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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Die erfreuliche Bilanz der letzten Saison wurde meist mit verbesserter Ausbildung und gestiegenem Risikobewußtsein erklärt. Die Unfallserie vom Wochenende stimmt mich da skeptisch, was die Lernfähigkeit von manchen Tourengängern betrifft.Die Gefährdungslage dürfte selten so offenkundig gewesen sein.
Luidger
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Lawinen-Serie geht weiter Die für das Wochenende befürchtete Lawinenengefahr hat sich bewahrheitet. Mehrere Abgänge in Tirol und Vorarlberg forderten insgesamt vier Todesopfer.
Suchaktion eingestellt In St. Anton am Arlberg starben zwei Kanadier und ein US-Bürger, im Montafon verunglückte ein 31-Jähriger aus Stuttgart tödlich. Der am Arlberg verschüttete Amerikaner konnte zunächst nicht geborgen werden, die Suchaktion wurde am späten Sonntagnachmittag vorläufig eingestellt.
Behörden hatten vor großer Lawinengefahr gewarnt. Bei weiteren Lawinenabgängen in Tirol und Salzburg wurden am Sonntag mehrere Personen verletzt. ...
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Beurteilung der Lawinengefahr
In den neuschneereichen Regionen, also in der Silvretta-Samnaun, im Arlberggebiet und Außerfern, in den Nordalpen, den nördlichen Stubaier Alpen, den Tuxer Alpen sowie den südlichen Ötztaler Alpen muss die Lawinengefahr heute zumindest oberhalb etwa 1800m als groß beurteilt werden. Spontane Lawinenabgänge werden dort aufgrund der allgemein nachlassenden Niederschläge deutlich seltener als gestern auftreten. Aus sehr steilen, windabgewandten Einzugsgebieten, also typischerweise aus den Expositionen N über O bis S können dort jedoch aufgrund der windbedingten Zusatzbelastung vereinzelt noch spontane Lawinen mittlerer Größe abgehen. Als sehr heikel muss die Situation für den Wintersportler betrachtet werden. Die Kombination aus Schneefall, starkem Wind und inzwischen tiefen Temperaturen haben spröde Triebschneeansammlungen in allen Hangrichtungen entstehen lassen. Unerfahrene Personen sollten sich deshalb in den neuschneereicheren Regionen auf mäßig steiles Gelände beschränken bzw. auf den gesicherten Pisten bleiben. Im südlichen Osttirol günstigere Verhältnisse.
-- Luidger Röckrath [externer Link] - Schneeschuhtouren in den Ostalpen
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lawinenunfaelle am Wochenende | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 24.01.05 10:01 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo! Interessant dazu der vorletzte Satz im Lagebericht:
> entstehen lassen. Unerfahrene Personen sollten sich deshalb in den =============== > neuschneereicheren Regionen auf mäßig steiles Gelände beschränken bzw. auf > den gesicherten Pisten bleiben. Im südlichen Osttirol günstigere > Verhältnisse.
Berg- und Schiführerverbände haben sich ja in der letzten Zeit massiv gegen die alte Formulierung, welche eine Beschränkung auf sicheres Gelände für alle Personen empfohlen hatte, gewehrt, das sie eine Beschränkung ihres Handlungsraumes bei solchen Bedingungen befürchteten, so dass die Lawinenwarndienste die neue Formulierung einführten. Dürfte im Prozess, den der Schilehrer nun zu erwarten hat, eine erhebliche Rolle spielen.
mfg Werner
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lawinenunfaelle am Wochenende | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 25.01.05 14:15 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Benedikt!
>Zuerst ein paar Bemerkungen: >1. Ich bin immer wieder ersch ttert, wenn Menschen (nicht nur in den >Bergen) zu Schaden kommen. Da bricht unermesslich viel Leid ber die >Betroffenen, resp. den Hinterbleibenden, hinein.
Da bin ich völlig deiner Meinung!
