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[OT(?) und lang] wie die professionellen Klimawandel-Vertuscher schaffen, ...

Bergsteiger beim Bergsteigen08.08.05 15:56 Uhr
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Hallo zusammen,

... konnte man am 29.7. in den VDI-Nachrichten nachlesen:

---
VDI-Nachrichten vom 29.07.2005 hat folgendes geschrieben:
US-Senator setzt Forscher unter Druck

Politik: Einschüchterungsversuch

VDI nachrichten, Washington, 29. 7. 05 -

Die Freiheit der Forschung ist bedroht im Land der unbegrenzten
Möglichkeiten. Unbehelligt jedenfalls kann man dort seine
Forschungsergebnisse nicht mehr veröffentlichen. Im Gegenteil: Politiker
üben zunehmend Druck auf "unbequeme" Wissenschaftler aus.

Jüngstes Beispiel: Der republikanische US-Senator Joe Barton forderte
jetzt, weil ihm die Ergebnisse renommierter Klimaforscher nicht ins
Konzept passten, kurzerhand Einblick in deren Privatleben sowie
Rechenschaft über Methoden und vor allem die Finanzierung ihrer
Forschungsarbeiten. Und damit nicht genug - er ging sogar soweit, sie
beim Vorsitzenden des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)
anzuschwärzen.

Die Opfer dieser Schmutzkampagne: Michael Mann, Ray Bradley und Malcolm
Hughes, die im jüngsten IPCC-Bericht die globale Erwärmung der letzten
1000 Jahren grafisch darstellten. Darin steigt die Fieberkurve der Erde
seit Anfang des Jahrhunderts steil an; im Diagramm sieht das aus wie ein
Hockeyschläger. Nie war es demnach so warm und nie stieg die Temperatur
so stark wie in den letzten 100 Jahren.

Unangenehme Ergebnisse für Barton, der Vorsitzender des
Energieausschusses im Repräsentantenhaus ist. Drum forderte er bereits
Ende Juni die drei Autoren schriftlich auf, ihre Karriere und ihre
Ergebnisse offen zu legen. Sein Vorwurf: "methodische Fehler" und
"falsche Datenerhebung".

Ein Brief ging zudem an das IPCC, das die Daten im Klimabericht
verarbeitete; mit Kopie an den Direktor des US-National Science, dessen
Organisation die Klimastudien finanziell unterstützt. Erschreckend an
den Schreiben, so BBC-Online, sei der aggressive Ton des Politikers.

Ob Barton sein Ziel erreicht, ist fraglich. Denn mittlerweile steht ein
Großteil der Wissenschaftsgemeinde hinter den Opfern seiner Attacken.
Manns Antwort an den US-Senator: Er habe alle nötigen Daten genügend
offen gelegt. "Ich und meine Kollegen stehen felsenfest hinter unserer
Arbeit. Und die scientific community ebenso."

Rückendeckung erhalten die Forscher auch vom demokratischen Abgeordneten
Henry Waxman, der Barton aufforderte, die Drohungen zurückzuziehen. Es
gebe Menschen, die ein solches Vorgehen als Versuch einer Bedrohung
sehen, wissenschaftliche Daten, die unerwünscht sind, zu unterdrücken.
Die American Association for the Advancement of Science (AAAS), der
Präsident der US National Academy of Sciences und die europäische
Geophysikalische Union stehen ebenfalls hinter den Forschern.

Thomas Crowley, Klimaexperte an der Duke University, warnt denn auch:
"In Zukunft könnten auch Paläontologen und Molekularbiologen über Daten
und Ergebnisse der Evolution befragt werden." Bereits Anfang 2003 hatten
mehr als 60 prominente US-Forscher ihrer Regierung vorgeworfen,
Resultate aus politischen Gründen zu manipulieren. pte/ber
[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster\

---
Dazu passt auch
Gunnar Schultz-Burkel in 'Forschung aktuell', ca. 2003; hat folgendes
geschrieben:

Blütenreiner Umweltschutzreport als ''Persilschein''
Kritiker werfen US-Administration vor, den aktuellen Umweltschutzbericht
massiv ''frisiert'' zu haben
2003: Umweltpolitik. ? Bereits mit der rüden Abfuhr an das von seinem
Vorgänger unterzeichnete Klimaprotokoll von Kyoto demonstrierte
US-Präsident George W. Bush, dass Umweltpolitik nicht im Fokus seiner
Interessen liegt. Damals wurden alle Hinweise auf den menschgemachten
Beitrag zur Klimaerwärmung von Vertretern der Bush-Administration
systematisch heruntergespielt. Dieselbe Strategie aus Bagatellisieren
und Abwiegeln, so klagen Kritiker, sei jetzt auf den gestern
veröffentlichten US-Umweltschutzbericht angewandt worden. So seien
kurzerhand alle Hinweise auf Gesundheits- und Umweltgefahren durch den
Klimawandel aus dem Papier gestrichen worden.

