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... konnte man am 29.7. in den VDI-Nachrichten nachlesen:
--- VDI-Nachrichten vom 29.07.2005 hat folgendes geschrieben: US-Senator setzt Forscher unter Druck
Politik: Einschüchterungsversuch
VDI nachrichten, Washington, 29. 7. 05 -
Die Freiheit der Forschung ist bedroht im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Unbehelligt jedenfalls kann man dort seine Forschungsergebnisse nicht mehr veröffentlichen. Im Gegenteil: Politiker üben zunehmend Druck auf "unbequeme" Wissenschaftler aus.
Jüngstes Beispiel: Der republikanische US-Senator Joe Barton forderte jetzt, weil ihm die Ergebnisse renommierter Klimaforscher nicht ins Konzept passten, kurzerhand Einblick in deren Privatleben sowie Rechenschaft über Methoden und vor allem die Finanzierung ihrer Forschungsarbeiten. Und damit nicht genug - er ging sogar soweit, sie beim Vorsitzenden des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) anzuschwärzen.
Die Opfer dieser Schmutzkampagne: Michael Mann, Ray Bradley und Malcolm Hughes, die im jüngsten IPCC-Bericht die globale Erwärmung der letzten 1000 Jahren grafisch darstellten. Darin steigt die Fieberkurve der Erde seit Anfang des Jahrhunderts steil an; im Diagramm sieht das aus wie ein Hockeyschläger. Nie war es demnach so warm und nie stieg die Temperatur so stark wie in den letzten 100 Jahren.
Unangenehme Ergebnisse für Barton, der Vorsitzender des Energieausschusses im Repräsentantenhaus ist. Drum forderte er bereits Ende Juni die drei Autoren schriftlich auf, ihre Karriere und ihre Ergebnisse offen zu legen. Sein Vorwurf: "methodische Fehler" und "falsche Datenerhebung".
Ein Brief ging zudem an das IPCC, das die Daten im Klimabericht verarbeitete; mit Kopie an den Direktor des US-National Science, dessen Organisation die Klimastudien finanziell unterstützt. Erschreckend an den Schreiben, so BBC-Online, sei der aggressive Ton des Politikers.
Ob Barton sein Ziel erreicht, ist fraglich. Denn mittlerweile steht ein Großteil der Wissenschaftsgemeinde hinter den Opfern seiner Attacken. Manns Antwort an den US-Senator: Er habe alle nötigen Daten genügend offen gelegt. "Ich und meine Kollegen stehen felsenfest hinter unserer Arbeit. Und die scientific community ebenso."
Rückendeckung erhalten die Forscher auch vom demokratischen Abgeordneten Henry Waxman, der Barton aufforderte, die Drohungen zurückzuziehen. Es gebe Menschen, die ein solches Vorgehen als Versuch einer Bedrohung sehen, wissenschaftliche Daten, die unerwünscht sind, zu unterdrücken. Die American Association for the Advancement of Science (AAAS), der Präsident der US National Academy of Sciences und die europäische Geophysikalische Union stehen ebenfalls hinter den Forschern.
Thomas Crowley, Klimaexperte an der Duke University, warnt denn auch: "In Zukunft könnten auch Paläontologen und Molekularbiologen über Daten und Ergebnisse der Evolution befragt werden." Bereits Anfang 2003 hatten mehr als 60 prominente US-Forscher ihrer Regierung vorgeworfen, Resultate aus politischen Gründen zu manipulieren. pte/ber [externer Link] \
--- Dazu passt auch Gunnar Schultz-Burkel in 'Forschung aktuell', ca. 2003; hat folgendes geschrieben:
Blütenreiner Umweltschutzreport als ''Persilschein'' Kritiker werfen US-Administration vor, den aktuellen Umweltschutzbericht massiv ''frisiert'' zu haben 2003: Umweltpolitik. ? Bereits mit der rüden Abfuhr an das von seinem Vorgänger unterzeichnete Klimaprotokoll von Kyoto demonstrierte US-Präsident George W. Bush, dass Umweltpolitik nicht im Fokus seiner Interessen liegt. Damals wurden alle Hinweise auf den menschgemachten Beitrag zur Klimaerwärmung von Vertretern der Bush-Administration systematisch heruntergespielt. Dieselbe Strategie aus Bagatellisieren und Abwiegeln, so klagen Kritiker, sei jetzt auf den gestern veröffentlichten US-Umweltschutzbericht angewandt worden. So seien kurzerhand alle Hinweise auf Gesundheits- und Umweltgefahren durch den Klimawandel aus dem Papier gestrichen worden.