>2. Ich war weder an Ort & Stelle, noch kenne ich die Ungl ckstellen >genauer (resp. ich kenne sie berhaupt nicht)
Ich war auch nicht an Ort und Stelle, die Variantenabfahre dort ist aber bekannt ansonsten braucht man nur auf die frei verfügbaren online-Karten zu sehen, um sich ein recht gutes Bild vom Gelände an der Unglücksstelle machen zu können.
>3. Ich vermeide es wenn m glich bei Ungl cken eine moralische >und/oder rechtliche Wertung abzugeben. Ich hatte in der Vergangenheit >zu oft einfach Gl ck. Ohne Gl ck in entscheidenden Momenten m sstest >Du das jetzt nicht lesen!
Auch ich hatte schon Glück bei Schneebrettauslösungen. Seit ich aber die Methoden des Risikomanagementes kenne und anwende, habe ich nie mehr nur das geringste Problem mit einem Schneebrett gehabt. Ich bin mir völlig im klaren, dass auch diese Methoden keine absolote Sicherheit garnatieren können. Dennoch bin ich mir sicher, heute viel sicherer als früher unterwegs zu sein.
>Hier zwei allgemeine Bemerkungen:
>1. Die Berufsf hrer sind nicht zu beneiden. Als Amateur >(ehrenamtlicher J&S und SAC-Tourenleiter) kommt allenfalls ein >Teilnehmer oder eine Teilnehmerin beim n chsten mal nicht mehr mit, >falls ich in der Prezeption der betreffenden Person zu defensiv bin
>Bei einem Profi ist das anders. Der lebt je schliesslich davon. Und vor >allem lebt er davon, dass seine G ste unter Umst nden was mit F hrer >machen k nnen, was sie ohne nicht k nnen. Dies ist ein extrem >brisantes Spannungsfeld. Vor allem im Winter. Wie erkl rst Du einem >Gast, dass Du einen Hang nicht fahren willst, in dem schon x Spuren >ind? Und am Abend noch viel mehr Spuren und der Hang ist immer noch >da.
Ich bin mir dieses Spannungsfeldes genau bewusst und auch hier großteils deiner Meinung. Ich bin selbst jahrelang als Jugendführer des ÖAV unterwegs gewesen und mein bester Bergkamerad, mit dem ich die meisten schweren Touren unternommen habe, arbeitet seit Jahren als Bergführer. Die Thematik steht damit für uns auf dem regelmäßigen Diskussionsplan. Und dennoch glaube ich, dass gerade die Methoden des Risikomanagementes hier verpflichtend zum Einsatz kommen müssten. Gerade weil sie einem Führer ein Werkzeug sein können, den Gästen eine Entscheidung gegen dei Durchführung einer Tour oder Abfahrt verständlich zu machen. Auch ich erlebe regelmäßig, dass nicht ein vorsichtiger Bergführer, sondern einer, der seinen Gästen bei schlechtesten Bedingungen auch noch tolle Touren bietet als der "bessere" Bergführer gilt. Führer, die beusst auf risikoreiche Touren verzichten bleiben dabei meist auf der Strecke. 9 von 10 Lawinenunglücke der letzten Zeit, bei denen geführte Gruppen betroffen waren, wären aber bei konsequenter Einhaltung einer der Risikomanagementmethoden vermeidbar gewesen. Ein Führer, der bewusst ein höheres Risiko eingeht und auf solche Methoden zur Kontrolle der eigenen Einschätzung verzichtet, sollte sich nicht mehr darauf hinausreden können, das Riskiko, die Lawinengefahr sei nicht erkennbar gewesen.
>2. Zumindest hier in der Schweiz heisst "gross" gem ss allen >Unterlagen und Kursen welche mir bekannt sind " berall weniger Steil >als 30 Grad" oder "bei "Gross" kann nicht mehr abgefahren werden, weil >alle H nge ber die man bei so viel Schnee noch abfahren k nnte zu >steil sind".
