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Erst Zugspitze, jetzt der Nanga | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 17.07.08 23:00 Uhr |
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Zur Zeit scheinen die schlimmen Nachrichten nicht abreißen zu wollen. Nach dem "Extremberglauf" in den Alpen ist jetzt der "Extrembergsteiger" Karl Unterkircher am NP in eine Spalte gestürzt [1]. Und die Presse scheint zumindest das Attribut "Extrem" extrem gerne in ihren Berichten zu verwenden. Anscheinend ist ohne dem ein unglücklicher Umstand schon nicht mehr berichtenswert. Nebenbei entsteht bei den Lesern solcher Artikel der Eindruck in den jeweiligen Sportarten seien nur noch Extremisten und putativ Lebensmüde unterwegs.
[1] <[externer Link] >
Reiner
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Erst Zugspitze, jetzt der Nanga | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 18.07.08 08:00 Uhr |
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Reiner Schischke wrote:
> Zur Zeit scheinen die schlimmen Nachrichten nicht abreißen zu wollen. > Nach dem "Extremberglauf" in den Alpen ist jetzt der > "Extrembergsteiger" Karl Unterkircher am NP in eine Spalte gestürzt > [1]. Und die Presse scheint zumindest das Attribut "Extrem" extrem > gerne in ihren Berichten zu verwenden. Anscheinend ist ohne dem ein > unglücklicher Umstand schon nicht mehr berichtenswert. Nebenbei > entsteht bei den Lesern solcher Artikel der Eindruck in den > jeweiligen Sportarten seien nur noch Extremisten und putativ > Lebensmüde unterwegs.
Gibt es solche Meldungen nicht jedes Jahr? Natürlich ist so etwas immer tragisch, aber was ist daran so besonders? Ebensowenig besonders sehe ich die Bezeichnung Extrembergsteiger oder Extremberglauf, was ja wohl in beiden Fällen mehr als zutreffend sein dürfte. Die Meinung das am Berg nur Lebensmüde unterwegs sind wäre eine rein subjektive Empfindung und wird in keinem der beiden von mir gelesenen Beiträge zu den Unglücksfällen erweckt! Es ist am ehesten noch dein Beitrag, der die Gedanken in diese Richtung lenken möchte. Das kann aber jeder für sich selbst entscheiden wie er darüber denkt. Für mich sind es zwei tragische Unfälle, die zufällig in einem geringen Zeitabstand irgendwo auf der Welt passiert sind, nicht mehr...
Gruss Mike
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Erst Zugspitze, jetzt der Nanga | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 18.07.08 17:02 Uhr |
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Michael Zmugg schrieb:
> Gibt es solche Meldungen nicht jedes Jahr? Natürlich ist so etwas immer > tragisch, aber was ist daran so besonders?
Weil im Kopf des Lesers Karl noch lebt und nun langsam dahingeht. Das ist quasi wie eine Liveübertragung des Untergangs der Titanic. "Och, die armen Kinder! Wie lange werden die wohl im eiskalten Wasser schwimmen können?"
> Ebensowenig besonders sehe ich > die Bezeichnung Extrembergsteiger oder Extremberglauf, was ja wohl in beiden > Fällen mehr als zutreffend sein dürfte.
Hm ... "extrem" bedeutet ja auch "an der Grenze des allgemein möglichen - oder darüber hinaus". Zwei hohe 8.000er in einer Saison ist schon sehr schwer. Denk allein mal an die physischen Forderungen. Ähnlich geht es ja auch Marathonläufern. Pro Saison laufen die zwei oder drei Läufe. Mehr ist gewöhnlich nicht drin.
Zudem ist der NP natürlich auch kein durchschnittlicher Berg, den man schnell mal am Wochenende besteigt. Und dann noch die Rakhiotflanke, die gewiss als eine besondere Herausforderung betrachtet werden kann.
Irgendwo ist das schon extrem.
> Die Meinung das am Berg nur > Lebensmüde unterwegs sind wäre eine rein subjektive Empfindung und wird in > keinem der beiden von mir gelesenen Beiträge zu den Unglücksfällen erweckt! > Es ist am ehesten noch dein Beitrag, der die Gedanken in diese Richtung > lenken möchte. Das kann aber jeder für sich selbst entscheiden wie er > darüber denkt.
