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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Hallo,
der leichte 4000er, den ich gesucht hatte, ist das Lagginhorn (4010m) geworden. Letzten Donnerstag (11.09.) war ich oben.
Im Ganzen habe ich mir letztendlich 3 Tage Zeit für diesen Berg genommen, einen Tag Aufstieg zur Hütte, ein Tag für den Gipfel, und dann wieder einen Tag für den Abstieg, wobei ich am ersten und letzten Tag natürlich nich so lange unterwegs war.
Stützpunkt für diese Tour ist die Weissmiesshütte (2730m), wobei man die Hütte auch sehr leicht mit der Seilbahn errreichen kann. Ich bin aber gegangen, sowohl hoch als auch herunter.
Ursprünglich hatte ich eigentlich vor, zuerst auf Jegihorn (32xx m) zu gehen und das Lagginhorn einen oder vielleicht zwei Tage später zu machen. um mich ein bischen besser an die Höhe zu gewöhnen. Allerdings habe ich in der Hütte zwei andere Bergsteiger getroffen, die das Lagginhorn schon am nächsten Tag geplant hatten, und da schloss ich mich als 'Alleinbergsteiger' an.
In der Hütte ist das Frühstück fürs Lagginhorn um 5:00 Uhr, wir kamen dann gegen halb oder dreiviertel Sechs los (noch im Dunkeln). Da meine Begleiter wenig Erfahrung mit Eis und Steigeisen hatten, hatten wir uns eine Route ohne Gletscherberührung ausgesucht. Man muss dazu eigentlich nur gleich auf den Westgrat klettern anstatt zuerst auf dem Lagginhorngletscher zu laufen und dann auf den Grat zu steigen (dass dieser Gletscher eine ziemlich mit Schutt bedeckte Blankeinpassage mit ein paar Altschneeresten ist, die wir auch ohne Eisen hätten laufen können, wußten wir da noch nicht).
Wir hielten uns am Anfang wohl einen Tick zu weit nördlich (Ri. Tälligletscher) und mußten dann die Nordflanke des Westgrats erklettern, wobei wir eine etwas ungünstige Stelle, ein steiles Schuttfeld mit viel losem Gerümpel, erwischten.
Leider ist der ganze Westgrat zu großen Teilen ein steiles Schuttfeld mit vielen losen Brocken, der Aufstieg (wie auch der Abstieg) über diese Geröllhalde mit dem ganzen losen Zeug war technisch nicht besonders schwierig (ein paar wenige Stellen Kletterei, II), aber mühselig und anstrengend, ohne dass wir durch einen besonderen Genuß für die Strapazen entschädigt worden wären. Im Prinzip hätte man ziemlich weit oben stückchenweise auf ein ebenso steiles Schneefeld ausweichen können, aber das hätte uns auch nicht viel gebracht.
Dazu kam ein steifer, kalter Wind und zumindest bei mir schon recht bald Höhenanpassungsschwierigkeiten. Ich habe schon ab vielleicht 3200m(!) die dünne Luft gespürt und sehr bewußt atmen müssen, um nicht in Luftnot und ins Keuchen zu verfallen. Teilweise kamen auch leichte Kopfschmerzen dazu (sowas kenne ich sonst praktisch gar nicht). Zu meiner eher schlechten körperlichen Verfassung mag auch beigetragen haben, dass ich in der Nacht vorher schlecht bis fast gar nicht geschlafen hatte. Wir hatten hier gerade erst das Thema Höhenanpassung diskutiert - also eine Nacht hoch schlafen reicht mir für so einen Berg nicht aus.
Den Gipfel haben wir relativ spät (10:30 Uhr?) erreicht, aber immerhin waren wir wengstens oben. Auch der Abstieg auf derselben Route verlief zäh, mühselig und langsam (wir wurden von mehren anderen Gruppen überholt).
Weiter unten habe wir uns dann entschieden, nicht den ganzen Grat abzuklettern, sondern es nun doch über den Lagginhorngletscher zu versuchen, weil alle anderen auch da hinunter sind. Der Gletscher war dann an sich problemlos (siehe oben), aber mittlerweile hatte es allgemein zugezogen und zu regnen angefangen. Irgendwo gab es auch Steinschlag und ein Gewitter, sodass wir im Regen und dichten Nebel über den Gletscher hinuntergestolpert sind, während es irgendwo gekracht und gepoltert hat. Also alles andere als ein Genuß.
Erst auf dem letzten Stück zur Hütte ist das Wetter wieder besser geworden, aber da war ich dann schon einigermaßen naß. Wir werden wohl so um 16:00 Uhr wieder an der Hütte gewesen sein, und ich war dann froh, dass ich mich ein bischen hinlegen konnte.
