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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen01.02.05 22:47 Uhr
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Eine Salzburger Skibergsteigerin verdankt dieser Spezialausrüstung ihre
Rettung aus einer Schneebrettlawine. Als Einzige war sie bei einer Skitour
in Südtirol mit dem „Lawinenballon“ ausgerüstet - nicht zu verwechseln mit
dem „Lawinen Airbag“, dem ebenfalls großer Nutzen zugeschrieben wird.
Benutzer des Ballons können diesen über eine Auslöseleine blitzschnell im
Notfall auslösen. Durch eine vorgespannte Feder öffnet er sich, in
Bereitschaft ähnlich wie ein Lampion gefalltet, zu einem Ballon der an der
Oberfläche der Lawine bleibt und mit einer sechs Meter langen
Sicherungsleine mit einem Bauchgurt verbunden ist. Diese Sicherungsleine
führt Helfer rasch zum verschütteten Opfer.

Für den Abend des Unglückstages in Südtirol war eine Vorführung dieser
modernen Ausrüstung bei gemütlichem Beisammensein geplant gewesen. Niemand
ahnte beim Aufbruch zu dieser Skitour, dass die „Vorführung“ früher
stattfinden sowie wesentlich gefährlicher und dramatischer sein würde.

Von Estolf Müller, stellv. Landesleiter, Bergrettungsdienst Salzburg

Anfang Jänner 2005, im Ahrntal von Südtirol: Eine Skitourengruppe aus
Stadt und Land Salzburg war angereist, um Dreikönig für Winterfreuden zu
nutzen. Schneelage: deprimierend, obwohl im Warnbericht für das
nordöstliche Südtirol von Schneedecke bis 50 Zentimeter und
Lawinenwarnstufe 2 berichtet wurde. Im Ahrntal stellte sich die Situation
traurig dar, denn Südhänge waren bis zu Graten und Gipfeln fast
schneefrei, und Nordhänge sahen nicht viel besser aus. Die Gruppe
entschloss sich für eine Erkundungstour in das nach Osten führende
Windtal. Ziel war das Lenkjöchl. Alle waren mit Verschüttetensuchgerät
(LVS) und eine Teilnehmerin zusätzlich mit dem „Avalanche Ball“
ausgerüstet. Die Gruppe macht vor Abmarsch eine „Piepskontrolle“, sie
testet die Funktion aller LVS-Geräte durch Partner-Check.

Wenig verdächtige Ausgangslage

Der wenige Schnee war schlecht verfestigt. Die Gruppe konnte mit Mühe eine
Spur anlegen, die stellenweise über Steine führte. Erst nach der
Labesaualpe (1.757 Meter) lag im zunächst flachen Windtal auf etwa 2.000
Metern Seehöhe eine durchgehend lockere Schneedecke, durch die man immer
wieder Felsen und Gestein spürte. Ab 2.100 Metern führte der Weg über
einen Rücken und einige leichte Mulden mit wenig Schnee auf ca. 2.300
Metern. Um zur nächsten Wegmarkierung zu gelangen, musste eine leichte,
etwa 50 Meter breite Mulde gequert werden. Hier war der flach auslaufende
Hang etwa fünf bis zehn Grad steil. Nach oben hin errechte er eine
maximale Steilheit von 30 Grad – nach heutiger Lehrmeinung kein Problem
bei Warnstufe 2 und der Abwesenheit anderer Gefahrenzeichen, wie es hier
der Fall war.

Erst Nachlawine bringt Total-Verschüttungen

Als sieben Personen dieser Gruppe dann den Hang querten, löste sich ein
Schneebrett. Die ersten zwei (A & B) wurden 25 Meter mitgerissen und
stecken dann bis zum Oberkörper im Schnee. Nach Stillstand dieses ersten
Schneebrettes wurden A und B dann von einer Nachlawine noch total
verschüttet, das heißt auch die Köpfe waren mit Schnee bedeckt. A konnte
sich mit der Hand ein Atemloch nach außen freihalten und sich bemerkbar
machen. B ist jene Frau, deren Rucksack mit dem zusätzlichen Notsystem
ausgerüstet ist. Sie konnte ihren „Avalanche Ball“ beim Abgang der Lawine
noch rechtzeitig auslösen, bevor sie unter dem Schnee verschwand. Nun war
nur noch dieser an der Oberfläche zu sehen.

