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Mehr ForstStrassen in Tirol? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.11.07 23:42 Uhr |
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14 Brumaire an 216 de la Révolution 23:43:00 +0200
Eben die Bilder von der SchinderTour vorgestern auf den Rechner ueberspielt. Und irgendwie springt es ins Auge: In OesterReich gibt es mehr ForstStrassen als bei uns. Auf den letztjaehrigen Bildern, die ich zwischen SchildenStein und HalserSpitze gemacht habe, faellt das auch auf.
Irre ich mich oder sehe ich richtig? Und warum ist das so?
Herwig
-- ************************************************** * Herwig Huener [externer Link] * * Assistierender QuantenScharfRichter * **************************************************
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Mehr ForstStrassen in Tirol? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.11.07 10:45 Uhr |
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Herwig Huener AQSR wrote:
> 14 Brumaire an 216 de la Révolution > 23:43:00 +0200 > > Eben die Bilder von der SchinderTour vorgestern auf den > Rechner ueberspielt. Und irgendwie springt es ins Auge: > In OesterReich gibt es mehr ForstStrassen als bei uns. > Auf den letztjaehrigen Bildern, die ich zwischen > SchildenStein und HalserSpitze gemacht habe, faellt > das auch auf. Naja ueberall wo Forstwirtschaft betrieben wird oder niedrig gelegene Huetten/Almen zu finden sind gibt es auch entsprechende Zugangsstrassen. Wer die nicht mag kann halt entweder das persoenliche Einsatzgebiet aendern oder sich dem Strassenverlauf halt durch alternative Wegfuehrungen entziehen. Klar koennte ich jetzt auch mal wieder rum noergeln das sich vor meiner Haustuer in den Mittelgebirgen die markierten Wege primaer auf Forstautobahnen befinden aber damit gewinne ich noch nicht einmal Blumentoepfe. An der Grundinfrastruktur von Wirtschaftsrauemen dieser Art aendert sich damit auch nichts. Folge: Man sucht sich seine Wege selber. > Irre ich mich oder sehe ich richtig? Und warum ist > das so? Ob das wirklich so ist kann ich dir nicht beantworten aber warum es so ist: Um zu ueberleben muessen die Leute die die Berge bewirtschaften einen entsprechenden Output leisten. Mit einer sehr traditionellen Art ueber Esel und Maultiere laest sich dieser Output nicht mehr realisieren. Also sorgt man fuer staerkere Infrastruktur um schneller mehr Output liefern zu koennen. Du moechtest deine Milch von der Alm ja auch nicht drei Tage spaeter haben sondern am liebsten frisch geniessen. ;)
Aber seien wir mal ehrlich: Fuer die Leute die dicht an den Bergen wohnen werden viele Tagestouren auch erst durch diese Infrastruktur moeglich. Wer in alten AV Jahrbuechern ueber die mehrtaegigen Anreisen mancher frueher Begeher liest wird sich wohl gluecklich schaetzen heute auf die vorhandene Infrastruktur zurueck greifen zu koennen um kurze Fluchten aus dem Alltag ueberhaupt moeglich zu machen.
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Mehr ForstStrassen in Tirol? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 06.11.07 10:03 Uhr |
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Sven Hoexter <shx@kommespaeter.de> writes:
> Herwig Huener AQSR wrote:
>> Eben die Bilder von der SchinderTour vorgestern auf den >> Rechner ueberspielt. Und irgendwie springt es ins Auge: >> In OesterReich gibt es mehr ForstStrassen als bei uns. >> Auf den letztjaehrigen Bildern, die ich zwischen >> SchildenStein und HalserSpitze gemacht habe, faellt >> das auch auf. > Naja ueberall wo Forstwirtschaft betrieben wird oder niedrig gelegene > Huetten/Almen zu finden sind gibt es auch entsprechende > Zugangsstrassen. Wer die nicht mag kann halt entweder das persoenliche > Einsatzgebiet aendern oder sich dem Strassenverlauf halt durch alternative > Wegfuehrungen entziehen. > Klar koennte ich jetzt auch mal wieder rum noergeln das sich vor meiner > Haustuer in den Mittelgebirgen die markierten Wege primaer auf > Forstautobahnen befinden aber damit gewinne ich noch nicht einmal > Blumentoepfe. An der Grundinfrastruktur von Wirtschaftsrauemen dieser Art > aendert sich damit auch nichts. Folge: Man sucht sich seine Wege > selber.
