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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Ich habe kürzlich eher zufällig diesen Film gesehen und war ziemlich positiv überrascht. Natürlich kommt er an das Buch nicht heran (welchem Film gelingt das schon?), aber er kommt ihm erstaunlich nahe, fand ich.
Ich nehme an, der Film wurde hier schon seinerzeit diskutiert, als er in den deutschen Kinos war. Dann müssen wir das nicht aufwärmen. Aber falls nicht, würde mich interessieren, was es für Meinungen dazu gibt. (Zum Film, nicht zur Frage, ob man ein Seil durchschneiden darf oder nicht. Die soll meiner Ansicht nach entscheiden, wer in einer solchen Sitiation war.)
Ich gestehe, dass ich einen der üblichen modernen Bergfilme erwartet habe: Durchtrainierte, schauspielerisch unterdurchschnittliche begabte Bergsteiger in coolen Markenklamotten beim Erklettern eher dürftiger Hügelchen, das ganze untermalt mit entweder schwulstiger oder wummerder Musik usf. Ich hätte, ehrlich gesagt, nicht geglaubt, dass ds noch anders geht, aber der Film hat mich eines besseren belehrt (wie mir ja auch das Buch gezeigt hat, dass verlogen-sentimentaler Trivialjournalismus a la Kracauer keineswegs das Höchste ist, was man heute in der Bergliteratur noch erwarten kann.)
Wobei die schauspielerische Leistung der beiden Bergsteiger natürlich auch eher nicht der Rede wert war, aber darauf kam es ja auch nur an wenigen Stellen an... ;))
Werner Hintze -- Zum Senden einer persönlichen Nachricht: Bitte der Adresse vor dem "at" eine 3 (als Zahl) hinzufügen.
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Touching the void | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 08.01.05 18:22 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Leider scheint der Film in den Kinos in Deutschland nur eine kurze Nischen-Existenz gehabt zu haben, er lief ja nur in sehr wenigen Kinos überhaupt. Das ist insofern schade, als das Bergsteigen dem "normalen Publikum" damit weiterhin nur aus Vertical Nonsense oder Krakauer etc. bekannt ist. Ich fand, dass der Film dem Buch außerordentlich nahe gekommen ist. Einzig die entstellten Gesichter am Ende hätte man maskenbildnerisch etwas dezenter machen können. Das Buch war natürlich zuerst da, und vielleicht hat man sich beim Lesen Dinge auch anders vorgestellt, als sie nun mit dem Bildmaterial dargestellt wurden. Es hat sich aber absolut gelohnt, dass ich deswegen ins Kino gegangen bin (was ich nicht öfter als so alle 5 Jahre tue;-)
Ich habe übrigens die DVD im neuen Weltbild-Katalog für 14.99 gesehen.
Schönen Gruss Hartmut
Werner Hintze schrieb: > Ich habe kürzlich eher zufällig diesen Film gesehen und war ziemlich > positiv überrascht. Natürlich kommt er an das Buch nicht heran > (welchem Film gelingt das schon?), aber er kommt ihm erstaunlich nahe, > fand ich. > > Ich nehme an, der Film wurde hier schon seinerzeit diskutiert, als er > in den deutschen Kinos war. Dann müssen wir das nicht aufwärmen. Aber > falls nicht, würde mich interessieren, was es für Meinungen dazu gibt. > (Zum Film, nicht zur Frage, ob man ein Seil durchschneiden darf oder > nicht. Die soll meiner Ansicht nach entscheiden, wer in einer solchen > Sitiation war.) > > Ich gestehe, dass ich einen der üblichen modernen Bergfilme erwartet > habe: Durchtrainierte, schauspielerisch unterdurchschnittliche begabte > Bergsteiger in coolen Markenklamotten beim Erklettern eher dürftiger > Hügelchen, das ganze untermalt mit entweder schwulstiger oder > wummerder Musik usf. Ich hätte, ehrlich gesagt, nicht geglaubt, dass > ds noch anders geht, aber der Film hat mich eines besseren belehrt > (wie mir ja auch das Buch gezeigt hat, dass verlogen-sentimentaler > Trivialjournalismus a la Kracauer keineswegs das Höchste ist, was man > heute in der Bergliteratur noch erwarten kann.) > > Wobei die schauspielerische Leistung der beiden Bergsteiger natürlich > auch eher nicht der Rede wert war, aber darauf kam es ja auch nur an > wenigen Stellen an... ;)) > > > Werner Hintze
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Touching the void | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 08.01.05 19:21 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | On Sat, 08 Jan 2005 18:22:07 +0100 Hartmut Bielefeldt wrote:
>Leider scheint der Film in den Kinos in Deutschland nur eine kurze >Nischen-Existenz gehabt zu haben, er lief ja nur in sehr wenigen Kinos >überhaupt.
