen ist. Ich denke, dass wenn man viele Touren im
> Jahr macht sich dies bereits in den vorherigen Fragen von Schritt 1
> wiederspiegelt (Kondition, Höhenmeterleistung, etc) und somit
> nachträglich das Ergebnis verfälscht.

Nein, es lässt - IMO - vielmehr eine vorhandene Erfahrung einfliessen,
mit der man sich ggf. auch näher an seine körperliche Leistungsgrenze
wagen darf.

> Die Angabe, dass sich mithilfe der Card knapp 50% weniger
> überschätzen halte ich für sehr gewagt und für nicht nachvollziehbar.

Dem Text entnehme ich, dass von den _208 Probanden des DAV_ sich knapp
50% weniger überschätzen. Wenn das die DAV-Studie ergab, macht es kaum
Sinn das anzuzweifeln. Repräsentativ ist das natürlich aber nicht.

Die Card mit verschiedenen Vorgaben kurz durchgerechnet komme ich
durchweg auf sinnvolle Ergebnisse. Persönliches Fazit: Für nicht
besonders Erfahrene ein sinnvolles Instrumentarium, Anhaltspunkte über
die Tourwahl zu erhalten. Für alle anderen zählen ohnehin andere
Kriterien als ein starres Rechenschema einer BergwanderCard.

--
Frank Seeger, Freudenstadt/D
frankfseeger@spamfence.net
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DAV BergwanderCard

Bergsteiger beim Bergsteigen18.09.06 15:34 Uhr
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Am Mon, 18 Sep 2006 14:47:42 +0200 schrieb Frank Seeger:

> Für nicht
> besonders Erfahrene ein sinnvolles Instrumentarium, Anhaltspunkte über
> die Tourwahl zu erhalten. Für alle anderen zählen ohnehin andere
> Kriterien als ein starres Rechenschema einer BergwanderCard.

So ist sie glaube ich auch gedacht, da in diesem Personkreis es wohl auch
zu vermehrten Überschätzungen kommt.
 
 
 
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DAV BergwanderCard

Bergsteiger beim Bergsteigen18.09.06 19:31 Uhr
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Hallo Bernhard,

Bernhard Koenig schrieb:

> Hallo NG,
>
> ich hab mir gestern die neue gepriesene BergwanderCard vom DAV
> angeschaut. Ehrlich gesagt bin ich nicht überzeugt, da ich finde, dass
> sie zu einer deutlichen Überschatzung der Fähigkeiten führen kann.
>
> [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster =
=3D988

Die mögliche Überschätzung ist nur eines der Probleme die ich sehe.

Auch diesen Teil finde ich nicht so heikel:
> Besonders negativ finde ich die Hochstufung, wenn man mehr als 7 Touren
> im Jahr gegangen ist. Ich denke, dass wenn man viele Touren im Jahr
> macht sich dies bereits in den vorherigen Fragen von Schritt 1
> wiederspiegelt (Kondition, Höhenmeterleistung, etc) und somit
> nachträglich das Ergebnis verfälscht. Die Angabe, dass sich mithilfe
> der Card knapp 50% weniger überschätzen halte ich für sehr gewagt
> und für nicht nachvollziehbar.

Dem Fazit kann ich mich anschliessen:

> Fazit: schon wieder eine neue und halbfertige Insellösung :( Ein UIAA
> Standard wäre basierend auf Überlegungen der Alpenvereine (und nicht
> nur auf der des DAV) doch sehr erwünscht!
>
> Mich würde eure Meinung interessieren!

Hier nun meine detaillierte Meinung:

1. Kondition und Trittsicherheit sind nur 2 Komponenten der benötigten
Fähigkeiten für Bergwanderungen. Mit kommen spontan die folgenden
ein:
- Orientierungsvermögen / Kartenlesen
- Meteorologie
- Tourenplanung
- Einschätzung der aktuellen Verhältnisse
- etc.