>Und dies ist die gemeinsame Meinung vom "Lawinenpapst" Werner Munter >wie auch von den "Schismatikern" welche sich zum Teil von Munter >emanzipiert haben und mehr an Hofmann orientieren. Ich war am 7.-9. >Januar an einem CC-Lawinenkurs mit Andreas Brunner als Referenten und >ein Kollege von mir war gleichzeitig an einem FK Skitouren mit Werner >Munter als Referenten. Und gem ss beiden Schulen hat man in freiem >Gel nde (insbesondere auch im Variantengel nde) bei "gross" nichts >verloren, wenn der Hang irgendwo steiler als 30 Grad ist.
Und genau hier liegt der Hund begraben. Es ist klar, warum die Reduktionsformel etc. bei Stufe 4 nicht mehr angewandt werden darf. Die Variantenabfahrt, die von den beiden Gruppen in St. Anton befahren worden ist, führt durch eine ca. 35 Grad steile Rinne, deren seiliche Flanken über 40 Grad steil sind. Bei Stufe 4 ist aber zur Beurteilung der Hangneigung nicht nur der unmittelbare Bereich der Abfahrtsspur, sondern auch deren weiter Umgebung zu beurteilen. Und hier ist offensichtlich ein verhängnisvoller Fehler gemacht worden, frei nach dem Motto: die Abfahrt sind wir schon so oft gefahren und es ist nie etwas passiert.
mfg Werner
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lawinenunfaelle am Wochenende | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 25.01.05 20:21 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Werner,
Werner Klotz wrote:
> ... > Auch ich hatte schon Glück bei Schneebrettauslösungen. Seit ich aber die > Methoden des Risikomanagementes kenne und anwende, habe ich nie mehr nur das > geringste Problem mit einem Schneebrett gehabt. > Ich bin mir völlig im klaren, dass auch diese Methoden keine absolote > Sicherheit garnatieren können. Dennoch bin ich mir sicher, heute viel > sicherer als früher unterwegs zu sein.
"viel sicherer" und "sicher" sind ein, und zwar der entscheidende Unterschied. Sicherer als "sicher" gehts nicht, aber viel sicherer als "gefaehrlich" sehr wohl.
Ich hatte trotz konsequenter Anwendung der Reduktionsmethode (Restrisiko 0.66) eine Totalverschuettung (ueberlebt). Sonst "muesstest Du das jetzt nicht lesen" ...
> ... > Und dennoch glaube ich, dass gerade die Methoden des Risikomanagementes hier > verpflichtend zum Einsatz kommen müssten. Gerade weil sie einem Führer ein > Werkzeug sein können, den Gästen eine Entscheidung gegen dei Durchführung > einer Tour oder Abfahrt verständlich zu machen.
Wie jemand jemand anderem etwas verstaendlich macht, soll jeder selber entscheiden duerfen, da gibt es mehrere Moeglichkeiten. Diese Methoden sind durchaus taugliche Werkzeuge, wie Du das beschreibst. Sie sind bezeichnenderweise von Bergfuehrern entwickelt worden.
> Auch ich erlebe regelmäßig, dass nicht ein vorsichtiger Bergführer, sondern > einer, der seinen Gästen bei schlechtesten Bedingungen auch noch tolle > Touren bietet als der "bessere" Bergführer gilt. Führer, die beusst auf > risikoreiche Touren verzichten bleiben dabei meist auf der Strecke. 9 von 10 > Lawinenunglücke der letzten Zeit, bei denen geführte Gruppen betroffen > waren, wären aber bei konsequenter Einhaltung einer der > Risikomanagementmethoden vermeidbar gewesen.
Kann sehr wohl sein.
> Ein Führer, der bewusst ein > höheres Risiko eingeht und auf solche Methoden zur Kontrolle der eigenen > Einschätzung verzichtet, sollte sich nicht mehr darauf hinausreden können, > das Riskiko, die Lawinengefahr sei nicht erkennbar gewesen.
Kann er heute auch nicht mehr, denn sie gehoeren zum Stand der Technik
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lawinenunfaelle am Wochenende | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 25.01.05 22:17 Uhr |
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo zusammen!
