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Einstieg in den Winteralpinismus

Bergsteiger beim Bergsteigen06.10.04 11:21 Uhr
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Tag zusammen,

nach zwei schönen Tagen sieht es ja langsam ziemlich trübe da draussen
aus, also machen wir uns wie jedes Jahr Gedanken, wie man die
Winterpause etwas verkürzen kann. Nach ein paar Glühwein lallt dann
immer jemand was von 'Jubigratimwinterjawolldasmachenwir', bin mir aber
nicht so sicher, ob das ein guter Einstieg in den Winteralpinismus ist :)

Als Background liegt Klettererfahrung (gut abgesichert bis 7, mit Keilen
so um die 6) auch im alpinen Gelände mit Westalpenerfahrung vor.
Zusätzlich kommt (nach einer Alphubeltour) noch eine ordentliche
Abneigung gegen stundenlanges gelatsche durch aufgeweichten Schnee dazu
und wohl die übliche Wochenende+ Beschränkung für Nicht-Voralpler.
Ausserdem wollen wir nicht umbedingt was mit Abfahrten machen (ich würde
gerne, aber wir haben auch 'nen Boarder dabei und Skischleppen... weiss
nich...).

Also liebe NG: Bleibt da noch was übrig für die klalten Monate? Eine
nette Winterbesteigung in Bayerischen Alpen z.B.? Oder doch der Jubi-Grat?

Freue mich über Anregungen und TIA,
Dembo
 
 
 
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Einstieg in den Winteralpinismus

Bergsteiger beim Bergsteigen06.10.04 14:45 Uhr
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Christian Dembowski wrote:
> Tag zusammen,
>
> nach zwei schönen Tagen sieht es ja langsam ziemlich trübe da draussen

Hier in Muenchen strahel noch die Sonne, im Westen sind aber schon die
ersten Wolkerl zu sehen...

> aus, also machen wir uns wie jedes Jahr Gedanken, wie man die
> Winterpause etwas verkürzen kann. Nach ein paar Glühwein lallt dann
> immer jemand was von 'Jubigratimwinterjawolldasmachenwir', bin mir aber
> nicht so sicher, ob das ein guter Einstieg in den Winteralpinismus ist :)

Warum nicht? Ist halt recht lang, und konditionell bei schlechten
Bedingungen nicht zu unterschaetzen. Bei Bedenken gibts aber sicherlich
erstmal einfachere Ziele - das ist war.

>
> Als Background liegt Klettererfahrung (gut abgesichert bis 7, mit Keilen
> so um die 6) auch im alpinen Gelände mit Westalpenerfahrung vor.
> Zusätzlich kommt (nach einer Alphubeltour) noch eine ordentliche
> Abneigung gegen stundenlanges gelatsche durch aufgeweichten Schnee dazu
> und wohl die übliche Wochenende+ Beschränkung für Nicht-Voralpler.
> Ausserdem wollen wir nicht umbedingt was mit Abfahrten machen (ich würde
> gerne, aber wir haben auch 'nen Boarder dabei und Skischleppen... weiss
> nich...).
>
> Also liebe NG: Bleibt da noch was übrig für die klalten Monate? Eine
> nette Winterbesteigung in Bayerischen Alpen z.B.? Oder doch der Jubi-Grat?

Vor zwei, drei Jahren gab's hierzu mal einen Artikel von Andi Dick im
"Klettern". Der stellte winterliche Grate, ich glaub vom Wetterstein bis
in die Loferer, vor. Frag mich bitte nicht nach der Ausgabe, auch das
Hefterl in meiner losen Klettern-Sammelkiste zu finden duerfte ein
laengliches Unterfangen sein :-) Soweit ich erinne
Wetterstein:
- Jubigrat, daran dachtest Du schon;-)
- Blassengrat, nicht weniger anspruchsvoll, aber einen Tick kuerzer
- Wetterkante, im Fruehjahr bei guten Bedingungen reiner Felsanstieg.
Alpin, entgegen dem Wettersteinfuehrer "stellenweise fester Fels",
nicht "stellenweise bruechiger Fels" :-). Lang. Bestimmt nicht leichter
als Jubigrat.
- Alpspitze Klettersteig. "Der" Einstieg :-)

Kaiser:
- Kopftoerlgrat, hmmm, war stellenweise anspruchsvoll, damals gut in
einem Tag (nach Vorerkunden tagszuvor) machbar - aber als Einstieg...
eher nicht.
- Zettenkaiser???