Weitere zwei (C & D) wurden von der Nachlawine bis zu den Knien
verschüttet. Sie konnte die Punkte genau beobachten, an denen die zwei
anderen Personen (A & B) in den Schneemassen verschwunden sind. Drei bis
zur Brust drin Drei weitere Personen (E, F & G) wurden ebenfalls von der
ersten Lawine erfasst. Zwei versuchten aus den sich bewegenden
Schneemassen zu fliehen. Doch alle drei wurden bis zur Brust verschüttet.
In ihrem Bereich wurde die Nachlawine von aufgehäuften Schneemassen der
ersten Lawine abgelenkt und erreichte die drei nicht mehr. Eine weitere
Person (H) konnte den Lawinenabgang unbeteiligt beobachten, blieb
unverletzt und erlitt einen leichten Schock. Weitere Mitglieder der Gruppe
waren völlig unbeteiligt und kamen erst wenig später und in größeren
Abständen zur Unglücksstelle.

Schnee in kurzer Zeit beinhart

Der zuerst lockere Pulverschnee verfestigte sich nach Stillstand des
Schneebrettes innerhalb von Minuten. Der Schnee wurde schnell beinhart.
Nur mit großer Anstrengung konnten sich C und D, die bis zu den Knien
verschüttet waren, ihre Bindungen öffnen und sich aus der Umklammerung
befreien. Das dauerte drei bis vier Minuten. Sie nahmen Kontakt mit dem
Mann (A) auf, der total verschüttet war, sich jedoch mit der Hand ein
Atemloch freihalten konnte. Die bis zur Brust verschütteten (E, F & G)
begannen sofort zu graben und sich selbst aus ihrer Lage zu befreien –
eine beinharte Arbeit, die relativ lang dauerte.

Ballon: sehr schnelle Orientierung möglich

Bei der zweiten Person (B), die vollständig verschwunden war, handelte es
sich um jene Frau, die als einzige einen Rucksack mit „Avalanche
Ball“-Notsystem trug. Sie konnte ihren Ballon rechtzeitig auslösen. Nun
war nur noch dieser zu sehen. Der Mann (C), der nur bis zu den Knien
verschüttet war und sich schnell befreit hatte, eilte zum Ballon und riss
etwa fünf Meter der Sicherungsleine aus dem Schnee. Er gelangte so schnell
zu dem Punkt, an dem die Verschüttete lag. Er zog weiter kräftig an der
Leine. Die Verschüttete erzählte später, dass sie seinen Zug deutlich
gespürt habe und ab diesem Moment kaum noch Angst und Panik hatte - weil
sie wusste, dass Helfer über ihr waren.

Aktion geht glimpflich aus

Einer, der sich ebenfalls selbst befreien konnte, eilte hinzu. Gemeinsam
gruben die Männer die Frau aus – mit Hilfe ihrer Lawinenschaufeln. Ohne
diese wäre eine schnelle Hilfe auf dem harten Schnee unmöglich gewesen.
Die Frau lag auf dem Bauch – etwa 75 Zentimeter unter der Oberfläche. Sie
war nach insgesamt (nur!) acht bis neun Minuten seit Verschüttung schon
leicht „blau“, wie Bergretter, Notfallsanitäter und Notärzte sagen. Das
heißt: Massive Sauerstoffschuld für Gehirn und Kreislauf zeichnete sich
bereits ab. Viel länger hätte es nicht dauern dürfen. Jede weitere Minute
hätte ihre Chancen massiv verringert. Weiteres Glück: Körperlich war die
Frau unverletzt, weil sie unter dem Schnee nicht über Felsen, Steine oder
Bäume gedrückt worden war - was bei Lawinen zu tödlichen Verletzungen
führen kann.

Dieses Schneebrett ist im flachen Gelände – etwa 25 Meter unterhalb der
Gruppe - zum Stillstand gekommen. Die Massen türmten sich bis zu
dreieinhalb Meter Höhe auf. Außer dem Verlust von zwei Skistöcken, Fellen
und leichten Zerrungen ging der Unfall für alle glimpflich aus. Alle
konnten aus eigener Kraft ins Tal abfahren. Und so las sich der amtliche
Lagebericht in Südtirol für diesen 6. Jänner 2005 im Ahrntal: Warnstufe 2
, geringe Schneelage, wenig verfestigte Schneeablagerungen in Mulden und
Gräben bis maximal 50 cm Höhe. Wetter: leichtes Schneetreiben, nebelig,
Sichtweite 400 bis 1.000 Meter.

Analyse: „Avalanche Ball“ zu empfehlen!

Der Verfasser dieser Zeilen erreichte die Unglücksstelle erst, als alle
Verschütteten befreit waren. Dieser Bericht wurde nach Absprache mit der
ganzen Gruppe verfasst. Wir haben eine Nachbesprechung durchgeführt und
publizieren diese Erfahrungen, weil sie anderen Bergsportlern nützlich
sein könnten. Nachbesprechungen sind aus unserer Sicht oft nötig - auch
aus psycho-hygienischen Gründen, um Traumata der Seelen zu orten und
gegebenenfalls durch professionelle Hilfe von Psychologen lindern zu
können.