Offenbar entsprach die ursprüngliche Fassung des aktuellen
Umweltschutzberichtes der US-Regierung in so vielen Punkten nicht den
Vorstellungen der Bush-Administration, dass sich die Mitarbeiter der
zuständigen Bundesumweltbehörde" (EPA) mit einem internen Schreiben zu
den weitgehenden Änderungen an dem Papier zusätzlich absicherten. Darin
halten die Experten ausdrücklich fest, dass durch die zahlreichen
Änderungen wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel völlig
ignoriert würden. Während so düpierte Mitarbeiter unter vorgehaltener
Hand den frisierten Bericht eine einzige Peinlichkeit nennen, spielt
Christie Todd Whitman, Leiterin der EPA, die "Modifikationen" herunter:
"Ich wollte nicht den ganzen Bericht wegen ein paar Formulierungen
verlieren", so Whitman vor laufenden Kameras. Offenbar blieb der
ehemaligen Gouverneurin von New Jersey auch gar keine andere Wahl. So
berichten Insider, das Bush-Team habe auf der Streichung kritischer
Passagen bestanden und gedroht, andernfalls den gesamten Report im
Reißwolf enden zu lassen.

Zwar verwahrte sich Christie Whitman dagegen, die EPA habe sich
derartigem Druck gebeugt. Zweifel daran bleiben jedoch bestehen,
besonders vor dem Hintergrund, dass Whitman ihr Amt Ende der Woche
aufgeben wird ? im offiziellen Sprachgebrauch "aus privaten Gründen".
Während die höchste US-Umweltschützerin tapfer auf einen bislang nie da
gewesenen Stand an wissenschaftlichen Kenntnissen zur Luftverschmutzung
und dem Stand der Trinkwasserversorgung verweist, fielen Fakten in einem
anderen Kapitel zu "Globalen Fragen" offenbar einfach unter den Tisch.
Während es im Ur-Report mit Hinweis auf Ergebnisse von US-amerikanischen
und europäischen Forschern noch hieß: "Klimawandel hat globale
Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen und die Umwelt", liest sich
die geglättete Version deutlich leichter: "Klimawandel könnte tief
greifende Auswirkungen haben". Für weitergehende Aussagen gebe es noch
zu viele Ungewissheiten und zu wenig Beweise, so das "aktualisierte"
Papier weiter. Auch fiel die Grafik einer vier Jahre alten Studie, die
den weltweiten Temperaturanstieg in den letzten 1000 Jahren
veranschaulicht, dem Streichen zum Opfer. Neu dazu kam indes die
Zusammenfassung einer Untersuchung des Petroleum Instituts, das die
Zahlen anzweifelt, ohne dafür allerdings konkrete Beweise zu liefern.
Selbst ein Bericht des Nationalen Forschungsrats der USA, der den
weltweiten Temperaturanstieg als "ungewöhnlich und höchstwahrscheinlich
auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen" bezeichnet, verschwand aus
dem Umweltschutzbericht.

Allerdings blieb den EPA-Angestellten erspart, selbst die Änderungen
vornehmen zu müssen, erklärt Andrew Revkin, Redakteur der New York
Times, der den Skandal ans Tageslicht brachte. Diese Arbeit hätte
vielmehr ein Mitarbeiterstab des Weißen Hauses vorgenommen, so Revkin.
US-Umweltschutzorganisationen sind angesichts solcher Eigenmächtigkeit
außer sich: "Diese Dokumente belegen unmissverständlich, dass die
Administration bereit ist, wissenschaftlich glaubhafte Beweise zu
Umweltbedrohungen zu zensieren, nur weil sie nicht in das politische
Konzept passen", meint Jeremy Symons von der National Wildlife
Federation. Auch Andrew Revkin sieht die Schönung des Umweltberichts in
der engen Verstrickung von Politik und Wirtschaft begründet: "Diese
Regierung ist sehr eng mit der Kohle-, und Ölindustrie verbunden. Selbst
wenn die Erkenntnisse über den Klimawandel wissenschaftlich untermauert
werden, hält die Energieindustrie natürlich überhaupt nichts davon." So
sehen denn auch Umweltschützer George W. Bush letztlich unter dem
direkten und starken Einfluss von Lobbygruppen, der dazu geführt habe,
das Kyotoprotokoll zu kippen, dann Kohlendioxid nicht mehr als
Schadstoff zu betrachten und schließlich den kompletten
Umweltschutzbericht nach Belieben umzuschreiben.

--
Gruß Rainer
Lampi[tm] on Tour: [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster
Mors certa hora incerta - Todsicher geht die Uhr falsch

 
 
 
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[OT(?) und lang] wie die professionellen Klimawandel-Vertuscher schaffen, ...