Die Ziele in den Loferern erinnere ich nicht mehr.

Meine Vorschlaege:

Leonardistein/Tegernsee: "Was? Der Mugel?" Ja, der Ostgrat kann bei
dichtem Schneefall und hoher Schneedecke wirklich kurzweilig sein. Ist
halt mehr ein Gewuehle durch die Latschen, ab und zu Fels, die
Schluesselstelle hat's aber dann doch in sich. Wir hatten damals durch
etwa Oberschenkel hohem Neuschnee zu spuren, es schneite und stuermte.
Sehr spassig :-)

Die leichten Rinnen am Jochberg/Kochel.

Mittenwalder Hoehenweg. Entweder Aufstieg ueber die *brunn*huette und
Abfahrt/Bahnfahrt am Dammkar, oder Aufstieg mittels Karwendelbahn zum
Dammkar und dann rueber Richtung Schnarnitz. 1. Variante mit Ski aufm
Ruecken bestimmt die schoenste, da keine mechanische Hilfe. Ankunft an
der Bergstation vor bahnschluss ratsam, da sonst die Tuer zum
Tunneldurchgang versperrt ist ( vor ein paar Jahren konnte man aber
trotzdem noch durchschlupfen :-)

Kampenwandueberschreitung. Kenne ich persoehnlich nicht, bietet aber
Auffahrt mit der Bahn und Fluchtmoeglichkeiten.

Guffert-Westgrat. Der Querung durch den Latschenguertel koennt bei viel
Schnee nerven. Ich habs letztes Jahr im Spaetherbst gemacht. Da lag
unten noch kein Schnee, und auch die 6er Variante (1SL, kann nordseitig
umgangen werden) war trocken und konnte geklettert werden.

So, das wars erstmal,

Viel Spass,
Chris
 
 
 
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Einstieg in den Winteralpinismus

Bergsteiger beim Bergsteigen06.10.04 15:17 Uhr
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Hi,
nur ein paar Anmerkungen:
> Wetterstein:
> - Jubigrat, daran dachtest Du schon;-)
> - Blassengrat, nicht weniger anspruchsvoll, aber einen Tick kuerzer
> - Wetterkante, im Fruehjahr bei guten Bedingungen reiner Felsanstieg.
> Alpin, entgegen dem Wettersteinfuehrer "stellenweise fester Fels",
> nicht "stellenweise bruechiger Fels" :-). Lang. Bestimmt nicht leichter
> als Jubigrat.
> - Alpspitze Klettersteig. "Der" Einstieg :-)
>
nunja, die Wetterkante mit dem Jubigrat mehr oder minder in einen Satz zu
nennen, ist schon etwas gewagt ...
> Kaiser:
> - Kopftoerlgrat, hmmm, war stellenweise anspruchsvoll, damals gut in
> einem Tag (nach Vorerkunden tagszuvor) machbar - aber als Einstieg...
> eher nicht.
> - Zettenkaiser???
Zettenkaiser-Ost ist schon im Herbst eine recht kuehle Angelegenheit (mit
Eiszapfen und so)