Überdies finde ich es auch nicht ganz normal mit knapp 300 Sachen durch eine Stadt zu rasen. Rennsportfans (ich zähle mich selbst dazu!) stört das aber auch nicht. ;)
> Für mich sind es zwei tragische Unfälle, die zufällig in > einem geringen Zeitabstand irgendwo auf der Welt passiert sind, nicht > mehr...
Es sind Unfälle, die nunmal zur Tagesordnung, so hart das auch klingt, dazu gehören.
sf
Torsten -- I think a nerd is a person who uses the telephone to talk to other people about telephones. And a computer nerd therefore is somebody who uses a computer in order to use a computer. (Douglas Adams in "Triumph of the Nerds")
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Erst Zugspitze, jetzt der Nanga | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 20.07.08 19:50 Uhr |
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"Michael Zmugg" <michael_zmugg@hotmail.com> writes:
> Reiner Schischke wrote: > >> Zur Zeit scheinen die schlimmen Nachrichten nicht abreißen zu wollen. >> Nach dem "Extremberglauf" in den Alpen ist jetzt der >> "Extrembergsteiger" Karl Unterkircher am NP in eine Spalte gestürzt >> [1]. Und die Presse scheint zumindest das Attribut "Extrem" extrem >> gerne in ihren Berichten zu verwenden. Anscheinend ist ohne dem ein >> unglücklicher Umstand schon nicht mehr berichtenswert. Nebenbei >> entsteht bei den Lesern solcher Artikel der Eindruck in den >> jeweiligen Sportarten seien nur noch Extremisten und putativ >> Lebensmüde unterwegs. > > Gibt es solche Meldungen nicht jedes Jahr? Natürlich ist so etwas > immer tragisch, aber was ist daran so besonders?
Nein, es ist nicht tragisch. Schau bitte das Wort in einem Lexikon Deiner Wahl nach. "Tragisch" sind Ereignisse, die unabwendbar stattfinden, trotz oder gerade wegen gegenteiliger Intentionen.
Wenn jemand wegen ungünstiger Bedingungen _nicht_ auf den Nanga Parbat steigt und vorzeitig einen Flug eher als geplant zurück nimmt, und das Flugzeug stürzt ab, dann ist das tragisch.
Wenn jemand in einer selbstgewählten Situation von solchen Ereignissen getroffen (und vielleicht getötet) wird, die für die selbstgewählte Situation eben charakteristisch sind, dann ist das Pech, traurig, bestürzend, was auch immer. Aber nicht tragisch.
-- David Kastrup, Kriemhildstr. 15, 44793 Bochum
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Erst Zugspitze, jetzt der Nanga | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 18.07.08 20:58 Uhr |
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Reiner Schischke schrieb: > Zur Zeit scheinen die schlimmen Nachrichten nicht abreißen zu wollen. > Nach dem "Extremberglauf" in den Alpen ist jetzt der "Extrembergsteiger" > Karl Unterkircher am NP in eine Spalte gestürzt [1].
Wobei es in der Sprache eine gewisse Inflation gibt: Heut ist doch jeder bessere Wanderer schon ein Extremsportler...
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Erst Zugspitze, jetzt der Nanga | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 20.07.08 19:53 Uhr |
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Michael Schadewald <nomail@invalid> writes:
> Reiner Schischke schrieb: >> Zur Zeit scheinen die schlimmen Nachrichten nicht abreißen zu >> wollen. Nach dem "Extremberglauf" in den Alpen ist jetzt der >> "Extrembergsteiger" Karl Unterkircher am NP in eine Spalte gestürzt >> [1]. > > Wobei es in der Sprache eine gewisse Inflation gibt: Heut ist doch > jeder bessere Wanderer schon ein Extremsportler...
Wäre er nicht Extremsportler, würde er ja das Auto nehmen.
Hätte Gott gewollt, daß wir uns auf eigenen Beinen bewegten, hätte er das Erdöl nicht erschaffen.
-- David Kastrup, Kriemhildstr. 15, 44793 Bochum
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