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Tirol Mehrere Tote bei Gondelabsturz
Sölden - Ein Seilbahnunglück im Tiroler Ötztal hat am Montag bis zu acht Menschen das Leben gekostet. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, zwei davon schwer, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf den Seilbahnbetreiber. Von der Polizei wurden zunächst fünf Todesopfer bestätigt.
Wie der Betreiber mitteilte, stürzte mindestens eine Gondel in die Tiefe. Zwei weitere gerieten so heftig in Schwingungen, dass mehrere Insassen herausgeschleudert wurden. Für den Nachmittag wurde eine Pressekonferenz angekündigt.
Nach ersten Informationen stand das Unglück im Zusammenhang mit derzeit am Gletscher stattfindenden Materialtransporten. Ein Hubschrauber dürfte ein Betonteil verloren haben, das er zur Bergstation fliegen sollte und das zum Bau von Kommunikationsleitungen verwendet werden sollte. Von diesem Teil sei eine der Gondeln getroffen und aus der Verankerung gerissen worden. Die beiden anderen Gondeln gerieten dadurch in starke Schwingungen.
Der Zwischenfall ereignete sich in der Nähe der in 3.309 Metern Höhe gelegenen Bergstation der so genannten "Schwarze Schneid I-Bahn", die den Rettenbach- mit dem Tiefenbachferner verbindet. Mehrere Hubschrauber, Rotes Kreuz, Bergretter, Angestellte der Seilbahn und Polizei waren im Einsatz. Bereits im November vergangenen Jahres war es an der Seilbahn zu einem Unfall gekommen: Damals verhängte sich das Steuerseil mit einer leeren, talwärts fahrenden Gondel, die daraufhin abstürzte.
113 Fahrgäste mussten aus den übrigen, festsitzenden Gondeln einzeln - aus bis zu 50 Metern Höhe - abgeseilt werden. Die Rettungsaktion dauerte mehrere Stunden, verletzt wurde damals niemand.
AP 05.09.2005 - aktualisiert: 05.09.2005, 15:12 Uhr
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Grüsse, Bernhard
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> Mehrere Tote bei Gondelabsturz
Nach weiteren Berichten soll es eine Gruppe des DAV getroffen haben. Dies wurde vom DAV bisher allerdings noch nicht bestätigt, nur tragen normale Touristen normalerweise auch keine Helme.
Montag 5. September 2005, 20:07 Uhr Betonkübel stürzt auf Seilbahn: Neun Deutsche tot
Innsbruck (dpa) - Tragisches Gondelunglück am Alpengletscher: Getroffen von einem riesigen Betonkübel, ist am Montag in Österreich eine Seilbahn abgestürzt und hat neun deutsche Urlauber in den Tod gerissen. Nach Polizeiangaben starben drei Erwachsene und sechs Kinder.
Ein Transporthubschrauber hatte den etwa 750 Kilogramm schweren Behälter in den Ötztaler Alpen auf dem Flug zur Bergstation oberhalb von Sölden verloren. Er stürzte aus rund 200 Metern Höhe herab und traf eine Gondel direkt.
Berichte, es habe sich um eine Gruppe des Deutschen Alpenvereins gehandelt, wurden vom Verband in München zunächst nicht bestätigt. Die Informationen seien noch zu vage, sagte ein Sprecher der dpa. Auch die deutsche Botschaft in Wien hatte keine genaueren Informationen. Sieben Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Zwei von ihnen befinden sich in kritischem Zustand. Laut Südwestrundfunk sollen mindestens zwei Opfer aus dem Raum Karlsruhe stammen.
«Der Behälter traf mit voller Wucht das Gondelseil und anschließend die Gondel», sagte der Geschäftsführer der Bergbahn in Sölden, Jakob Falkner, der dpa. «Die Gondel stürzte ab. Wie durch einen riesigen Peitschenschlag gerieten die Kabine darüber und auch darunter in Schwingungen.» Mehrere Menschen wurden durch die Fenster 50 Meter in die Tiefe auf felsigen Grund geschleudert.
In der abgestürzten Gondel befanden sich nach Falkners Worten fünf Menschen. Drei von ihnen kamen ums Leben, zwei wurden verletzt. Nach dem Bericht eines Notarztes sollen sie Helme getragen haben. Von den acht Insassen der oberen Gondel wurden sechs hinausgeschleudert und getötet, zwei blieben unverletzt in der Kabine. In der unteren Kabine gab es mehrere Verletzte.
Der Transporthubschrauber war auf dem Weg zu einer Baustelle an der Bergstation der Seilbahn, als sich der große, mit Beton beladene Metallbehälter aus der Verankerung löste. Der Helikopter gehört zur Flotte des Salzburger Transportunternehmens Knaus, das in den vergangenen Jahren durch mehrere Unfälle Aufsehen erregt hat.
Um 13.15 Uhr erreichte die Leitstelle des Bundeslandes Tirol der erste Notruf. «Der Anruf kam von einem Augenzeugen über Handy aus einer Gondel, die nicht von dem Unglück betroffen war», berichtete der stellvertretende Leitstellenchef Herbert Supper der dpa. «Wir haben sofort alle verfügbaren Kräfte alarmiert.» Die Unglücksstelle befand sich nach Worten Suppers in rund 2 800 Metern Höhe im Schnee, wo nur Hubschrauber landen konnten.
Für die abgestürzten Opfer kam jedoch jede Hilfe zu spät. Die Schwerverletzten wurden in Klinik nach Innsbruck und Zams geflogen. Zwölf Rettungshubschrauber, 60 Sanitäter und sechs Notärzte waren im Einsatz. Bis zum Nachmittag waren alle Passagiere aus den noch am Seil hängenden Kabinen geborgen. Neben der Bergung der Toten und der Versorgung der Verletzten übernahm das Rote Kreuz auch die psychologische Betreuung von etwa 20 Menschen, die das Unglück beobachtet hatten. Auf dem Gletscher herrschte am Unglückstag Sommerskibetrieb bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel.
Die Seilbahn auf die 3 309 Meter hohe Schwarze Schneid am Tiefenbachferner war bereits im vergangenen Jahr Schauplatz eines spektakulären Unfalls. Am 14. November hatte sich das Steuerseil der Bahn mit einer leeren, talwärts fahrenden Gondel verfangen. Eine Kabine war daraufhin abgestürzt. In der Folge mussten 113 Fahrgäste, darunter viele Deutsche, in etwa 50 Metern bei starkem Frost mehrere Stunden in ihren Gondeln warten, bis sie schließlich abgeseilt werden konnten. Zwei Mitarbeiter der Bahn wurden später vom Dienst suspendiert.
Das Unglück in Tirol ist der zweite Seilbahn-Absturz, bei dem ein Fluggerät beteiligt ist. Im Februar 1998 hatte bei Cavalese in den italienischen Dolomiten ein US-Militärjet das Tragseil einer Gondelbahn mit der Heckflosse durchtrennt. Die Kabine stürzte 80 Meter in die Tiefe. Alle 20 Insassen, unter ihnen 8 deutsche Skiurlauber, starben. Der Militärjet war unerlaubt im Tiefflug geflogen. Im April 2000 akzeptierten die Hinterbliebenen einen Schadenersatz von 40 Millionen Dollar (2 Millionen je Opfer).
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