Meine Meinung: Probiere doch zuerst mal Touren, die weniger lang sind und
zudem klettertechnisch nicht so sehr unter winterlichen Verhaeltnissen
leiden.
Geschickt waere evtl. auch die Moeglichkeit des Abseilens ...
Gerne gehe ich im Winter z.B. zum Guffert (aber da eben die S-Kante), die
Bschiesserkante (nett mit Skitour), Oestl. Hochgrubenspitze S-Kante und
S-Wand (schon etwas laengerer Zustieg + Abstieg evtl. etwas heikel),
Kampenwand ...
Viele im Sommer leichte Touren koennen im Winter (hab schon Stunden an einem
voellig vereisten Miniueberhang am Pomagagnon verbracht ...) - gerade wenn
Kamine vorhanden sind - ein sehr anspruchsvolles Unternehmen werden und man
sollte auch immer bedenken, dass zu dieser Jahreszeit die Tage sehr (zu)
kurz sein koennen.
Gruss
Burkhardt

 
 
 
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Einstieg in den Winteralpinismus

Bergsteiger beim Bergsteigen06.10.04 16:21 Uhr
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Burkhardt Petermann wrote:
> Hi,
> nur ein paar Anmerkungen:
>
>>Wetterstein:
>>- Jubigrat, daran dachtest Du schon;-)
>>- Blassengrat, nicht weniger anspruchsvoll, aber einen Tick kuerzer
>>- Wetterkante, im Fruehjahr bei guten Bedingungen reiner Felsanstieg.
>> Alpin, entgegen dem Wettersteinfuehrer "stellenweise fester Fels",
>>nicht "stellenweise bruechiger Fels" :-). Lang. Bestimmt nicht leichter
>>als Jubigrat.
>>- Alpspitze Klettersteig. "Der" Einstieg :-)
>>
>
> nunja, die Wetterkante mit dem Jubigrat mehr oder minder in einen Satz zu
> nennen, ist schon etwas gewagt ...

Ja, geb' ich zu :-) Wie gesagt kann ich mich an den Artikel kaum noch
erinnern. Beide Touren machte ich damals mit deutlich viel zuviel
Gepaeck (dafuer aber komfortabeln Biwi, bzw. gerade deswegen mit Biwi
;-) und hab sie beide als damals recht anstrengend in Erinnnerung.
Technisch ist die Wetterkante bestimmt anspruchsvoller, was sich aber
nach einmal lesen der Fuehrerbeschreibung rausstellen sollte.

>
>>Kaiser:
>>- Kopftoerlgrat, hmmm, war stellenweise anspruchsvoll, damals gut in
>>einem Tag (nach Vorerkunden tagszuvor) machbar - aber als Einstieg...
>>eher nicht.
>>- Zettenkaiser???
>
> Zettenkaiser-Ost ist schon im Herbst eine recht kuehle Angelegenheit (mit
> Eiszapfen und so)

Er wollte den Einstieg in den _Winter_alpinismus ;-)

>
> Meine Meinung: Probiere doch zuerst mal Touren, die weniger lang sind und
> zudem klettertechnisch nicht so sehr unter winterlichen Verhaeltnissen
> leiden.
> Geschickt waere evtl. auch die Moeglichkeit des Abseilens ...
> Gerne gehe ich im Winter z.B. zum Guffert (aber da eben die S-Kante),

..., welche ich vergass.

> die
> Bschiesserkante (nett mit Skitour), Oestl. Hochgrubenspitze S-Kante und
> S-Wand (schon etwas laengerer Zustieg + Abstieg evtl. etwas heikel),
> Kampenwand ...
> Viele im Sommer leichte Touren koennen im Winter (hab schon Stunden an einem
> voellig vereisten Miniueberhang am Pomagagnon verbracht ...) - gerade wenn
> Kamine vorhanden sind - ein sehr anspruchsvolles Unternehmen werden und man
> sollte auch immer bedenken, dass zu dieser Jahreszeit die Tage sehr (zu)
> kurz sein koennen.

Absolut richtig. Auf alle Faelle mal mind. mit doppelter Fuehrerzeit
kalkulieren, und ueber kurze Unternehmen an die Zeiten rantasten. Und:
am Gepaeck geizen. Schleppst Du Iso-Matte, Kocher, Expeditionsschlasa,
Daunenjacke, Gipfelbier, Abendessen, usw. mit, brauchst Du es bestimmt.