Offenbar entsprach die ursprüngliche Fassung des aktuellen Umweltschutzberichtes der US-Regierung in so vielen Punkten nicht den Vorstellungen der Bush-Administration, dass sich die Mitarbeiter der zuständigen Bundesumweltbehörde" (EPA) mit einem internen Schreiben zu den weitgehenden Änderungen an dem Papier zusätzlich absicherten. Darin halten die Experten ausdrücklich fest, dass durch die zahlreichen Änderungen wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel völlig ignoriert würden. Während so düpierte Mitarbeiter unter vorgehaltener Hand den frisierten Bericht eine einzige Peinlichkeit nennen, spielt Christie Todd Whitman, Leiterin der EPA, die "Modifikationen" herunter: "Ich wollte nicht den ganzen Bericht wegen ein paar Formulierungen verlieren", so Whitman vor laufenden Kameras. Offenbar blieb der ehemaligen Gouverneurin von New Jersey auch gar keine andere Wahl. So berichten Insider, das Bush-Team habe auf der Streichung kritischer Passagen bestanden und gedroht, andernfalls den gesamten Report im Reißwolf enden zu lassen.
Zwar verwahrte sich Christie Whitman dagegen, die EPA habe sich derartigem Druck gebeugt. Zweifel daran bleiben jedoch bestehen, besonders vor dem Hintergrund, dass Whitman ihr Amt Ende der Woche aufgeben wird ? im offiziellen Sprachgebrauch "aus privaten Gründen". Während die höchste US-Umweltschützerin tapfer auf einen bislang nie da gewesenen Stand an wissenschaftlichen Kenntnissen zur Luftverschmutzung und dem Stand der Trinkwasserversorgung verweist, fielen Fakten in einem anderen Kapitel zu "Globalen Fragen" offenbar einfach unter den Tisch. Während es im Ur-Report mit Hinweis auf Ergebnisse von US-amerikanischen und europäischen Forschern noch hieß: "Klimawandel hat globale Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen und die Umwelt", liest sich die geglättete Version deutlich leichter: "Klimawandel könnte tief greifende Auswirkungen haben". Für weitergehende Aussagen gebe es noch zu viele Ungewissheiten und zu wenig Beweise, so das "aktualisierte" Papier weiter. Auch fiel die Grafik einer vier Jahre alten Studie, die den weltweiten Temperaturanstieg in den letzten 1000 Jahren veranschaulicht, dem Streichen zum Opfer. Neu dazu kam indes die Zusammenfassung einer Untersuchung des Petroleum Instituts, das die Zahlen anzweifelt, ohne dafür allerdings konkrete Beweise zu liefern. Selbst ein Bericht des Nationalen Forschungsrats der USA, der den weltweiten Temperaturanstieg als "ungewöhnlich und höchstwahrscheinlich auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen" bezeichnet, verschwand aus dem Umweltschutzbericht.
Allerdings blieb den EPA-Angestellten erspart, selbst die Änderungen vornehmen zu müssen, erklärt Andrew Revkin, Redakteur der New York Times, der den Skandal ans Tageslicht brachte. Diese Arbeit hätte vielmehr ein Mitarbeiterstab des Weißen Hauses vorgenommen, so Revkin. US-Umweltschutzorganisationen sind angesichts solcher Eigenmächtigkeit außer sich: "Diese Dokumente belegen unmissverständlich, dass die Administration bereit ist, wissenschaftlich glaubhafte Beweise zu Umweltbedrohungen zu zensieren, nur weil sie nicht in das politische Konzept passen", meint Jeremy Symons von der National Wildlife Federation. Auch Andrew Revkin sieht die Schönung des Umweltberichts in der engen Verstrickung von Politik und Wirtschaft begründet: "Diese Regierung ist sehr eng mit der Kohle-, und Ölindustrie verbunden. Selbst wenn die Erkenntnisse über den Klimawandel wissenschaftlich untermauert werden, hält die Energieindustrie natürlich überhaupt nichts davon." So sehen denn auch Umweltschützer George W. Bush letztlich unter dem direkten und starken Einfluss von Lobbygruppen, der dazu geführt habe, das Kyotoprotokoll zu kippen, dann Kohlendioxid nicht mehr als Schadstoff zu betrachten und schließlich den kompletten Umweltschutzbericht nach Belieben umzuschreiben.
