|  | Newsgroup - de.rec.alpinismus | | | Diese Inhalte werden aus dem Usenet dargestellt und gehören nicht zu alpinisten.info Es wird keine Haftung für fremde Inhalte übernommen (siehe Impressum) | | | Zurück zur Übersicht |  | Taeschhuette - Alphubel | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 07.09.04 18:53 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Verabredet gewesen war der Dom, doch keiner von uns hatte dies Jahr bisher die 3500er-Marke nennenswert ueberschritten. Das entspricht nicht meinen Vorstellungen von einer souveraenen Besteigung. Auf meinen eigenmaechtigen alternativen Tourenvorschlag 'Taeschhuette -> Alphubel' erhalte ich von einem Tourenpartner den sofortigen Reply 'super Idee, bitte 3 Personen reservieren'. Drei? Das riecht nach minderjaehrigen. Ich vergewissere mich, dass die Kids das auch wirklich selber wollen. Ok, fuer mich mal was neues. Ich reserviere aus dem Bauch heraus fuer 5 Personen. Ein alter Skitourenkumpel ruft an, da waren wir 6. Ich geh noch blauaeugig in die Kletterhalle, da waren wir 8. Die Weinlese am Kaiserstuhl beginnt, da waren wir nur noch 7. Die Kletterer haben mittels Karte die Aufstiegs- und Abstiegsmeter zusammengezaehlt und mit vorangegangenen Blutblasenerfahrungen in Relation gesetzt, da waren wir nur noch 5. Passt doch! Diesmal geben sich die diversen Eisenbahn-Gesellschaften keine Bloesse. Bis Taeschalp (ca. 2000m) kann man Auto fahren (wenn das die Kletterer gewusst haetten ;-), der Wanderweg ist aber so haesslich nicht. Die Taeschhuette war kaum halbvoll, so dass alle gleichzeit zu Abend essen konnten. Fuer 5 Personen bekamen wir einen Abschnitt mit 6 Betten zugewiesen, so dass auch unser 2m-Mann das eine oder andere Auge zugedrueckt hat. Das Fruehstueck liess kaum Wuensche offen die man um 4 Uhr hat (schlafen ausgenommen). Der zu querende Gletscherbach, der am Vorabend noch mit riesigen Wassermassen zu Tal stuerzte, war erwartungsgemaess zu einem zahmen Rinnsal 'geschmolzen'. Die Kinder waren sichtbar erleichtert. Aber warum laesst man jetzt den Sohnemann vorlaufen? Das war nicht verabredet. Das Tempo wird - fuer eine Tour dieser Laenge - moerderisch. Die beiden Kinder koennen sicher rennen, haben vielleicht auch eine gewisse Ausdauer, aber koennen sie so eine lange Tour richtig einteilen? Ich kommuniziere meine Bedenken an die Vorhut. Erstmal aendert sich nichts. Doch dann reduziert sich das Tempo ploetzlich erheblich. Einsicht oder Einbruch, das ist jetzt die bange Frage. Zu meiner freudigen Ueberraschung bleibt das Tempo nun konstant. Wir erreichen den Gletscher. Meine Frage nach etwaigen Kopfschmerzen wird allseits verneint. Heutzutage wird typischer weise nahe des Punktes 3510 vom unteren (suedlichen) auf den oberen (noerdlichen) Alphubelgletscher aufgestiegen. Die beschriebene Route geht aber ebenso. Bis zum Alphubeljoch ist die Spaltensturzgefahr wohl relativ gering, andere Gruppen gehen ohne Seil. Den direkten Alphubel SSO-Grat geht ausser uns erstmal niemand. Anfangs ein wunderschoener und zeitweise etwas exponierter Grat. Danach folgt die sogenannte Nase. 45 Grad und mehr hatte man uns gewarnt. Zumindest das 'mehr' fanden wir nicht. Das Eis war hart, aber nirgendwo blank. Es ging noch gut ohne Frontalzacken. Vom Gipfel habe ich allernaechste Aussicht auf Matterhorn, Mt. Rosa, etc, vor allem aber in glaenzende Kinderaugen! Beim Abstieg ueber den oberen Abschnitt des Normalwegs und der Querung zurueck ins Alphubeljoch ist dann aber auf jedenfall das Seil angesagt. Der Abstieg wird natuerlich dazu genutzt, reichlich weitere Tourenplaene zu schmieden. Dom, Du kommst auch noch dran! Moeglichst in den naechsten Jahren, solange die heute 12 und 15 jaehrigen Kids uns alten Saecken noch nicht gnadenlos davonlaufen ;-) --
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo,
danke für den lebendigen und humorvollen Bericht!
Henning Lege wrote: > Heutzutage wird typischer weise nahe des Punktes 3510 vom unteren > (suedlichen) auf den oberen (noerdlichen) Alphubelgletscher > aufgestiegen. Die beschriebene Route geht aber ebenso. Bis zum > Alphubeljoch ist die Spaltensturzgefahr wohl relativ gering, andere > Gruppen gehen ohne Seil.
Als ich vor einigen Jahren in einer Dreierseilschaft auf den Alphubel gestiegen bin, ist unser Seilerster kurz vor dem Joch in eine verdeckte, scheinbar bodenlose Spalte gestürzt. Wir haben den Sturz zwar problemlos gehalten, aber der Schreck war nicht zu verachten...
Grüsse Uli
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