Was mich nicht weiter wundert. Für einen Riesenerfolg ist er zu unspektakulär und verlangt dem Zuschauer zu viel ab...
>Ich fand, dass der Film dem Buch außerordentlich nahe gekommen ist. >Einzig die entstellten Gesichter am Ende hätte man maskenbildnerisch >etwas dezenter machen können.
Das habe ich ähnlich empfunden. Aber da hat man wohl keine Wahl. Wenn man überhaupt einen Film daraus machen will, kommt man am Ende dahin, und dann ist es eben auf jeden Fall nur Maskenbildnerei und mehr oder weniger - in diesem Falle eher weniger - talentierte Schauspielerei, was in einem Film, der eine autentische Geschichte erzählt, zwangsläufig sonderbar wirken muss. Allerdings fand ich, es hielt sich in Grenzen und war noch auszuhalten.
>Das Buch war natürlich zuerst da, und vielleicht hat man sich beim Lesen >Dinge auch anders vorgestellt, als sie nun mit dem Bildmaterial >dargestellt wurden.
Mir kam es an einigen Stellen so vor, als hätte ich das im Buch anders gelesen. Allerdings müsste ich das erst noch einmal prüfen. Aber das ist auch nicht so wichtig. Klar ist, dass die authentische Erzählung nicht mit den zwangsläufig unauthentischen Bildern mithalten kann. Aber das ist - wie gesagt - kein Einwand, denn das kann bei einer Verfilmung nicht anders sein. Immerhin war der Entschluss, keinen Spielfilm daraus zu machen doch sehr lobenswert und letztlich mutig (vor längerer Zeit kursierte ja mal das Gerücht, Tom Cruise solle die Hauptrolle spielen, da sind wir ja noch mal davon gekommen... Und die Schauspielerei dieses Bergesteigers war wenigstens sympathisch unvollkommen, bei dem Star wäre nur die Eitelkeit aber kein Gran mehr schauspielerisches Vermögen hinzugekommen...)
Beste Grüße
Werner Hintze -- Zum Senden einer persönlichen Nachricht: Bitte der Adresse vor dem "at" eine 3 (als Zahl) hinzufügen.
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Touching the void | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 08.01.05 19:24 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | On Sat, 08 Jan 2005 19:21:59 +0100 Werner Hintze wrote:
>Klar ist, dass die authentische Erzählung >nicht mit den zwangsläufig unauthentischen Bildern mithalten kann.
Quark! Andersrum:
Die authentische Erzählung ist den zwangsläufig nichtauthentischen Bildern auf jeden Fall überlegen.
Das kommt davon, wenn man drei Gedanken auf einmal ausdrücken will...
;)
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| | | | Zurück zur Übersicht |  | Touching the void | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 13.01.05 20:01 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | "Werner Hintze" <usenetmail@floridante.de> schrieb im Newsbeitrag news:fd00u0d85egde9t6564vstcb4mh51thokm@4ax.com... >würde mich interessieren, was es für Meinungen dazu gibt. > (Zum Film, nicht zur Frage, ob man ein Seil durchschneiden darf oder > nicht. Die soll meiner Ansicht nach entscheiden, wer in einer solchen > Sitiation war.)