Wir können Ihnen nach diesem Unfall die Verwendung des „Avalanche Ball“
empfehlen – für Tourengeher, Snowboarder oder Variantenfahrer. Dass alle
Teilnehmer unserer Skitour jeweils ihre Notfall-Ausrüstung (LVS-Gerät,
Stabsonde, Lawinenschaufel) in vollem Umfang dabei hatten, sei am Rande
angemerkt. Alle LVS-Geräte waren funktionstüchtig und eingeschaltet. Doch
die entscheidende Zeit gewann man durch den Ballon!

Mehrfachverschüttungen gut zu bewältigen

Wie bereits berichtet, hatte nur die später verschüttete Frau die
Zusatzausrüstung „Avalanche Ball“ dabei, die in der Szene (noch) relativ
selten zu sehen ist. Ob man den „Avalanche Ball“ (reine
Markierungsfunktion für den späteren Weg zum Opfer) verwendet oder einen
„Lawinen Airbag“ hat, der das Opfer über physikalischen Auftrieb direkt an
der Oberfläche halten kann: In beiden Fällen sollte daneben auch die
„normale“ Notfallausrüstung für das winterliche Hochgebirge mitgeführt
werden.

Die Funktion des Ballons besteht darin, dass er an der Oberfläche liegen
bleibt und Helfer über die Sicherungsleine sehr schnell die Richtung zum
Opfer finden. Im konkreten Fall gelang das schneller als mit LVS-Geräten.
Darüber sind sich alle Beteiligten einig. Die Verschüttete war nach (nur!)
etwa neun Minuten unter dem Schnee im Grenzbereich ihrer Atmung
angekommen. Jede Verzögerung hätte die Lebensgefahr erhöht. Bei
Mehrfachverschüttungen mit viel Stress für alle Opfer und Helfer könnte
man auch mehrere Verschüttete, die mit Ballons und Notleinen ausgerüstet
sind, in kürzester Zeit orten und befreien.

Hier finden Sie Website von "Avalanche Ball"

-- Luidger Röckrath
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen02.02.05 20:07 Uhr
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Ich geh mit dem Lawinenball auf Tour.

--
*****************
L. Michael Boos
CH-8001 Zuerich
*****************
 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen03.02.05 11:07 Uhr
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Hallo Michael

> Ich geh mit dem Lawinenball auf Tour.
Bemerkenswert an der Geschichte ist ja auch, dass die Verschuettete
schon nach acht Minuten deutliche Sauerstoffmangelerscheinungen hatte.

Gibt es denn schon Ernstfall-Erfahrungen mit der Avalung.

Ich denke mir immer, man muesste sofort versuchen, den Kopf vor in den
Pulli/Anorak zu beugen und zu versuchen durch die Bekleidung zu atmen.
Ich habe allerdings keine Ahnung, ob man dazu im verschuetteten Zustand
ueberhaupt in der Lage ist.

Ebenso frage ich mich, ob man bei einem Lawinenabgang ueberhaupt noch so
geistesgegenwaertig ist und das Avalung-Mundstueck in den Mundsteckt und
die Reissleine vom Lawinenball zieht und und und...

Gruss, Florian

 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen03.02.05 16:40 Uhr
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Hallo Florian,

Ergänzung: ich geh mit dem Lawinenball *und Avalung* auf Tour.

Florian Anwander wrote:

> ...
> Bemerkenswert an der Geschichte ist ja auch, dass die Verschuettete
> schon nach acht Minuten deutliche Sauerstoffmangelerscheinungen hatte.

Nicht ueberraschend: bei Nassschnee wird der Lawinenschnee sehr rasch
luftdicht; bei genuegend warmer Bekleidung einer verschuetteten Person
(dh. die sie gut vor Auskuehlung schuetzt) wird die Atemhoehle rasch
vereisen und damit luftdicht. Kommt dazu noch Panik, dann steigt damit
die Atemfrequenz und das alles beschleunigt die Sache.

> Gibt es denn schon Ernstfall-Erfahrungen mit der Avalung.

Meines Wissens ja - hast Du bereits danach gegoogelt?

> Ich denke mir immer, man muesste sofort versuchen, den Kopf vor in den
> Pulli/Anorak zu beugen und zu versuchen durch die Bekleidung zu atmen.
> Ich habe allerdings keine Ahnung, ob man dazu im verschuetteten Zustand
> ueberhaupt in der Lage ist.

Ist man nicht - das muesste man bereits waehrend dem Abgang tun, ab
Stillstand der Schneemasse besteht dazu keine Gelegenheit mehr, da man
idR wie einbetoniert ist und daher weder Kopf noch Arme bewegen kann.

