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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hi, ist eigentlich nicht meine Art, solch einen thread zu eroeffenen und eigentlich hat man ja schon fast ueberall gelesen, wie es zum fuenfzigsten am Everest zuging, doch als ich die Bilder sah, wie (wohl knapp an die Hundert) die mehr oder minder gut austrainierten Leute am installierten Klettersteig sich hinaufhieften, wurde ich schon nachdenklich. Ist das wirklich das Expeditionsbergsteigen von heute ? Um nicht falsch verstanden zu werden, es ist mir schon klar, dass es einem die "Todeszone" nicht unbedingt einfach macht, doch mit welchen Vorraussetzungen werden da die Leute auf solche Berge "losgelassen" ? Mir erschien es nicht so (kann natuerlich ein voelliges Vorurteil sein), dass die Anspiranten zumindest mal einen kombinierten Fuenfer in den Alpen sicher begehen koennten. Zaehlt tatsaechlich nur noch die Kohle ? Sind schon so gut wie alle begehrten Berge von unten bis oben auf den Normalwegen praepariert ? Gruss Burkhardt
| | | | Zurück zur Übersicht |  | 3Sat-Everest | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 31.12.04 08:19 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Servus Burkhardt,
Burkhardt Petermann wrote: > Hi, > ist eigentlich nicht meine Art, solch einen thread zu eroeffenen und > eigentlich hat man ja schon fast ueberall gelesen, wie es zum fuenfzigsten > am Everest zuging, doch als ich die Bilder sah, wie (wohl knapp an die > Hundert) die mehr oder minder gut austrainierten Leute am installierten > Klettersteig sich hinaufhieften, wurde ich schon nachdenklich. > Ist das wirklich das Expeditionsbergsteigen von heute ?
Also am Everest anscheinend schon. Als höchster, beileibe nicht schwierigster, zieht er die Leute halt an. Und was passiert, wenn unerfahrene Leicht-Expeditionisten sich an ihn ranmachen sieht man leider immer wieder.
> Um nicht falsch verstanden zu werden, es ist mir schon klar, dass es einem > die "Todeszone" nicht unbedingt einfach macht, doch mit welchen > Vorraussetzungen werden da die Leute auf solche Berge "losgelassen" ? > Mir erschien es nicht so (kann natuerlich ein voelliges Vorurteil sein), > dass die Anspiranten zumindest mal einen kombinierten Fuenfer in den Alpen > sicher begehen koennten. > Zaehlt tatsaechlich nur noch die Kohle ? Sind schon so gut wie alle > begehrten Berge von unten bis oben auf den Normalwegen praepariert ? > Gruss > Burkhardt
Ja, so ist es! Es gibt genügend Agenturen, die Leute für 10.000.-=80 da hochschleppen. Ist ja mittlerweile schon fast ein Modeberg (mir wird übel) an dem Rekorde aufgestellt werden: die älteste Frau, der älteste Mann, der erste mit einem Bein, der erste Blinde, der Jüngste, der Reichste (Bill Gates mit irrsinnigem Aufwand),... Das traurige daran ist, es zählt wirklich nur die Kohle! Sowohl für den Staat, wie auch für die Agenturen.
Berge "verdient" man sich heutzutage halt ein wenig anders.
Das sieht man doch schon in unseren Alpen. Immer mehr Gipfel werden Seilbahntechnisch erschlossen, drähtisch versichert, auf dass auch wirklich die letzte Flachlandtiroler-Gruppe mit Sandalen auf den Gipfel kommt. Und warum das Ganze? Ich weiss es nicht! Vielleicht, damit die Gemeinden attraktivere Urlaubsziele werden und sich so mit Tourismus mehr Geld verdienen lässt? Der Sicherheitsaspekt kann es doch wohl nicht sein! Wenn diese Leute vom Berg bleiben würden, würde auch weniger passieren!
Wisst Ihr, das traurige ist, heutzutage will jeder alles erreichen ohne sich dafür auch nur minimalst anzustrengen. Ein Gipfel will eben verdient werden und nicht "verdient" werden!