Bergsteiger beim Bergsteigen08.08.05 16:56 Uhr
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"Lampi [tm]" <rainer@lampatzer.de> schrieb

[... Nachrichten aus der US -"Umwelt"-politik]

Servus Rainer,

so läufts leider bei Herrn Bush und seinen Öl-Spezis. Noch schnell in den
nächsten 10 - 20 Jahren deren Gewinne maximieren/Gier befriedigen, natürlich
auf Kosten des unbedeutenden Rests der Welt - was danach kommt ist doch
egal, bis dahin schlummern sie ja eh alle in ihren goldenen Särgen. Wundern
tun mich solche Meldungen schon lange nicht mehr, schön ists nur zu lesen,
dass auch den Herrn Senatoren nicht alles so gelingt wie sie sich das
vorgestellt haben.

Obwohl ich vor kurzem sogar mal irgendwo einen Ausspruch des amerikanischen
Chef-Ignoranten gehört hab, in dem er irgendwas von " verstärktem Einsatz
regenerativer Energien" gefaselt hat. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob
er das wirklich verstanden und auch so gemeint hat oder ob er hier nur aus
Versehen dem falschen was nachgebrabbelt hat.

Um das Fragezeichen hinter deinem OT ein wenig zu rechtfertigen: Ich glaub
wir sollten uns zukünftig alle eher aufs Felsklettern fixieren und nicht
weiter in Eisausrüstung investieren...

Schönen Gruß

Markus

--
Klettern rund um Rosenheim und im Kaiser: [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster\
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[OT(?) und lang] wie die professionellen Klimawandel-Vertuscher schaffen, ...

Bergsteiger beim Bergsteigen08.08.05 18:58 Uhr
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Lampi [tm] schrieb:

> Hallo zusammen,
>
> [ Mega-CUT ]
>
>
>

Sag ehrlich: Wundert Dich das?

In einem Land, nach dessen Willen Kriege mit einem unbegründeten
Anfangsverdacht geführt werden (dürfen/sollen), so nach dem Motto:
Herr Müller, ich hab' hier eine vorläufige Erschiessung fürn Sie"; in
einem Land in dem in mindestens 10 Bundesstaaten die Evolutionstheorie
(Darwin) verboten und die biblische Schöpfungsgeschichte verbindlich
ist; in dem Minderjährige hingerichtet werden dürfen (ansonsten nur noch
im Iran und im Sudan erlaubt) .... ???

Na ja, auch wenn's leider zynisch klingt: Das ist doch alles irgendwie
logisch.

Gruss,

Uli
 
 
 
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[OT(ja!) und lang] wie die professionellen Klimawandel-Vertuscher schaffen, ...

Bergsteiger beim Bergsteigen08.08.05 19:51 Uhr
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Hi Rainer Lampatzer (aka Lampi [tm]), Du schriebst:

[...Meinungsfreiheit/Einflußnahme in den USA...]

Unabhängig davon, wie man in der Sache selbst denkt, werden
Auseinandersetzungen dort zumindest öffentlich ausgetragen.

Das scheint mir im staatsbürokratischen
Selbstbedienungsladen (und Sozialabbaustaat) "BuDeu" eher
unüblich..

--
MfG
Marco
 
 
 
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[OT(?) und lang] wie die professionellen Klimawandel-Vertuscher schaffen, ...

Bergsteiger beim Bergsteigen09.08.05 15:28 Uhr
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[OT(?) und lang] wie die professionellen Klimawandel-Vertuscher schaffen, ...

Bergsteiger beim Bergsteigen12.08.05 17:32 Uhr
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"Lampi [tm]" <rainer@lampatzer.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3lp6o8F13j3tkU1@individual.net...
> Hallo zusammen,
>
> ... konnte man am 29.7. in den VDI-Nachrichten nachlesen:"Joachim
Schlesmann" <joschl@hotmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:Xns96AD9D583F71Ajoachimsgeniede@151.189.20.10...
> Moins,
>
> Lampi [tm] tippselte am 08 Aug 2005:
>
> [Gaanz viel OffTopic]
>
> Warum ein Xpost ohne FUP über zwei Gruppen, in denen das Thema absolut OT
> ist? Zumindest fand ich beim flüchtigen Überfliegen keine Relevanz zu
> Outdoor- oder Alpinismusthemen...
> Nutze bitte die entsprechende Group für derartige Postings, und setze bei
> XPosts ein FUP.
>
> (FUP de.rec.outdoors gesetzt)

Hallo, flüchtiger Überflieger,
Rainer Lampatzer schreibt sei Jahren in diesem Forum (de.rec.alpinismus) und
jeder hier weiss,
dass ihm Umweltschutzthemen am Herzen liegen. Dass Umweltschutz und
Klimawandel keinen Bezug zum Alpinismus haben, ist eine abstruse Behauptung.
Ich denke dass viele in diesem Forum es durchaus für angebracht finden, wenn
Fragen des Klimawandels hier angesprochen werden und darum den Beitrag mit
Interesse gelesen haben.
FB

 
 
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