Gruesse,
Chris
 
 
 
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Einstieg in den Winteralpinismus

Bergsteiger beim Bergsteigen06.10.04 16:45 Uhr
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Hallo Chris

> Mittenwalder Hoehenweg. [...] Ankunft an
> der Bergstation vor bahnschluss ratsam, da sonst die Tuer zum
> Tunneldurchgang versperrt ist ( vor ein paar Jahren konnte man aber
> trotzdem noch durchschlupfen :-)
Eeehm, wenn er den Mittenwalder Hoehensteig im Winter geschafft hat,
dann wird er's doch grad noch ueber die Westliche Karwendelspitze ins
Dammkar packen, oder?

Florian

 
 
 
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Einstieg in den Winteralpinismus

Bergsteiger beim Bergsteigen07.10.04 08:23 Uhr
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Florian Anwander wrote:
> Hallo Chris
>
>> Mittenwalder Hoehenweg. [...] Ankunft an
>> der Bergstation vor bahnschluss ratsam, da sonst die Tuer zum
>> Tunneldurchgang versperrt ist ( vor ein paar Jahren konnte man aber
>> trotzdem noch durchschlupfen :-)
>
> Eeehm, wenn er den Mittenwalder Hoehensteig im Winter geschafft hat,
> dann wird er's doch grad noch ueber die Westliche Karwendelspitze ins
> Dammkar packen, oder?

Weiss ich nicht, da ich den Uebergang nicht kenne. Dazu folgende kleine
Anektote: vor einigen Jahren, der erste SChnee war bis nach Mittenwald
hinuntergefallen, wollten meine damalige Freundin (nun ist sie meine
Frau - sie hat sich nicht abschrecken lassen :-) eben den Mittenwalder
Hoehenweg vom Dammkar weg machen. Geplant war der Aufstieg unter der
Seilbahn und dann rueber. Zu spaeter Aufbruch und eine rechte Wuehlerei
verspaeteten unsere Ankunft oben an der Bergstation so sehr, dass an den
Hoehenweg nicht mehr zu denken war. Mittlerweile war die angekuendigte
Wolkenverdichtung mit einsetzendem Schneefall da und wir standen im
Nebel, sahen nichts mehr. Unser erstklassiges Kartenmaterial zeigte
einen Weg von der Bergstation ins Dammkar, doch auf der westl.
Karwendelspitze sah ich nichts, das wir gehen wollten (vielleicht hab
ich uns damals zu wenig zugetraut?). Wir stapften in verschiedenen
Flanken, die immer steiler wurden und ins nichts fuehrten, wuehlten uns
um den kleinen Kessel dort oben, um erstaunt ploetzlich wieder vor der
aus dem Nebel auftauchenden Bergstation zu stehen. Nun, mittlerweile
schwand auch das Tageslicht, weshalb wir auch nicht mehr ueber den
Aufstiegsweg runter wollten. Ich begann die Suche nach Material fuer das
anstehende Biwack. Andrea, sich mit der Aussicht auf ein Biwi im Freien
nicht anfreunden koennend, suchte nach einer Meoglichkeit in die
Bergstation zu gelangen. Und fand eben eine Holztuer, eher -tor, das sie
soweit offen halten konnte, damit es mir gelang, die Verriegelung zu
oeffnen. Drinn wars waermer, es gab Decken und Liegestuehle, einen Gang
und ein Schild "Dammkar" oder so. Holleriti, der Tunnel. Schnell wieder
das Tor sauber zugemacht, und durch den Tunnel gelaufen. Hmmm, und wenn
die andere Seite verschlossen ist? Spannende Meter bis zur Tuer. Sie war
offen und wir standen im Dammkar. Selten hab ich wieder einen Abstieg so
genossen :-)))

Als ich dann den Hoehenweg mal im Winter machte, hatte ich Kurzski dabei
und bin durchs Dammkar abgefahren (Bergstation hatte offen). Das war
dann richtig gschmeidig.

