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Wilde Kuehe auf der Alm

Bergsteiger beim Bergsteigen03.07.06 17:25 Uhr
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Hallo,

wir hatten hier ja des oefteren schon Meldungen ueber aggressive Kuehe
auf der Alm. Wir hatten gestern auch so ein Erlebnis auf dem Wechsel von
der Niederen zur Hohen Bleick. Am Gipfelkreuz der Niedern Bleick
(kleines Grasmuggerl in den Ammergauern) fand gerade eine Bergmesse
innerhalb der Weide(!) statt. Die Kuehe grasten nur wenige Meter von den
ca achtzig Gottesdienstteilnehmern. Wir sind mit Hund an der Leine an
der Gruppe vorbei und Richtung Hohe Bleick gegangen, als erst eine, dann
mehrere Kuehe sich recht aufdringlich und zunehmend aggressiver fuer den
Hund interessierten, um uns rum rannten, und fuer unser Gefuehl durchaus
bedrohlich schon mit den Hufen ausschlugen, wenn auch eher als
Scheingefechte in mehreren Metern Entfernung.
Letztlich sind wir dann laut die Kuehe anbruellend in die Umfriedung des
Almhauses "gefluechtet" (schon ruhig gehend, aber das innere Gefuehl war
schon eher die Flucht). Die Kuehe standen dann noch ca eine halbe Stunde
um die Alm rum, haben sich dann aber in den Wald getrollt, als wir den
Hund vor ihnen versteckt haben.

Spaeter hab ich mich dann mit dem Senn unterhalten, der zu dem Zeitpunkt
seelenruhig bei dem Gottesdienst stand. Er meinte, er habe nicht
eingegriffen, weil er gesehen hab, dass wir uns ja eigentlich richtig
verhalten haben (ruhig weitergegangen und die Kuehe angebruellt).
Spaeter erzaehlte er dann, dass sowas nur bei Jungvieh passiere, das am
Hof noch keinen Hund bewusst erlebt habe. Aehnlich wuerde sich das Vieh
sogar manchmal gegenueber Schweinen verhalten, aber zum Teil auch
gegenueber Menschen. Die Kuehe haben sowas wie eine Urangst vor
raubtierartigen Bewegungen; ihr angeborenes Verteidigungsverhalten ist
dann Zusammenrotten und auf den vermeintlichen Angreifer zu rennen und
Scheinangriffsbewegungen machen (Vor echtem Angriff, meinte er, haetten
die Kuehe viel zu viel Angst).

Ganz anders sei das uebrigens bei Milchkuehen. Die kommen im
Winterhalbjahr auf die Talwiesen und spaeter in den Stall, und lernen
dort Hunde, fremde Menschen u.ae. kennen. Danach kuemmern sie sich kaum
noch um solche Eindringlinge in Ihr Weidegebiet.

Gruss, Florian

 
 
 
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Wilde Kuehe auf der Alm

Bergsteiger beim Bergsteigen04.07.06 14:56 Uhr
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Tach.
Florian Anwander <spam.interessiert.nicht@mnet-online.de> wrote:
> .... Die Kuehe grasten nur wenige Meter von den
> ca achtzig Gottesdienstteilnehmern. ... als erst eine, dann
> mehrere Kuehe sich recht aufdringlich und zunehmend aggressiver fuer den
> Hund interessierten, um uns rum rannten, und fuer unser Gefuehl durchaus
> bedrohlich schon mit den Hufen ausschlugen, wenn auch eher als
> Scheingefechte in mehreren Metern Entfernung.
Hhmm?!!
Rinderwahn?
Teufelsaustreibende Kühe?
Hat Mephisto oder sonst ein Satan seine Hände im Spiel?

Was würde in diesem Fall die PETA raten: Kuh (Tier) gegen Hund (auch
Tier), welches von beiden soll man da dann schützen?

Fragen über Fragen! Die Zeichen mehren sich, dass wir auf das Ende der
Welt zugehen!

Hoffentlich gewinnen wir wenigstens gegen Italien...

RicciE
 
 
 
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Wilde Kuehe auf der Alm

Bergsteiger beim Bergsteigen08.07.06 14:40 Uhr
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Hallo Florian,

danke für den ausführlichen Bericht. Die Einschätzung des Senns klingt
für mich ganz plausibel. Bleibt nur die Frage, wie man Scheinangriffe
von gelegentlichen ernsten Angriffen (vgl. Artikel in der heutigen tz)
im voraus unterscheiden kann und wie man sich im Ernstfall am
effektivsten gegen die Viecher wehrt. Immerhin bringt eine ausgewachsene
Kuh ca. 500 kg auf die Waage.