In der ganzen Berichterstattung über das Lawinenunglück am Arlberg kommt es mir vor als wäre mal die Rede davon gewesen dass der Schilehrer die Gruppe privat geführt hat - also nicht in seiner Funktion als staatlich geprüfter Schilehrer aufgetreten ist.
Auch wenn das strafrechtlich wohl keinen grossen Unterschied macht würd mich interessieren inwieweit das jetzt geklärt worden ist. In den entsprechenden Berichten hätte ich nichts entsprechendes dazu gelesen.
Die Lawinensitutation an sich bleibt nach wie vor ungünstig - auf den Bergen herscht momentan extreme Kälte (am Patscherkofel heute -19° auf der Zugspitze -24°) wodurch der Neuschnee locker und pulvrig bleibt... Ich glaube das kann in diesen Tagen nicht oft genug gesagt werden, auch wenn euch das sicher bekannt sein dürfte.
OT: Wie schaut's heuer eigentlich wieder mit einem de.rec.alpinsmus-Treffen aus?
Grüsse aus dem Tiroler Unterland, Martin
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lawinenunfaelle am Wochenende | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 24.01.05 10:20 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Luidger
> Die erfreuliche Bilanz der letzten Saison wurde meist mit verbesserter > Ausbildung und gestiegenem Risikobewußtsein erklärt. Die Unfallserie vom > Wochenende stimmt mich da skeptisch, was die Lernfähigkeit von manchen > Tourengängern betrifft.Die Gefährdungslage dürfte selten so offenkundig > gewesen sein. Wenn Du Dir den Artikel ganz durchliest, dann siehst Du, dass es sich um vier Variantenfahrer handelt, und nicht um Tourengeher.
Soweit ich mich an die Analyse der letzten Saison im Bergundsteigen erinnere, waren auch letztes Jahr von den toedlich verunglueckten Lawinenopfern vier oder fuenf Variantenfahrer.
Wenn wir das letztjaehrige Verhaeltnis zwischen Variantenfahrern und Tourengaengern von 1:1 bei den Opfern nehmen, dann haben wir bei diesem Wochenende ohne Tourengaengerunglueck den "Beweis", dass die Tourengaenger dazugelernt haben.
Florian
PS: An alle mathematischen Rechthaber ;-): Ich weiss, dass hier an einem Wochenende die statistsch verwertbare Datengrundlage fuer einen Vergleich zu einer Jahres auswertung fehlt.
PPS: Dass in dem Artikel die Begriffe "Snowboarder" und "die Absperrung negierend" (o.ä.) recht haeeufig vorkommen, mag jeder fuer sich interpretieren....
PPPS: Leider bemerkenswert ist, dass die Kanadier ihrem Skilehrer hinterhergefahren sind. _Der_ haette es wicklich wissen muessen.
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lawinenunfaelle am Wochenende | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 24.01.05 15:04 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Florian,
Florian Anwander schrieb:
> Wenn wir das letztjaehrige Verhaeltnis zwischen Variantenfahrern und > Tourengaengern von 1:1 bei den Opfern nehmen, dann haben wir bei diesem > Wochenende ohne Tourengaengerunglueck den "Beweis", dass die > Tourengaenger dazugelernt haben.
Das glaube ich eher nicht. Die vielen Unfälle im Variantenbereich sind m.E. darauf zurückzuführen, dass innerhalb der Neuschneeperiode eine neue, labile (Graupel-?) Schicht entstand, welche die Stabilisierung durch die vorhergegangenen Befahrungen bedeutungslos machte. Meist passiert ja deshalb nichts in diesem Bereich, da die Schneedecke dort meist wesentlich stabiler ist - obwohl sich viele Variantenfahrer dadurch ein Verhalten angewöhnen, was im selten befahrenen Bereich absolut tödlich wäre. Und diesmal haben wir halt im Variantenbereich dieselben Bedingungen wie in den selten befahrenen Bereichen.