Gruesse,
Chris
 
 
 
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Einstieg in den Winteralpinismus

Bergsteiger beim Bergsteigen07.10.04 08:56 Uhr
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Hallo,
am Zettenkaiser gibt es noch den Westgrat / I-II, Stellen III,
Schlüsselstelle III/A0 (s.a. mein Tourenbericht vom vergangenen
Wochenende in [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster\ ), der auch im Winter begangenen wird.
Alternativ bietet sich in diesem Gebiet noch die Überschreitung
Hackenköpfe - Sonneck, I-II, oder der Widauer Klettersteig auf den
Scheffauer, an.

Andere Möglichkeiten wären...
.. das Hocheck am Watzmann (mit Übernachtung im Winterraum /
Watzmannhaus
.. der Kanzelgrat, II-III, 5-6 SL, von der Sustlihütte / Sustenpaß,
Schweiz

Viel Spaß,
Michael

Chris Leiter schrieb in der newsgroup de.rec.alpinismus:
> Christian Dembowski wrote:
> > Tag zusammen,
> >
> > nach zwei schönen Tagen sieht es ja langsam ziemlich trübe da
>draussen
>
> Hier in Muenchen strahel noch die Sonne, im Westen sind aber schon die
> ersten Wolkerl zu sehen...
>
> > aus, also machen wir uns wie jedes Jahr Gedanken, wie man die
> > Winterpause etwas verkürzen kann. Nach ein paar Glühwein lallt dann
> > immer jemand was von 'Jubigratimwinterjawolldasmachenwir', bin mir
>aber
> > nicht so sicher, ob das ein guter Einstieg in den Winteralpinismus
>ist :)
>
> Warum nicht? Ist halt recht lang, und konditionell bei schlechten
> Bedingungen nicht zu unterschaetzen. Bei Bedenken gibts aber
>sicherlich
> erstmal einfachere Ziele - das ist war.
>
> >
> > Als Background liegt Klettererfahrung (gut abgesichert bis 7, mit
>Keilen
> > so um die 6) auch im alpinen Gelände mit Westalpenerfahrung vor.
> > Zusätzlich kommt (nach einer Alphubeltour) noch eine ordentliche
> > Abneigung gegen stundenlanges gelatsche durch aufgeweichten Schnee
>dazu
> > und wohl die übliche Wochenende+ Beschränkung für Nicht-Voralpler.
> > Ausserdem wollen wir nicht umbedingt was mit Abfahrten machen (ich
>würde
> > gerne, aber wir haben auch 'nen Boarder dabei und Skischleppen...
>weiss
> > nich...).
> >
> > Also liebe NG: Bleibt da noch was übrig für die klalten Monate? Eine
> > nette Winterbesteigung in Bayerischen Alpen z.B.? Oder doch der
>Jubi-Grat?
>
> Vor zwei, drei Jahren gab's hierzu mal einen Artikel von Andi Dick im
> "Klettern". Der stellte winterliche Grate, ich glaub vom Wetterstein
>bis
> in die Loferer, vor. Frag mich bitte nicht nach der Ausgabe, auch das
> Hefterl in meiner losen Klettern-Sammelkiste zu finden duerfte ein
> laengliches Unterfangen sein :-) Soweit ich erinne
> Wetterstein:
> - Jubigrat, daran dachtest Du schon;-)
> - Blassengrat, nicht weniger anspruchsvoll, aber einen Tick kuerzer
> - Wetterkante, im Fruehjahr bei guten Bedingungen reiner Felsanstieg.
> Alpin, entgegen dem Wettersteinfuehrer "stellenweise fester Fels",
> nicht "stellenweise bruechiger Fels" :-). Lang. Bestimmt nicht
>leichter
> als Jubigrat.
> - Alpspitze Klettersteig. "Der" Einstieg :-)
>
> Kaiser:
> - Kopftoerlgrat, hmmm, war stellenweise anspruchsvoll, damals gut in
> einem Tag (nach Vorerkunden tagszuvor) machbar - aber als Einstieg...
> eher nicht.
> - Zettenkaiser???
>
> Die Ziele in den Loferern erinnere ich nicht mehr.
>
>
> Meine Vorschlaege:
>
> Leonardistein/Tegernsee: "Was? Der Mugel?" Ja, der Ostgrat kann bei
> dichtem Schneefall und hoher Schneedecke wirklich kurzweilig sein. Ist
> halt mehr ein Gewuehle durch die Latschen, ab und zu Fels, die
> Schluesselstelle hat's aber dann doch in sich. Wir hatten damals durch
> etwa Oberschenkel hohem Neuschnee zu spuren, es schneite und stuermte.
> Sehr spassig :-)
>
> Die leichten Rinnen am Jochberg/Kochel.
>
> Mittenwalder Hoehenweg. Entweder Aufstieg ueber die *brunn*huette und
> Abfahrt/Bahnfahrt am Dammkar, oder Aufstieg mittels Karwendelbahn zum
> Dammkar und dann rueber Richtung Schnarnitz. 1. Variante mit Ski aufm
> Ruecken bestimmt die schoenste, da keine mechanische Hilfe. Ankunft an
> der Bergstation vor bahnschluss ratsam, da sonst die Tuer zum
> Tunneldurchgang versperrt ist ( vor ein paar Jahren konnte man aber
> trotzdem noch durchschlupfen :-)
>
> Kampenwandueberschreitung. Kenne ich persoehnlich nicht, bietet aber
> Auffahrt mit der Bahn und Fluchtmoeglichkeiten.
>
> Guffert-Westgrat. Der Querung durch den Latschenguertel koennt bei
>viel
> Schnee nerven. Ich habs letztes Jahr im Spaetherbst gemacht. Da lag
> unten noch kein Schnee, und auch die 6er Variante (1SL, kann
>nordseitig
> umgangen werden) war trocken und konnte geklettert werden.
>
>
> So, das wars erstmal,
>
> Viel Spass,
> Chris
>
--