Nicht dass Ihr mich jetzt missversteht, ich will natürlich nicht jeden aus den Alpen aussperren. Aber jeder soll halt das machen, was innerhalb seiner physikalischen Möglichkeiten liegt. Es gibt genügend Berge mit durchaus schöner Sicht, die man sehr leicht bezwingen kann. Ich denke, die Berge, die ein wenig anspruchsvoller sind, sollten nicht dermassen erschlossen werden, dass man dort oben Menschen in Sandalen antrifft, für die die Rettung dann ausrücken darf, nachdem es z.B. einen Wettersturz oder ähnliches gegeben hat.
Und der Ausbau, bzw. Rückbau der Alpenerschliessung ist ja ein Thema für sich. Dafür kämpft der DAV ja schon seit Langem.
Ich wünsche Euch einen guten Rutsch in ein hoffentlich wunderschönes, segensreiches und unfallfreies Bergjahr 2005.
Servus, Mustafa
| | | | Zurück zur Übersicht |  | 3Sat-Everest | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 31.12.04 10:37 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | m.rifai@gmx.de schrieb am Friday 31 December 2004 08:19 in de.rec.alpinismus: > Der Sicherheitsaspekt kann es doch wohl nicht sein! > Wenn diese Leute vom Berg bleiben würden, würde auch weniger > passieren! Jo! Ausserdem war Messner schon oben.
Frueher sind die Leute mit dem Radl in die Berge gefahren, haben dort a= n um den Leib geknuepften Hanfseilen und in genagelten Schuhen sich irgendwe= lche Sechser hochgeschunden, alles mit selbstgeschlagenen Haken abgesichert,=
(was fuer Helme hatten die eigentlich damals?), und sind am Tag drauf wieder zurueckgeradelt.
Und insofern sind heute alle Kletterer, die nicht eben einen selbstabgesicherten alpinen Siebener hochstuermen, des gleichen Verbrec= hens schuldig, wie jene Everest-Bezwinger: Sie nutzen ihre Kaufkraft und den=
technischen Fortschritt, um sich die Sache ein wenig einfacher zu mache= n. Die sollen auch alle unten bleiben! Dann passiert auch viel weniger.
Beste Gruesse, Moritz
| | | | Zurück zur Übersicht |  | 3Sat-Everest | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 31.12.04 10:46 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | "Moritz Hammer" schrieb
*Und insofern sind heute alle Kletterer, die nicht eben einen selbstabgesicherten alpinen Siebener hochstuermen, des gleichen Verbrechens schuldig, wie jene Everest-Bezwinger: Sie nutzen ihre Kaufkraft und den technischen Fortschritt, um sich die Sache ein wenig einfacher zu machen. Die sollen auch alle unten bleiben! Dann passiert auch viel weniger.*
Genau, Moritz. Ganz Deiner Meinung. Überhaupt haben nur alle jungen, gesunden (evt. gutaussehenden) Männer und Frauen in den Alpen was zu suchen. Für die Alten und Behinderten, die Kranken und die, die ihr Geld nicht in die Touristenzentren schicken ohne hinzufahren könnte man Sonderwege anlegen, die polizeilich überwacht werden. So können sie die Flora nicht zerstören und die Fauna nicht aufschrecken. Man könnte auch Eintrittsgeld verlangen: Alpinisten, die nachweislich Rotpunkt klettern, zahlen nichts, Familien mit Kindern (Kinder machen am meisten Dreck!) das Doppelte. Und ich schlage zugleich vor, daß RM die Richtlinien festlegt: Er eröffnet die neuen Wege, die dann für die Touristen gesperrt werden, weil die die Natur zerstören.
Grüße Harry (der der NG ein gute, unfallfreies Jahr 2005 wünscht)
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | "Moritz Hammer" <newsgroup001@hammersoft.de> schrieb
> Und insofern sind heute alle Kletterer, die nicht eben einen > selbstabgesicherten alpinen Siebener hochstuermen, des gleichen > Verbrechens > schuldig, wie jene Everest-Bezwinger: Sie nutzen ihre Kaufkraft und den > technischen Fortschritt, um sich die Sache ein wenig einfacher zu machen. > Die sollen auch alle unten bleiben! Dann passiert auch viel weniger.