> Ebenso frage ich mich, ob man bei einem Lawinenabgang ueberhaupt noch so
> geistesgegenwaertig ist und das Avalung-Mundstueck in den Mundsteckt und
> die Reissleine vom Lawinenball zieht und und und...

das ist man idR schon.

Es ist meines Erachtens aber eine wesentlich wichtigere Frage zuerst zu
beantworten: Wie soll ich bei Lawinenabgang reagieren? Diese Frage
muss lange vorher beantwortet und in den Reflex eingebaut werden,
ansonst es eine Theorieuebung bleibt.

Und zwar die Frage: Aktiv fahren (auf den abgehenden Schneemassen
obendrauf bleiben bzw. sie seitlich verlassen) oder sich raschmoeglichst
von Ski/Stoecken/Rucksack zu trennen versuchen und die Lawine mitschwimmen?

Ich ziehe die erste Variante vor.

Gruss

--
*****************
L. Michael Boos
CH-8001 Zuerich
*****************
 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen03.02.05 16:58 Uhr
Auf diese Nachricht antworten! externer Link. Öffnet in neuem Fenster
>> Gibt es denn schon Ernstfall-Erfahrungen mit der Avalung.
>
> Meines Wissens ja - hast Du bereits danach gegoogelt?

Sicher ist alles an technischem Geraffel zum Überleben und
Auffinden nach einer Verschüttung überlegenswert und eine
Weiterentwicklung sinnvoll. Aus eigener Erfahrung muß ich
aber sagen daß im Falle eines Falles nur wenig oder keine
Zeit bleibt, aktiv was zu tun (Auslösen z.B.). Wichtig also
daß der Kram möglichst 'automatisch' funktioniert oder
- wie Michael empfiehlt - die Reflexe geübt werden.
Aber wer macht das schon ?

Ich würde auch den Versuch den Rausfahrens (oder Laufens)
vorziehen. Wenn das nicht geht wenigstens versuchen Ski und
Stöcke loszuwerden. Bei haarigen Querungen deshalb am
besten immer Hände aus den Schlaufen.
Und keine Fangriemen.

Wenn man erst mal drin ist haut es einen so umeinander
daß man panisch versucht zu schwimmen und zu atmen.
Zumindest ich habe so reagiert.

Vermeidung eines Abganges ist IMO allemal das wichtigste.

Grüße, Peter.

 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen05.02.05 20:03 Uhr
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Michael Boos wrote:
> Es ist meines Erachtens aber eine wesentlich wichtigere Frage zuerst zu
> beantworten: Wie soll ich bei Lawinenabgang reagieren? Diese Frage
> muss lange vorher beantwortet und in den Reflex eingebaut werden,
> ansonst es eine Theorieuebung bleibt.
>
> Und zwar die Frage: Aktiv fahren (auf den abgehenden Schneemassen
> obendrauf bleiben bzw. sie seitlich verlassen) oder sich raschmoeglichst
> von Ski/Stoecken/Rucksack zu trennen versuchen und die Lawine mitschwimmen?
>
> Ich ziehe die erste Variante vor.

Hoi Michael,
bist Du erst mal in der Lawine drin, dann machst Du gar nichts mehr, die
Lawine macht mit dir was SIE will.
Pfiati
Franz
 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen05.02.05 20:59 Uhr
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Servus Franz,

"Franz Mock" schrieb

> Hoi Michael,
> bist Du erst mal in der Lawine drin, dann machst Du gar nichts mehr, die
> Lawine macht mit dir was SIE will.

nach meinen Lawinenerfahrungen, besonders bei abgehenden Schneebrettern,
besteht durchaus manchmal die Möglichkeit aus dem "Fahrstuhl" - so ist das
Gefühl, wenn man auf solch einer noch einigermaßen zusammenhängenden Scholle
abfährt - seitlich herauszufahren. Insofern gebe ich Michael Recht, daß man
zunächst sein Glück in der Flucht sucht. Dazu gehört auch die vorherige
Geländebeurteilung hinsichtlich möglicher Fluchtrichtungen.
Gruß
Jost
[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster\