Alles in allem also eine anstrengende, mühsame Geschichte, ohne besonderen Genuß. Technisch eher unspektakulär. Immerhin hatten wir auf dem Gipfel einen schönen Blick zum Weissmies und zum Fletschhorn, und wenn es nicht so wolkig und diesig gewesen wäre, hätte man auch den Mischabel, die Berner Alpen, etc. gesehen, aber das war dann leider nicht drin.
Und sonst?
Vielleicht wäre es mit ein oder zwei Tagen Höhenanpassung viel besser gegangen, aber schon am nächsten Tag hätten wir wahrscheinlich gar nicht mehr aufs Lagginhorn gekonnt. denn die ganze Nacht und den ganzen Morgen hat es geregnet. Wir sind dann gleich ganz abgestiegen, und noch einen Tag später ist das Wetter endgültig gekippt (Dauerregen in der ganzen Schweiz, Grimselpaß wegen Schnee gesperrt, etc.)
Vom Fletschhorn ist uns wegen Vereisung von Anfang an abgeraten worden, und das Jegihorn ist mir halt heuer durch die Lappen gegangen, was ein bischen schade ist, denn ich hätte mir die Kletterstellen wenigstens mal aus der Nähe ansehen wollen.
Für nächstes Jahr werde ich mir dann wohl oder übel eine Seilschaft zusammensuchen müssen, denn die 'leichten' 4000er, die man alleine gehen kann, sind jetzt alle beide bestiegen. Oder ich entschließe mich, es doch am Matterhorn zu probieren, aber ich weiß wirklich nicht, ob ich das soll.
N. -- Alles raus, hier kommen jetzt Pferde rein!
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Nico Hoffmann schrieb: > Hallo, > > der leichte 4000er, den ich gesucht hatte, ist das Lagginhorn (4010m) > geworden. Letzten Donnerstag (11.09.) war ich oben. > > > Im Ganzen habe ich mir letztendlich 3 Tage Zeit für diesen Berg > genommen, einen Tag Aufstieg zur Hütte, ein Tag für den Gipfel, und > dann wieder einen Tag für den Abstieg, wobei ich am ersten und letzten > Tag natürlich nich so lange unterwegs war. > > Stützpunkt für diese Tour ist die Weissmiesshütte (2730m), wobei man > die Hütte auch sehr leicht mit der Seilbahn errreichen kann. Ich bin > aber gegangen, sowohl hoch als auch herunter. > > Ursprünglich hatte ich eigentlich vor, zuerst auf Jegihorn (32xx m) zu > gehen und das Lagginhorn einen oder vielleicht zwei Tage später zu > machen. um mich ein bischen besser an die Höhe zu gewöhnen. Allerdings > habe ich in der Hütte zwei andere Bergsteiger getroffen, die das > Lagginhorn schon am nächsten Tag geplant hatten, und da schloss ich > mich als 'Alleinbergsteiger' an. > > In der Hütte ist das Frühstück fürs Lagginhorn um 5:00 Uhr, wir kamen > dann gegen halb oder dreiviertel Sechs los (noch im Dunkeln). Da meine > Begleiter wenig Erfahrung mit Eis und Steigeisen hatten, hatten wir > uns eine Route ohne Gletscherberührung ausgesucht. Man muss dazu > eigentlich nur gleich auf den Westgrat klettern anstatt zuerst auf dem > Lagginhorngletscher zu laufen und dann auf den Grat zu steigen (dass > dieser Gletscher eine ziemlich mit Schutt bedeckte Blankeinpassage mit > ein paar Altschneeresten ist, die wir auch ohne Eisen hätten laufen > können, wußten wir da noch nicht). > > Wir hielten uns am Anfang wohl einen Tick zu weit nördlich > (Ri. Tälligletscher) und mußten dann die Nordflanke des Westgrats > erklettern, wobei wir eine etwas ungünstige Stelle, ein steiles > Schuttfeld mit viel losem Gerümpel, erwischten. > > Leider ist der ganze Westgrat zu großen Teilen ein steiles Schuttfeld > mit vielen losen Brocken, der Aufstieg (wie auch der Abstieg) über > diese Geröllhalde mit dem ganzen losen Zeug war technisch nicht > besonders schwierig (ein paar wenige Stellen Kletterei, II), aber > mühselig und anstrengend, ohne dass wir durch einen besonderen Genuß > für die Strapazen entschädigt worden wären. Im Prinzip hätte man > ziemlich weit oben stückchenweise auf ein ebenso steiles Schneefeld > ausweichen können, aber das hätte uns auch nicht viel gebracht. > > > Dazu kam ein steifer, kalter Wind und zumindest