Hi Moritz,
volle Zustimmung - am besten bleiben _alle_ unten, dann passiert garnix, zumindest in den Bergen.
... und ich hab nur noch unverspurte Tiefschneehänge und nie mehr Stau in Kletterrouten (denn ich werd sicher nicht daheimbleiben - dafür bin ich der Einzige, dem was passieren _kann_).
Schönen Gruß und guten Rutsch an die Newsgroup
Markus :-))
-- Klettern rund um Rosenheim und im Kaiser: [externer Link] \ Klettertopos aus dem gesamten Alpenraum: [externer Link] \
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hi
On Thu, 30 Dec 2004 23:55:08 +0100, "Burkhardt Petermann" <bpetermann@xyware.de> wrote:
>Zaehlt tatsaechlich nur noch die Kohle ? Sind schon so gut wie alle >begehrten Berge von unten bis oben auf den Normalwegen praepariert ?
Das ist am Matterhorn und am Mont Blanc auch nicht anders. In Zermatt ist es in zwischen so das sich die Bergführer dazu verpfilchtet haben. Mit jedem erst einen anderen Berg zu besteigen um die Bergtauglichkeit zu testen. Allerdings bringt das nichts für jene, die auf eigene Faust das Matterhorn besteigen. Und das sind die eigentlichen problem Fälle.
Gruss Johannes
| | | | Zurück zur Übersicht |  | 3Sat-Everest | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 31.12.04 17:20 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hi, irgendwie wollte ich eigentlich auf etwas anderes heraus ... In unseren Alpen steht ja noch nicht der "zwangshafte Ticketautomat", waehrend ich z.B. kaum eine Chance habe am Everst eine legale Solo-Begehung zu starten. Ich bin ja kein voellig Bergunkundiger, d.h. klettere durchaus je nach Verfassung z.B. einen alpinen Sechser solo, doch am Everest oder gar K2 finde ich es persoenlich fatal, wenn sich dort primaer Leute aufgrund ihres Geldes einkaufen koennen >Und insofern sind heute alle Kletterer, die nicht eben einen >selbstabgesicherten alpinen Siebener hochstuermen, des gleichen Verbrechens >schuldig, wie jene Everest-Bezwinger: Sie nutzen ihre Kaufkraft und den >technischen Fortschritt, um sich die Sache ein wenig einfacher zu machen. >Die sollen auch alle unten bleiben! Dann passiert auch viel weniger. nunja, ich sehe durchaus einen winzigen Unterschied zwischen einer perfekt abgesicherten Sportkletterroute (aus der man wohlmoeglich auch staendig abseilen kann) und einem "Klettersteig" am Everest ... Aber vielleicht sehe ich das ja alles falsch, denn hohenmaessig bin ich bisher nie ueber den Montblanc hinausgekommen. Guten Rutsch (aber nicht zu viel) Burkhardt
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hi
On Fri, 31 Dec 2004 17:20:16 +0100, "Burkhardt Petermann" <bpetermann@xyware.de> wrote:
>Hi, >irgendwie wollte ich eigentlich auf etwas anderes heraus ... >In unseren Alpen steht ja noch nicht der "zwangshafte Ticketautomat", >waehrend ich z.B. kaum eine Chance habe am Everst eine legale Solo-Begehung >zu starten. >Ich bin ja kein voellig Bergunkundiger, d.h. klettere durchaus je nach >Verfassung z.B. einen alpinen Sechser solo, doch am Everest oder gar K2 >finde ich es persoenlich fatal, wenn sich dort primaer Leute aufgrund ihres >Geldes einkaufen koennen Richtig. Das wollen sie aben mit der beschriebenen Massname am Matthorn ein dämen. Gibt genug Leute die das Gefühl haben, ich brauch einem Berführer nur genug Geld geben, dann bringt er mich da hoch. Nur gehört eben noch mehr dazu als Geld.
Johannes
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