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Drytooler an der Kesselwand (Schwäbische Al b) erwischt

Bergsteiger beim Bergsteigen24.02.05 15:22 Uhr
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Hallo zusammen,

vor einigen Wochen haben wir an der Kesselwand im mittleren Bereich eine
Seilschaft beim Drytoolen erwischt. Mein Kletterkumpane, ein Sachse, hat
die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. In Sachsen wäre so was
undenkbar (es wäre auch lebensgefährlich). Ich konnte ihn beruhigen,
dass bei uns das (dort plattige Kalk-)Gestein doch ein wenig härter ist.
als der sächische Sand(Stein).

Seltsam fand ich das dennoch, aber angesichts der vier schlagkräftigen
Argumente, die die beiden dabei hatten, haben wir es vorgezogen, die
Jungs nicht anzusprechen. ;-) Leider konnten wir nicht nachsehen, ob der
Fels Schaden nahm, denn die Routen, in denen die Jungs herumpickelten,
waren für uns zwei Grade zu schwer.

Da gibt es doch eine ganze Menge Vorschriften. Weiß jemand Bescheid, ob
das irgend wie geregelt ist? Sind Beschädigungen vom Drytoolen im Kalk
bekannt?

Danke schon mal,

--
Gruß Rainer
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Money can't buy friends but it can buy a better class of enemy. (Graffiti)

 
 
 
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Drytooler an der Kesselwand (Schwäbische Alb) erwischt

Bergsteiger beim Bergsteigen24.02.05 16:56 Uhr
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Hi,

Sind Beschädigungen vom Drytoolen im Kalk bekannt?
Ja, die geräte muss man schon von zeit zu zeit nachschleifen! ;-)
Grüsse
Peter
--
Peter Strassnig
peter@strassnig.at
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Drytooler an der Kesselwand (Schwäbische Alb) erwischt

Bergsteiger beim Bergsteigen24.02.05 17:19 Uhr
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Hallo Rainer,

Stahl ist härter als Kalk, also wird der Fels erwartungsgemäss beim
reinhacken Kratzer abbekommen. Normale Drytooler vermeiden aber das
Eindreschen mit ihren doch nicht ganz kostenlosen Geräten auf den Fels.
Stattdessen setzen sie ihre hauen behutsam auf Unebenheiten, an denen
sie sich Halt für die Eisgeräte erhoffen. Dasselbe gilt für die
allfällig getragenen Steigeisen.

Fragen schadet ja nicht - sprich sie doch einfach und unvoreingenommen
mal auf ihr Tun an. Sie tun Dir wohl kaum weh.

Persönlich finde ich es eher fraglich, wie z.B. Robert Jasper an den Gr.
Jorasses mit Eispickeln eine Felstour zu klettern, die auch ohne solche
Geräte bisher bloss technisch geklettert worden ist - und dann sie als
(mit Eispickeln) frei geklettert zu bezeichnen.

Das ruft natürlich Nachahmern, die sich natürlich irgendwo darauf
vorbereiten.

Aber vielleicht sehe ich das etwas eng?

Gruss

Rainer Lampatzer wrote:

> vor einigen Wochen haben wir an der Kesselwand im mittleren Bereich eine
> Seilschaft beim Drytoolen erwischt. Mein Kletterkumpane, ein Sachse, hat
> die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. In Sachsen wäre so was
> undenkbar (es wäre auch lebensgefährlich). Ich konnte ihn beruhigen,
> dass bei uns das (dort plattige Kalk-)Gestein doch ein wenig härter ist.
> als der sächische Sand(Stein).
>
> Seltsam fand ich das dennoch, aber angesichts der vier schlagkräftigen
> Argumente, die die beiden dabei hatten, haben wir es vorgezogen, die
> Jungs nicht anzusprechen. ;-) Leider konnten wir nicht nachsehen, ob der
> Fels Schaden nahm, denn die Routen, in denen die Jungs herumpickelten,
> waren für uns zwei Grade zu schwer.
>
> Da gibt es doch eine ganze Menge Vorschriften. Weiß jemand Bescheid, ob
> das irgend wie geregelt ist? Sind Beschädigungen vom Drytoolen im Kalk
> bekannt?