Ich fand die halbdokumentarische Art (Spielszenen abwechselnd zu Interviews der beteiligten Personen) sehr gelungen, auch dass nichts aufgebauscht wurde eher mit typisch britischem Understatement und Humor herungergespielt. Das Geschilderte war ja schon dramatisch genug. Wenn man wie ich das Buch dreimal gelesen hat, ist es natürlich mit dem Spannungsbogen nicht mehr so weit her...
Ich muss aber gestehen, dass ich von den Landschaftsaufnahmen enttäuscht war. Immerhin hat man ja vieles an den Originalschauplätzen gedreht. Ich war selber schon auf Trekking in der Cordillera Huayhuash. Ich hätte deshalb gleißenden Riffelfirn vor tiefblauem Himmel erwartet, mindestens am Beginn. Die Berg- und Flugaufnahmen fand ich aber rettungslos überbelichtet, ausgefressen und ohne jede Brillianz. Da ich mir bei den Filmemachern kaum völliges technisches Versagen vorstellen kann, muss es wohl Absicht sein. Aber warum? Geworben wurde für den Film auch mit dem Versprechen von tollen Landschaftsaufnahmen. In dieser Beziehung war ich enttäuscht. Sähen meine Dias so aus, hätte ich sie weggeworfen...
Mathias
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Touching the void | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 14.01.05 00:14 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | On Thu, 13 Jan 2005 20:01:11 +0100 Mathias Zehring wrote:
>Ich muss aber gestehen, dass ich von den Landschaftsaufnahmen enttäuscht >war.
Das ging mir ähnlich. Ich fand sie nichr nur überbelichtet sondern vor allem ziemlich rar... ;) Neben gleißendem Rioffelfirn vor blauem Himmel gibt es in der Cordillera Huayhuash ja noch einiges mehr zu filmen, was sich lohnen würde. Und sei es nur die Gegend um diesen wirklich herrlichen See, an dem das Basislager lag. Ich habe allerdings das Gefühl (man möge mich korrigieren, wenn ich irre), dass das weder Zufall noch Absicht war. Wenn ich die Sache richtig verstanden habe, interessieren sich Bergsteiger, die solche Sachen unternehmen, wenig bis gar nicht für die Landschaften, in denen sie sich aufhalten.
Charakteristische Erlebnisse: Ein intalienischer Bergsteiger in unserem Hotel in Skardu, der eine Woche lang nichts anderes tat, als MTV ansehen, und als wir ihm anboten, uns auf einer kleinen Tour in der Umgebung der Stadt zu begleiten, die zu landschaftlich außerordentlich schönen Gegenden führt, erklärte, er sei nicht da, um Landschaften zu bewundern. Oder zwei ehemalige Bergetsiger, die wir bei einer Tous am Barpu-Gletscher trafen, die uns erklärten, sie machten diese Tour, weil sie auch mal Landschaften genießen wollten, wozu bei einer Expedition keine Gelegenheit sei.
Insofern war ich vom Anteil der Landschaftsaufnahmen sogar überrascht und von der Lieblosigkeit, mit der sie gemacht waren, nicht weiter enttäuscht...
Werner Hintze -- Zum Senden einer persönlichen Nachricht: Bitte der Adresse vor dem "at" eine 3 (als Zahl) hinzufügen.
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Touching the void | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 14.01.05 22:26 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | leider ist der film in A auch nur an ganz wenigen orten kurze zeit gelaufen und da meist auch nur bei bergfilmfestivalen :-( habe ihn - gott sei dank - in Salzburg gesehen
meines erachtens einer der besten filme, die ich je gesehen habe! absolut empfehlenswert das buch war schon toll, aber der film ist gleichrangig!
schaut ihn an, wenn ihr gelegenheit dazu habt
daxy
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