-- Gruß Rainer Lampi[tm] on Tour: [externer Link] Mors certa hora incerta - Todsicher geht die Uhr falsch
| | | | Zurück zur Übersicht |  | [OT(?) und lang] wie die professionellen Klimawandel-Vertuscher schaffen, ... | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 08.08.05 16:56 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | "Lampi [tm]" <rainer@lampatzer.de> schrieb
[... Nachrichten aus der US -"Umwelt"-politik]
Servus Rainer,
so läufts leider bei Herrn Bush und seinen Öl-Spezis. Noch schnell in den nächsten 10 - 20 Jahren deren Gewinne maximieren/Gier befriedigen, natürlich auf Kosten des unbedeutenden Rests der Welt - was danach kommt ist doch egal, bis dahin schlummern sie ja eh alle in ihren goldenen Särgen. Wundern tun mich solche Meldungen schon lange nicht mehr, schön ists nur zu lesen, dass auch den Herrn Senatoren nicht alles so gelingt wie sie sich das vorgestellt haben.
Obwohl ich vor kurzem sogar mal irgendwo einen Ausspruch des amerikanischen Chef-Ignoranten gehört hab, in dem er irgendwas von " verstärktem Einsatz regenerativer Energien" gefaselt hat. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob er das wirklich verstanden und auch so gemeint hat oder ob er hier nur aus Versehen dem falschen was nachgebrabbelt hat.
Um das Fragezeichen hinter deinem OT ein wenig zu rechtfertigen: Ich glaub wir sollten uns zukünftig alle eher aufs Felsklettern fixieren und nicht weiter in Eisausrüstung investieren...
Schönen Gruß
Markus
-- Klettern rund um Rosenheim und im Kaiser: [externer Link] \ Klettertopos aus dem gesamten Alpenraum: [externer Link] \
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Lampi [tm] schrieb:
> Hallo zusammen, > > [ Mega-CUT ] > > >
Sag ehrlich: Wundert Dich das?
In einem Land, nach dessen Willen Kriege mit einem unbegründeten Anfangsverdacht geführt werden (dürfen/sollen), so nach dem Motto: Herr Müller, ich hab' hier eine vorläufige Erschiessung fürn Sie"; in einem Land in dem in mindestens 10 Bundesstaaten die Evolutionstheorie (Darwin) verboten und die biblische Schöpfungsgeschichte verbindlich ist; in dem Minderjährige hingerichtet werden dürfen (ansonsten nur noch im Iran und im Sudan erlaubt) .... ???
Na ja, auch wenn's leider zynisch klingt: Das ist doch alles irgendwie logisch.
Gruss,
Uli
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hi Rainer Lampatzer (aka Lampi [tm]), Du schriebst:
[...Meinungsfreiheit/Einflußnahme in den USA...]
Unabhängig davon, wie man in der Sache selbst denkt, werden Auseinandersetzungen dort zumindest öffentlich ausgetragen.
Das scheint mir im staatsbürokratischen Selbstbedienungsladen (und Sozialabbaustaat) "BuDeu" eher unüblich..
-- MfG Marco
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | "Lampi [tm]" <rainer@lampatzer.de> schrieb im Newsbeitrag news:3lp6o8F13j3tkU1@individual.net... > Hallo zusammen, > > ... konnte man am 29.7. in den VDI-Nachrichten nachlesen:"Joachim Schlesmann" <joschl@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag news:Xns96AD9D583F71Ajoachimsgeniede@151.189.20.10... > Moins, > > Lampi [tm] tippselte am 08 Aug 2005: > > [Gaanz viel OffTopic] > > Warum ein Xpost ohne FUP über zwei Gruppen, in denen das Thema absolut OT > ist? Zumindest fand ich beim flüchtigen Überfliegen keine Relevanz zu > Outdoor- oder Alpinismusthemen... > Nutze bitte die entsprechende Group für derartige Postings, und setze bei > XPosts ein FUP. > > (FUP de.rec.outdoors gesetzt)
Hallo, flüchtiger Überflieger, Rainer Lampatzer schreibt sei Jahren in diesem Forum (de.rec.alpinismus) und jeder hier weiss, dass ihm Umweltschutzthemen am Herzen liegen. Dass Umweltschutz und Klimawandel keinen Bezug zum Alpinismus haben, ist eine abstruse Behauptung. Ich denke dass viele in diesem Forum es durchaus für angebracht finden, wenn Fragen des Klimawandels hier angesprochen werden und darum den Beitrag mit Interesse gelesen haben. FB
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