--
*****************
L. Michael Boos
CH-8001 Zuerich
*****************
 
 
 
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Drytooler an der Kesselwand (Schwäbische Alb) erwischt

Bergsteiger beim Bergsteigen24.02.05 18:54 Uhr
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Hi,
abgesehen von der evtl. Beschaedigung des Felsens (auch Steigeisen
hinterlassen im Kalk durchaus sicht- und fuehlbare Spuren) wuerde ich wieder
befuerchten, dass solche Aktionen die angespannte Lage auf der Alb noch
weiters verschaerfen koennen.
Kann mich noch gut an die Anfaenge der Sperrungen erinnern (z.B. Uracher
Wasserfall oder diverse Winterclimbs auf der Hohenzollernalb) ...
Gruss
Burkhardt

 
 
 
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Drytooler an der Kesselwand (Schwäbische Alb) erwischt

Bergsteiger beim Bergsteigen24.02.05 21:28 Uhr
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Hi,
wäre vielleicht mal eine Überlegung wert:
Klettergärten die schon richtig speckig sind, mal zum Drytoolen empfehlen
:-)

 
 
 
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Drytooler an der Kesselwand (Schwäbische Alb) erwischt

Bergsteiger beim Bergsteigen28.02.05 16:51 Uhr
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Hi Drytooler der Welt!

Bitte nach Karlstein (nahe Reichenhall, Bayern) kommen!

Vielen Dank schon mal im Voraus! ;-)

Gruß, Sebastian :-)

"Tommi Reiter" <treiter@mytum.de> schrieb im Newsbeitrag
news:cvld9r$lki$1@wsc10.lrz-muenchen.de...
> Hi,
> wäre vielleicht mal eine Überlegung wert:
> Klettergärten die schon richtig speckig sind, mal zum Drytoolen empfehlen
> :-)
>

 
 
 
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Drytooler an der Kesselwand (Schwäbische Alb) erwischt

Bergsteiger beim Bergsteigen28.02.05 23:22 Uhr
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Hessigheim: So lange am Stirnwandl drytoolen, bis das wieder rau ist! ;-)

Tommi Reiter schrieb:
> wäre vielleicht mal eine Überlegung wert:
> Klettergärten die schon richtig speckig sind, mal zum Drytoolen empfehlen
--
Gruß Rainer
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Drytooler an der Kesselwand (Schwäbische Alb) erwischt

Bergsteiger beim Bergsteigen01.03.05 12:08 Uhr
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Hi Rainer,

Ich kann mir schon vorstellen, dass das fuer einen nicht-Eiskletterer
etwas selsam aussieht, was da an 'seinem' geliebten Fels gemacht wird.
Das Geschrei ist auch immer wieder gross in verschiedenen Foren,
fast immer von Leuten, die *sachlich* kaum Schimmer davon haben.

Nachdem ich nun schon einiges Dry geklettert bin (in den eingerichteten
Dry-Tooling
Gebieten), kann ich dich aber weitgehend beruhigen: Wenn die Tooler sich
nicht
komplett daemlich anstellen, dann passiert dem Fels weiters gar nichts.
Wenn ich
Heute solch eine Tour 5 mal klettere, und du versuchst nachher auch nur
*irgendeine*
Spur davon zu finden, wirst du dich schon sehr anstrengen muessen. Du kennst
mich
ja: Das sind keine blossen Worte, sondern ich meine das woertlich. Ich bin
auch
schon etliche Touren an einer 25m Sandsteinwand mit Tools und Kletterschuhen
geklettert, und danach war trotz des sehr weichen Gesteins *nichts* zu
sehen.