Gruss,
Bernhard

=================================================================

Kuh attackiert Wanderer
Urlauber-Ehepaar bei Angriff schwer verletzt

Neu-Ulm/Muhr - Mehrere wildgewordene Kühe haben am Donnerstag ein
bayerisches Urlauber-Ehepaar (beide 68) im österreichischen Muhr
angegriffen und dabei schwer verletzt. Karolina B. zog sich bei der
Kuh-Attacke einen komplizierten Schienbeinbruch zu, ihr Mann Alois
kugelte sich die Schulter aus. „Ich hätte nie gedacht, dass die Kühe
einfach so über uns herfallen“, erzählt Alois B. geschockt.

Der Rentner aus Bellenberg bei Neu-Ulm sitzt mit einem Fixier-Verband um
die rechte Schulter auf seinem Stationsbett im Krankenhaus Tamsweg
(Salzburger Land). Im Nachbarbett liegt seine Frau Karolina. Die
68-Jährige ist noch ganz erschöpft von ihrer Operation. Der gefährliche
Rinder-Angriff passiert am Donnerstagnachmittag auf einem Wanderweg.
„Wir waren von der Sticklerhütte zum Muhr- Ursprung unterwegs. Die
Viecher waren anfangs ganz normal“, erinnert sich Alois B. „Plötzlich
stürmte eine Kuh auf mich zu, stieß mich zu Boden. Ich hab laut
geschrien, ich konnte mich nicht wehren. Irgendwann hat die Kuh dann von
mir abgelassen.“

Karolina B., die etwa zwanzig Meter vor ihrem Mann geht, wird ebenfalls
von einer aggressiven Kuh angegriffen. Die Urlauberin geht auch zu
Boden, bei der Attacke bricht ihr Schienbein. „Ob es das gleiche Tier
oder ein anderes war, kann ich nicht sagen. Es ging alles so schnell“.
Trotz ihres Schienbeinbruchs kann sich Karolina hinter einem Felsen in
Sicherheit bringen. Dort wartet sie unter Schmerzen, bis ihr Ehemann von
einer weit entfernten Hütte Hilfe holt. Die Bergrettung Muhr rückt
sofort mit drei Männern an und bringt die Verletzte mit einer Trage
zurück zur Sticklerhütte. Von dort aus bringt Hüttenwirt Gerhard Moser
das Wanderer-Paar mit dem Auto ins Tal. Ein Rettungswagen fährt sie dann
ins Krankenhaus nach Tamsweg.

Völlig unklar ist, weshalb die Kühe das Ehepaar angegriffen haben. „Die
beiden hatten keinen Hund bei sich, was schon mehrfach Ursache für
solche Zwischenfälle war“, sagt der Chef der Muhrer Bergrettung
Balthasar Laireiter. Die Kuh-Attacke auf das bayerische Ehepaar ist
nicht die erste in diesem Jahr. „Früher ist überhaupt nichts passiert.
Aber heuer häufen sich auf dieser Weide die Vorfälle. Erst am Mittwoch
musste ein Tourist flüchten“, erzählt Sticklerhütten-Wirt Moser.
„Inzwischen warne ich jeden Wanderer vor der Herde, gebe ihnen sogar
Stöcke zur Verteidigung mit. Dieses eine Mal hab’ ich nicht dran
gedacht, und prompt ist was passiert."

jam.
/07.07.2006

 
 
 
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Wilde Kuehe auf der Alm

Bergsteiger beim Bergsteigen08.07.06 15:09 Uhr
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2006-07-08 14:57:29 MESZ
time done : 82 14:57:29
time to go : 1743 09:02:31

Florian Anwander wrote:

> ...

In der Naehe unseres HochSeilNests gab es vor einigen Jahren
eine KuhWeide mit zweitweise zwei bis vier (Jung)Kuehen.
Bei diesen war insbesondere in der Daemmerungs zu bemerken,
dass sie anfingen, motorisch anspruchsvoll herumzutollen
- also ganz anders als nur einfach auf der Wiese zu stehen
und zu verdauen.

Eines Abends kuerzte ich in der Daemmerung ueber die nur mit
ElektroDraht gesicherte Weide ab. Die Kuehe mich sehen (aus
300 m Entfernung) und in gestrecktem Galopp auf mich zu.

Was nun? Als MitGlied der Spezies, die sich fuer die Krone
der Schoepfung haelt, gebe ich nicht einfach klein bei.
Andererseit war die Vermutung "Kein Angriff - nur Spiel"
auch relativ naheliegend.