 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen07.02.05 20:10 Uhr
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Jost Gudelius wrote:
> Servus Franz,
>
> "Franz Mock" schrieb
>
>
>>Hoi Michael,
>>bist Du erst mal in der Lawine drin, dann machst Du gar nichts mehr, di=
e
>>Lawine macht mit dir was SIE will.
>
>
> nach meinen Lawinenerfahrungen, besonders bei abgehenden Schneebrettern=
,
> besteht durchaus manchmal die Möglichkeit aus dem "Fahrstuhl" - so is=
t das
> Gefühl, wenn man auf solch einer noch einigermassen zusammenhängen=
den Scholle
> abfährt - seitlich herauszufahren. Insofern gebe ich Michael Recht, d=
ass man
> zunächst sein Glück in der Flucht sucht. Dazu gehört auch die vor=
herige
> Geländebeurteilung hinsichtlich möglicher Fluchtrichtungen.
> Gruss
> Jost
> [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster\
>
>
Hoi Jost,
natürlich soll man sein Heil in der Flucht suchen, nur die Chance dass =

sie gelingt ist sehr gering.
Pfiati
Franz
 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen04.02.05 23:51 Uhr
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Hallo Florian,

wo anders als auf der webpage von Avalung wird man fuendig bezueglich
Ernstfallerfahrungen:

[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster

Aber eben:

1. Vermeiden.
2. Reflextraining: Gedanklich immer wieder den Fall durchspielen, das
"optimale" Verhalten "auswendig lernen", damit es dann im Ernstfall
automatisch ablaeuft.
3. Glueck haben.

Gruss

--
**********************
L. Michael Boos
CH-8001 Zuerich
**********************
 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen07.02.05 12:41 Uhr
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On Thu, 03 Feb 2005 16:40:57 +0100, Michael Boos <spam@alpas.ch> wrote:

> Und zwar die Frage: Aktiv fahren (auf den abgehenden Schneemassen
> obendrauf bleiben bzw. sie seitlich verlassen) oder sich
> raschmoeglichst von Ski/Stoecken/Rucksack zu trennen versuchen und die
> Lawine mitschwimmen?

> Ich ziehe die erste Variante vor.

Hallo Michael. Ich tendiere auch zu dieser ersten Variante. Aber
nicht, wenn man _im Aufstieg_ von einer Lawine erwischt wird, weil man
dann die Felle unter den Skiern hat, was ein *zügiges* verlassen der
abgehenden Schneemassen unmöglich macht. Noch schwieriger macht die
Flucht, dass man die Fersen frei hat. Womöglich hat man auch noch
Harscheisen dran ... Also, für mich gilt: im Aufstieg, Ski ab und
schwimmen; bei der Abfahrt, schnell wegfahren.

--
Manuel Panea
 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen07.02.05 19:32 Uhr
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Hallo Manuel

ein Freund hat dieselbe Lawine wie ich genommen (oder sie uns?), er mit
Skis (und Fellen) staendig stampfend sich obengehalten, ich mich von
Skis und Stoecken befreit im Rueckenschwumm (den Hueftgurt am Rucksack
konnte ich einfach nicht loesen). Bei der "Landung" nach einer
Felsstufe ist er genauso im fliessenden Schnee unter- und dann wieder
aufgetaucht wie ich, ich konnte ihn praktisch die ganze Zeit seitlich
von mir beobachten bis zum Halt, wo es mich dann vollstaendig
verschuettet, ihm aber bloss einen Knoechel etwas gezerrt hat.

Er konnte zwar nicht rausfahren, kam aber besser weg und war sofort
einsatzbereit, ich nicht.

Manuel Panea wrote:

> On Thu, 03 Feb 2005 16:40:57 +0100, Michael Boos <spam@alpas.ch> wrote:
>
>>Und zwar die Frage: Aktiv fahren (auf den abgehenden Schneemassen
>>obendrauf bleiben bzw. sie seitlich verlassen) oder sich
>>raschmoeglichst von Ski/Stoecken/Rucksack zu trennen versuchen und die
>>Lawine mitschwimmen?
>
>>Ich ziehe die erste Variante vor.
>
> Hallo Michael. Ich tendiere auch zu dieser ersten Variante. Aber
> nicht, wenn man _im Aufstieg_ von einer Lawine erwischt wird, weil man
> dann die Felle unter den Skiern hat, was ein *zügiges* verlassen der
> abgehenden Schneemassen unmöglich macht. Noch schwieriger macht die
> Flucht, dass man die Fersen frei hat. Womöglich hat man auch noch
> Harscheisen dran ... Also, für mich gilt: im Aufstieg, Ski ab und
> schwimmen; bei der Abfahrt, schnell wegfahren.

