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Lawinenunfall Scheinbergspitze (Ammergauer) | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 15.03.05 17:13 Uhr |
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Hallo,
einige hier dürften die Skitour auf die Scheinbergspitze in den Ammergauern kennen. Bei passender Route an sich eine eher wenig lawinengefährliche Geschichte ... Auf [externer Link] finde sich nähere Infos zum gestrigen Unfall dort:
"Unfall Scheinberg (1926 m), Ammergauer Alpen Montag, 14.03.2005, 12:00 Uhr Lawine: Schneebrett, 300 m breit, 400m Lauflänge
Gelände: steiler Südosthang unter halb der sog. Kalten Ebene, ca.1700m
Beschreibung: Die beiden Männer unternahmen am Montag den 15.03.2005 eine Skitour auf die Scheinbergspitze (1926 m) in den Ammergauer Alpen. Nachdem beide abends nicht zuhause ankamen, wurde die Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen verständigt. Eine sofortige Absuche ergab, dass der PKW der beiden Vermissten am Wanderparkplatz in Linderhof abgestellt wa= r. In der Nacht konnte die Bergwacht Oberammergau feststellen, dass an der Ostseite der Scheinbergspitze im Scheinberggraben eine grössere Lawine abgegangen war. Ab 06:00 Uhr morgens wurde die Suche durch die alpine Einsatzgruppe Garmisch, die Bergwacht Oberammergau, fünf Lawinenhundeführer, unterstützt von 2 Hubschrauber, fortgesetzt. Um 09:45 Uhr wurden die beiden vermissten Skitourengeher tot aufgefunden. Sie waren bis zu 3 Meter tief verschüttet. Das Schneebrett hatte eine Breite ca. 300 Meter und eine Lauflänge von ca. 400 m. Der Anriss befand sich auf ca. 1700 m, der Auffindepunkt auf 1590 m. Die Anrissmächtigkeit betrug 30 - 90 cm. Die Hangausrichtung im Bereich der Schneebrettlawine war Südost, die Hangsteilheit betrug 35 bis 37 Grad= . Die beiden hatten das Schneebrett höchstwahrscheinlich selbst ausgelöst= . Als Schwachschicht konnte, wie bei den anderen Unfällen an den Tagen zuvo= r, eingeschneiter Oberflächenreif ausgemacht werden. Beide Verschütteten hatten kein VS-Gerät."
Grüsse
Dominik
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Lawinenunfall Scheinbergspitze (Ammergauer) | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 15.03.05 19:58 Uhr |
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Upsi, genau da wollte ich morgen hin. Meint Ihr, das geht? Die Lawinengefahr steigt ja mit zunehmender Tmp.
Grüsse, Musti
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Lawinenunfall Scheinbergspitze (Ammergauer) | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 16.03.05 08:16 Uhr |
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Hallo Musti,
für heute ist die Email wohl schon zu spät, anyway:
Wenn man möglichst bald auf den Rücken zwischen Hundsfällgraben und Scheinberggraben geht und sich dann bis zur kalten Ebene dort hält, ist die Tour eher wenig lawinengefährlich - es gibt auch ein paar Schilder vom "Skibergsteigen umweltfreundlich", die einen dort hinführen.
Der Osthang der Scheinbergspitze bzw. der Südosthang unter der kalten Ebene (beides Varianten der "Normalrouten") ist aber oft ziemlich eingeblasen und sehr steil. Der Unfall zeigte einem leider, dass das derzeit ziemlich gefährlich ist.
Grüsse
Dominik
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On Tue, 15 Mar 2005 m.rifai@gmx.de wrote:
> Upsi, > genau da wollte ich morgen hin. > Meint Ihr, das geht? > Die Lawinengefahr steigt ja mit zunehmender Tmp. > > Grüsse, > Musti > >
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Lawinenunfall Scheinbergspitze (Ammergauer) | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 15.03.05 20:29 Uhr |
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Ist der Scheinberggraben eigentlich nicht "verboten"? Der Wildtiere wegen?