Als die Kuehe noch 40 Meter entfernt waren, hob ich
ruckartig meine Hand nach oben, wie ein VerkehrsPolizist,
und bruellte "Halt".

Die Kuehe standen wie gegen eine Mauer gerannt, und glotzten.

Ich glotze etwas zurueck und ueberliess die Kuehe der
intellektuellen AufArbeitung dieses Vorfalls.

Das ist Geschichte - die Wiese wurde durch einen
ReitStall gepachtet, und jetzt stehen da zeitweise Pferde.
(Schein)Angriffe gibt es nicht mehr - und auch sonst
nichts interessantes.

Ich glaube, Pferde sind doof. Bei Kuehen spielt sich
mehr im Cortex ab - sie lassen es uns nur nicht merken.

BTW, und Alpinismus-ontopic - bei einer Wanderung in der
Naehe vom BaumGartenSchneid beim TegernSee fanden wir mal
Kuehe im steilen HangWald - ein Gelaende, wo meine Ex
schon motorische Schwierigkeiten hatte.

Bis zu welchem SchwierigkeitsGrad kann man mit Kuehen
rechnen?

Herwig

--
**********************************************************
* [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster Josella Simone Playton *
* [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster Herwig Huener *
**********************************************************

 
 
 
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Wilde Kuehe auf der Alm

Bergsteiger beim Bergsteigen08.07.06 16:06 Uhr
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Herwig Huener & Josella Simone Playton <news@Herwig-Huener.de> writes:

> BTW, und Alpinismus-ontopic - bei einer Wanderung in der
> Naehe vom BaumGartenSchneid beim TegernSee fanden wir mal
> Kuehe im steilen HangWald - ein Gelaende, wo meine Ex
> schon motorische Schwierigkeiten hatte.
>
> Bis zu welchem SchwierigkeitsGrad kann man mit Kuehen
> rechnen?

Bei Hufvieh würde ich mich nicht auf allzuviel verlassen. In
Griechenland (Meteora, Konglomerat) ist einem befreundeten Pärchen
eine kleine Katze in Fünfergelände bis zum ersten Standplatz
nachgelaufen (und die haben nichtmal Hufe). Die Frau hat dann erst
einmal mit Katze auf der Schulter abgeseilt und die Katze am Baum
festgebunden, damit sie das nicht wiederholt. Die blieb dann auch
brav da. Ob das jetzt für die Überlebenschancen der Katze ein
Pluspunkt war, sei mal dahingestellt. An derselben Stelle lief am
Vortag ein ziemlich großer Fuchs rum.

--
David Kastrup, Kriemhildstr. 15, 44793 Bochum
 
 
 
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Wilde Kuehe auf der Alm

Bergsteiger beim Bergsteigen08.07.06 18:51 Uhr
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David Kastrup schrieb:
>
> Bei Hufvieh würde ich mich nicht auf allzuviel verlassen. In
> Griechenland (Meteora, Konglomerat) ist einem befreundeten Pärchen
> eine kleine Katze in Fünfergelände bis zum ersten Standplatz
> nachgelaufen (und die haben nichtmal Hufe).

Kühe auch nicht. Ansonsten empfehle ich bei Kühen ähnliche Behandlung,
wie bei Pferden, d.h. Hand- und Armzeichen. Das schafft Respekt. Ein
Stock kann Wunder wirken, da muss man gar nicht zuschlagen.
Als junge böse Buben haben wir kurz vor der Kuh öfter mal ganz plötzlich
einen Regenschirm aufgespannt. Die Kehrtwendung der Kuh war meist filmreif.

Ciao
Rolf

 
 
 
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Wilde Kuehe auf der Alm

Bergsteiger beim Bergsteigen08.07.06 21:14 Uhr
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Hi Rolf

> Ansonsten empfehle ich bei Kühen ähnliche Behandlung,
> wie bei Pferden, d.h. Hand- und Armzeichen. Das schafft Respekt. Ein
> Stock kann Wunder wirken, da muss man gar nicht zuschlagen.

Anfang Juni war ich mit einem Freund noch im Karwendel auf Skitour in
der Hochglückscharte. Da mußten wir am Rückweg auch durch eine Kuhherde
durch, die sich von den Unmengen Touristen die ihre Weide kreuzten nicht
im geringsten beeindrucken ließ. Als wir mit unseren Skiern am Buckel
durchliefen (auf den Rucksack geschnallt), hat eine nach der anderen
fast panisch Reißaus genommen und erst mit gut 100 Metern
Sicherheitsabstand wieder angehalten ...

Ciao,

Harry
 
 
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