Forststrassen haben aber auch Vorteile:
1. Man kann bei Rettungseinsätzen das Einsatzgebiet schnell und einfach durch Rettungskräfte erreicht werden. Hubschrauberflüge sind ja nicht immer möglich.
2. Wenn sich jemand verirrt hat und auf eine Forststrasse trifft, hat er schon gewonnen.
3. Forststrassen machen auch Hüttenbewirtschaftung billiger und einfacher.
4. Pflege von Wäldernn, speziell von Bannwäldern, Errichtung von Lawinen- und Wildbachverbauungen ist meist ökonimisch gar nicht anders machbar.
.....
Servus Anton -- in a world without walls and fences - who needs windows and gates ?
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Mehr ForstStrassen in Tirol? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 06.11.07 13:54 Uhr |
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Anton Steiner schrieb:
> Forststrassen haben aber auch Vorteile: > > 1. Man kann bei Rettungseinsätzen das Einsatzgebiet schnell und > einfach durch Rettungskräfte erreicht werden. Hubschrauberflüge sind > ja nicht immer möglich.
Es scheint bei manch langen Forststrassen durchaus - auch im Falle eines nicht besonders akuten Notfalles - bevorzugt zu werden, den Heli als Transportmittel zu wählen.
-- Frank Seeger, Singen/D frankfseeger@spamfence.net [externer Link]
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Mehr ForstStrassen in Tirol? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 06.11.07 14:20 Uhr |
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Frank Seeger <frankfseeger@spamfence.net> writes:
> Anton Steiner schrieb: > >> Forststrassen haben aber auch Vorteile: >> >> 1. Man kann bei Rettungseinsätzen das Einsatzgebiet schnell und >> einfach durch Rettungskräfte erreicht werden. Hubschrauberflüge sind >> ja nicht immer möglich. > > Es scheint bei manch langen Forststrassen durchaus - auch im Falle > eines nicht besonders akuten Notfalles - bevorzugt zu werden, den Heli > als Transportmittel zu wählen.
Das ist halt nicht immer möglich. Gerade im Hochgebirge gibt es nicht selten Nebel, Hochnebel, Schneefall. starken Wind..... Außerdem gibt es auch Nachteinsätze. Wir sind schon oft "gekoffert", weil ein Heli-Einsatz nicht möglich war. Da kann es lebensrettend sein, wenn man möglich weit mit Kfz zufahren kann. Auch bei Suchaktionen ist es sehr nützlich, wenn man Hilfskräfte mit Kfz vor Ort bringen kann, das spart alles Zeit und Kosten.
Servus Anton -- in a world without walls and fences - who needs windows and gates ?
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Mehr ForstStrassen in Tirol? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.11.07 12:55 Uhr |
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Herwig Huener AQSR <news20061103@Herwig-Huener.de> wrote:
> In OesterReich gibt es mehr ForstStrassen als bei uns.
> Irre ich mich oder sehe ich richtig? Und warum ist > das so?
Nachgeprüft habe ich es nicht, aber es wird schon seit vielen Jahren gesagt, dass die Forststraßendichte im Bereich der österreichischen Bundesforste deutlich höher ist, als bei privaten Waldbesitzern. Es gibt also auch innerhalb Österreichs große Unterschiede.
