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14 Brumaire an 216 de la Révolution 16:55:00 +0200
Fast 28 Jahre nach Zuzug in Bayern habe ich vorgestern, am 2. November, endlich mal den Schinder bestiegen. Logistisch interessant war, dass sich das Ganze samt AnMarschWeg vom Spitzing aus in einen kurzen NovemberTag quetschen liess, was ich irgendwie nicht erwartet hatte, wenn man erst kurz vor 9:00 loskommt. Naja: auf dem RueckMarsch kann man spaetestens auf einer ForstStrasse auf das TagesLicht verzichten - und dann ist der Tag lang genug.
Eigentlich wollte ich durch das SchinderKar rauf. Da wurde mir aber an den VorTagen mehrfach abgeraten: Zuviel Schnee, die restlichen Versicherungen sind nicht mehr das, was sie mal waren, und SteinSchlagHelm (den ich nicht mithatte, denn was will man damit im MittelGebirge?) waere auch nicht falsch. Genau dieselbe AusKunft erhielt ich auch von der einzigen Wanderin, die mir an diesem Tag am Schinder begegnete - auf dem Weg ueber die TrausnitzAlm, denn das Kar hatte ich schon abgeschrieben. Um 14:00 hatte ich den Gipfel fuer 20 Minuten fuer mich alleine, und so flott, wie es runterging, haette es auch eine Stunde sein duerfen - aber nicht mehr.
Ist die Warnung vor dem SchinderKar berechtigt?
Eine Verkomplizierung gab es an dem Tag: Ich habe das erste Mal zwei Teleskop-WanderStoecke mitgefuehrt - die billigsten, die der AndenkenLaden am Spitzing hatte. Ich bin mir immer noch nicht schluessig, ob es was bringt. Zum Beispiel habe ich das verschneite WegStueck von der TrausnitzAlm bis etwa 200 Meter unter dem Gipfel bergauf ohne, bergab mit diesen Stoecken gemacht, und meine subjektive Einschaetzung war plusminus Null. Und wenn man photographieren will, dann sind die Dinger einfach laestig.
Dass ich an dem Tag keine KnieProbleme gehabt habe, kann ganz einfach daran liegen, dass es sich nur um 1000 DeltaHoehenMeter gehandelt hat - das muss nicht das Verdienst der WanderStoecke gewesen sein.
Nichtalpinistische Anekdote am Rande: in der folgenden Nacht wurde in der WurzHuette eingebrochen: Ein Gast hatte, alkoholbedingt wahrscheinlich, Probleme mit der Benutzung des HotelSchluessels und entschloss sich deshalb, die halbe EingangsTuer an der Rezeption einzudruecken. Wer in der Gegend und schnell ist, kann es sich noch ansehen (Vorsicht - GlasScherben). Den betreffenden Gast nicht, denn der ritt zwangsweise vom Hofe.
Herwig
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| | | | Zurück zur Übersicht |  | SchinderKar nix gut? / WanderStoecke nix gut? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.11.07 22:24 Uhr |
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Hallo Herwig,
Herwig Huener AQSR schrieb: > Eine Verkomplizierung gab es an dem Tag: Ich habe > das erste Mal zwei Teleskop-WanderStoecke > mitgefuehrt - die billigsten, die der AndenkenLaden > am Spitzing hatte. Ich bin mir immer noch nicht > schluessig, ob es was bringt. Zum Beispiel habe > ich das verschneite WegStueck von der > TrausnitzAlm bis etwa 200 Meter unter dem Gipfel > bergauf ohne, bergab mit diesen Stoecken gemacht, > und meine subjektive Einschaetzung war plusminus > Null. Und wenn man photographieren will, dann > sind die Dinger einfach laestig.
Wanderstöcke benutze ich seit Jahren und möchte sie nicht mehr missen. Zum einen fühle ich mich Vier"beinig" sicherer als auf zweien, v. a. wenn der Weg baulich oder witterungsbedingt in einem schlechten Zustand ist, zum anderen kann ich damit die Beine entlasten, auch beim Aufstieg. Den optimale Stockeinsatz (Gehrhythmus) habe ich allerdings erst nach mehreren Touren gefunden.