--
*****************
L. Michael Boos
CH-8001 Zuerich
*****************
 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen03.02.05 08:56 Uhr
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Tach.
Luidger Roeckrath <Usenet@Roeckrath.de> wrote:
> [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster
> Rettung durch den "Avalanche Ball"
snip
> Bereitschaft ähnlich wie ein Lampion gefalltet, zu einem Ballon der an der
> Oberfläche der Lawine bleibt und mit einer sechs Meter langen
> Sicherungsleine mit einem Bauchgurt verbunden ist. Diese Sicherungsleine
> führt Helfer rasch zum verschütteten Opfer.
snip

Ganz ehrlich gesagt finde ich da den "Airbag" sinnvoller: Unzweifelhaft
ist es zwar ein Vorteil, wenn Sucher / Mitgeher wissen, wo sich das
Opfer befindet, aber hilfreicher für den "zu Verschüttenden" halte ich,
wenn er/sie erst mal gar nicht in die Verlegenheit kommt, gesucht werden
zu müssen.

Es ließe sich ja auch eine Kombination denken, weil evtl. ein kleinerer
Signal-Ballon reichen würde: Die da rein zu pumpende Luft dürfte in
komprimierter Form durchaus auch noch in den Patronen für den Airbag
unterzubringen sein, die Auslösung würde parallel erfolgen.

RicciE
 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen03.02.05 09:19 Uhr
Auf diese Nachricht antworten! externer Link. Öffnet in neuem Fenster
> Es ließe sich ja auch eine Kombination denken, weil evtl. ein kleinerer
> Signal-Ballon reichen würde: Die da rein zu pumpende Luft dürfte in
> komprimierter Form durchaus auch noch in den Patronen für den Airbag
> unterzubringen sein, die Auslösung würde parallel erfolgen.

Zu den unbestreitbaren Vorteilen des Lawinenballs gehören:

- Preis
- Gewicht
- beliebig häufige und kostenlose Wiederverwendbarkeit (auch zum Training des Auslösens)

Diese Vorteile gibt man mit einer Kombination auf. Die Fakten (siehe webpage)
sprechen eine deutliche Sprache.

Bernd

 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen03.02.05 10:10 Uhr
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Hallo Ricci

> Ganz ehrlich gesagt finde ich da den "Airbag" sinnvoller: Unzweifelhaft
> ist es zwar ein Vorteil, wenn Sucher / Mitgeher wissen, wo sich das
> Opfer befindet, aber hilfreicher für den "zu Verschüttenden" halte ich,
> wenn er/sie erst mal gar nicht in die Verlegenheit kommt, gesucht werden
> zu müssen.
Haben die Tests des Sicherheitskreises vor einem Jahr nicht gezeigt,
dass der Airbag zwar den Koerper grundsaetzlich an der Oberflaeche
haelt, aber eine Gesichtsverschuettung trotzdem bei ueber der Haelfte
der Dummys festgestellt wurde.

Zudem zeigt die von Luidger zitierte Geschichte deutlich, dass eine
deutlich groessere Gefahr von Nachlawinen ausgeht. Die Airbags helfen
aber bei der Nachverschuettung nicht, im Gegenteil: dann halten sie den
Koerper unter dem nachkommenden Schnee (der Airbag basiert auf dem
Prinzip des Auftrieb sich bewegender Koerper geringer Wichte; die
Bewegung ist aber bei der Nachverschuettung nicht gegeben...)

Fuer mich ist diese Geschichte der endgueltige Ausloeser, dass ich mir
den Avalancheball zulegen werde.

Florian

 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen03.02.05 11:06 Uhr
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Hoi mitnand,
am besten ist es, erst gar nicht in eine Lawine zu geraten, Ihr vergesst =

die Verletzungen die man sich in einer Lawine zuziehen kann und die
auch tödlich sein können. Es gibt darüber auch Satistiken, die Zahl=
en
sind mir im Moment nicht bekannt, es sind aber gar nicht so wenige, wenn =

ich mich recht erinnere. So gesehen ist vielleicht noch der Airbag die
beste Lösung.
Pfiat enk
Franz

Florian Anwander wrote:
> Hallo Ricci
>
>> Ganz ehrlich gesagt finde ich da den "Airbag" sinnvoller: Unzweifelhaf=
t
>> ist es zwar ein Vorteil, wenn Sucher / Mitgeher wissen, wo sich das
>> Opfer befindet, aber hilfreicher für den "zu Verschüttenden" halte=
ich,
>> wenn er/sie erst mal gar nicht in die Verlegenheit kommt, gesucht werd=
en
>> zu müssen.
>
> Haben die Tests des Sicherheitskreises vor einem Jahr nicht gezeigt,
> dass der Airbag zwar den Koerper grundsaetzlich an der Oberflaeche
> haelt, aber eine Gesichtsverschuettung trotzdem bei ueber der Haelfte
> der Dummys festgestellt wurde.
>
> Zudem zeigt die von Luidger zitierte Geschichte deutlich, dass eine
> deutlich groessere Gefahr von Nachlawinen ausgeht. Die Airbags helfen
> aber bei der Nachverschuettung nicht, im Gegenteil: dann halten sie den=