Andreas
-- Andreas Stiasny, 2500 Baden, Austria [externer Link]
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Mehr ForstStrassen in Tirol? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 06.11.07 21:21 Uhr |
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Herwig Huener AQSR schrieb: > 14 Brumaire an 216 de la Révolution > 23:43:00 +0200 > > Eben die Bilder von der SchinderTour vorgestern auf den > Rechner ueberspielt. Und irgendwie springt es ins Auge: > In OesterReich gibt es mehr ForstStrassen als bei uns. > Auf den letztjaehrigen Bildern, die ich zwischen > SchildenStein und HalserSpitze gemacht habe, faellt > das auch auf. > > Irre ich mich oder sehe ich richtig? Und warum ist > das so?
Am Blaubergkamm ist mir die deutlich radikalere Bewirtschaftung des tiroler Waldes (sprich Kahlschläge) im Gegensatz zur bayerischen Seite auch schon aufgefallen. Wohl infolge dessen schien mir der schöne Bergmischwald auf bayerischer Seite auch einem stark fichtendominierten Forst auf tiroler Seite gewichen zu sein. Vielleicht fallen auf den Kahlschlagsflächen und im monotonen Forst die Forststrassen auch einfach mehr auf?
Gruss, Bernhard
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Mehr ForstStrassen in Tirol? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 07.11.07 10:29 Uhr |
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Hallo Bernhard
> Am Blaubergkamm ist mir die deutlich radikalere Bewirtschaftung des > tiroler Waldes (sprich Kahlschläge) im Gegensatz zur bayerischen Seite > auch schon aufgefallen. Mir sind da allerdings vor laengerer Zeit auch die massiven Sturmschaeden aufgefallen. Vermutlich fuegt sich das so zusammen: Fichtenmonokultur ist anfaellig fuer Sturmschaden -> eifrigere Waldbewirtschaftung -> konsequenteres Abholzen der Schadensflaechen -> (vermeintliche) Kahlschlaege.
Wie sehr die Stuerme der vergangenen anderthalb Jahre im Bergwald gewuetet haben, ist mir erst wieder Anfang Oktober im Tortal im Karwendel aufgefallen, wo jetzt erst die Sturmschaeden am Jungfernsprung ueber Hinterriss beseitigt wurden.
Florian
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Mehr ForstStrassen in Tirol? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 07.11.07 13:37 Uhr |
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Florian Anwander <spam.interessiert.nicht@mnet-online.de> writes:
> Hallo Bernhard > >> Am Blaubergkamm ist mir die deutlich radikalere Bewirtschaftung des >> tiroler Waldes (sprich Kahlschläge) im Gegensatz zur bayerischen >> Seite auch schon aufgefallen. > Mir sind da allerdings vor laengerer Zeit auch die massiven > Sturmschaeden aufgefallen. Vermutlich fuegt sich das so zusammen: > Fichtenmonokultur ist anfaellig fuer Sturmschaden -> eifrigere > Waldbewirtschaftung -> konsequenteres Abholzen der Schadensflaechen -> > (vermeintliche) Kahlschlaege.
Die Sturmschäden liegen zum Teil schon länger zurück (Föhnsturm 2002, Kyrill). Mittlerweile hat der Borkenkäfer ganze Arbeit geleistet. Die Holzarbeiten sind, bedingt durch extrem schwierige Geländever- hältnisse, immer noch nicht abgeschlossen. Jetz kommen nach noch die Flächen mit Borkenkäferbefall hinzu. Die Kahlschläge schauen natürlich nicht schön aus, sind aber unbedingt erforderlich, um den Käferbefall einzudämmen. Was mir große Sorgen macht ist, dass auch Bannwälder massiv betroffen sind. Zum Glück war die Schneehöhe in den vergangenen Jahren nicht sehr hoch, wenn es wieder einmal einen Schneereichen Winter geben sollte, wird es extrem Lawinengefährlich.
Anton -- in a world without walls and fences - who needs windows and gates ?
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