bei mir schon recht > bald Höhenanpassungsschwierigkeiten. Ich habe schon ab vielleicht > 3200m(!) die dünne Luft gespürt und sehr bewußt atmen müssen, um nicht > in Luftnot und ins Keuchen zu verfallen. Teilweise kamen auch leichte > Kopfschmerzen dazu (sowas kenne ich sonst praktisch gar nicht). Zu > meiner eher schlechten körperlichen Verfassung mag auch beigetragen > haben, dass ich in der Nacht vorher schlecht bis fast gar nicht > geschlafen hatte. > Wir hatten hier gerade erst das Thema Höhenanpassung diskutiert - also > eine Nacht hoch schlafen reicht mir für so einen Berg nicht aus. > > Den Gipfel haben wir relativ spät (10:30 Uhr?) erreicht, aber immerhin > waren wir wengstens oben. Auch der Abstieg auf derselben Route verlief > zäh, mühselig und langsam (wir wurden von mehren anderen Gruppen > überholt). > > Weiter unten habe wir uns dann entschieden, nicht den ganzen Grat > abzuklettern, sondern es nun doch über den Lagginhorngletscher zu > versuchen, weil alle anderen auch da hinunter sind. Der Gletscher war > dann an sich problemlos (siehe oben), aber mittlerweile hatte es > allgemein zugezogen und zu regnen angefangen. Irgendwo gab es auch > Steinschlag und ein Gewitter, sodass wir im Regen und dichten Nebel > über den Gletscher hinuntergestolpert sind, während es irgendwo > gekracht und gepoltert hat. Also alles andere als ein Genuß. > > Erst auf dem letzten Stück zur Hütte ist das Wetter wieder besser > geworden, aber da war ich dann schon einigermaßen naß. Wir werden > wohl so um 16:00 Uhr wieder an der Hütte gewesen sein, und ich war > dann froh, dass ich mich ein bischen hinlegen konnte. > > Alles in allem also eine anstrengende, mühsame Geschichte, ohne > besonderen Genuß. Technisch eher unspektakulär. Immerhin hatten wir > auf dem Gipfel einen schönen Blick zum Weissmies und zum Fletschhorn, > und wenn es nicht so wolkig und diesig gewesen wäre, hätte man auch > den Mischabel, die Berner Alpen, etc. gesehen, aber das war dann > leider nicht drin. > > > > Und sonst? > > Vielleicht wäre es mit ein oder zwei Tagen Höhenanpassung viel besser > gegangen, aber schon am nächsten Tag hätten wir wahrscheinlich gar > nicht mehr aufs Lagginhorn gekonnt. denn die ganze Nacht und den > ganzen Morgen hat es geregnet. Wir sind dann gleich ganz abgestiegen, > und noch einen Tag später ist das Wetter endgültig gekippt (Dauerregen > in der ganzen Schweiz, Grimselpaß wegen Schnee gesperrt, etc.) > > Vom Fletschhorn ist uns wegen Vereisung von Anfang an abgeraten > worden, und das Jegihorn ist mir halt heuer durch die Lappen gegangen, > was ein bischen schade ist, denn ich hätte mir die Kletterstellen > wenigstens mal aus der Nähe ansehen wollen. > > > Für nächstes Jahr werde ich mir dann wohl oder übel eine Seilschaft > zusammensuchen müssen, denn die 'leichten' 4000er, die man alleine > gehen kann, sind jetzt alle beide bestiegen. Oder ich entschließe > mich, es doch am Matterhorn zu probieren, aber ich weiß wirklich > nicht, ob ich das soll. > > > N. Hallo Nico? Warum machst Du so etwas? Nur Stress, Gefahr und Hektik... Sorry, so was kann ich nicht verstehen. Und dann schilderst du diese Tour auch noch so ausführlich....
Gruß Herbert P.S. Ich bin Tourenführer und war schon 6x mit Leuten auf dem Lagginhorn.
| | | | Zurück zur Übersicht |  | Lagginhorn | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 16.09.08 09:21 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Herbert Kleinsorge schreibt:
> Warum machst Du so etwas?
Was genau meinst du mit 'so etwas'?
> Nur Stress, Gefahr und Hektik...
Nein, das interpretierst du hinein.
> Sorry, so was kann ich nicht verstehen. Und dann schilderst du diese > Tour auch noch so ausführlich....
Wozu eine Newsgroup da ist, weißt du aber schon?
N. -- Alles raus, hier kommen jetzt Pferde rein!
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