> Koerper unter dem nachkommenden Schnee (der Airbag basiert auf dem
> Prinzip des Auftrieb sich bewegender Koerper geringer Wichte; die
> Bewegung ist aber bei der Nachverschuettung nicht gegeben...)
>
> Fuer mich ist diese Geschichte der endgueltige Ausloeser, dass ich mir =

> den Avalancheball zulegen werde.
>
> Florian
>

 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen03.02.05 16:44 Uhr
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Die Verletzungsrisiken:

Unmittelbar nach Lawinenniedergang ueberleben knapp 80%, davon ist ein
erheblicher Teil mehr oder weniger stark (mechanisch) verletzt.

Franz Mock wrote:

> Hoi mitnand,
> am besten ist es, erst gar nicht in eine Lawine zu geraten, Ihr vergesst
> die Verletzungen die man sich in einer Lawine zuziehen kann und die
> auch tödlich sein können. Es gibt darüber auch Satistiken, die Zahlen
> sind mir im Moment nicht bekannt, es sind aber gar nicht so wenige, wenn
> ich mich recht erinnere. So gesehen ist vielleicht noch der Airbag die
> beste Lösung.

--
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L. Michael Boos
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen03.02.05 19:00 Uhr
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Hallo Michael,

> Franz Mock wrote:
>
>> Hoi mitnand,
>> am besten ist es, erst gar nicht in eine Lawine zu geraten, Ihr
>> vergesst die Verletzungen die man sich in einer Lawine zuziehen kann
>> und die auch tödlich sein können. Es gibt darüber auch Satistiken, die
>> Zahlen sind mir im Moment nicht bekannt, es sind aber gar nicht so
>> wenige, wenn ich mich recht erinnere. So gesehen ist vielleicht noch
>> der Airbag die beste Lösung.

Michael Boos schrieb:

> Die Verletzungsrisiken:
>
> Unmittelbar nach Lawinenniedergang ueberleben knapp 80%, davon ist ein
> erheblicher Teil mehr oder weniger stark (mechanisch) verletzt.

Ich zitiere mal aus
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Zitat
"Eine Dissertation eines Mediziners (Weymann,
1999), in welcher unter anderem die Todesursachen
und Verletzungsmuster aller Lawinenopfer
in der Schweiz von 1991 bis 1996 untersucht
worden sind, zeigt, dass von insgesamt 91
Lawinentoten nur 42 Personen (46%) an Asphyxie
und nur 6 Personen (7%) an Hypothermie gestor-
ben sind (Abb. 13). Insgesamt 39 Personen (43%)
jedoch sind an mechanischen Verletzungen gestorben.
Davon fielen 26 Todesursachen (29%)
auf ein Polytrauma, 7 Todesfälle (8%) auf HWSVerletzungen
und 6 Fälle (7%) auf ein Schädelhirntrauma.
In 4 Fällen (4%) konnte die Todesursache
nicht klar festgestellt werden. Anzumerken
ist, dass 22 der traumatologischen Todesfälle auf
Ganzverschüttungen und 17 Fälle auf Teil- oder
Nichtverschüttungen fielen."

Nun darf man allerdings das Verletzungsrisiko nicht auf alle
Lawinen-Erfassten beziehen, da sie die o.g. Statistik nur auf die
Lawinen-Toten bezieht. Deshalb dazu noch folgendes Zitat:

"1429 Personen (62%) waren nicht oder
nur teilweise verschüttet, 872 (38%) Personen waren
ganz verschüttet (Abb. 10). Wir gehen davon
aus, dass wir von etwa 90 Prozent aller Unfälle mit
Ganzverschüttungen ohne Todes- oder Verletzungsfolgen
Kenntnis haben. Hingegen ist die Anzahl
der nicht bekannten Lawinenunfälle, bei welchen
Personen mitgerissen aber nur teilweise
oder nicht verschüttet worden und unverletzt geblieben
sind wahrscheinlich mindestens gleich
hoch, wie die Zahl der uns bekannten Fälle. Die
Dunkelziffern beruhen auf einer groben Abschätzung
der Unfallzahlen der Region Davos (sehr gut
dokumentiert) verglichen mit den Zahlen der übrigen
Schweiz. Somit kann man die These aufstellen,
dass rund 75% aller von Lawinen erfassten
Personen nicht oder teilverschüttet, und rund 25%
ganz verschüttet werden.
Von den 1429 nicht oder nur teilweise
verschütteten Personen waren 62 (4%) tot, 1367
(96%) haben überlebt. Unter Einbezug der Dunkelziffer
kann gesagt werden, dass die Überlebenschance
bei allen nicht oder nur teilweise verschütteten
Personen mindestens 97% beträgt.
Von den 872 ganz verschütteten Personen
waren 461 (53%) tot, 411 (47%) haben überlebt.
Auch unter Einbezug einer Dunkelziffer von
rund 10% von nicht bekannten, ganz verschütteten
und überlebenden Personen beträgt die
Überlebenschance im Falle einer Ganzverschüttung
nur etwa 50%.
Somit lautet die These: „Die Letalität bei allen von
Lawinen erfassten Personen schätzen wir auf
höchstens 13%, die Letalität im Falle einer Ganzverschüttung
beträgt rund 50%.“
Zitat/