Ich habe bereits am Samstag auf Tour zu meinen Lawinenkursteilnehmern gesagt, dass dieses Wochenende mit vielen Variantenunfällen zu rechnen ist. Dass diese Einschätzung dermaßen zutraf, ist schon etwas markaber.
Manchmal komme ich mir schon blöd vor, wenn ich Variantenfahrern die SnowCard zeige. Da ernte ich manchmal Blicke, als ob ich einem Porschefahrer (oder Münchner BMW-Fahrer ;-) Tempo 100 nahelegen wollte :-(
Grüße, Martin
-- [externer Link] \ [externer Link] \
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lawinenunfaelle am Wochenende | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 24.01.05 17:13 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Martin
>> Wenn wir das letztjaehrige Verhaeltnis zwischen Variantenfahrern und >> Tourengaengern von 1:1 bei den Opfern nehmen, dann haben wir bei >> diesem Wochenende ohne Tourengaengerunglueck den "Beweis", dass die >> Tourengaenger dazugelernt haben. > Das glaube ich eher nicht. Ich haette doch mein erstes PS samt Smiley doch direkt an den Absatz dran haengen sollen.
> Die vielen Unfälle im Variantenbereich sind > m.E. darauf zurückzuführen, dass innerhalb der Neuschneeperiode eine > neue, labile (Graupel-?) Schicht entstand, welche die Stabilisierung > durch die vorhergegangenen Befahrungen bedeutungslos machte. > Meist passiert ja deshalb nichts in diesem Bereich, da die Schneedecke > dort meist wesentlich stabiler ist - Mal dumm gefragt: Die "Schneedecke" wird doch durch die Befahrung nicht stabiler (zumindest wenn ich Schneedecke so begreife wie Schweizer udn Harvey im aktuellen bergundsteigen)? Eher wird die Oberflaeche der drunter liegende Schicht zerpfluegt, sodass es zu keiner durchgaengigen bindungsarmen Zwischenschicht kommen kann.
Ausserdem: meinst Du dass die labile Graupelschicht so hoch war, dass sie die Spuren komplett ausfuellen konnte? Am 16.1. waren wir am Gilfert von Innerst aus und da waren selbst westseitig die alten Einzelspuren immer noch gut 10 cm tief.
Florian
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lawinenunfaelle am Wochenende | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 24.01.05 18:15 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Florian,
Florian Anwander schrieb: > > Mal dumm gefragt: Die "Schneedecke" wird doch durch die Befahrung nicht > stabiler (zumindest wenn ich Schneedecke so begreife wie Schweizer udn > Harvey im aktuellen bergundsteigen)?
Wenn ständig gefahren wird - also auch während des Neuschneefalls - durchaus. Aber ich habe unter Stabilität eigentlich die Schichtverbindung zur Altschneedecke gemeint, das war also ungenau ausgedrückt. > > Ausserdem: meinst Du dass die labile Graupelschicht so hoch war, dass > sie die Spuren komplett ausfuellen konnte? Am 16.1. waren wir am Gilfert > von Innerst aus und da waren selbst westseitig die alten Einzelspuren > immer noch gut 10 cm tief.
Unter der Graupelschicht war eine kurz zuvor gefallene Schneeschicht, die aufgrund des schlechten Wetters nicht befahren wurde. Im westlichen Allgäu und in Vorarlberg bis zum Prättigau (Weststaulagen) hatte es zu Beginn der Schneefälle wesentlich mehr geschneit als in den östlichen Gebieten. Dadurch waren alle alten Spuren bereits verschwunden, als die Zwischenschicht entstand. Ob in den Hochlagen auch eine Graupelschicht die Ursache war, weiss ich nicht. Zumindest waren wohl störanfällige Zwischenschichten innerhalb der Neuschneeschicht vorhanden.
