|  | Newsgroup - de.rec.alpinismus | | | Diese Inhalte werden aus dem Usenet dargestellt und gehören nicht zu alpinisten.info Es wird keine Haftung für fremde Inhalte übernommen (siehe Impressum) | | | Zurück zur Übersicht |  | Handy mit GPS -- Erfahrungsbericht | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 17.08.08 01:29 Uhr |
|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Nachdem ich vor ca. knapp einem Jahr nach Erfahrungen mit GPS-Handys im Gebirge nachfragte, hier nun ein erster Erfahrungsbericht zum Nokia N95-1.
Am Anfang stand die Ernüchterung:
1.) Das integrierte Handy arbeitet mit geographischen Koordinaten (Länge/Breite), was sich schlecht auf Schweizer topographischen Karten mit Koordinatensystem CH1903 übertragen lässt.
2.) Die Karten, welche man gratis von Nokia-Maps runterladen kann, sind generalisierte Strassenkarten, wie man sie vom Navigationsgerät im Auto kennt. Für einen Einsatz im Gelände sind sie nicht geeignet.
3.) Der Akku hält kaum einen Tag, wenn man ab und zu einige Photos macht.
4.) Bei dem Gerät handelt es sich (erwartungsgemäss) nicht um ein schlagfestes Outdoor-Handy.
Erwartet positiv war die Möglichkeit, am GPS unterwegs Orientierungspunkte zu setzen.
Nach und nach die Lösung zu obigen Problemen:
1.) Guy Nicholson bietet die Freeware 'UTM converter' sowie 'UTM data' unter [externer Link] zum Download.
'UTM converter' erlaubt, zwischen verschiedensten Koordinatensystemen hin und her zu rechnen. Die Koordinaten können entweder von Hand eingegeben werden oder aus gespeicherten Orientierungspunkten abgerufen werden. Bspw. kann man aus der Karte einen Punkt im Koordinatensystem CH1903 herauslesen, umrechnen lassen und dann als Orientierungspunkt speichern.
'UTM data' arbeitet mit den aktuellen GPS-Daten und zeigt die aktuelle Position in beliebigem Format an. So kann man bspw. die Position von Hand auf die Schweizer Landeskarte übertragen und von da aus mit Kompass weiter navigieren. (Worin ich den hauptsächlichen Einsatz von GPS im Gebirge sehe.)
Auf meine Veranlassung hin arbeiten beide Programme mit den CH1903- Koordinaten.
2.) Es kommt noch besser: Beide Programme erlauben, die Position auf einer Karte darzustellen. Das Kartenbild ist standardmässig eine Weltkarte, was nicht sehr nützlich ist. Man kann jedoch beliebige Kartenbilder hoch laden, insbesondere digitale Kartenbilder der Schweizer Landeskarte. Die einzelnen Kartenbilder dürfen max. ca. 2MB gross sein, was ein Gebiet von 8x6km auf einer 1:25'000-Karte vernünftig auf dem Bildschirm darstellen lässt. Für eine Tourenwoche reichen einige solche Blätter sicher aus.
Damit hat man ein GPS, wie man es sich nur wünschen kann. Ich hatte bislang auf jeden Fall kein so komfortables Gerät.
3.) Akku-Kapazität ist bei diesem Gerät ein leidiges Thema. Meine Lösung ist folgende: Im Gebirge das Gerät in den Offline-Modus stellen (keine Telefonfunktion), bei Nichtgebrauch abschalten, einen zweiten Akku mitführen (ist immerhin klein und leicht) sowie bei längeren Touren das Ladegerät mitschleppen (ist ebenfalls klein und leicht, eigentlich nur ein Stecker mit etwas Kabel dran).
4.) Ich trage das Handy in einer Silikon-Hülle mit mir rum. So scheint es mir sowohl gegen Stösse als auch gegen Feuchtigkeit ausreichend geschützt.
Zusammengefasst bin ich mit diesem Gerät mehr als zufrieden. Ich war diesen Sommer tatsächlich einmal froh, ein GPS-Gerät dabei zu haben. Ein Gefühl, das mir noch nie vergönnt war, denn mein altes Gerät habe ich noch nie (!) mit gehabt, wenn ich es gebraucht hätte. Das Gerät leistet mit der Möglichkeit, eigene Karten hoch zu laden, viel mehr, als ich erwartet hatte. All das natürlich nur dank der tollen Software von Guy Nicholson im Zusammenspiel mit den digitalen Karten von SwissTopo.
Falls sich jemand für das Gerät interessiert, so rate ich, das N95-1 und nicht das N95 8GB (N95-3) zu kaufen. Denn bei jenem Gerät fehlt der Kameraverschluss, was die Linse über kurz oder lang verschmutzen lässt. Neblige Bilder wegen verschmierter Kameralinse sind ärgerlich, glaubt mir's! Ausserdem hat jenes Gerät keine Speicherkarte, sondern die 8GB fest installiert. Ich finde Speicherkarten jedoch unabdingbar, denn die Daten darauf sind auch dann noch zugänglich, wenn das Gerät einmal abliegen sollte.
Zubehör (Akkus, auch dickere mit höherer Kapazität, Silikon-Hüllen, sogar ein Teleskop zum Aufsetzen auf die Kamera, den man auch als Fernrohr verwenden kann) habe ich via ebay gekauft. Das Zeug wird von Jahr zu Jahr billiger, wie es scheint.
Hoffe, diese Informationen sind nützlich für einige von euch.
Gruss!
Stefan Müller, Bergführer CH-6208 Oberkirch b. Sursee
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|  | Auf diese Nachricht antworten!  | Vielen Dank Stefan für den interessanten Erfahrungsbericht.
Fredrika Gers
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