2. Trittsicherheit ist nicht eine einzelne technische Fähigkeit. Vor
allem was heisst Trittsicherheit? Steile Grashänge? Querung von
Schnee- und Firnfeldern? Fels? Mit oder ohne Versicherung? Zumindest
auf Schnee- und Frinfeldern und auf steilen Grashängen ist mit "die
den Gebrauch der Hände erfordern." nicht viel zu machen.

3. Die Kondition wird meines Erachtens überbewertet, resp. eher streng
bewertet. Locker 400 HM/h sind meines Erachtens gut. Ebenso sehe ich
keinen Grund mehr als 2 bis 2.5h am Stück zu gehen. Das ergibt schon
mal 12 Punkte, d.h. eine Würfelzahl von knapp 4.

4. Der Vergleich mit den anderen Skalen ist gefährlich. "Achtung: In
unseren Nachbarländern gelten andere Wegekategorien. Hier zum
Vergleich die entsprechenden Einteilungen und die Zeichen." ist krass
irreführend. Ein schwarzer DAV-Weg ist nicht unbedingt mit einem
weiss-blau-weissen Weg zu vergleichen.

In CH ist weiss-blau-weiss nach oben ziemlich offen, d.h. geht bis "T6
schwieriges Alpinwandern" mit "Weg/Gelände": "Meist weglos.
Kletterstellen bis II. Meist nicht markiert. Häufig sehr exponiert.
Heikles Schrofengelände. Gletscher mit erhöhter Ausrutschgefahr." und
"Anforderungen": "Ausgezeichnetes Orientierungsvermögen. Ausgereifte
Alpinerfahrung und Vertrautheit im Umgang mit alpintechischen
Hilfsmitteln.". Das ist deutlich schwerer als was sich der DAV unter
"schwarzen" Touren vorstellt. Vor allem wenn man im Beleittext liest:
"Ein ernstes und immer wieder zu heiklen Situationen führendes
Missverständnis ist die Annahme, dass Wandern dort aufhört, wo die
Hochtourenskala einsetzt. In Wirklichkeit ist eine Alpinwanderung im
oberen Schwierigkeitsbereich (T5, T6) in aller Regel bedeutend
anspruchsvoller als beispielsweise eine Hochtour mit der Bewertung L.
Ein wesentlicher Unterschied zur leichten Hochtour liegt darin, dass
auf einer T5 oder T6 Route (früher BG) selten bis nie mit Seil oder
sonstigen Hilfsmitteln gesichert werden kann und deshalb das
entsprechende Gelände absolut beherrscht werden muss, was ein hohes
technisches wie auch psychisches Niveau erfordert. Typische Beispiele
dazu sind extrem steile Grashänge, wegloses Schrofengelände mit
schlechtem Fels oder sehr exponierte Gratpassagen. Auf Grund der
unterschiedlichen Merkmale einer typischen Hochtour und einer typischen
"Extremwanderung" lässt sich ein Vergleich kaum anstellen, doch kann
man davon ausgehen, dass eine T6 Route vergleichbare Anforderungen
stellt wie eine Hochtour im Bereich von WS bis ZS-!"

aus:
[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster %=
20WANDERSKALA%22

Für die Farbe der Markierung:
[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster

5. Um nochmals auf Fähigkeiten neben Kondition und Trittsicherheit
zurückzukommen: Kartenlesen! Unter Umständen ist der "Wanderweg" eben
nur eine Markierung. Und die Markierungen können im Gelände auch
fehlen. Dann ist man ohne Karte und das Wissen wie man damit umgeht
dann schnell verloren.

6. Ich glaube, dass eine Skala wie die Neue in CH gilt mehr bringt als
farbige Würfel. Natürlich muss man dann auch wissen wie lange man am
gleichen Tag gehen kann und wie gut man unterwegs ist.

7. Ein Problem, das jede Bewertung hat löst auch die DAV-Würfelkarte
nicht: Die Bedingungen: Zwischen trockener und nassem resp. vereistem
Fels liegen sind in der Schwierigkeit Welten. Ebenso zwischen
Trittschnee, hartem Firn oder Blankeis. Oder die Navigation bei
Sonnenschein verglichen mit heftigen Regenschauern oder bei dichtem
Nebel.

Grüsse

Benedikt

 
 
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