Grüße, Martin
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lawinenunfaelle am Wochenende | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 25.01.05 11:13 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Martin
> Unter der Graupelschicht war eine kurz zuvor gefallene Schneeschicht, > die aufgrund des schlechten Wetters nicht befahren wurde. Im westlichen > Allgäu und in Vorarlberg bis zum Prättigau (Weststaulagen) hatte es zu > Beginn der Schneefälle wesentlich mehr geschneit als in den östlichen > Gebieten. Dadurch waren alle alten Spuren bereits verschwunden, als die > Zwischenschicht entstand. Ah ja, das war hier im Muenchner Raum nicht so wahrzunehmen. Der erste Schneefall, hat hier auch in den Bergen gerade mal fuer ein oder zwei Zentimeter gereicht (Jostens Maueseknoecheltiefe...).
Florian
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lawinenunfaelle am Wochenende | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 24.01.05 22:58 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Florian Anwander wrote: > Hallo Luidger > [..] > PPS: Dass in dem Artikel die Begriffe "Snowboarder" und "die Absperrung > negierend" (o.ä.) recht haeeufig vorkommen, mag jeder fuer sich > interpretieren....
Dazu mag ich (als Ski- UND Snowboardfahrender Variantenfahrer) anmerken, dass Snowboarder zwar wohl häufig betroffen sind, aber eben nicht, weil das Board an sich irgendwie eher Lawinen lostritt: + Neuschnee ist mit dem Board einfach schöner. Wenns geschneit hat lass ich die Ski im Tal (obwohl ich selbst wohl eher besser Ski als Snowboard fahre). + diejenigen die mit dem Board in Tiefschneehänge fahren (ob mit Ahnung oder ohne) würdens mit Ski genauso tun.
Zum Thema Absperrung: Wenn über einem tollen Hang, der regelmäßig befahren wird und wo dies OFT auch gefahrlos möglich ist IMMER eine Absperrung und ein Schild "Lawinengefahr" steht, so wird dies mancher leider auch IMMER ignorieren, auch dann, wenn er die Befahrung lassen sollte. Dieses Spannungsverhältniss zwischen Verkehrssicherung in Skigebieten, (imho) durchaus erwünschtem Variantenfahren und Eigenverantwortung wird man wohl nie zur Zufriedenheit aller lösen können.
> PPPS: Leider bemerkenswert ist, dass die Kanadier ihrem Skilehrer > hinterhergefahren sind. _Der_ haette es wicklich wissen muessen.
Vermutlich ja, aber wer will das aus der Ferne genau beurteilen?
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lawinenunfaelle am Wochenende | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 24.01.05 15:39 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo Luidger,
Luidger Roeckrath schrieb:
> Die erfreuliche Bilanz der letzten Saison wurde meist mit verbesserter > Ausbildung und gestiegenem Risikobewußtsein erklärt.
Es ist natürlich immer leicht, sich den Erfolg auf die Fahnen zu schreiben, wenn mal weniger passiert. IMO passiert aber meist dann weniger, wenn die Schneeverhältnisse sicherer sind. Das kann man an der Unfallstatistik der letzten 30 Jahre gut ablesen. Auch der sogenannte "Munter-Knick" in den Unfallzahlen lässt sich IMHO auf günstigere Verhältnisse zurückführen. Ein paar Jahre später kam dann ein Schwimmschneewinter mit entsprechenden Unfallzahlen und da wurden auf einmal Gründe wie "statistischer Ausreißer" etc. angeführt.
Wissenschaftlich gesehen sind solche Aussagen völlig haltlos, da wir weder wissen, wieviele Tourengeher welche Methoden anwenden noch den Einfluss der Begehungszahlen und der meterologischen Einflüsse bewerten können.
Nach meinen und anderen Befragungen entscheiden die meisten Tourengeher nach wie vor irgendwie nach Gefühl und wenden keine Strategie an - ganz zu schweigen die Variantenfahrer. Bis neue Methoden an der Basis ankommen, vergehen viele Jahre. Grad die erfahrenen Leute lassen sich nur ungern erzählen, dass sie in der Vergangenheit "nicht optimal" gehandelt haben, wenn bislang nichts passiert ist.
Viele Grüße, Martin
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