Wir haben ja hier ja hier auch nicht Horden an Toolern an der Alb, deswegen
ist das wohl so unbekannt. Um wirklich abschaetzen zu koennen, was denn
der schlimmstmoegliche Schaden waere, musst du mal in ein Gebiet wie
Ueschinen gehen, wo den ganzen Winter ueber jeden Tag jede Menge Tooler
drueber robben. Dort wirst du dann schon ein paar Kratzer an der Wand
sehen, die aber nur oberflaechlich sind. Dort ist ja alles so
mega-ueberhangend,
dass nie Regen hinkommt, und den Zustand schoen konserviert.

Wenn du das selber mal probierst, merkst du schnell: Die Hooks die man
benutzt sind kleine Loecher oder Risse, die nur mit der Spitze genommen
werden.
Wenn man vermeidet irgendwo grosse Hebel anzusetzen, passiert dem Fels von
den Tools her Null. Das problematische sind die Steigeisen, denn ueber die
hat man (besonders die Anfaenger) viel weniger Kontrolle. Es sind auch
einfach
mehr Zacken da, als man braucht, da koennen dann welche 'daneben'
herumschleifen,
und Kratzer an den Fels machen. Je mehr Erfahrung man hat desto seltener und
kleiner werden solche Kratzer. Schrubbt jemand an seinem persoenlichen Limit
herum (wie in Ueschinen eben jeder) ist solch ein 'Ausrutscher' natuerlich
viel
eher zu erwarten.

Horrorvisionen von ausbrechendem Gestein und einer ausgeraeumten Wand,
wie man sie manchmal hoert sind zumindest mal barer Unsinn.
Wie sehr so ein Kratzer, der nach dem naechsten Regen praktisch nicht
mehr zu sehen ist stoert, ist natuerlich persoenliches Empfinden. Ich selber
finde das nicht so schoen, und versuche das dann eben (weitmoeglichst)
auszuschliessen (z.B. leichtere Tour, keine Steigeisen, zum ueben am Limit
dort hingehen wo keine KletterTouren sind und Toprope einhaengen ...)

Du (und jeder Andere) kannst die Tooler sicher drauf ansprechen, z.B. wenn
dich der Sport interessiert, oder wenn du sie fragen willst, ob sie behutsam
mit
dem Fels umgehen werden. Am besten mal eine Weile beobachten, und du
siehst schnell, ob sie wild rumschrubben, oder gekonnt die Steigeisen
setzen.

Aber du solltest das eben einfach hoeflich und fragend tun und nicht, wie es
meist
geschieht, direkt mit ueblen Beschimpfungen auf die Leute zuspringen ("Ihr
macht hier alles Kaputt!!!"), ohne das noetige Wissen darueber haben.
Weil du auch gleich nach Vorschriften und Regelungen rufst: Nein, ich kenne
keine speziellen Regelungen dazu, und findesie auch ueberfluessig, weil hier
auch im schlimmsten Fall nichts wirklich schlimmes passiert, und das nur
eine
winzige Randgruppe ist.

Den Naturschuetzern ist es sowieso voellig gleich, ob jemand mit oder ohne
Tools
klettert. Denen geht es um die Pflanzen und Tiere, und nicht um einen
Kratzer,
den man ueberhaupt erst in 1m Entfernung zur Wand sehen kann. Deswegen ist
von denen auch keine Sperrungsinitiative zu befuerchten, kann ich Burkhardt
beruhigen.

Der Grund, warum ich nicht auf die Alb zum Training gehe sind eigentlich nur
die erwaehnten Zeitgenossen, die einen ohne Wissen, aber mit umsomehr Wort
angehen. So gehe ich lieber einmal die Woche in die Halle mit den Tools, und
am Wochenende in die schoene Schweiz.