 
 
 
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Einstieg in den Winteralpinismus

Bergsteiger beim Bergsteigen07.10.04 09:26 Uhr
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"Chris Leiter" <christoph@unsere-berge.de> schrieb im Newsbeitrag

> Kaiser:
> - Kopftoerlgrat, hmmm, war stellenweise anspruchsvoll, damals gut in
> einem Tag (nach Vorerkunden tagszuvor) machbar - aber als Einstieg...
> eher nicht.
> - Zettenkaiser???

Da wüßt ich auch noch was:

Gute Reinschnupper-Touren: Ellmauer Halt Normalweg (im Spätwinter oft mit
Spur), Überschreitung Hintere/Vordere GoingerHalt (beides gut in Kombination
mit Ski-/Boardtour)

Schon etwas (v.a. konditionell) anspruchsvoller aber nur wenige richtige
Kletterpassagen, sondern überwiegend steiles Schrofengelände, d.h. im Winter
meist steiler, felsdurchsetzter Schnee bieten die
Hackenköpfe-Überschreitung, wobei die Abfahrt vom Wiesberg (Ende der
Überschreitung) eigentlich eine Vormittags-Firntour ist, die am späten
Nachmittag wohl lawinenmässig kritisch sein dürfte.
Ähnliches Kaliber ist die Überschreitung von der Pyramidenspitze zum
Roßkaiser im Zahmen Kaiser