Beim Fotografieren sind die Stöcke in der Tat lästig. Selbiges gilt auch für Engstellen (z. B. bei Klettersteigen), wo sie auch im zusammengeschobenen Zustand noch weit genug über den Rucksack hinausstehen, um im unpassenden Moment irgendwo hängen zu bleiben.
Gruss, Bernhard
| | | | Zurück zur Übersicht |  | SchinderKar nix gut? / WanderStoecke nix gut? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.11.07 23:21 Uhr |
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Zum Thema Stöcke wurden in den einschlägigen Communities schon so viele Webseiten vollgeschrieben, dass sie ausgedruckt mehrmals um die Erde reichen würden. (Zuletzt z.B. hier: [externer Link] ) Zu dem Thema gibt's eigentlich nur noch eins zu sagen: Es gibt verschiedene Meinungen darüber. Ich selbst müsste ohne Stöcke zu Hause bleiben.
Auf dem Schinder war ich vor längerer Zeit mal und erinnere mich nur, dass ich ihn ziemlich unschinderisch fand. Ich glaube, er schindet hauptsächlich dann, wenn man bei heißem Wetter durch die Latschen latscht.
Ika [externer Link] \
| | | | Zurück zur Übersicht |  | SchinderKar nix gut? / WanderStoecke nix gut? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 04.11.07 23:45 Uhr |
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14 Brumaire an 216 de la Révolution 23:45:00 +0200
Fredrika Gers wrote:
> ... (Zuletzt z.B. hier: > [externer Link] ) Zu dem Thema > gibt's eigentlich nur noch eins zu sagen: Es gibt verschiedene > Meinungen darüber. Ich selbst müsste ohne Stöcke zu Hause bleiben= .
In der URL ist verschiedentlich der moegliche Verlust der Koordination und damit der TrittSicherheit erwaehnt, der eintreten koennte, wenn man die Dinger laenger verwendet. Meine Beobachtung war: Die TrittSicherheit geht *gleich* den Bach runter. Logisch: Nun muessen sich vier Beine dasselbe neuronale Territorium teilen.
Natuerlich kann man das durch langsameres Tempo ausgleichen. Aber zum WurzelSchlagen gehe ich nicht in die Berge.
> ...
> Auf dem Schinder war ich vor längerer Zeit mal und erinnere mich nur,=
> dass ich ihn ziemlich unschinderisch fand. Ich glaube, er schindet > hauptsächlich dann, wenn man bei heissem Wetter durch die Latschen > latscht.
Heisses Wetter schindet immer - auch ohne Berge.
Herwig
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| | | | Zurück zur Übersicht |  | SchinderKar nix gut? / WanderStoecke nix gut? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.11.07 10:31 Uhr |
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Herwig Huener AQSR wrote: > 14 Brumaire an 216 de la Révolution 23:45:00 +0200 > Fredrika Gers wrote: > >> ... (Zuletzt z.B. hier: >> [externer Link] ) Zu dem Thema >> gibt's eigentlich nur noch eins zu sagen: Es gibt verschiedene >> Meinungen darüber. Ich selbst müsste ohne Stöcke zu Hause bleiben. > > In der URL ist verschiedentlich der moegliche Verlust der > Koordination und damit der TrittSicherheit erwaehnt, der > eintreten koennte, wenn man die Dinger laenger verwendet. > Meine Beobachtung war: Die TrittSicherheit geht *gleich* > den Bach runter. Logisch: Nun muessen sich vier Beine > dasselbe neuronale Territorium teilen.
*seufz* Da gibt es soooo viele Randbedingungen das auch zu diesem Thema pauschale Aussagen nicht passen koennen.