So, nun kann sich jeder daraus das tatsächliche Verletzungsrisiko beim
Lawinenabgang errechnen, wenn man mal davon ausgeht, dass die Schätzung
der Dunkelziffer korrekt ist. :-)

Es gibt allerdings noch andere Aussagen, die sich auf die Überlebensrate
in Abhängigkeit von der Verschüttungszeit beziehen

[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster

Zitat daraus:
"Dr. Hermann Brugger aus Bruneck in Südtirol hat die Daten von 422 total
verschütteten Skifahrern ausgewertet. Dabei zeigte sich, daß in den
ersten 15 Minuten die Überlebenschance noch 92% beträgt - 8% sterben
frühzeitig an ihren schweren Verletzungen. Dann folgt die sogenannte
"Killer-Phase": In der Zeit von 15 bis 35 Minuten nach dem Unglück sinkt
die Überlebenswahrscheinlichkeit auf 30%."

Daraus könnte man entnehmen, dass ca. 5-8% der Lawinenopfer an ihren
Verletzungen sterben. Was aber gerne übersehen wird, dass viele zwar
lebend herauskommen, später aber an ihren Verletzungen sterben. Somit
wird das Ergebnis der ersten Untersuchung (Weymann 1999) plausibel.
Summa summarum: Auf den ersten Blick würde ich sagen, du hast recht :-)
- oder besser :-(

Genauer ausgerechnet habe ich es allerdings nicht, ich muss noch einen
Vortrag auf der ISPO vorbereiten.
PS: wer geht schon bei schönem Wetter am Sonntag auf Skitour, bäh ;-(

Grüße, Martin
 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen05.02.05 00:00 Uhr
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Hallo Martin,

Danke fuer diese Zahlen! Die sprechen fuer sich.

Dem habe ich bloss noch ein (sinngemaesses) Zitat von Munter beizufuegen:

Mit der Lawinegefahr ist es wie mit dem schwanger sein: Niemand ist
"ein bisschen" schwanger, sondern entweder man ist, oder man ist nicht.
Jede Lawine ist lebensgefaehrlich, keine ist bloss "ein bisschen
gefaehrlich".

Gruss, und mach's gut an der ISPO
(ich denk am Sonntag auf Tour an Dich ;-)

--
**********************
L. Michael Boos
CH-8001 Zuerich
**********************
 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen07.02.05 19:34 Uhr
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Hallo Martin,

ich hab gestern an Dich gedacht - ein Traum von Pulverschnee und Sonne
[duckandrun]

Gruss

Martin Engler wrote:

> Hallo Michael,
>
> ...
> PS: wer geht schon bei schönem Wetter am Sonntag auf Skitour, bäh ;-(

--
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L. Michael Boos
CH-8001 Zuerich
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen08.02.05 23:03 Uhr
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Durch Zufall bin ich auf einen Bericht zur Wirksamkeit einiger neuer
Lawinen-Rettungsgeräte von dem Eidgenössischen Institut für Schnee- und
Lawinenforschung in Davos (SLF) gestoßen:

[externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster

Im Forum auf der Homepage gibt es eine kontroverse Diskussion über den
Lawinenball.

Gruss,
Bernhard

 
 
 
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Rettung durch den "Avalanche Ball"

Bergsteiger beim Bergsteigen09.02.05 00:25 Uhr
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Nicht mehr ganz frisches Material ;-)
Bildete bereits früher Gegenstand eines (oder mehrerer?) Threads in
d.r.a. (bin zu müde zum jetzt noch raussuchen).

Bernhard Fischer wrote:

> Durch Zufall bin ich auf einen Bericht zur Wirksamkeit einiger neuer
> Lawinen-Rettungsgeräte von dem Eidgenössischen Institut für Schnee- und
> Lawinenforschung in Davos (SLF) gestoßen:
>
> [externer Link] externer Link. Öffnet in neuem Fenster
>
>
> Im Forum auf der Homepage gibt es eine kontroverse Diskussion über den
> Lawinenball.
>
> Gruss,
> Bernhard
>

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