Gute Wintertouren mit richtiger Kletterei sind neben dem Kopftörlgrat z. B:
- Sonneck-Ostgrat,
- Totenkirchl-Führerweg (mehrere gebohrte Stände, die auch bei viel Schnee
zu finden sind).
- Fleischbank-Nordgrat (ebenfalls einige gebohrte Stände)

allesamt kürzer als Kopftörlgrat - in der Schwierigkeit sind die drei nach
steigenden Anforderungen geordnet, beim Abstieg gilt: Sonneck einfacher
Verbindungsgrat zur Kopfkraxen, von dort ist es eine (steile) Skiabfahrt.
Totenkirchl über Aufstiegsweg (kann oft abgeseilt werden), Fleischbank
zuerst zum Ellmauer Tor (sollte man vom Sommer kennen!), dann (im Winter
z.T. heikel) durch die Steinerne Rinne zurück zum Einstieg oder nach Süden
hinab und zurücktrampen.
Anders als am Jubigrat wirst Du in diesen Touren aber selten eine Spur haben
(am ehesten noch am Sonneck), es ist also Eigeninitiative bei der Wühlarbeit
gefordert.

Viel Spaß

Markus

 
 
 
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Einstieg in den Winteralpinismus

Bergsteiger beim Bergsteigen07.10.04 10:35 Uhr
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wow.... vielen Dank für die zahlreichen Antworten - bin echt baff, ich
dachte wir würden hier nur noch diskutieren, welche Seile in welcher
Hand beim Hallenklettern gehalten werden müssen (nix für ungut, ist ja
auch wichtig...).

Ich werde das mal studieren und dann auf die Postings eingehen, sieht
auf jeden Fall so aus, als gäbe es lohnende Ziele - wieviel Wochenende
hat denn so ein Winter? *g*

Nochmals Danke,
Dembo
 
 
 
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Einstieg in den Winteralpinismus

Bergsteiger beim Bergsteigen07.10.04 13:03 Uhr
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Christian Dembowski schrieb:
> Tag zusammen,
> Als Background liegt Klettererfahrung (gut abgesichert bis 7, mit Keilen
> so um die 6) auch im alpinen Gelände mit Westalpenerfahrung vor.
> Also liebe NG: Bleibt da noch was übrig für die klalten Monate? Eine
> nette Winterbesteigung in Bayerischen Alpen z.B.? Oder doch der Jubi-Grat?
Hallo Christian,

in den Tannheimern gibt es Südwände, an denen Du auch im Winter
frühlingshafte oder herbstliche Temperaturen vor findest. Unvergesslich
das Bild im AV- Führer von 1992(?), in dem der Führerautor mit kurzer
Hose über dem tief verschneiten Tal klettert.

Der Zustieg ist etwas weit (900 Höhenmeter) und muss vor Sonnenaufgang
erledigt sein, denn in den südseitigen Hängen weicht die Sonne selbst
bei tiefsten Temperaturen den Schnee auf. Ski gehen nur, wenn mehrere
Meter Schnee liegen. Dann will man vermutlich nicht mehr klettern. Auf
einem Vorblock ist ein lawinensicherer (?) Zeltplatz für die ganz
Harten. Und für die, die (wie ich )nicht genug Dembo (SCNR, außerdem bin
ich gerade in Leipzig) machen können.

Bei [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster\ finzte den neuesten Führer. Eigentlich geht alles, was
keine Kamine enthält. Die Routen können am Ende des senkrechten Geländes
überwiegend abgeseilt werden, zur Not seilt man eben in eine Nachbarroute.
Aussteigen empfiehlt sich nicht unbedingt, denn dann wird aus der
spaßigen Kletterei eine durchaus ernste Angelegenheit, der geneigte
Gipfelbereich ist länger als das längste Seil, die Haken dürften nicht
zu finden sein und für Keile taugliche Risse müssen erst frei geschlagen
werden. Der nordseitige Abstieg ist im Winter bei LWS > 1 nicht zu
empfehlen.

Phalls Dir das nicht zu wüst (oder zu anpruchslos) ist, kannst Du Dich
ja mal bei mir melden. An sonsten viel Spaß.

Rainer

 
 
 
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Einstieg in den Winteralpinismus

Bergsteiger beim Bergsteigen07.10.04 13:52 Uhr
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hallo Christian
Einen Bericht über den Blassengrat im Winter findest Du bei
[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster\ : Berichte: Seite 3: Blassengrat *ned ganz optimal*

ciao
walter
--

 
 
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