Wenn ich dann in dem ersten Post dieses verlinkten Threads ein Zitat sehe in dem jemand behauptet die Schwindelfreiheit wuerde durch das Verwenden von Stoecken beeintraechtigt kann man das ganze doch schon nicht mehr so recht ernst nehmen. Zumindest mir wird nicht klar warum der Abgrund tiefer wird wenn ich Stoecke in der Hand habe. Ok wenn man sich in Ermangelung von Stoecken frueher in die Vier-Pfoten Haltung begibt ist man schon einen guten Meter flacher mit dem Kopf unterwegs. ;)
Wer seine Trittsicherheit und sein Balancegefuehl staerken moechte kann sich ja ab und an mal auf eine Slackline begeben. Mit ein paar Freunden zusammen macht das richtig Laune und es hilft spuerbar.
> Natuerlich kann man das durch langsameres Tempo > ausgleichen. Aber zum WurzelSchlagen gehe ich nicht in > die Berge. Mir ist nicht so recht klar warum Du damit langsamer wirst aber wenn Du meinst das dem so ist dann lasse die Stoecke halt zuhause. Zwingt dich ja niemand damit zu laufen.
Vermutlich ist das aber alles auch eine Frage der Uebung. Irgendwann gehen Handlungsmuster wie die Verwendung von Stoecken halt in eine naturalisierte Anwendung ueber. An diesem Punkt profitiert man dann natuerlich am staerksten von dem Einsatz und verliert am meisten wenn sie dann, warum auch immer, mal nicht da sind.
<anekdote> Ich hatte einmal das (zweifelhafte) Vergnuegen an einem Nordic-Walking Kurs mit Trainer in kleiner Gruppe teilnehmen zu koennen (zufaellig war auch die sehr nette Tochter des Verkaufsvertreters eines Stockherstellers dabei was als Ueberzeugungshilfe fuer die Kursteilnahme zutraeglich war ;). Jeder Versuch gezielt den Rythmus aus Stockbewegung und Schrittabfolge ein zu halten ging schief. Funktioniert hat das ganze erst als ich nur noch darauf geachtet habe passend los zu gehen und mich danach mit irgendwas abgelenkt habe und einfach weiter gegangen bin wie sonst auch. Wer mit Gewalt gegen sein natuerliches Gehgefuehl versucht mit Stoecken durch die Berge zu stochern wird damit vermutlich auch nicht viel Freude haben. </anekdote>
Ansonsten gibt es natuerlich auch unterschiede in der Philosophie des Bergsteigens respektive Bergwanderns. Fuer den einen ist der Weg das Ziel fuer andere vielleicht nur der Gipfel. Entsprechend mag wohl auch nicht jeder in sportlichem Tempo durch die Berge hetzen. Darueber kann man aber genauso leidenschaftlich streiten wie ueber die Stock Frage.
YMMV Sven
| | | | Zurück zur Übersicht |  | SchinderKar nix gut? | | Bergsteiger beim Bergsteigen | 05.11.07 10:38 Uhr |
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Hallo Herwig
> Ist die Warnung vor dem SchinderKar berechtigt? Jein. Von Schinderkar rauf, darf man ruhig abraten, weil es ein klasssischer Schuttreissen-Roesselsprung ist: drei Schritte rauf, eineinhalb Schritte zurueckrutschen - das ist in jedem Kalkschuttkar in den Nordalpen so.
Steinschlag: Es gibt zwei Stellen, an denen es im Fruehsommer zu Steinschlag durch weiter oben Laufende kommen mag: In der Rinne im Abstieg vom Gipfel zur Schinderscharte hab ich das selber mal erlebt. Denkbar gefaehrdet waere auch der Platz direkt unterhalb des Schindertors.
Beide Stellen duerften an Deinem Tag wohl voellig unproblematisch sein. Was anderes ists an Tagen, an denen 100 Leute hinter Dir anstehen, um die fuenf Leiterstufen unterm Schindertor zu bewaeltigen...
Der Rest des Kars ist voellig unproblematisch, und kann mit entsprechendem Schuhwerk in weiten Strecken genussreich abgefahren werden.
Florian
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