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Lawinenunfall Scheinbergspitze (Ammergauer) | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 15.03.05 21:11 Uhr |
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Hallo m.rifai@gmx.de
> Ist der Scheinberggraben eigentlich nicht "verboten"? Der Wildtiere > wegen? Welcher ist das eigentlich? Auf der Top50 Karte gibts keinen "Scheinberggraben", aber zwei unbezeichnete Bachlaeufe nach Suedosten. Einer zur "Pappenheimer Diensthuette" und einer der ungefaehr auf der Haelfte zwischen "Pappenheimer Diensthuette" und "Bei den drei Bruennlein" im Tal muendet.
Florian
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Lawinenunfall Scheinbergspitze (Ammergauer) | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 16.03.05 16:05 Uhr |
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m.rifai@gmx.de wrote: > Ist der Scheinberggraben eigentlich nicht "verboten"? Der Wildtiere > wegen?
Stimmt. Dort soll man wegen Rauhfusshuehnern nicht aufsteigen.
Die Scheinbergsp. ist fuer mich immer dann interessant, wenn lawinentechnisch sonst nix geht: Der Wald unten recht dicht, und nie allzusteil. Die Kalte Ebene tatsaechlich mehr Ebene als Hang. Der Gipfelanstieg ueber den Klettersteig zumeist abgeblasen.
Tja, wo liegt dann wohl der Schnee, wenn der Nordostgrat abgeblasen ist?
Wohin wurde wohl bei den orkanartigen Winden aus NW an den Tagen zuvor der Schnee verfrachtet?
Kopfschuettelnd, Chris
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Lawinenunfall Scheinbergspitze (Ammergauer): Aufstieg oder Abfahrt? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 17.03.05 20:12 Uhr |
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Christoph Leiter schrieb:
> m.rifai@gmx.de wrote: > >> Ist der Scheinberggraben eigentlich nicht "verboten"? Der Wildtiere >> wegen? > > > Stimmt. Dort soll man wegen Rauhfusshuehnern nicht aufsteigen.
Für einen normalen Aufstieg ist der Scheinberggraben sowieso nicht geeignet, weil er ziemlich weit unten eine wasserfallähnliche Steilstufe hat. Wo genau das Wildschutzgebiet sein soll, ist mir bisher trotz Studiums des Lageplans am Parkpatz nicht ganz klar geworden. Im Winter jedenfalls gehen im mittleren Teil des Grabens die Jäger auf Gamsjagd. Vielleicht weiß jemand näheres, wo sich die "Hühner" befinden und wann sie geschützt sind. Am Tag vor dem Unglück (am Sonntag) bin ich - wie viele (ca. 30) andere Skifahrer auch - vom Sattel oberhalb des üblichen Skidepots im besagten Graben bis auf ca 1600 m abgefahren und dann über mäßig steiles Gelände wieder auf die Normalroute (dort wo die Schulter für eine kurze Passage eben verläuft) aufgestiegen. Ich denke, daß diese Route insgesamt relativ sicher war, zumal sie auch in den Wochen vorher schon häufiger befahren worden war. Worüber ich aber erstaunt war, ist, daß mitten im steilen Unglückshang eine Aufstiegsspur zur kalten Ebene hinaufging. Deshalb kann es sein, daß die beiden Verunglückten, nachdem sie in den Graben abgefahren waren, diese Spur für einen Wiederaufstieg auf die Kalte Ebene nahmen. Was ich damit sagen will: die beiden sind u.U. beim Aufstieg und nicht bei der Abfahrt in die Lawine gekommen; auch schneemäßig (südseitiger Bruchharsch) hätte eine Abfahrt über den Unglückshang eigentlich wenig Sinn gemacht.Vielleicht sind die beiden Verunglückten sehr spät am Tag den Hang hinauf, so daß für sie aufgrund von Erwärmung und Einstrahlung (im Vergleich zu jenen, die am Vortag die Spur angelegt hatten) erhöhtes Risiko bestand. Den Angehörigen der Opfer mein herzliches Beileid!
Grüße Ain Kompa
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