Hoffe dich wenigstens etwas beruhigt zu haben,
Viele Gruesse,
Ulli

 
 
 
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Drytooler an der Kesselwand (Schwäbische Alb) erwischt

Bergsteiger beim Bergsteigen07.03.05 13:45 Uhr
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Hallo Ulli,

Ulrich Prinz wrote:
> Hi Rainer,
>
> Ich kann mir schon vorstellen, dass das fuer einen nicht-Eiskletterer
> etwas selsam aussieht, was da an 'seinem' geliebten Fels gemacht wird.
> Das Geschrei ist auch immer wieder gross in verschiedenen Foren,
> fast immer von Leuten, die *sachlich* kaum Schimmer davon haben.
>
> Nachdem ich nun schon einiges Dry geklettert bin (in den eingerichteten
> Dry-Tooling
> Gebieten), kann ich dich aber weitgehend beruhigen: Wenn die Tooler sich
> nicht
> komplett daemlich anstellen, dann passiert dem Fels weiters gar nichts.
....

Etwas einschraenken moecht ich das insoforn, dass es meiner Meinung nach
auf die Art des Kalkgesteins ankommt. Bei uns im Voralpenraum haben wir
oft kleinsplittrigen Kalk mit viel Leisten. Loecher wie im Noerdlichen,
oder der Alb (ich denke, das Gestein unterscheidet sich da wenig.
Zugegebener Massen war ich aber erst einmal vor vielen Jahre auf der Alb
beim Klettern), findet man selten. Die Leisten koennen bei der
punktuellen Belastung durch die Hauenspitze dann durchaus wegplatzen,
oder deren Rand beschaedigt werden. Gerade beim Einbohren von Touren
passiert einem das (zumindest in Kochel und bei Lenggries) immer wieder
mal: Du setzte den Bohrer auf scheinbar kompakten Fels, und es platzt
erstmal ein groesseres Teil ab, oder scheinbar feste Leisten werden nach
kurzer Zeit des "bekletterns" locker. Insofern wuerd ich zumindest in
Kochel und ein paar anderen Voralpengebieten etwaige Tooler freundlich
bitten, sich andere Trainingsgebiete zu suchen.

Gruesse,
Chris
 
 
 
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Drytooler an der Kesselwand (Schwäbische Alb) erwischt

Bergsteiger beim Bergsteigen07.03.05 18:44 Uhr
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Hi,
> Etwas einschraenken moecht ich das insoforn, dass es meiner Meinung nach
> auf die Art des Kalkgesteins ankommt. Bei uns im Voralpenraum haben wir
> oft kleinsplittrigen Kalk mit viel Leisten. Loecher wie im Noerdlichen,
> oder der Alb (ich denke, das Gestein unterscheidet sich da wenig.
> Zugegebener Massen war ich aber erst einmal vor vielen Jahre auf der Alb
> beim Klettern), findet man selten. Die Leisten koennen bei der
> punktuellen Belastung durch die Hauenspitze dann durchaus wegplatzen,
> oder deren Rand beschaedigt werden. Gerade beim Einbohren von Touren
> passiert einem das (zumindest in Kochel und bei Lenggries) immer wieder
> mal: Du setzte den Bohrer auf scheinbar kompakten Fels, und es platzt
> erstmal ein groesseres Teil ab, oder scheinbar feste Leisten werden nach
> kurzer Zeit des "bekletterns" locker. Insofern wuerd ich zumindest in
> Kochel und ein paar anderen Voralpengebieten etwaige Tooler freundlich
> bitten, sich andere Trainingsgebiete zu suchen.
>
>
> Gruesse,
> Chris
die Alb ist kein Frankenjura, d.h. je nach Gebiet mit Kochel durchaus zu
vergleichen.
Beschaedigt werden koennte uebrigens nicht nur der Fels, sondern auch Flora
...
Aber nochmals: Ich sehe die Hauptgefahr bei solchen Aktionen eher darin,
dass es wieder neue Argumente fuer z.T. hoechst uebertriebene
"Umweltschuetzer" gibt und deshalb waere es sicher vorteilhaft vor dem
drytooling mal z.B. bei den I.Ks anzuklopfen.
Gruss
Burkhardt

 
 
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